ist, eröffnet. Tann ernenntZderselbe aus den anwesenden Urwählern 1 Protokollführer und 3 bis 6 Beisitzer und verpflichtet sich durch Handschlag an Eidesstatt.
Hierauf wird die Wahl der Wahlmänner ab- theilungsweise vorgenommen und abgeschlossen — zuerst von ber III., dann von der II., dann von der I. Abtheilung. Die Namen der zur betreffenden Abtheilung gehörigen Urwähler werden in ter Reihenfolge der AbtheilungSliste aufgerufen. Jeder nennt den Wahlmann oder die beiden Wahlmänner, die in der Abtheilung zu wählen sind. Der Protokollführer hat die Genannten in Gegenwart des Urwählers neben dessen Namen in der AbtheilungSliste einzutragen. Nach der Stimmabgabe des letzten in der Liste aufgeführten AbtheilungS- wählers findet noch ein allgemeiner Aufruf statt und kann demzufolge ein Urwähler der Abtheilung, der bei seinem Namensaufruf nicht zugegen war, noch nachträglich stimmen. Auch ein Versehen bei der Stimmabgabe wird bis dahin zu verbessern sein. Dann aber erklärt der Wahlvorsteher die AbtheilungSwahl für geschloffen und wendet sich zur Feststellung desWahl- resultatcs.
Ein Wahlmann muß die absolute Majorität haben, um gewählt zu sein — das heißt, er muß von mehr als der Hälfte der Urwähler, welche ihre Stimmen gültig abgegeben haben (die vom Wahlvorstand ungültig befundenen Stimmen kom- ...... u. uifv f. v<l IO wiwuyicUl Wil 7), gewählt fein.
I. Werden bei der Wahl eines Wahlmannes nur 2 Personen mit gleichviel Stimmen gewählt, so muß über sie eine nochmalige Wahl stattfinden. Wenn sie bei der wiederholten Wahl nochmals gleich viel Stimmen erhalten, entscheidet das Loos.
IL Fallen bei der Wahl eines Wahlmannes die Stimme» auf mehrere Personen, so daß keine die absolute Mehrheit hat, so sind die beiden, welche die meisten Stimmen haben, in die engere Wahl zu bringen. Erhalten diese in der engeren Wahl gleich viel Stimmen, so entscheidet zwischen ihnen das Loos.
III. Wenn bei der Wahl eines Wahlmannes die Stimmen auf mehrere Personen gleich vertheilt
fallen, so soll das Loos darüber entscheiden, welche zwei von ihnen in die engere Wahl kommen.
Die wiederholte beziehungsweise engere Wahl ist in derselben Weise vorzunehmen wie die erste Wahl. Selbstverständlich bestimmt sich die absolute Majorität aus der Zahl der bei der jedesmaligen Wahl gütig Abstimmenden.
Beispiel für I.: Von 40 Urwählern stimmen 20 für A und 20 für B. Die Wahl ist für A und B zu wiederholen. Bei der wiederholten Wahl bc- theiligen sich 30 Urwähler. 16 stimmen für A; somit ist A gewählt. Würden jedoch nur 15 für A und ebenso 15 für B stimmen, so müßte zwischen ihnen das Loo» entscheiden.
Beispiel für II.: Von 40 Urwählern stimmen 18 für A, 10 für B, 7 für C und 5 für D. Dann kommen A und B in die engere Wahl.
Beispiel für III.: Von 40 Urwählern stimmen 10 für A, 10 für B, 10 für C und 10 für D. Dann entscheidet das Loos zwischen A, B, C und D, welche zwei in die engere Wahl kommen.
Nachdem auf die eine oder Andere Weise das Wahlresultat für die Abtheilung festgestellt und verkündet ist, auch die Annahmc-Eikiärung festge- KO neinung alsbald eine Neuwahl stattzufinden hat) erfolgt ist, läßt der Wahlvorsteher die Wähler der Abtheilung abtreten und schreitet zur Wahl für die folgende Abtheilung.
Kein Urwähler soll mit Rückficht auf die Möglichkeit der Wiederholung der Wahl — bei der er dann fehlen würde — das Wahllokal verlassen, bevor das Ergebniß der Wahl seiner Abtheilung vollständig abgeschlossen ist.
Ueber die Wahl ist vom Protokollführer ein Protokoll zu führen, wofür ein (auszufüllendes) Formular vorliegt, und von ihm und vom Wahlvorsteher und von fämmtlichen Beisitzern zu unterschreiben.
„Fluch über den, der uns von hier zu vertreiben wagt 1" schrie er mit vor Wuth erstickter Stimme.
„Ich breche Jedem den Hals, der uns über die Schwelle kommt," fügte Tomy hinzu, nach einem an der Wand hängenden Gewehre greifend.
„Laß da», mein Sohn", sagte die Mutter; „der Gewalt kann man nicht widerstehen; wir würden unser Unglück nur vergrößern. Was würde aus mir und den Kleinen werden, wenn man den Vater und Dich ins Gefängniß führte?"
„Fluch über fiel" wiederholte der Paddy und begleitete diesen Ausruf mit einem so wuchtigen Fauflschlag auf den Tisch, daß die Plaite in zwei Stücke zerging.
„O, der Vater regt sich auf; das ist ein böses Zeichen I" murmelte die Frau unruhig. „Willy, mein Freund . . . ."
„Laß mich!"
„Vielleicht schickt der Himmel uns Hülfe; Du weißt, wenn die Noth am größten . . . ."
