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yV 300

Samstag, den 29. Dezember.

1888

Kessel-

Einmauerungen etc.

Dampfsclioriisteine *

Besonders empfehlen wir unsere

Oefen SSÖfi Braunkohlen-Heiznng)

f. feine Verbiender, Falzziegel, Thonröhren etc. (ca. 7500 M.) .

Munscheid L Jeenicke, gS

Köln und Dortm und. |g££

1 bewährten Systems

Kalk, Thonuiaaren, Cement

Zweites Blatt

Englische Bis*

Früchte Gefrorenes Cremes Frnchtsäfte Limonade-Essenzen

* Der Panama-Kanal.

Die Landenge von Panama hat eine Länge von 2300 Kilometern, nur die Küsten und die Ufer einiger großer Flüße sind bewohnt; die Wege find ungenügend und in schlechtem Zustande. Im Uebrigen find die einzigen Verkehrsstraßen die Flüsie, und diese werden häufig durch Katarakte mit starkem Falle unterbrochen, welche der Indianer passtrt, indem er seinen Kahn über dieselben hm- aurträgt. Das Klima ist außerordentlich heiß, die starken und häufigen Regen halten jährlich sechs Monate an, und die Regenhöhe in Panama über­steigt jährlich drei Meter. Er ist daher leicht be­greiflich, daß die Vegetation dort sich in wunder­barer Uepptgkeit entwickelt und das organische Leben eine überströmende Fülle zeigt. Im Innern des Landes findet man überall Urwälder von Kokosbäumen, riesengroßen Aloen und undurch­dringliche Lianengebüsche, durch welche der Em- aeborene stch mit dem Beste oder dem Meßer Bahn brechen muß. Die schlimmsten Geschöpfe,

war eine Ausgabe von 600 Millionen Franken, während thatsächlich ausgegeben worden sind an Aktien 300 Millionen, an Obligationen und Loosen 1,1 Milliarden, so daß die bisher für den Kanal aufgebrachte Summe sich auf 1,4 Milliarden Franken stellt. Diese Zahlen repräsentiren aber uur das eßektive Kapital. Das Nominal- Kapital, welches die Gesellschaft verschreiben und verzinsen mußte, ist weit höher und beträgt jetzt schon 2 Milliarden, die an Zinsen und Amor- tisation eine jährliche Last >von 85 Millionen Franken auferlegen. Die Ursache der Katastrophe ist in dem langsamen Baufortschritte zu erkennen. Das Klima, die geologische Beschaffenheit de» Bodens, die reißenden Ströme, Epidemien, alle diese Uebelstände bereiteten Herrn v. LeflepS fast unübersteigliche Hinderniße und erschöpften die Mittel der Gesellschaft. Während man darauf ge- rechnet hatte, in jedem Monat drei Millionen Kubikmeter Erde auszuhebrn, wird höchsten» eine Million Kubikmeter ausgehoben. Der Termin für die Eröffnung des Kanals, die schon im März des folgenden Jahres stattfinden sollte, wird immer weiter erstreckt. Leßeps mußte stch entschließen, den Niveau-Kanal, den er als einzig richtige Lösung gepriesen hatte, aufzugeben und einen Schleußen- kanal zu bauen. Trotzdem ist kein Ende abzusehen. Nach den günstigsten Schätzungen wäre noch eine Bauzeit von 3 Jahren notwendig, aber andere Ingenieure sprechen von fieben und acht Jahren, und Pessimisten verkünden noch viel Schlimmere«. Gewiß ist, daß zur Vollendung de» Kanal» noch mindestens eine Milliarde an neuem Kapital auf­gebracht werden muß, und da das Unternehmen wohl kaum im Stande sein wird, drei Milliarden zu verzinsen, so ist zu besorgen, daß da« bisher aufgewendete Kapital verloren ist. Das wäre ein Verlust von zwei Milliarden, von denen weit über die Hälfte auf Frankreich trifft. Dieses ist zwar ein reiches Land, aber bereits stark mit Steuern beschwert, mit einer riesigen Staatsschuld belastet, sein Staatshaushalt hat jährlich ein Defizit von fast einer Milliarde und auch der tiefste Brunnen kann ausgeschöpft werden. Es war ein großer Fehler, ein so weit tragendes Unternehmen, deßen Kosten sich kaum auf eine Milliarde sicher vorausberechnen laßen, als Privat-Unter- n eh men zu beginnen. Garadezu frivol aber war es, daß man die Papiere und Obligationen einen so unseren Unternehmens zumeist den kleiner Kapitalisten in die Hände spielte. Ein weitere» Fehler war die nationale E versucht, in welcher di« Franzosen meinten, da» Panama-Unter­nehmen müße ein spezifisch französisches Werk sein. Für derartige groß; internationale Kultur-Unter­nehmungen ist ein gemeinsames Zusammenwirken der einzelnen Kulturvölker der einzig richtige Weg, wie man da« jetzt bei der Bekämpfung des Sklaven­handel, sieht und erkennt.

