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Einige Tage bangen Erwarten» sind vergangen. Die Familie Podg'y hatte auf die Versprechungen de» Fremden gerechnet und die Aussicht auf eine bessere Zukunft einige Tage ihre Leiden g mildert. Jetzt sah sie auch diese letzte Hoffnung schwinden; entweder hatte der Mann sie vergtff.-n oder bie Vorbereitungen zur Auswanderung vedmsten lange Zeit, genug, es fehlte jede Nachricht, und Unglück« lrche verlieren so leicht den Muth.

. , Es war ein unfteundlicher Tag; ein efiger

u, sondern Wind strich über die leeren Felder, die mit l eich- i. Der Be- 1 tem Reif bedeckt waren. Tomy, dessen Beschäsn-

werde?"

„Ich war heute Vormittag bei dem Verwalter. Ich habe ihn gebeten, bis zur nächsten Ernte zu warten. Er hörte mich gar nicht au, t"s“ schlug mir die Thür vor der Nase zu. — __

„Still, mein Sohn 1" unterbrach der Vater den Zornausbruch Tomy'«. „In meiner Jugend habe ich einmal an einem Ausstandsversuche theilgenom» men, die Uebermacht erdrückte un«, und unsere Lage hat sich dadurch in Nicht« gebessert."

„Vater, habt Ihr keine Nachricht von dem Frem» den erhalten?"

„Nein, bi» jetzt nicht, und e» find bereit» acht Tage her; entweder hat er un» verg.ssm oder nicht» ausgerichtet."

„Mein Gott, mein Gott, was soll au» un» «erden I Arme Kinder I" jammerte die Mutter.

„Glaubt Ihr, Vater, daß der Landloro die Drohung der Austreibung wirklich aursühren lassen

Ostpreußen. . Westpreußen . Brandenburg . Pommern . . Posen . . . Schlesien . . Sachsen . . . Schleswig-Holstein Hannover . . Westfalen . . Hessen. . . Rheinland . . Hohenzollern .

* Die Parteien im neuen Abgeordnetenhaus

«eisen nach den Promnzen solgende« Slärkever- hältniß (die Centrumsmandate ohne Hospitanten)

auf:

Der Centrumkpartei de» preußischen Abge« vrdnete«Hauses gehören folgende Abgeordnete an: Provinz Ostpreußen: Krebs, Krämer, Borowski, Rarkowski. Provinz Westpreuhen: Hasse. Provmz Schlesien: Dr. Porsch, Hartmann, Franke, Mttzner, v. Schalscha, Graf Zuthrn« Arnoldrdorf, Graf Matuschka, Nadbyl, Letocha, Graf Strachwitz, Gliszczynrki, Szmula, Sperrlich, Gornig, Gliszczyntki, Conrad, Maiß Zaruba, Münzer, Graf Rayhan«, Klose, v. Huene, Deloch, Jansen, Theisstng. Provinz Sachsent v. Strom- deck, Jmwalle. Provinz Hannover: Dr. Windthorst. Provinz Westfalen:». Schorlemer- Alst, Brandenburg, Würmeling, Frhr. v. Heere- mann, Eickenscheidt, Dr. Ostrop, Hagen, Pellen- gahr, Hüffer, Evers, Dr. Weber, Schmidt, P. Reichensperger, Kersting, v. Kleinsorgen. Provinz H e s s en - N a s s a u: Dr.Lieber, Cahensly, Schmitt, Gößmann. Rheinprovinz: Gre»ß, Fuchs, Dr. Rudolphi, Mooren, Esser, v. Bleuten, Haupt­mann, v. Kehler, Bachem, Bödicker, Bresenbach, Wender», Fritzen, Dr. Wrchnich, Dr. Perger, Pleß. Trimvorn, Hitze, M>eß, Bender, v. d. Acht, Slötzel, v. Dalwtgk, Menken, Scherben, Kochann, N.ls, Broeckmann, Dieben, Thanisch, Dr. Morler, Limvourg, Haanen. Lehmann, Luciu», Prinz v. Arenberg, Dr. Bock, Riatelen, Dr. Kreb», Ciaess-n, v. Grand-Ry, v. Monschaw, v. Longarv. Hohen­zollern: Graf, Schmid.

Zahn i« Mn.

Roman von Gabriele b’Äroor.

(16. Fortsetzung.)

