Einzelbild herunterladen
 

ZnieMgenz-Blatt der freien AM Frankfurt, ^T^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, â^^^^^M^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. 8

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 4. Donnerstag den 5. Januar 1860.

Abonnementsprets für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

WW- Bestellungen auf das Intelligenz- und Amts­blatt und die Frankfurter Nachrichten werden täglich von der Expedition für dieses Semester angenommen; auch sind noch einige der bisher erschienenen Nummern zum Com- pletiren neu zu abonnirender Exemplare vorhanden.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 5. Januar. (Zur Situation.) Die Zeit der Eröffnung des Congrestes läßt sich noch nicht absehen, doch ist es übertrieben, wenn gesagt wird, daß die französische Flugschrift die Großmächte so stutzig gemacht habe, daß sie sich von dem Schreck erst wieder erholen müßten. Erstens ist einleuchtend, daß die meisten Großmächte gar kein anderes Mittel haben auf die Gestaltung der italienischen Verhältnisse irgend einen Einfluß zu üben als aus einem Congreß; je länger dieser hinausgeschoben wird, desto größer wird die Verwirrung der Verhältnisse in Italien. Sodann ist auch die Diplo­matie durch die jetzt geäußerten Ansichten des französischen Kaisers hinsichtlich der Ro­magna keineswegs überrascht worden. Man erinnert sich, deß in dem vor einer Reihe von Wochen veröffentlichten Briefe des Kaisers Napoleon an den König von Sardinien von einer Vergrößerung Tokcanas die Rede war, die für die meisten Leser unverständlich klang. In der Diplomatie wurde diese Anspielung schon damals als Einverleibung der Romagna verstanden, und es war viel davon die Rede, daß die französische Regierung sich mit diesem Gedanken ernstlich beschäftige, den sie in jenem Augenblick zum ersten Mal von ungefähr andeutete. Derselbe ist jetzt offen in der Flugschrift ausgesprochen worden, we l die katholische Opposition in ganz Europa voraussichtlich weit heftiger aufgebraust sein würde, wenn Frankreich erst aus versammeltem Congreß und wie zu einer Ueberrum- pelunz mit ihm hervorgetreten wäre. Die Motive Frankreichs sind vollends sehr klar: der Kriegsausgang hätte dem Volke und der Regierung dieses Landes doch unmöglich ge­fallen können, wenn der Pabst der Nachbar Oesterreichs geblieben wäre, dann wäre die Ausschließung des österreichischen Einflusses aus Italien, welche auf dem französischen Kriegsprogramme stand, in der That eine bloße Phrase geblieben. Preußen wird auf