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JV 281. Mittwoch, den 5. Dezember. 1888

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Afrikaverein deutscher Katholiken.

Der Verwaltungs-Ausschuß de» Afrika-Verein« deutscher Katholiken erläßt nachstehenden Aufruf:

Katholikm Deutschlands!

Wenige Jahrzehnte haben genügt, um die seit Jahrtausenden vergeblich gesuchte Lösung derRäthsel Afisita'S zu finden. Kühne Männer haben den Lauf de« Niger und Zambefi, die Quellen de« Nil und da« Gebiet ter großen Seen erforscht, und Stanley'« verwegene Fahrt hat da« Geheinmiß de« Kongo enthüllt. Wo frühere Geschlechter Ein­öden vermutheten, zeigen sich uns fruchtbare, von Millionen bewohnte Länder, eine neue Welt, die eine Zukunft haben muß.

Aber dieselben Hände, welche den Schleier vom Angefichte de« dunklen Weltthcil« zogen, haben auch den Blick in einen Abgrund unsäglichen Jam­mer« eröffnet. Auf ein m Boden, dem die Natur verschwenderisch die Fülle ihrer Gaben leiht, herrscht da« Heidenthum in seiner finstersten und rohesten Gestalt, und zu der einheimischen Barbarei der wilden Stämme gesellt sich die uralte Plage Afri­ka'«: die Menschenjagd. Ausnahmr lo» stimmen die großen Entdecker überein in der erschütternden Klage über geknechtete oder gemordete Völker.

Größer und allgemeiner denn jemals ist heute das Nebel. An den Ufern des Schari und Benue, an den Gestaden de« Viktoria-, Tanganjika- und Nyaffa - See's wie am Oberlaufe des Kongo — überall dasselbe Bild: brennende Dörfer, verwüstete Fluren, verzweifelnde Menschen, welche der Kugel des Sklavenhändlers nur entgangen find, um in der Wildniß zu verhungern, lange Züge gefkffelter Jammergestalten, Männer, Frauen und Kinder, von denen nur ein Bruchtheil die Märkte erreicht, während die ungeheuere Mehrzahl der Entbehrung oder Mißhandlung erliegt.

Und immer weiter dehnt sich das Jagdgebiet der Menschenfänger au». Schon schweifen ihre Horden weit westlich dc» obern Kongo; wo Wiß- man zu Anfang de» Jahrzehnt» volkreiche Dörfer sah, fand er auf seiner zweiten Reise eine Wüste, und er ist nur ein Zeuge unter vielen. Seit Gor- don in Chartum den Heldentod starb, triumphirt im Sudan die Macht de» Mahdi, Niemand weiß, ob Emin Pascha sich noch in Wadelai behauptet,

N» m Mn

Roman von Gabriele d'Arvor.

(33. Fortsetzung.)

Diese Gesellschaft verstärkte sich mit der Zeit und wurde der Kem einer großen Aufruhrpartei. Vergeblich versuchte die Regiemng, ihrer mit den gesetzlichen Mitteln Herr zu werden; Niemand wagte, vor Gericht gegen sie auszusagen, so groß war der Schrecken, den sie um sich her verbreitete. Selbst diejenigen, die von ihr geplündert waren, wagten nicht, ein Mitglied der Partei al» Thätcr zu bezeichnen.

Mein Vater war einer der Vertriebenen. Er weigerte sich aber, in die Reihen der Revoltirten einzutreten und hatte tausend Schwierigkeiten, eine Pachtung wiederzufinden, die uns eben vor dem Verhungern schützte.

Du kennst so gut wie ich, die traurigen Blätter in unserer nationalen Geschichte; ich will also nur von jenen Ereignissen reden, in die ich persönlich verwickelt war. Dein Großvater war ein Riffe meine» Vater». Da er ftüh eine Waise geworden, so hatten meine Eltern sich seiner angenommen und wie eine» ihrer eignen Kinder erzogen; sie ahnten nicht, daß sie eine Schlange am Busen wärmten, die ihre Wohlthatm einst mit schwarzem Undank vergelten würde.

ob Stanley ihn erreicht hat oder zu Grunde ge­gangen ist. Der Aufstand an der zanzibarischen Küste hat die Herrschaft der Deutsch-Ostafrikani­schen Gesellschaft auf wenige Punkte beschränkt, und gleichzeitig mit unserer kaum begründeten Kolonial-Macht sind die Anfänge der christlichen Mission bedroht.

