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1888

Donnerstag, den 20. Dezember.

JV 294

Wh

Fulbier

* Die bulgarische Frage

Rußland.

20. Dez. 1888.

20, Vez. 1838.

E. K.

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Irland an» Ufer, so ist e» da» Elend, die bitterste

* Ein Absagebrief der liberalen Lehrer Baden» an die nationalliberale Partei fin­det stch in der hochliberalen .Badischen Schulztg.'. Sie schreibt: „Mit tiefstem Bedauern müssen wir sehen, daß die Liberalen, denen wir bi» jetzt fast ausnahmslos Heeresfolge geleistet haben, dafür uns fortgesetzt schmählich imStrche las« s en. Am 22. Januar 1886 war es nicht ein demokratischer over ultramontaner Abgeordneter,

Folaende» berichtet:

Osman Digma ist der Sohn französischer Eltern und wurde im Jahre 1836 in Rouen geboren. Sein Vater, Joseph Nisbet, ließ den Knaben, der in der Taufe den Namen Georg erhalten hatte, in Paris erziehen. Als Georg 13 Jahre alt war, wanderte er mit semen Eltern nach Alexandrien aus, wo sein Vater bald darauf starb. Die Wittwe heirathete in Alexandrien einen muhameda. nischen Kaufmann, Osman Digma. Die Ehe blieb kinder­los, und der Stiefvater Georg Nisbet's gewann den Kna­ben außerordentlich lieb. Er ließ ihn im mohamedanrschen Glauben erziehen und sandte ihn auf die Kriegsschule m * Kairo, welche Georg Nisbet, nunmehr Osman Digma jun. genannt, mit ausgezeichnetem Erfolge besuchte. Zu dieser Zeit übersiedelte sein Stiefvater nach SuakiM, wo er sich als Kaufherr und Sklavenhändler niederließ und em sehr einträgliches Geschäft betrieb. Nach seinem im Jahre 1865 erfolgten Tode führte N'sbet das Geschäft als Osman Digma weiter und wurde einer der emflußrerch- st-n Männer in Suakim. Als der Aufstand im Jahre

Angehörigen in Lauterburg stch zu begeben und dort bis zum 28. Dezember zu verweilen. Dann wird er nach Berlin zurückkehren und dort die weiteren Ereignisse und Beschlüsse in der Afrika« Angelegenheit abwarten.

* Der Vorfitzende de» englischen Emin Pascha-Comitös, Mackinnon, hat auf eine Anfrage dcs hiestgen (Somit e« bezüglich des Schick­sals Emin Pascha« und Stanley'« folgende tele­graphische Antwort ertheilt: „Obgleich noch un­gewiß, fürchten wir, daß Emin wahrscheinlich g." fangen; wir glauben, daß Stanley nicht bei ihm war, sondern auf einer anderen Route zurückkehrt. Wir sandten eingeborene Boten von Suakim nach Süden zu Erkundigungen im Juli, erwarten tag« Itch ihre Rückkehr, werden Sie in Kenntniß setzen. Mackinnon.

* lieber das Vorleben Osman Digma», des Vorpostenkommandeurs des Mahdi, der dem englischen General Grenfell die Mittheilung von der angeblichen Gefangennahme Emin Paschas und Stanleys gemacht hat, wird in den Zeitungen

Sache seines alten Freundes und Studiengenossen Arabl ' 1 Pascha an und wurde von den Scheichs im östlichen

Sudan als Führer erwählt. Osman Digma besitzt da­selbst ungewöhnlichen Einfluß, und dies erklärt es, daß selbst der Mahdi Nachsicht gegen ihn walten läßt, wenn­gleich es ihm bekannt ist, daß der „franzosche Araber zu einer friedlichen Politik hinneigt und den Sudan durch Verträge gern dem Handel erschlossen sehen mochte. Os­man Digma ist von einer imponirenden Gestalt; er yar ein dunkles, lebhaftes Auge, einen ungewöhnlich langen, schwarzen Bart und ganz das ruhige, würdevolle Beneh- men eines Scheichs angenommen. Er ist „nut mit drei Frauen vermählt, welche den besten Familien der Sudan­stämme angehören nnd ihm großen Einfluß sichern. Os-

Verträge mit allem Nachdrucke auf der ganzen Linie festzuhalten. Sonach bleibt für Deutsch­land-Oesterreich nicht» anderes übrig, al« mit Berückfichtung aller Verhältnisse auf der Balkanhalbinsel die Aufrechthaltung der Verträge und die Wahrung der Selbstständigkeit der Balkan­staaten nach wie vor zu vertreten, — auch gegen

(46. Fortsetzung.)

