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Zntelligenz-B!

der freien Stadt Frankfurt. verbunden mit den: Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Fraiüsntter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 22. Donnerstag den 26. Januar 1860.

Abonnementsprets für's halbe Jahr 2 ff. 30fr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungs gebühren: 6 kr. für die ganze, 3 fr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der GreLgnisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 26. Januar. (Zur Situation.) Die Wiedererhebung des Grafen Cavour zur P-äsidentur des Turiner Ministerconseils ist einEreigniß von hoher Bedeutung, was nicht erst des Weitereren auseinattdergesetzt zu werden braucht. Es ge­nügt, darauf zu verweisen, daß ein Ministerium Cavour, sobald sich der Rücktritt des alten Ministeriums als Nothwendigkeit herausstellte, durch die Konsequenzen der Lage selbst unabweisbar geboten war. Daß aber ein Ministerium Cavour der Annexationsvolitik nicht entgegen sein kann, ist von vornherein anzunehmen und schwerlich wird sich in Italien eine politische Kapacität finden, die nicht in Cavours folgenschwerer Ernennung eine weitere Vorbereitung für den Sieg dieses Princips sähe. In Centralitalien selbst und namentlich in der Romagna befestigt sich immer mehr die Meinung, daß die Annexation an Sardinien nicht zu umgehen sein wird, und wenn wir den letzten ofstciellen Nachrichten von dort glauben dürfen, so scheint man sich auch über die Haltung Preußens und Deutschlands ganz beruhigt zu fühlen, indem man annimmt, daß bei etwaigen künftigen europäischen Verwickelungen gerade für diese Staaten die Vortheile eines starken Sardiniens zu sehr ins Gewicht fielen, um demselben nicht durch die Anne- xrtion Centralitaltens nach beiden Seiten hin eine Flankenstellung ermöglichen zu helfen, die in der Stunde der Entscheidung in fast zwingenden Verhältnissen sich bewähren müßte. Daß es im Interesse Preußens und Deutschlands liegt, der Annexation Cen­tralitaltens an Piemont keine Hindernisse zu bereiten und den wer­denden italienischen Großstaat in Freundschaft und Dankbarkeit sich zu verpflichten, wird bereits von allen Staatsmännern von Intelligenz in Deutsch­land allgemein anerkannt. — Was die Beziehungen zwischen Frankreich und Ruß­land anbetrifft, von denen letzthin in der Presse viel gesprochen wurde, so ist wieder- holentlich darauf zurückzukommen, daß allerdings die Art und Weise, wie der Kongreß von neuem in Frage gestellt wurde, sehr unangenehm und wenn man will selbst ver­letzend berührt hat, aber es steht positiv fest, daß von Petersburg keinerlei Erklä­rungen von dem Tuilerienkabinet verlangt wurden, noch sonst irgend eine Rückâußerung oder Kundgebung erfolgte. Das schließt aber freilich nicht aus, daß wenn die Eon- grcßidee wieder ausgenommen werden sollte, Fürst Gortschakoff sich eben nicht sehr beeilen