Geleitet vom Segen de» hell. Vater» hat der edele Kardinal Lavigerie die Völker Europa'» zum Widerstand aufgerufen, und in England, Belgien und Frankreich hat sein Ruf ein laute» Echo ge­funden. Unser Vaterland wird nicht zurückbleiben. Einmüthig hat die Freiburger Generalversammlung der deutschen Katholikm den Aufruf zum „schwar­zen Kreuzzug" zugestimmt, und auf der Gürzenich- Versammlung zu Köln am 27. Oktober d. I. haben Männer beider Bekenntniffe und verschiede­ner politischer Richtungen sich brüderlich die Hand gerührt.

Wenn wir Euch auffordem, dem

Afrika-Bereit» deutscher Katholike« zur Unterdrückung der Sklaverei keizutreten, so liegt uns nicht» ferner, als der Gedanke der Abneigung gegen unsere int Glauben getrennten Volksgenoffen. So lange durch Gottes Zulassung in unserem Vaterlands die Glaubmr- spaltung besteht, müssen wir das hohe Ziel auf getrennten Wegm zu erreichen, einander zu über- frtffen suchen in Eifer und Opfern. Thun wir das Unserige und lassen wir Andere das Ihrige thun mit dem herzlichen Wunsche, Gott möge ihnen jede edle Regung und jedes gute Werk vergelten.

Auf den Wunsch de» Kardinal Lavigerie hat Erzbischof Philippus von Köln die Organisation der Bewegung für die deutschen Katholiken in die Hand genommen und uns ersucht, ihn zu unter­stützen. Wir erstreben die Verbreitung des Ver­eins Über das ganze Deutsche Reich, aber der Eigenart der einzelnen Theile de« Reiche« soll brei­ter Spielraum gelassen, die Centralisation auf da« unumgänglich Nothwendige beschränkt werden. Da« ist der Grundgedanke unserer Vereins-Satzungm. Mögen sie die Zustimmung aller deutschen Katho­liken finden, an der Oder wie am Rhein, am Main und an der Isar.

Katholiken Deutschland«! In seinem Breve an Kardinal Lavigerie spricht der hl. Vater von Euch

Ich bedauere, daß ich von Deinem Großvater in solchen Ausdrücken redm muß, aber die Wahr­heit verlangt, das ich ihn so beurthelle.

Eine Rivalität in der Jugend warf Unfrieden zwischen ihn und mich. James Pody hat mir nie verziehen, daß ich ihm vorgezogen wurde."

William machte eine Bewegung, die dem Greise nicht entging.

„Mein Freund l" mahnte dieser, „gib Dich nie Gefühlen des Haffes oder der Rachsucht hin. Man kann niemals den Abgrund ermessen, in den ein Mann fällt, der feinen Leidenschaften keinen Zügel anzulegen weiß.

Du hörtest ohne Zweifel schon von der furcht­baren Verschwörung von 1798 reden, deren Er­innerung wie noch blutende Wunde in der langen Leidensgeschichte des irischen Volke» fortlebt; ich habe thätigen Antheil an dieser letzten Anstrengung unsere» Lande» zur Wiedergewinnung seiner Un­abhängigkeit genommen. Die Unterstützung Frank­reich«, da« uns stet« eine warme Theilnahme be­wiesen, ermuthigte den Aufstand, aber ein furcht­barer Sturm hinderte den General Hoche und sein Corp«, an unseren Küsten zu landen, und zwang ihn zur Rückkehr nach Frankreich. Die Langsamkeit, mit welcher da« französische Direktorium eine zweite Expedition vorbereitete, gab der eng­lischen Regierung Zeit, an der Vernichtung der

al« von Jenen, „von deren Liebe cr mit Recht da« Größte erwartet." Ihr werdet diese Zuver­sicht nicht täuschen. Gründet Vereine in Stadt und Land, werbet und sammelt, helft einen Welt- theil retten für die christliche Kultur, dienet der Sache der Menschheit und der Menschlichkeit unter dem Banner de« Vaterlande« und dem Zeichen de« Kreuze«.

