j\s 258 Donnerstag, den 8. November.
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* Der Afrika-Verein deutscher Katholiken.
Die mächtige Bewegung gegen den Sklavenhandel, welche der greise Cardinal Lavigerie in den Ländern Europa'» hervorgerufen hat, muß nunmehr in praktischen Einrichtungen zur Besserung bi 8 Loose» der afrikanischen Bevölkerung sich geltend machen. In England, Frankreich und Belgien bestehen bereits Anti-Sklaverci-Vereine, welche über beträchtliche Geldmittel verfügen. Für dar Deutsche Reich, welche» bei der Lösung der civllisatorischen und colonialen Aufgaben in Afrika hervorragend interesstrt ist, hat die große Gürzenich-Bersamm- lung vom 27. Oktober d. I. einen Anstoß gegeben. Unter dem Vorsitze des hochw. Hrn. Erzbischofs von Köln ist ein Comitö katholischer Persönlichkeiten zusammengetreten, aus besten Berathungen die Statuten eine» Afrika-Vereins deutscher Katholiken hervorgegangen sind, welcher bezweckt: 1. die Förderung der in Art. 6 und 9 der General-Akte der Berliner Konferenz vom 26. Februar 1885 von den Signatarmächten übernommenen Aufgaben zur Erhaltung und Hebung der Bevölkerung Afrika'» durch Unterdrückung des Sklavenhandels und der Sklaverei, und 2. die Civtlisation der Reger durch Belehrung zum Christenthum. Der Verein wird seine Thätigkeit in erster Linie auf Deutsch-Ostafrika richten. Zur Erreichung seiner Zwicke wird der Verein: 1. sowohl durch die Preste, wie durch Abhaltung von Versammlungen und, wenn erforderlich, durch Petitionen an die maßgebenden Stellen das Interesse an den Zielen des Vereins in weitern Kreisen Deutschlands wachzurufen und fruchtbar zu machen suchen; 2. durch Sammlung von Beiträgen Mittel beschaffen zur Unterstützung von Expeditionen, zur Bildung fester und gesicherter Wohnsitze für die bedrohten Reger, zur Gründung von Missionen, von Waisen- und Erziehungs-Häusern, überhaupt zur Christianifirung der Neger und Verbesserung ihrer moralischen und wirthschaftlichen Verhältnisse. Am 4. d. ist die Konstituirung des Vereins erfolgt. In nächster Zett soll ein Aufruf zum Beitritt an die diutschen Katholiken ergehen. Das Verhältniß de» neuen Verein» zu den sonstigen in gleicher oder ähnlicher Richtung sich bewegenden Bestrebungen wird ein durchaus freundliche» und
Zeh» m M».
Roman von Gabriele d'Arvor.
(11. Fortsetzung.)
„Ich weiß genug 1" unterbrach ihn Podgey kurz: „Ihr glaubt wohl, ich würde Euch einen Penny geben, weil Ihr diefen Fisch gefangen. Und wenn ich den Schrank da voll Shillings hätte, so bekämet Ihr doch nicht»; Ihr habt da eine schlechte Spekulation gemach», James."
„Ah, es wäre Euch wohl nicht unlieb gewesen, wenn ich das Kind im Teiche liegen gelassen hätte? Aber ich habe kein so böse» Herz; ich würde e» doch gerettet haben, auch sür nicht», und e» ist doch weder meine Tochter, noch meine Schwester. Und so werde ich immer handeln!"
„Recht so, mein Junge!" erwiderte Willy Pod- gcy, die Thüre öffnend; „und jetzt gute Nacht; e» ist Zeit, daß Ihr heimgeht."
„Ich habe kein so böse» Herz!" wiederholte der Junge, roth vor Zorn; ich habe sieben Geschwister, aber ich werfe keine» davon in den Teich l"
Tomy wurde todtenbleich; Jame» htnaurdrän- gend, sagte er halblaut zu ihm: „Gehe zu Hause und sei still!"