Die preußischen Katholiken können und dürfen auf da» Streben nicht verzichten, den glücklichen, für Staat und Kirche gleich gedeihlichen Zustand wieder herzust-llen, wel­cher unter der Herrschaft der bezeichneten Verfaffungsbe- immungen ein Vierteljahrhundert hindurch in Preußen bestanden hat. Sie verkennen nicht die Schwierigkeiten, welche ihren dahin gerichteten Bemühungen sich entgegen- iellen. Aber mit den Bischöfen theilen sie die Zuversicht, >aß die freundlichen Beziehungen zwischen Kirche und Staat, welche in den letzten Lebensjahren Kaffer Ml- helm's I. angebahnt wurden, unter der Regierung seine» kaiserlichen Enkels in einer Weise sich befestigen und auS- gestalten werden, welche die Bürgschaften der vollen Be- riedigung und der Dauer in sich trägt.

• Der Wahlkampf hat doch zu einer starken Verschnupfung bei den Konservativen und Nationalliberalen geführt. Ihre Presse wirft ich j.tzt unausgesetzt Grobheiten und Drohungen an den Kopf. Spottet die ,Kreuz;tg) über den „geringen Aufschwung" der Nationalliberalen, so erwidern diese da» mit der spitzigen Gegenfrage, wie e» dann mit den „konservativen Erfolgen" iehe. Weift die .Kreuzzeitung' darauf hin, daß man ihrer Partei trotz de« H xensabdath» so wenig Mandate abgejagt, so fragt die ,Nrt.-Ztg.', wo denn die konservativen Erfolge in Hannover, der Rheinprovinz und H fielt seien. Eigentlich hat lerne der beiden zankenden Parteien Grund zum Selbst- lob, am wenigsten aber die Nationalliberalen. Wa­le errangen, verdanken ste nur fremder Hilfe und der Unterstützung der ganzen Bureaukratie, während der Wind au« höheren Regionen den Käufer- va'iven vielfach entgegenwehte. Freilich al» richtige „Volkspartei", wieder ,Reich«d.'behauptet, haben fich bi-.fe auch nicht erwiesen; ohne landräthliche Beihilfe dürfte kaum einer von ihnen gewählt sein.

• Der Bundesrath hat gestern die Bera- thung de« Alter«- und Jnvaltditärsverficherung«- ges.tz?« nicht zu Ende geführt. Die Feststellung der R nie veranlaßt noch Schwierigkeiten.

• Der Gcoßfürst-Thronsolger von Rußland ist heute früh au« Petersburg hier eing troffm und setzte nach kurzem Aufenthalte seine Rerse nach Kopmdagen fort, um seinen Vater bei der Feier 6.6 25jährigen Regierungrjubiläums der König» von Dänemark zu vertreten. __

• ElwaS spät, aber doch ist Fürst Bismarck Doktor der Theologie geworden. Die theologische Fakultät zu Gießen hat den 10. November (Ge­burtstag Luther'«) benutzt, um den Reichrkanzler mit dieser Würde zu schmücken, und zwar unter folgender Begründung: -

Dem hohen einzigartigen Manne, der drei Kaisern in unvergleichlicher Treue sein Leben zu Dienste gewnhifiat und noch weiht, nie verzagt, me zu ermüden. Niemanden yintg am Bau zu Ende gegangen, faß neben dem Vater am Fenster, fchweigfam, in schmerzliche Be­trachtungen versenkt. ,

„War sehe ich dort hinten?" suhr er plötzlich aus. Der Vater schaute aufmerksam hinaus.

„Ich sehe gar nicht«; der Nebel ist zu dicht.

„Doch, Vater, am E ngange de« Wege« — ich täuiche mich nicht — sehe ich Waffen dUtzen.

Der Vater blickte schärfer hinan«. „Wahrhas- tig, sie find e«!" murmelte er mit erstickter Stimme.

Die Konstabler! der Verwalter!" schrie Tomy.

Seine beiden Brüder eilten herbei. Tomy Hane fich nicht geirrt; bald konnte man deutlich die Gruppe unterscheiden: e« war der Verwalter de« Landtord«, begleitet von vier mit Gewehren be­waffneten Konstablern. Noch eilten Moment und der Verwalter trat in den Hof.

„GutenTag,Willy, guten Tag, ltebeFreunde begrüß e er mit heuchlerischer Freundlichkeit die änafittch Harrenden.

Diese blieben stumm.

„Nun, mein rraoer Podgey, seid Ihr im Stande, an Mylord die rückständige Pacht zu zahlen ?"

Deutsches Reich.

Berlin, 13. November.

