1888
Montag, den 24. Dezember.
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Zweites Blatt.
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dieser
Wo die Rose Jesse's blüht, Die da glauben und vertrauen Und in frommer Einfalt schauen.
„Friede Jenen» die da schweren
Herzens eine kleine Hand Netzen mit der Reue Zähren, Küssen mit der Liebe Brand, Die vorn Leben Nichts verlangen, Als zu tilgen, was vergangen.
„Friede Jenen, die da liegen Mit der argen Welt im Streit, Die des Teufels List bekriegen Und des Fleisches Lüsternheit; Friede rnöz' im süßen Ringen Ihre Seelen ganz durchdringen!" —
Friede, hehrer Weihnachtsfriede, Senk' dich auf die Erde mild; Engel, weilt mit eurem Liede, Das des Herzens Sehnen stillt! Kind beim Kindlein laßt uns werden, Daß eS Friede sei aus Erden!
Leo v. Heemstede.
Die aus tiefstem Herzensdrang Klagend zu den Sternen klimmen. Mischt der Weihnachtsglockenklang Sich in lieblichen Akkorden: „Kommt! das Wort ist Fleisch geworden!«
„Friede! Friede!" — Müd gerungen Liegt.das Kind der Welt im Staub, Rastlos hin und her geschwungen.
Jedem Strom der Last zum Raub . . . , Aber heute säuselt linde Jeder Hauch vom Friedenskinde
„Friede I Friede!" — Froh enteilet Lichtem Thron der Engel Heer. Und mit raschem Flug zertheilet ES die Wolken,'.schwarz und schwer; Aus der Nacht erstrahlt die Krippe: „Friede!" jauchzt der Reinen Lippe.
„Friede! Friede jenen Allen, Sie mit kindlichem Gemüth Still anbetend niederfallen
*) Nachdruck nicht gestattet.
fortschicken und die begangenen Ungerechtigkeiten wieder gut zu machen suchen. Ich schwöre Euch, daß für da« meiner Autorität unterworfene Land ein neue» Leben beginnen soll. Ihr werdet mir dabei helfen, O'Warn, denn Eure Hochherzigkeit hat mehr Emfluß auf mich, al» die Drohungen dieser trregeführten Leute."
Die Sprache de» Lord» klang aufrichtig und eine unwillkürliche Bewegung unter den Banditen ließ bemerken, daß sie Eindruck gemacht hatte. Hielt der Lord sein Versprechen, so war e« ihm ein Leichtes, alle die Geächteten zu begnadigen und ihnen die Mittel zu einem friedlichen Leben zu verschaffen. Ckary wollte den günstig scheinenden Moment benutzen, um, wo möglich, den Anschlag de« Hauptmann« zu Schanden zu machen.
„Meine Freunde," begann er wieder, „es ist von Wichtigkeit für da« Wohl unserer Landsleute, dem Lord die Ausführung seines Versprechen« zu ermöglichen. Wenn wir von ihm für die Zukunft eine gerechte und wohlwollende Verwaltung erlangen, so erweisen wir damit der ganzen Grafschaft einen unschätzbaren Dienst, während im Gegentheile ein Verbrechen die Summe ihrer Leiden nur erhöhen würde. Mylord wird sich verpflichten, uns Allen die Freiheit und Mittel zu einem anständigen» Leben zu geben. Hält er aber sei« Versprechen
I nicht, so . . ."
„Entferne Dich, O'Warn, Du befiehlst hier nicht!" schrie der Hauptmann in hellen Zorn ausbrechend. „Du häst eine feige Seele, unwürdig de« Namen«, den Du trägst. Tritt zurück, oder ich vermische dar Blut de« entarteten Irländer« mit jenem de« verfluchten Engländer«."
Clary, der wohl einsah, daß Niemand für ihn Partei nehmen würde, nahm still seinen Platz im Kreise wieder ein.
„Lord Sulton," begann Gaspard wieder, „Du hast die gegen Dich vorgebrachten Anklagen vernommen. Was hast Du darauf zu erwidern. Aber faffe Dich kurz!"
Der Landlord versuchte sich zu entschuldtgen. Er sagte, seine Befehle seien oftmals schlecht au»- geführt, meisten» habe man ohne jeden Befehl gehandelt; man habe ihm die Wahrheit verheimlicht, die Bitten der Pächter seien ihm gar nicht oder nur entstellt überbracht. Ec versprach, eine beffere Verwaltung etnzuführen, seine Beamten zu entlaßen, und endlich erinnerte er die Irländer an die Lehren ihrer katholischen Religion, die ja befehle, dem Feinde zu verzechen.
