JM 299. 'Frettag, den 28. Dezember. 1888
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1886 veröffentlichten Briefe an Dr. Juncker schildern die Lage im Einzelnen. Lado wurde im April 1885 von Emin Pascha geräumt. Bald darauf zog sich Emin über Muggi und Labors, Dufelv nack Wadelai zurück, von wo seine Briefe vom Juli 1885 ab datirt sind. Die letzten direkten Nachrichten von Emin Pascha, welche in Europa eingetroffen sind, datiren vom 2. November 1887. Emin Pascha war danach unerschütterlich in dem Entschluß, in seiner Provinz aurzu- i harren. Sollte ein Anschluß an die englischen Besitzungen in Ostafrika nicht zu ermöglichen sein, so wollte er seine Herrschaft selbstständig aufrecht erhalten. Er hatte sich in der letzten Zeit bemüht, 2 neue Stationen südlich von Wadelai, westlich vom Alberzsee im Lunduland anzulegen. EinBe-
Günstiger als Lupton war Emin Pascha siturrt durch die große Entfernung seiner Provinz von dem Lager der Mabdisten im Sudan. Außerdem hatte er damals noch über mehr al» 2000 reguläre Soldaten zu gebieten. Nachdem aber Bhar- el-Ghasal in die Hände der Aufständischen gefallen, wurde auch Emin Pascha genöthigt, eine Station nach der andern am Nil aufzugeben und sich immer mehr stromaufwärts und südlich zurückzu-
aber kein Maulwurfshügel im ganzen Gebirge soll unaufgewühlt bleiben. Es gibt noch ein anderes Mittel, das sicheren Erfolg verspricht, und dies werdet Ihr zunächst versuchen. Ich gebe Euch unbeschränkten Kredit, bietet demjenigen, der die Schuldigen anzeigt, oder den Schlupfwinkel der Banditen verräth, eine hohe Belohnung. Beim Henker! Ja einer Bevölkerung von Elenden und Nothleidenden kann man mit Gold viel aur- rtchten." ,
Der Friedensrichter und der Brigadier versprachen, ihre ganze Geschicklichkeit aufzubieten in dieser verwickelten Geschichte. Und sie thaten das auch mit dem Eifer der Untergebenen, der bekanntlich gern über den Willen des Auftraggebers hinausgeht. Alle Einwohner wurden einzeln verhört, aber das ungerechte Sprichwort: „Stecke einen Irländer an den Spieß, es finden sich zehn zum Drehen," bewährte stch nicht; aller Drohungen und Versprechungen ungeachtet war nichts herauszubringen. Trotzdem mußten die Usbelthäter Müschuldtge haben, denn ohne deren Hilfe und Uebertlägerei hätte der Ueberfall des Lords, wie so mancher andere Handstreich, nicht ausgeführt werden können.
Es wollte der Polizei also nicht gelingen, die
i 2. Juli 1887 trat er mit 520 Mann den Marsch an. Bei ihm befanden sich 4 Europäer, Kapitän Nelson, Lieutenant Stears, Dr. Parke und Monte- ney Gephson. Die sicheren Nachrichten über Stanley reichen nur bis zum 12. Juli 1887; seitdem ist Stanley verschollen. Der mit 130 Mann in einem verschanzten Lager gegenüber den Wasser- schnellen des Aruwimi zurückgebliebene englische Major Barttelot wollte am 10. Juni 1888 Stanley nachziehen und zur Unterstützung Emin Pascha'« Wadelay erreichen. Kurze Zeit nach fei»
I nem Abzüge wurde er ermordet. Die Träger zerstreuten sich, und sein Begleite: James Won kehrte nach der Kongostation an den Stanleyfällen zurück.
| Sowohl Stanley wie Barttelot hatten dem ara- bischen Sklavenhändler Tippu Tipp zu viel getraut und dieser hat Beide in's Unglück geführt. Wäre Tippu Tipp gleich von Anfang an feindlich gegen die Kongoregierung und Stanley gewesen, so hätten stch diese gegen ihn gesichert, so aber erwarb er ihr Vertrauen, um desto besser und gründlicher ihnen zu schaden. Emin Pascha hatte schon im Herbst 1887 durch Boten von Sansibar aus Nachricht erhalten, daß Stanley zu seiner Unterstützung vom Kongo aufgebrochen sei. Die Kunde von dieser Expedition Stanley'« überraschte ihn ungemein und soll ihn veranlaßt haben, nach Wadelai zurückzukehren. Die letzten direkten Nachrichten von Emin Pascha (2. November 1887) enthalten noch nichts über die Ankunst Stanleys.