„Der Himmel kümmert sich nicht um uns I Weshalb hat er uns in die Gewalt dieser ver. . . . Engländer fallen lassen? Susy, bring mir einmal den Krug aus dem Schrankei"
Tas kleine Mädchen von acht Jahren beeilte sich, das Verlangte beizuschaffen. Willy Podgey
stürzte mehrere Gläser Whiskey hinunter. Die Irländer haben sich ja allmählich daran gewöhnt, ihren Kummer im Branntwein zu ertränken.
Jenny, die ihren Mann kannte und selbst keinen Ausweg zu finden wußte, schwieg und fuhr fort, zu weinen. Sie hatte ihre Arbeit in den Schoß fallen lassen und blickte auf ihre Kleinen, welche sich mit furchtsamen Blicken um die Mutter drängten.
„Arme Kinder l" murmelte sie, nach rechts und links eine Liebkosung austheilend; „arme Kinder, der Gedanke an Euch bricht mir das Herz. Mein Gott, mein Gott, welch' trauriges Schicksal I"
„Fluch!" brüllte der Paddy und stellte das erhobene Glas mit solcher Gewalt auf den Tisch nieder, daß es zerschellte.
„Willy!" schrie die gkängstigte Frau auf. Der gespaltene Tisch, das zerbrochene Glas, da» waren Handlungen, welche die Lage der Familie in nicht» verbefferten. Indessen wagte die Frau kein Wort
,nb guwM, im Verkehre mit den Seinen, aber im Zorne war es geiährlich, ihm zu nah.n, und dazu äußerte der Whiskey seine Wirkung. Man mußte rhn austoben lvff n. , „ , .
Der Zwischenfall hätte melle,cht doch noch eine unangenehme Wendung genommen, wenn nicht ein
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1888
* Die Wahlmännerw ahl
erfolgt auf Grund der AbtheilungSliste», gegen deren Richtigkeit während der Zeit ihres Aufliegen» bei dem betreffenden Gemeindevorsteher zu rekla- miren ist. Die Abtheilungen werden so gebildet, daß die Meistbesteuerten, welche das Drittel der Gesammtsumme der direkten Staatssteuern im Urwahlbezirk zahlen; die I. Abtheilung, diejenigen, welche demnach da« zweite Drittel zahlen, die II. Abtheilung und die übrigen die III. Abtheilung ausmachen. Die Namen der gleichviel zahlenden Urwähler find nach dem Anfangsbuchstaben zu ordnen. Die alphabetische Reihenfolge ist entscheidend, wenn einer Abtheilung an letzter Stelle einer oder mehrere von gleichviel zahlenden Urwählern hinzuzurechnen sind.
Jede Abtheilung hat Vs der im Urwahlbezirk zu wählenden Wahlmänner zn wählen. Ist die Zahl durch 3 nicht theilbar, und bleilt nur einer übrig, so hat diesen die III. Abtheilung zu wählen. Bleiben zwei übrig, so ist je einer vor der I. und II. Abtheilung zu wählen. Er ist durchaus wünschenswerth, daß man sich über die Personen der zu richtenden Wahlmänner zum Voraus verständigt. Spätestens kann dies unmittelbar vor der Eröffnung der Wahlversammlung, in welcher weder Diskussionen stattfinden, noch Beschlüsse gefaßt werden sollen, geschehen. Die Wahlmänner müssen aus demselben Urwahlbezirke sein; cs ist nicht nöthig, daß sie derselben Abtheilung angchSrc», vou U« fU gcivugu werden. Sie haben die Annahme der Wahl im Wahltermine, oder wenn sie nicht awesend sind, binnen 3 Tagen, nachdem ihnen die.Wahl angezeigt ist, zu erklären.
Ort (Lokal) und Stunde des Wahltermins mit Bezeichnung des Wahlvorstehers und Stellver- treters find sämmtlichen Urwählern von den Gemeindevorstehern in den einzelnen Gemeinden ortsüblich bekannt zu machen. Die Gemeindevorsteher haben die Bescheinigung hierüber spätestens im Wahltermine dem Wahlvorsteher einzureichen.
Die Wahlversammlung wird vom Wahlvorsteher durch Vorlesung der maßgebenden gefitzlichen Bestimmungen und der Gesammtabtheilungsliste, wie sie zufolge der etwaigen Reklamationen festgestellt
M« W Mn.
Roman von Gabriele d'Arvor.
(1. Fortsetzung.)
„Woher sollen wir nun die nöthige Summe nehmen?" begann der Paddy wieder.*)
„Hoffst Du denn, sie beizubringen?" erwiderte Jenny.
„Unmöglich I Ich weiß keinen Rath. An unseres Gleichen können wir uns nicht wenden; sie find selbst arm. Der Reichthum liegt in den Händen der Engländer, und die haben kein Bedauern mit un» katholischen Irländern!
„Mein Gott! was soll au« UNS werden — in der schlechten Jahreszeit — ohne Verdienst — vielleicht ohne Obdach — mit unseren sieben Kindern? Wir werden betteln gehen müffen und vor Hunger sterben!"
Und das arme Weib begann laut zu weinen; da» Schluchzen der Kinder vermischte sich mit dem ihrigen — cs war ein trostloses Schauspiel.
Finsteren Blicke«, mit vor innerem Schmerz verzerrten Zügen stand der Paddy da; er, der eben noch semen Sohn zu zügeln versuchte, kämpfte gegen die ihn überwältigende Verzweiflung.
*) Paddy ist die allgemeine Bezeichnung für den irischen Bauern.