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welche die Arche Noah's beherbergt, scheinen hier abgesetzt worden zu sein: giftige Schlangen, unge­heuerliche Spinnen, Skorpione und Jaguare. Der Boden ist gebirgig, die Anden errerchen hier eine Höhe von 4000 Metern; sie bilden in über­raschender Abwechslung bald thätige, feuerspeiende Vulkane, bald mit Schnee bedeckte Berge. Die Einen schlugen nun einen Schleusenkanal vor, die Anderen wollten einen Tunnelkanal bauen. Die Wände der Anden sollten in einer Höhe durch­brochen werden, welche das Passiren der größten Seeschiffe gestatten würde. Da legten zwei fran- zöfische Marine-Offiziere den Plan eines Niveau- Kanal« vor, welcher ohne Schleusen und Tunnels gebaut werden sollte, und dieses Projekt machte einen so bedeutenden Eindruck, daß auf Grund desselben Herr Leßeps zur Ausführung des Kanals schritt. Seine Länge würde von 73 Kilometern, nicht einmal halb so lang sein, wie der Suez- Kanal. Die kommerziellen Vortheile, welche von diesem Baue erwartet werden, sind in der That nicht gering. Von den Küsten Frankreichs und Englands, von Havre, Nantes, Liverpool, oder Bordeaux bis nach San Francisko rechnet man 5000 Seestunden 6d der Fahrt um das Kap Horn, durch den Panama-Kanal würde die Fahrt­dauer auf 1500 Stunden reduzirt werden; für Valparaiso würde die gegenwärtige Entfernung sich von 3000 auf 2000 Stunden vermindern; bei den Segelschiffen wurde die Zettersparniß aus sechzig Tage für San Francisko und auf dreißig Tage für Valparaiso veranschlagt. Die Segler und Dampfer würden außerdem in Zukunft nur die milden Meere der Tropen befahren und nicht mehr mit den Gefahren und Nebeln des Kap Horn zu thun haben. Er würden also die ört­lichen und zeitlichen Entfernungen auf der Erde vermindert werden; die Versicherungen, das Risiko für die Ueberfabrt und die Höhe der Frachten würden (so hofft man) bis zu einem solchen Punkte zurückgehen, daß der Seeverkehr sich leicht verdoppeln kann und sehr viele Märkte, die bisher dem europäischen Verkehr verschloßen waren, sich öffnen und neue Absatzgebiete für die Einfuhr und Ausfuhr erschließen werden. Die neue Welt würde ihr Holz, ihren Indigo, Cacao, Reis, Z acker, Kautschuk schicken, Produkte, die wegen ihres verhältnißmäßig geringen Werthes bei dem jetzigen Frachtpreise nicht leicht exportirt werden konnten, Früchte, Getreide würden sich expediren laßen und andererseits würde die europäische In­dustrie gegen diese Produkte ihre Fabrikate nach dem amerikanischen Kontinent schicken. — Solche Bilder umschmeichelten die Phantasie des Herrn v. Leßeps, als er daran ging, seinen Plan zu verwirklichen. Nun ist sein Unternehmen insolvent. Die Ingenieure haben sich nicht geirrt, das Unter­nehmen ist technisch ausführbar, aier es kostet viel mehr Geld, als sie berechneten. Projekurt

—--. „nh cgpUrfaat ausgenommen. Vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld: 1 M. 50 Pf.

Die .Fuldaer Zeitung 'Wocbmbtilaa?S??rnt urtT»lumen' in Fulda 1 Mark 70 Pfennig, auswärts 1 Mark 75 Pfennig.

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Conditorei

von

Florian $alt

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auf dasmit dem 1. Januar 1889 beginnende neue Quartal der

„Fuldaer Zeitung"

mögen gefälligst alsbald gemacht werden.

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bat sich oei oer letzten Landtagswayl wieder so recht gezeigt, so daß es wohl keines weiteren Zu­spruchs bedürfen wird, in der Verbreitung ka­tholischer Blätter nicht lässig zu sein. Die .Fuldaer Zeitung' hat zwar unter den m Fulda wöchentlich mehrmals erscheinenden politischen Blat­

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