Tone sagte er:
Ich halte e» unter meiner Würde, als Mensch und Christ, einem vefiegten Feinde den letzten Stoß zu geben. Ich bin bereit, den Feind meines Vol> ke» auf dem Schlachtfelde mit den Waffen in der Hand zu bekämpfen; aber ich verurthetle dte Ermordung eine» wehrlosen Menschen hier im Walde und im Dunkel d.r Nacht. Auf keine W-tse läßt sich ein solcher Att entschuldigen."
Der Landlord hatte den Bttck erhoben. Ec betrachtete die Züge deffen, der eben geredet. Beim Anblicke diese« schönen jungen Mannes mit ber edlen Haltung, schlich sich ein Strahl von Hoffnung in seine Seele.
„Wer seid Ihr?" fragte er, „Ihr, Sprache so edelmüthige Gesinnung verrälh. Euer Gesicht erscheint mir bekannt."
„Ich bin ber Letzte der O'Warn!"
Lord Sulton erinnerte sich sehr wohl Familie, bereit früherer Besitz zum großen Theil in seiner Hand war. ..
„Ich weiß, auch Ihr habt Euch uber_nnch zu beklagen. Ihr seid der würdige Sproffe etne» edlen Stamme». Die Engländer Härten bester ge- than, die Irländer an sich zu ziehen, anstatt sie zu verfolgen; da» war ein Fehler, der tiefen Haß erzeugt hat. Ich werde in Zukunft an diesem Friedenswerke arbeiten; ich werde die Konstabler
Mtzi m Zahl.
3t omen von Gabriele d'Arvor.
(49. Fortsetzung.)
Tkr Landlord, gesenkten Haupte», niedergedrückt von düsen Anklagen, deren Wahrheit er nicht bestreiten konnte, hatte sein stolze» Selbstbewußsein veiloren. Er stand da wie ein überführter Ber- drecher und hörte die Fluth der über ihn herein- brechenden Verwünschungen an. Ein einziger Mann hatte noch nicht» gesagt, e» war Clary. Er hatte nicht minder gelitten al» die Anderen, und sein Haß gegen den Urheber seine» Elend» wäre ebenso begründet gewesen; aber in ber Seele de» jungen Manne» hatte da» Unglück nicht vermocht, da» Gefühl für Menschenwürde und Pflicht aurzulöschen. Wa» hier vor sich ging, war ein Verbrechen. Der Mensch hat niemals da» Recht, sich selbst Gerech- ttgkeit zu verschaffen. Da« Gesetz Gotte« verbietet da« formell.
„Die Reihe ist an Dir, O'Warn!" befahl der Chef.
Clary trat mit Würde vor und in bewegtem
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„Ah, wahrhaftig!" rief der Hauptmann, „es ist recht bequem, erst die Menschen zu bedrücken und zu verfolgen und dann, wenn man ihrem gerechten Zorne nicht mehr entrinnen kann, jene Lehren anzurufen, die man selbst seit Jahrhunderten bekämpft hat. Niederträchtige Engländer, der Tag ist nahe, wo Ihr Euch für Eure zahllosen Verbrechen zu verantworten haben werdet. Eine gemeinsame Bewegung der Selbstvertheidigung bildet sich unter den Geächteten und Enterbten der ganzen Wett; man arbeitet an dem Angriffsplane gegen alle Tyrannen, wie sie sich auch nennen mögen. Die Revolution ist die große Befreierin der Völker; sie reicht un« die Hand und ich begrüße sie als den Beginn der Freiheit. Der Donner grollt bereit» in den unteren Schichten der Gesellschaft, und wenn da» Gewitter losbricht, wird die Vergeltung itne schreckliche fein. In Erwartung diese» Moment» der höchsten Gerechtigkeit will ich Irland ein Beispiel und den unver- schämten Engiänbern eine exemplarische Züchtigung geben. Lord Sulton, Du hast den Tob verdient, bitte Gott um Verzeihung und bereite Dich vor zum Tobe!"
1 (Fortsetzung folgt.)
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auf da« mit dem 1. Januar 1889 beginnende neue Quartal der
„Fuldaer Zeitung"
mögen gefälligst al«bald gemacht werden.
Die Wichtigkeit der
„katholischen Presse"
hat sich bei der letzten Landtagswahl wieder so recht gezeigt, so daß i« wohl keine« weiteren Zuspruch« bedürfen wird, in der Verbreitung katholischer Blatter nicht lässig zu sein. Die .Fuldaer Zeitung' hat zwar unter den in Fulda wöchentlich mehrmals erscheinenden politische Blättern die ____