! In den im Auaust und Sevtember abgesandten Briefen hatte Emin Pascha die Absicht ausgesprochen, nach Vereinigung mit Stanley und Empfang von neuen Waffen und Munition wieder am Niel abwärts vorzurücken, die 1885 verlassenen alten Stationen wieder zu besetzen, also das Werk, an dem Gordon gescheitert, wieder aufzunehmen. Im Frühjahr 1888 erhielt Emin von Osman Digma eine Aufforderung zur Ueber gäbe zugleich mit der Meldung, daß eine stark? Expedition gegen ihn ausgesandt sei. Dieser Expedition wollte er entgegenrücken und ist vex . muthlich beim Zusammentreffen mit derselbe n geschlagen worden. Ob Stanley schon beim Ausbruche Emins diesen erreicht hatte, weiß man nicht. Der Hauptgrund der ganzen Bewegung ist das mächtige Erstarken des Islam in Ostafrika. Er herrscht jetzt vom Sudan bis nach Sansibar. Nachdem Emin Pascha beseitigt
Im Dezember 1883 hatte die egyptische Regierung ein Hilfskorps nach Suakim unter General Baker entsandt. Die Armee war ca. 8000 Mann stark. Bei dem Brunnen von El-Teb wurde das Heer von den Truppen Osman Dig- ma's angegriffen und in die Flucht geschlagen; 2373 Todte, darunter 11 europäische Offiziere Wieben von dem egyptischen Heere auf dem Platze. Baker Pascha entging nur mit Noth dem Tode. England sah sich genöthigt, hierauf Suakim unter reinen Schutz zu nehmen und mit britischen Marine- iolbaten zu besetzen. Die englische Regierung entschloß sich nunmehr, Egypten die Räumung des ganzen Sudan anzurathen. General Gordon wurde mit der Ausführung hiervon beauftragt. Inzwischen war derselbe in Khartum von den Aus- ständischen eingeschlossen. Ehe noch englische Hilfstruppen zum Ersätze herbeigelangen konnten, wurde Khartum genommen und General Gordon am 26. Januar 1885 ermordet. Der Mahdi starb zwar, aber seine Macht erlosch nicht, denn sie beruht auf dem muselmännischen Fanatismus, den
Nach Niederweriung des Ausstandes in Alexandrien sandte der Khedive den englischen Oberst Hicks als Gmeralstabs-Chef in den Sudan. Am
5. November 1883 wurde das Heer Hick Pascha's, aus 8000 Mann bestehend, von den Truppen des Mahdi überfallen und bis auf wenige Einzelne, die entkamen, niedergemacht. Außer dem General Hicks fielen auch 10 europäische Offiziere und Äerzte, darunter der deutsche Major v. Secken- dorff und der Stabsarzt Rofenlerg.
Nm diese Zeit trat auch zuerst Osman Dig ma ... auf, welcher jetzt über die Gefangennahme Emin als Grobschmied arbeiten. Bey's nach Suakim berichtet hat. Osman war " "
öffentlicher Ausrufer in Suakim, wurde dann Geschäftsreisender und lernte hierbei die Sklavenhändler kennen. Den Brüdern Digma wurden zwei Schiffsladungen Sklaven auf dem Wege von Suakim nach Djeddah von einem britischen Kreuzer abgefaßt. Die Brüder waren genöthigt, das Geschäft aufzugeben. Osman schloß sich dem neuen Propheten an, ließ stch vom Mahdi zum Emir v. , ,
ernennen und wurde alsbald einer der Hauptapostel I ziehen. Seine aus den Jahren 1884 und°Januar be« Mahdi. 1886 veröffentlichten Briefe an Dr. Juncker schil-
für die Rettung Emin Paschals. (Schluß.)