• Ueber die bekannte Antwort de« Kaiser« auf die Bischofradresse äußert fich die ,Köl. Vztg.' in folgender Weise:

Die Adresse der preußischen Bischöfe stellt sich dar als eine B e i l e i d s -Kundgebung anläßlich der Schicksalsschlage, welche das Kaiserhaus im Laufe dieses Jahres getroffen, sowie als eine Huldigungs-Kundgebung gelegentlich der Thronbesteigung Kaffer Wilh-lm's II. Nach beiden Richtungen hat die Adresse Se. Majestät augenscheinlich auf das wohlthuendste berührt, wie das Antwortschreiben dies unzweideutig zum Ausdruck bringt. Es lag aber auf der Hand, daß auch eine aus solchem Anlässe hei vor­gegangene Kundgebung des preußischen Gesammt-Episkopales die k i r ch e n - p o l i t i s ch - n Verhältnisse unseres Landes nicht unerwähnt lassen konnte, wenn schon d,e Erwähnung in allgemeinen Wendungen sich halten mußte. Dre Bisi^s« sprachen in Anknüpfung an verschiedene Aeußerungen Se. Majestät die Zuversicht aus, daß unter der Reg,erm>g Kaiser Wilhelm's „die friedlichen und wohlwollenden Be­ziehungen zwischen Kirche und Staat fich befestigen und aus gestalt en" würden. Der gegenwärtige kirchen- politisch« Zustand wird also als einer weitern Entwickelung fähig und bedürftig bezeichnet. Die Antwort Sr. Majestät auf diesen Theil der bischöflichen Kundgebung ,st gleichfalls allgemein gehalten. Der Kaiser erblickt eine Stärkung und Zuversicht auf dauernde Erhaltung des kirchlichen Friedens darin, daß er die „Glaubensfreiheit seiner katholischen Untertanen „durch Recht und Ge­setz gesichert weiß". Voraussichtlich w,rd es nicht an Stimmen fehlen, welche diesen Satz dahin auslegen, daß der Kaiser die kirchen-politischen Verhältnisse tn Preußen als definitiv geregelt, die kirchen-politische Revision als abgeschlossen hinstellen wollen. Wir glauben, daß der Wortlaut des ftaglichen Passus zu einer solchen Auffassung nicht geradezu nöthigt, wenn dieselbe auch nahegelegt er­schein«, mag. Se. Majestät bezeichnet die „Glimbensftei- bett seiner katholischen Untertanen als durch Recht und Gesetz gesichert". Man wird dem gegenüber sestzuhalten haben, daß die Glaubensfreiheit oder Gewissensfreiheit rm protestantischen Sinne sich nicht deckt mit der kirchlichen Freiheit, welche die preußischen Kaiholtken m Ueber- einstimmung mit dem Oberhaupte ihrer Kirche und dem Episkopate als durch die bisherige Revision der kirchen- politischen Gefeßgebung nicht ausreichend gewährt und gesichert betrachten und daher auch ferner anzustreben als ihre Pflicht erachten müssen. Der tn Rede stehende Satz des kaiserlichen Antwortschreibens erinnert in etwa an eine feierliche Kundgebung des Großvaters Sr.Ma,e- ftät, die bekannte Ansprache an den Kardinal v. Geissel bei der Krönung in Königsberg. König Wilhelm I. er­klärte damals, es gereiche ihm zur besonderen Genug- thuung, die Verhältnisse der katholischen Kirche m Preußen als durch Geschichte, Verfassung und Gesetz wohlge­ordnet zu wissen. Diesem Ausspruche konnten d,e preu- I ßffchen Katholiken ohne Vorbehalt zustimmen. Damals be- i standen noch die Freiheit und Unabhäng gkett der katho­lischen Kirche gewährleistenden Art. 15, 16 und 18 der Verfassung, d mal« gab eS keine Mmges-tze kem Schul- laflenaesetz und keinen Falk'schen Erlaß betreffend die Ertheilung des Religions-Unterrichtes in der Volksschule, such, den ro t eben gehabt haben, scheint nur ein

I sicherer Vorläufer größeren Unglücks zu sein."

Mutter und Kinbet stießen laute« Wehklagen au«; ber Vater ging, bie Hände krampfhaft ge­hallt, bie Gificht«mu«keln von Schmerz und Ver­zweiflung verzerrt, auf unb ab; Tomy, niedergc. brückt von ber Wucht so vieler Gemüthrbewegung be« einen Tages, setzte fich in einiger Entfernung an einen Baum unb weinte still vor fich hm.

5.

Die Austreibung.

—«-ar ättäßs1 50 aFetaWe ffe ober deren Raum 15 Ps., bei Wiederholungen enffprechender Rabatt.

Konserv.

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1 Nat.-Lib.

- Freis.

| Polen. 1

j Welsen.

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