Die beidenLFreunde plauderten lange zusammen und manchmal mischte stch in ihren G-dankenaus- tausch eine Bemerkung über die Gegend, die sie

Zeit mehr und mehr einer durchgreefenden Aendc- rung zu. Seit 1829 hat das Lano dieselben poli­tischen Rechte erhalten, wie Altengland, und seit­dem verfolgen die vernünftigen Parteien auf ver­fassungsmäßigem Wege, durch ihre Abgeordneten int Londoner Parlamente, dasselbe Ziel, was frühere blutige Aufstände nicht durchsetzen konnten. Materiell hat das Volk durch die Verleihung der politischen Rechte nichts gewonnen; es stirbt nach wie vor de« Hungertodes. „Wer da» irische Elend mit eigenen Augen gesehen hat," schreibt Herr von Chabanne», „findet keine Worte, es zu b<- schreiben. Man stelle sich ein Volk vor, in zerissenen Lumpen etnhergehend, in schlechten Lehmhütten wohnend, das ttn anderes Lager kennt, al« etwa» Gras, keine andere Nahrung al» Kartofteln, die ihm oft genug noch fehlen, so hat man den all­gemeinen Zustand der landwirthschaftltchen Bevöl­kerung in Irland. Glücklich ist der Bauer, der ein Schwein im Stalle hat, mit dem er seine Anvi a oer 3x,unuiuui|ci . Pacht zahlt, und besitzt er gar eine e e zum dem Bilde, da» die Dörfer Schutze gegen bie Rahe Jo tft er E im Bei

Deutsches Reich.

Berlin, 19. Dezember.

5 Dm Dichter m Dkchkhaliadka.

0—3 Zu seinem SOjäljr. VoktorjubilLum. st»--

ist noch unverändert. Rußland grollt, und Deutsch­land will den „ehrlichen Makler" machen. Die russische Presse ist darin einig, Oesterreich-Ungarn sei ausschließlich dafür verantwortlich, daß Fürst Ferdinand von Roburg, der „Papist", nach in Sofia fitzt, daß Starnbulow noch sein Mimster- prästdent ist, und daß die Bulgaren bisher weder den Einen, noch den Anderen des Landes verwiesen haben. Die Bulgaren selbst sagen freilich ganz

Ste, und nicht offen und rückhaltslos die cher der Regierung zuries: „Den Daumen auf Freiheitsbestrebungen wie die Interessen des bul- " ****

»arischen Volkes unterstütze. Von österreichischer Seite wird dagegen geltend gemacht, daßO-sterreich- Ungarn auf der Baikauhalbinsel weder Eroberungen noch Protektorate durchgeführt haben walle, und nicht« als die freie, ungehinderte Entwick­lung der selbstständigen Balkanstaaten wünsche. Die Hartnäckigkeit, mit welcher russische Rrtise über Oesterreich klagen, scheint in Berlin doch eine Nach- Wirkung gehabt zu haben. Es fehlt nicht an Stimmen, welche Oesterreich in der bulgarischen Frage zur Nachgiebigkeit mahnen. Besondere Be­achtung verdient in dieser Richtung eine Mittheil- ung der ,R. Ztg.' nach welcher sich Deutschland bemüht Haie und nach bemühe, zwischen Rußland und Oesterreich-Ungarn eine Abgrenzung der JnteressensphärenaufderBalkanhalv- insel herbeizutühren, mit diesem Bemühen aber weder in Petersburg nach in Wien Erfolg gehabt habe. Diese Stimme wurde besonder» in Ungarn sehr übel vermerkt. Der .Nemztt,' welcher der ungarischen Regierung nahesteht, erklärte offen: Oesterreich-Ungarn wolle weder mit Rußland, noch mit irgend einem Anderem theilen und sich keine besonderen Rechte noch einen privilegirten Einfluß

cyer oer Negierung zürn,.