* Zur Vorgeschichte der Expedition [ die dortigen Araber besitzen und mit dem sie auch die Negerbevölkerung angesteckt haben. Em neuer Mahdi setzte dar Werk des ersten fort: denWider- stanb gegen die Europäer und die in ihrem Banne stehende egyptische und türkische Regierung.
Nach der Einnahme Chartums und der Ermordung Gordons hielten sich als Untergouverneure im südlichsten Theil des Sudans Lupton Bey (ein Engländer) in Bahr-el-Ghasal und Emin Pascha in Lado am Nil. Em Aufstand der Dinkaneger machte der Herrschaft Lupton Bey's ein Ende. Lupton wurde von seinen Truppen verrathen, mußte sich dem Emir der Mahdi ergeben und soll noch heute in der Gefangenschaft der Derwische in Omderman schmachten und dort
3a|n m Mn.
Roman von Gabriel« d'Nrvor.
(51. Fortsetzung.)
16.
Die Flüchtige.
Groß war die Aufregung am anderen Morgen, al« man die Ermordung des Landlords vernahm. Der Todte hinterließ kein Bedauern im Lande, aber die Bewohner wußten, daß das Verbrechen von der Regierung schwer gerächt werden würde, und daß nun der neue Etgenthümer sie doppelt schwer bedrücken werde.
Die Brandstiftung hatte ihren Zweck nicht ganz erreicht; dank der schnellen Hllse der Bauern war e« bei der Zerstörung eines Flügels verblieben. Niemand zweifelte daran, daß böswillige Brand- stiftung vorliege, und daß diese mit dem Morde in Verbindung stehe.
älteste Sohn Lord Sutton'», Lieutenant in der Garde, schwor bei der Leiche seine» Vater», 'yn zu rachen und da» Gebirge von den dort wohnenden Abenteurern zu säubern. Al« da« Be» gräbniß vorüber war, ließ er den zwetten Friedensrichter und den Brigadier der Konstabler kommen und sagte zu ihnen:
weis für die abgeschiedene Sage Emin Pascha's ergibt sich daraus, daß diese letzten Nachrichten (2. November von Kibiro aus) 7 Monate gebrauchten, um nach Europa zu gelangen.
Inzwischen hatte Stanley von der Aruwimi- Slation am Kongo aus eine Expedition organisixt, um Emin Pascha Hilfstruppen zuzuführen. Am
„Ich muß nothwendig nach London zurückkehren, um einige Angelegenheiten zu regeln; während meiner Abwesenheit werdet Ihr eine ernsthafte Untersuchung eröffnen. Beeilet die Sache nicht, ich will sichere und bestimmte Nachricht Über die Mörder haben. Ohne Zweifel sind es die Briganten aus den Bergen, aber sie müssen Helfershelfer im Lande haben; da« festzustellen ist Eure wichtigste Aufgabe. Wenn Euch von diesen der Eine oder Andere in die Finger fällt, so könnt Ihr mit Hilfe seiner Geständnisse die Mitschuldigen heraurbringen. Aber seid vorsichtig, macht keine zweifelhafte Verhaftung; ich will eine exemplarische, aber gerechte Züchtigung. Ich werde von dem General-Gouverneur in Dublin eine Truppenabtheilung verlangen, welche das ganze Gebirge durchstreifen und die Briganten bi« in ihren tiefsten Schlupfwinkeln aufsuchen soll."
„Man hat da« schon früher gethan, Mylord!" Sehr schlecht und deßhalb natürlich ohne Erfolg. Auf einem Spaziergange von einigen Stunden kann man die verborgenen Zufluchtsorte der Briganten nicht entdecken. Ich will warten, di» günstige« Wetter eintrUt, und bann selbst die Nachforschungen leiten. Wenn nöthig, können die Soldaten einen ganzen Monat dazu verwenden, *