Einzelbild herunterladen
 

219

Samstag, den 22. September.

1888

fnlimtr

Jeitmg

t

I»

2

Abonnements - Einladung.

Der Führer des Centrums, Dr. Windthorst, sagte auf der vor Kurzem in Freiburg abgehal­tenen 35. Generalversammlung der Ka­tholiken Deutschlands:

„Ich habe ein klein wenig noch einzugehen auf

ist gerade in der jetzigen Zeit des stillen oder schleichen­den Kulturkampfes eine ganz besonders wichtige. Zu­dem stehen die preußischen Landtagswahlen unmittel­bar bevor, welche zum ersten Male auf fünf Jahre er­folgen.

Wir ersuchen daher unsere Freunde, für die weitere Verbreitung unseres Blattes sich gefälligst bemühen zu wollen. Die ,Fuldaer Zeitung' hat zwar unter den in Fulda wöchentlich mehrmals erscheinenden politischen Blättern die

Dr. Windthorst, der Führer des Centrums.

Was macht ihn groß, den kleinen Herrn, Des Centrums leuchtenden Morgenstern. Was gibt ihm Licht und Kraft?

Das ist die Klugheit, wie Christus sie lehrt, Die stets auf der richtigen Straße fährt Und immer das Rechte schafft.

Das rechte Maß allüberall

Bewahrt ihn vor Straucheln und jähem Fall: Der Selbstbeschränkung Meister, Schmückt ihn die Tugend der Mäßigkeit, Gewährt ihm Ruhe und Sicherheit Im stürmischen Kampfe der Geister.

Doch was am höchsten den Kämpen ehrt, Nicht ist'» der Rede gefürchtetes Schwert, Mit Jubel ruf' ich's laut: Gerechtigkeit ist es, die Liebe zum Recht, Da» Jedem er gönnet, ungeschwächt Auch Christi heiliger Braut.

So stehet er da, ein starker Held, Zur Freude des Himmels, zum Staunen der Welt Erhabenen Hauptes, voll Muth!

Der christliche Starkmuth ist fein Thell, Er führt ihn zum Ziele, er bringt uns das Heil, Den Sieg ohne Elfen und Blut.

Dr. H. Lauer.

wolle man nicht auf die letzten Tage des laufenden Mo­nats verschieben, sondern schon jetzt dem Landdrief. träger oder dem nächsten Postamte üderhändigen, damit uns die Bestellungen rechtzeitig übermittelt werden können und prompte Zusendung des Blattes ermöglicht wird.

Die Aufgabe der

„katholischen presse"

ck n )• >. n r it K It

Die Tochter des Alamaoocaköoigs.

Historischer Roman von Antonie Haupt.

(26. Fortsetzung.)

Dennoch sprach tiefe unbezwingliche Sehnsucht au» ihrem Auge, als sie jetzt den Blick über das feine Gebirge schweifen ließ. Zogen diese wald- un kränzten Höhen sie so mächtig an, oder war es etwa der Gedanke an einen stolzen, sieggekrönten Reiter, der jetzt wohl in kübnem Ritt die Wild- niß durchstreifen mochte, welcher ihrem Blicke den Ausdruck so heißen Sehnen« gab? — Sie hatte ihn gesehen, den königlichen Edelfalken, wie er mit bleichem Antlitze in fluchtähnlicher Eile auf seinem Araber den fernen Bergen zug> flogen war. Sie ahnte nicht, daß diese Flucht den finsteren Ge­danken, den heftigen Kämpfen in des jungen Helden Bmst galt, vor denen kein Entrinnen möglich war. Stunde um Stunde verrann.

Bann kehrt er zurück, der hochgemuthe Franken- Mnglng? Allmächtiger, wenn ihm ein Unglück auf jenem tollen Ritt begegnet wäre! Sie beugt sich vop sie schaut in die Ferne mit unbezähm- barer Bsorgniß; sie schaut und harrt umsonst. Arme Bijula! Der Abendwind, der kosend, fast stürmisch ttit ihren Locken spielt, führt vom Pa!a- I tium her 'in goldig glitzerndes Elwas auf ihre blumenumwiene Terraffe. Sie hascht danach in kindlicher Nereide. O, daß sie es nicht gethan! Ein bitteres Sefühl, eine tiefe Kränkung wäre ihr I

auf die

„Fuldaer Zeitung"

für das am 1. Oktober beginnende

IV. Quartal 1888

Vit Straße« i« >tr gute« alte« Jett.

Usber die Straßenzustände in früheren Jahr­hunderten bringt die .Deutsche Berkehrr-Zeitung' folgende intereffante Mittheilungen: Danach haben zwar einige wenige Städte vor dem Anfang der christlichen Zeitrechnung gepflasterte Straßen auf­zuweisen gehabt, im Allgemeinen aber haben fast alle Städte derartige Straßen erst im 12. und 13. Jahrhundert erhalten. Paris z. B. erhielt im Jahre 1184 Sttaßenpflaster unter Philipp II. In Deutschland wurde die reiche und blühende Handelsstadt Augsburg zuerst mit Pflasterung versehen. Die Pflasterung wurde dort durch einen reichen Kaufmann veranlaßt, welcher sich 1415 prachtvolle Gestalt zurück, mannigfach geformte Marmor- und Citrustischchen mit goldenen in Thierklauen endenden Füßen umgeben sie und tragen eine reiche Auswahl von Tollettegeräth- schaften: Salbentöpfchen und Fwlen mit Narben, Olivenöl, Majoran und Lilienwaffer, Kästchen mit Schminken und Augenbrauenschwärze; dazwischen liegen Wollflocken, Kämme, Striegel und Bürst­chen in geheimnißvollem Durcheinander.