Di« Statuten des Afrika-Vereins deutscher Katholiken lauten:

§ 1.

Der Verein bezweckt:

1) Die Förderung der in Artikel 6 und 9 der Gene­ral-Akte der Berliner Konferenz vom 26. Februar 1885 von den Signatarmächten übernommenen Aufgaben zur Erhaltung und Hebung der Bevölkerung Afrika's durch Unterdrückung des Sklavenhandels und der Sklaverei.

2) Die Civilisation der Neger durch Bekehrung zum Christenthum.

Der Verein wird seine Thätigkeit in erster Linie auf Deutsch-Ostafrika richten.

§ 2.

Zur Erreichung dieser Zwecke wird der Verein:

1) Sowohl durch die Presse wie durch Abhaltung von Versammlungen und, wenn erforderlich, durch Petitionen an die maßgebenden Stellen das Interesse an den Zielen des Vereins in weiteren Kreisen Deutschlands wachzurufen und fruchtbar zu machen suchen.

2) Durch Sammlung von Beiträgen Mittel beschaffen zur Unterstützung von Erpeditionen, zur Bildung fester und gesicherter Wohnsitze für die bedrohten Neger, zur Gründung von Missionen, von Waisen-, Kranken- und Erziehungs-Häusern, überhaupt zur Christianisirung der Neger und Verbesserung ihrer moralischen und wirthschaft- lichen Verhältnisse.

Der Verein, welcher seinen Sitz in Köln hat, steht unter dem Protektorate des Hochwürdigsten Herrn Erz­bischofs von Köln als Ehrenpräsident.

Der Ehrenpräsident hat das Recht, allen Sitzungen des Vorstandes, sowie des Verwaltungs-Ausschusses (SS und 8) mit beschließender Stimme beizuwohnen.

§ 4.

Jedes Mitglied des Vereins zahlt mindestens 1 Mark per Jahr.

§ 5.

Zur Bildung von Zweigvereinen ist der Zusammentritt von 20 Mitgliedern erforderlich, welche einen Vorsitzenden, einen Schriftführer und einen Schatzmeister zu erwählen haben. Der Vorsitzende hat den Anschluß des Zweigver­eins bei dem Präsidenten des Central-Vereins anzuzeigen, und der Schatzmeister die gesammelten Beiträge dem Schatz­meister des Central-Vereins einzusenden.

8 6.

Eine größere Anzahl von Zweigvereinen in derselben Diözese kann unter dem Ehrenpräsidium des betreffenden Herrn Bischofs zu einem Diözesanverein vereinigt werden,

irischen Partei zu arbeiten. Wie gewöhnlich, be­diente sie sich der Bestechung, und so gelang es ihr, die Pläne und Führer de» Aufstandes in die Hand zu bekommen.

England, welche» die Fäden der Verschwörung in der Hand hielt, hätte nun den Aufstand sofort ersticken können. Aber da» lag nicht in seinem Plane; e» verdoppelte nur die abscheuliche Härte der Züchtigungen, um die Irländer zum Aeußer- sten zu treiben und sie dann in Masse auf dem Schlachtfelde niederzumähen.

Eine» Nacht» risst n die Bauern die Dachrinnen von den Häusern, um Kugeln daraus zu gießen, die Wälder lieferten ihnen lange Stangen, die mit Eisenspitzen versehen wurden und als Piken dien­ten. Jeder bewaffnete sich so gut er eben konnte. Man beschloß, einen Handstreich auf Dublin zu wagen, wo die Gefängnisse mit Leidcnsgenossen überfüllt waren. Viertausend Mann marschirten ab, da« Abenteuer zu unternehmen, ich mit ihnen, ebenso Dein Großvater James Pody. Wir konn­ten den Eintritt in die Stadt nicht erzwingen, sondern mußten un« begnügen, ihr die Verbin­dungen mit dem Süden abzuschneiden, indem wir den Landstrich zwischen Dublin und den Bergen von W'clow M'6ten. Die dortigen Bewohner, deren Elend alle Vorstellung überstieg, unterstützten un». Auf dem Hügel von Tara hatten wir ei