den Staatssäckel den Lehrern gegenüber! MN allen Mitteln muß die Regierung in eine Gesellschaft fahren, die solche Ansprüche erhebt l" Die Lehrer haben damals keine anderen Ansprüche erhoben, als wie sie der nämliche Abgeordnete zwei Jahre nachher jedem Wagenschieber und Wald­hüter anstandslos gewährt, den Lehrern aberj vorenthalten hat; ja es sei „unbillig und unüberlegt", die gleichen Rechte zu verlangen, sagte Staatsanwalt Fieser noch." Die national- liberale Rammermehrheit in Baden hat die Volks­schullehrer hinter ausgediente Unteroffiziere, Gen- barmen, Steuerausseher, Bureau- und Schuldiener gefetzt, während die badische Regierung Heuer rn der angenehmen Lage war, Gehaltserhöhungen an hohe und höchsten Beamten zu vertheilen. Und als sHauptlehrer Dr. Meuser in Mannheim in der ,N. Badischen Schulztg.' über solche Be­handlung durch die früheren Bundesgenossen sich aufhielt, wurde er ohne Pension entlassen! ! Die Angriffe, welche er und sein Blatt, um ja recht liberal zu erscheinen und die Gunst der libe­ralen Partei zu erlangen, ständig gegen die katho- lische Rirche, gegen Christenthum und Geistlichkeit |ltll ...-------- -----. - ... - ■

besonderen mecyie nocy einen yuvutguitu I»»p i brachten, wurden ^erne ausgenommen und haben, | 1362* ^brach,^schloß^er^ ch^ Studiengenossen Arabi frU«•.§**;* IÄ ÄÄ’S über die Behandlung de» Lehrerstandes durch die liberale Partei sich beschwerte, wurde er entlassen!

* Da da» Emin Pascha-Comiiö in seiner auf heute anberaumten Sitzung unzweifel­haft den Antrag annehmen wird, die Ausführung der Expedition mit Rücksicht auf die Ungewißheit über da» Schicksal Emin Pascha» noch aus unbe­stimmte Zeit hinauszuschieben, so hat Prenuer- Lieutenant Wißmann sich entschlossen, zu seinen

duri^schr tten^t", ^gte Tomy, „daß die Luft dichter wird, je mehr man sich vom Meere entfernt; man fühlt wieder die furchtbare Hand, die mit echicken- der Wucht auf Irland drückt." „ „

Ja der fröhliche Anbl ck der Rüstendörfer ist

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«"grauer Vorzeit holde Sagen ______jl Klingen traut aus Deinen Liedern;

Ach, wo find die kühnen Helden Mit dem Sinn, dem frommen, biedern? Za, in dieser Welt, der öden, Die dem Uhu ward znm Raube, winkt Erlösung nur das eine, „Suter Beda, frommer Glaube!"

Frommer Glaube, kühner Freimuth, Demuth auch in tiefster Seele — Also sangst Du Deine Lieder Mit der Amsel Heller Kehle. Als wir muthlos noch geschwiegen vor den Mächten, die uns hassen, Rief uns auf Dein „Dreizehnlmden- „Mahnt uns, ftifchen Muth zu fassen.»

Mächtig drang's in unsre Herzen, Uns durchzuckte neues Leben, Haben drum als Deine Jünger Froh dem Sang uns hingegeden. Seit, o Meister, Du erstanden, Hat das Blatt fich rasch gewendet, wilde Amsel fingt Dir freudig: „Diesen hat uns Gott gesendet!“

Heil Dir, gottgesandter Sänger, Jüngling Du im Silberhaare i Singe weiter frisch und fröhlich, Gottbegeistert viele JahreI Unsers Herren Huld und Weisheit Läßt uns gute Hoffnung fassen; „Unser Heil ja will der höchste Und er wird ihn leben lassen I

Z-ha am Zahn.

Roman von Gabriele d'Arvor.