Der Paddy schloß die Thür und schob beide Riegel vor.
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Kandidaten da» nicht ausschließen und Gegendienste oder die Rücksicht auf die Zusammensetzung des Hauses auch die Verwerthung der Minder- heitsstimmen in manchen Wahlkreisen nahelegen. Eine positive Befriedigung findet der Centrum»- wähler nur im Centrum selbst, dieser einzigen Partei, welche Gott und sein Gesetz in voller Konsequenz zum Centrum ihres Denken» und Strebens und der öffentlichen Institutionen macht, welche Freiheit und Autorität in rechter Weise vermittelt und sür alle idealen und materiellen Bedürfnisse des Volke» da» richtigste und feinste Gefühl und den energischen Willen hat.
So ist da» Centrum in 18jähnger, glorreicher und niemals mit einem Flecken entstellter Geschickte der „einzige feste Pol" in den Partei-Erscheinungen „Flucht" geworden. Alle Parteien stnd in der Zeit an Zahl und Ei.fluß gestiegen und gesunken; da» Centrum allein ist unerschütterlich geblieben, es trägt eben einen Halt in sich selbst und widersteht selbst den schwersten und geschicktesten Angriffen; die in unserem neuesten Parteileben so wirksame Behandlung bald mit Zuckerbrod und bald mit Peitsche hat allein auf da» Centrum keinen Einfluß: es wird eine dauernde Institution sein und bleiben, der kräf- ligste Träger gesunderJdeen für da»Staat»- und Volksleben, und in den Zeiten von Sturm und Drang der festeste Halt, an dem auch noch manches Andere sich wieder aufrichten, auf den immer mehr auch protestantische Volkstheile als Vorbild, Schutz und Stütze blicken werden. Da» Centrum hat nicht allein alle Wahksitze, welche es am Schluffe der vergangenen Legislaturperiode befaß, wieder ^behauptet, selbst das so hart umstrittene eine Mandat von Kreuzburg-Rosenberg, sondern es hat durch eigene Kraft das unter der Wirkung besonderer Umstände verloren gegangene Mandat von Hünfeld-Gersfeld dem dortigen famosen Landrath wieder abgenommen, obgleich dessen Kanditntur nothgedrungen durch eine andere der Kartellbrüder ersetzt wurde, und da» Eentrum hat ferner durch geschickten Kompromiß ein Mandat in Könitz hinzugewonnen. Auch die Polen kehren trotz harter Bekämpfung in der gleichen Anzahl zurück und werden in den Fragen von Kirche und Schule, von Verfassung, Selbstverwaltung, Freiheit, Besteuerung u. s. w. folgende Tag an. Tomy erhob sich und fuhr rasch in seine Kleider; es trieb ihn aus dem Hause, um allein zu sein und frische Luft zu athmen. Ehe er aber das Haus verließ, warf er noch einen Blick auf das schlechte Lager, wo Ketty ruhte. Das Kind lag im Fieber.
„Susy", sagte der junge Mann zu seiner Schwester, „richte Thee her für die Kleine."
Die Schwester sah ihn überrascht an." Die Fürsorge für das Kind war etwa» Ungewöhnliches. „Für Ketty?" fragte sie.
Tomy fühlte in diesem Augenblicke das ganze Gehässige der Behandlung, die dem armen unschuldigen Kinde bisher zu Theil geworden.
„Ja, für Ketty", antwortete er; „sie muß gepflegt werden, wie eine Andere. Wenn Du mir ein Gefallen thun willst, so nimm Dich ihrer an."
„Ich werde es thun,, Tomy", erwiderte Susy treuherzig; sie ließ sich von Tomy leichter beeinflussen, al» von jedem Anderen, wie auch dieser Suiy stet» bevorzugte.