Viktoria fitzt am Putztisch, denn die Stunde der Coena, die Stunde, in welcher der Bräutigam kommen muß, ist nicht mehr fern, und sie will, daß ihre Schönheit heute mit unwiderstehlichem Zauber auf ihn wirke. Den ganzen Tag lang hat sie den Säumigen voll banger Ungeduld erwartet; vergebens müht si« sich den gewohnten ruhigen Gleichmuth zur Schau zu tragen. Die Sklavin, welche heute schon zum dritten Male da» aufge­löste Haar ihrer Herrin mit dem Elfenbeinkamme sorgfältig glätten und zu kunstvollem Geflechte auf- stecken muß, bemerkt trotz Viktorias stolz geschloffenen Lippen recht wohl die innere Unruhe, welche sie verzehrt. Doch schweigend verrichtet sie ihren Dienst; sie weiß recht wohl, daß es ihr nicht ziemt, sich in die Angelegenhät der Gebieterin zu mischen. Mit Schwanenflaum haucht sie ein äthe­risches Weiß auf das schöne Angesicht und durch- gluthet es mit einer zarten Röthe; dann folgt ihr Pinsel dem stolzen Schwung der Brauen und zieht die edlen Linien noch reiner nach. In der Herrin

I allein in Anbetracht der weiten Ausdehnung ihres Leser­kreises dürfte sie noch weit mehr Abonnenten haben.

Der Post-Abonnementspreis beträgt für die .Fuldaer Zeitung' pro Quartal nur 1 Mk. 50 Pf., mit .Sterne und Blumen' Mk. 1.75 (ohne Bestellgeld).

Inserate finden durch die ,Fuldaer Zeitung' wirksamste Verbreitung. Bei Wiederholungen wird ent­sprechender Rabatt bewilligt.

KWk' Neu zugehende Abonnenten erhalten die Zei­tung bis Ende September gratis, die Postabonnenten gegen Einsendung der Post-Quittung.

Probe-Nummern stehen auf Wunsch gratis und franko zur Verfügung.

Die Bestellung mutz bi» zum 28. er. längstens geschehen, sonst Berechnet die Post 10 Pfennig extra für Porto

I der Nachbestellung.

erspart geblieben. Das glitzernde Etwas war der goldene Lorbeerkranz, den ihre Hände gestern dem Sieger auf das blonde Haupt gelegt, sie erkannte ihn an der selbstgestickten Schleife. Solch' geringen Werth legte der Mann, nach dessen Heimkehr sie in verzehrender Angst sich sehnte, auf ein Geschenk

I von ihrer Hand, daß er mit Verachtung es den Winden preisgab? In schmerzlichem Sinnen heftete ihr Blick lange, lauge auf den goldenen Blättern, die fein Haupt gekrönt, und eine Thräne fiel leise aus das seidene Band, das sie umschlang. Arme Kleine! Wie konnte sie ahnen, daß der Franke nicht aus Verachtung der Gabe, sondern in einem Zustande fast wahnsinnig machender Seelenkämpfe den Kranz hinausgeschleudert hatte! Wie ein theures Gut preßte Biffula das von dem Helden verschmähte Siegespfand ans Herz und ging dann traurig hinein, um das Kleinod in sicherer Truhe zu bergen.

Der Tag nach dem Circusfeste schien dazu aus- ersehen, recht vielen Menschen bitteres Leid zu bringen. In einem jener anmuthigen Gemächer, wie sie im Hause des vornehmen Römers das Peristpl umgeben, finden wir des Tribunen Vikto- rinus stolze Tochter Viktoria. Ein feine» Aroma von Narben erfüllt die Luft des ringsum mit indischem Gewebe auigeschlagenen Raumes, in welchem die junge Dame auf einer mit schwellen­den Polstern belegten, elfenbeingeschnitzien Kathedra ruht. Ein kostbarer Silberspiegel strahlt ihre

Diejeniaen, denen wir Dank schuldig find für die Ziele, die wir bereits erreicht haben, und va stelle ich nun nicht ohne Ansicht dieseSmal an die Spitze die katholische Presse. Wir Haven in den Kämpfen, die wir gehabt, auch in ver Gegenwart, eine zu jeder Zeit bereite, opferwillige Presse für UNS gehabt, und eine große Zahl tüchtiger Männer hat ihre ganze Kraft auf dieselbe verwendet, un- geachtet des schmalen Lohne», der ihnen dabei zu Thell wird. Also Dank den Herren von der Presse und die Bitte, nach den Richtungen hin die Sache weiterzuführen, wie ich e» gesagt habe. E» darf aber bei diesem bloßen Danke nicht bewenden. Ich muß den Herren, die über die Presse gespro- chen haben, ganz Recht geben, daß e» absolut nothwendig ist, daß wir, die wir außerhalb der- selden stehen, die wir eigentlich nicht viel mehr thun al» lesen und Kritik üben, daß wir sie un- terstützen, wo immer es geschehen kann, mit ma- teriellen Mitteln, vor Allem aber mit Abonne­ment; und e» soll nach meinem Dafürhalten in keinem katholischen Hause, wo irgendwie die Mittel aufzubringen sind, em tüchtiges ZeitungSdlatt fehlen."

Die .Fulvaer Leitung erscheintt Sgl ich, Sonn- und Fe^tage ausgenommen. Vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld: IM 50 Pf t d« b°ll°tnstfichen Wochenberlage,Slerne und Blumen' in Fulda 1 Mark 70 Pfennig, auswärts 1 Mark 75 Pfennig Inserate. Die einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.