Der junge Mann ging fort; die edlere Ge- müthsbewegung, die sich in der Sorge für Ketly offenbarte, hakte ein G-fühl der Beruhigung in idm hervorgerufen; Ec fühlte, daß er Ketty eine Genugthuung schulde, daß er Unrecht hatte, al» er sie schlimmer wir eine Fremde behandelte. Ketty
förderliche» sein. Insbesondere erscheint die Unterstützung von Expeditionen, welche bett Zwecken de» Vereins bienlich sein können, dringend geboten. Mit besonberer Freude wird die M «Heilung vernommen werden, daß Kardinal Lavigerie von der Summe von 300,000 Franc», welche der h. Vater ihm zur Förderung der Anti-Sklaverri-Bewegung zur Verfügung stellte, einen Betrag von 50,000 Francs für den neu gegründeten Verein über« wiesen hat.
Deutsches Reich.
Berlin, 7. November.
• Da» Wahlresultat steht jetzt fest, und als erster und erfreulichster Inhalt desselben steht da, daß da» Centrum sich von Neuem als der „unüberwindliche Thurm" bewiesen hat, wie Fürst Bismarck es vor mehr als acht Jahren wider Willen bezeichnen mußte, um dann alle Parteien zum Kampfe gegen dasselbe aufzufordern. Dieser Kampf aller größeren Parteien gegen da» Centrum ist in der That im Laufe der Jahre immer schärfer eingetreten, bei den Septennat»» wählen des voriajährig n Februar hatte derselbe den Gipfel seiner Stärke und Leidenschaft erreicht. Er konnte damals auch mit einer Menge besonder» günstiger Umstände rechnen. Da» Centrum aber — blieb der „unüberwindliche Thurm", selbst die Nationalliberale Korrespondenz sprach ihm damals noch eine Lebensdauer von zehn Jahren zu und die Katholiken find, wie die ,Germ.' aus diesem Anlaß hervorhebt, fest entschlossen, da» Centrum zu Dem zu machen, was (5 sein muß, zu einer dauernden Institution, wie der Abg. Windthorst auf dem großen Parteitag zu Köln treffend sich ausdrückte. Wohin sollten die CentrumSwähler auch gehen. Diese Frage entscheidet negativ den unerschütterlichen Zusammenhalt de» Centrums. Denn wo der CentrumSwähler um sich blickt, findet er entweder Grundsätze und Ziele und Männer, die ihm nicht gefallen können, oder er findet Haltlosigkeit, Verworrenheit und — ewigen Krakehl. Nur nach der Regel des kleineren Nebels kann er hier und da, wenn ein Centrumsmitglied nicht möglich, Kandidaten der Rechtskonservativen oder der Linksliberalen unterstützen, wenn die Personen d.r
„Ihr seid gottlose Menschen!" schrie James durch das Schlüsselloch; „das wird Euch Unglück bringen! Ich war dort, Tomy; ja, ich war dabei!"
„Was sagte er da?" fragte die Mutter.
„Ich verstehe ihn nicht; der Junge ist ein we- nig einfältig."
„Das scheint mir auch so", meinte Frau Pod- g<y, „sonst hätte er wohl von uns kein Geld ver- l°n^)a8 Geld ist ein so seltener Artikel bei uns!" klagte Susy. , ,,
„Wenn ich Geld gehabt hätte; ich hätte ihn sicher nicht unbelohnt gehen lassen", versicherte der kleine William.--
Eine Stunde später war die Familie zur Ruhe gegangen. Der Vater fand aber keinen Schlaf; er dachte darüber nach, daß er seine Pacht nicht bezahlen konnte und in nächster Zeit au» der Hütte vertrieben werben würbe. Auch Tomy'» Augen« über wollten sich nicht schließen. Die Worte James' erschreckten ihn freilich wenig; Ketty war am Le- bett und Jener hatte keine Beweise gegen ihn. Um fo mehr aber quälte er sich mt ber Erinnerung an bie Scene zwischen Pody und Nelly. Er nahm sich vor, je eher besto hebet offen mit Nelly zu reben, um Klarheit zu gewinnen.
Unter biesen bitteren Betrachtungen brach ber