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217.

Donnerstag, den 20. September.

1888

----- etnpaItl8e 2e«le oder deren Raum 15 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. * 3‘

Abonnements - Einladung.

Der Führer des Cenkums, Dr. Windthorst, sagte auf der vor Kurzem in Freiburg abgehal- lenen 35. Generalversammlung der Ka­tholiken Deutschlands:

„Ich habe ein klein wenig noch einzugehen auf Diejemaen, Venen wir Dank schuld,a ftnd für die Ziele, die wir vereus erreicht baden, uno va stelle ich nun nicbl ohne Ä- sicht diejesmal an die Spltze die katholische Presse. Wir Haven tn~~tün Kämpfen, Vie wir uehadl, auch tn der Gegenwart, eine zu jeder Zelt bereue, opferwillige Preffe für uns gehabt, unv eine arohe Zahl tüchtiger Männer hat ihre ganze Kraft auf dieielve verwendet, un­geachtet de- schmalen Lohnes, der ihnen dabei zu Theil wiro Allo Dank den Herren von der Preffe und die «Ute, nach ven Richtungen hm die Sache weuerzutühren, wie ich es gejagt habe. Es dart aber der diesem blotzen Danke Nicht bewenden. Ich mutz den Herren, die über die Preffe gespro­chen baben, ganz Recht geben, daß es absolut notywendig ist, datz wtr, die wir außerhalb der­selben stehen, die wir eigentlich nicht viel mehr thUN 01S lesen Und Kritik Üoen. hnb n»r ~ terftützen, wo immer es geichehen kann, Mik ma­teriellen Mitteln, vor Allem aber Mit Abonne­ment; und es soll nach meinem Dafürhalten tn keinem katbolifchen Hause, wo irgendwie die Mittel aufzubringen sind, ein tüchtige« ZeuungSvlatt fehlen."

NEU- Wellmgen TNg

auf die

„Fuldaer Zeitung"

für das am 1. Oktober beginnende

IV. Quartal 1888

»olle man nicht auf die letzten Tage deS laufenden Mo­nats verschieben, sondern schon jetzt dem Landbrief- trüger oder dem nächsten Postamte überhändigen,

Die röchln d» AimMimkiiilW.

Historischer Roman von Antonie Haupt.

(24. Fortsetzung.)

IX.

Im Bäderpalast.

Was ist's, das mitten Im Freudenfluge scharf und bitter. Des Winters strengem Odem gleich, das Herz Belastet und im trunkensten Genüsse Den Flügel lähmet? Ist's vom Orkus Der Hohn? Ha! oder ist's der Klang Bon Deinem furchtbar'n Maß, o Nemesis?

Fr. Müller.

Der von Valentinian unfern der Moselufers er­baute stolze Bäderpalast*) konnte sich an Großar­tigkeit und Pracht fast mit den herrlichen Ther­men de» Caracalla in Rom messen. Von der Via Augusta au» (der Straße, welche, vom Triumph­bogen überwölbt, von der Moselbrücke nach dem Kaiserpalaste führte) gelangt man durch reizende, üppig prangende Gartenaniagm zu der mit Pfei­lern und N schen kunstevll gegliederten Nordfützade de» Prachtbaues. Vorspringende Flügel, welche

i) Besch, nach Hattner und einem in den jetzt zum großen Theil freigelegten Ruinen der Thermen zur An­sicht liegenden Plane.

damit uns die Bestellungen rechtzeitig übermittelt werden können und prompte Zusendung des Blattes ermöglicht wird.

Die Aufgabe der

„katholischen presse"

ist gerade in der jetzigen Zeit des stillen oder schleichen­den Kulturkampfes eine ganz besonders wichtige. Zu­dem stehen die preußischen Laudtagswahlen unmittel­bar bevor, welche zum ersten Male auf fünf Jahre er­folgen.

Wir ersuchen daher unsere Freunde, für die weitere Verbreitung unseres Blattes sich gefälligst bemühen zu wollen. Die ,Fuldaer Zeitung' hat zwar unter den in Fulda wöchentlich mehrmals erscheinenden politischen Blättern die

3MS* größte Abouneuteujahl, >£

allein in Anbetracht der weiten Ausdehnung ihres Leser­kreises dürste sie noch weit mehr Abonnenten haben.

Der Post-Abonnementspreis beträgt für die,Fuldaer Zeitung' pro Quartal nur 1 Mk. 50 Pf., mit.Sterne und Blumen' Mk. 1.75 (ohne Bestellgeld).

■ Inserate M finden durch die .Fuldaer Zeitung' wirksamste Verbreitung. Bei Wiederholungen wird ent. prechender Rabatt bewilligt.

MB* Neu zugehende Abonnenten erhalten die Zei­tung bis Ende September gratis, die Postabonnenten gegen Einsendung der Post-Quittung.

Probe-Nummern stehen auf Wunsch gratis und

Deutsches Reich.

Berlin, 19. September.

* Gestern Abend ging der.Germania' ein P ri- vatelegramm aus Posen zu mit folgendem Inhalt: „Wie der .Orendownik' berichtet, soll >en Geistlichen der Erzdiözese Gnesen-Posen eiten» der vorgesetzten Behörde verboten worden ein, für da» Abgeordnetenhaus Candidaturen anzunehmen, mit Ausnahme des Prälaten Dr. v. Stablewrki." Auch die .Kreuzzeitung' hatte diese Nachricht als Privattelegramm erhalten, ebenso ist die Nachricht in derselben Form in der ,Pos. Ztg.' enthalten. Außerdem war der,Germ.' schon vor einigen Tagen bereit» ganz bestimmt gemeldet wor­den, daß einem namhaft gemachten Geistlichen der Erzdiözese die Wiederannahme eine» Landtagsman­

die Bibliotheksäule enthielten, umschlossen auf zwei Seiten den mit Statuen und Wasserkünsten gezier­ten Garten. Meisterhafte Bildwerke schmückten die ven Pfeilern und Giebeln eingerahmten runden Nischen der Front, während die rechteckigen Nischen die Eingänge in den Jnnenbau enthielten. Die beiden Haupteingänge, welche von den Räumen für gesellige Unterhaltung, von Ergötzlichkeiten jeg­licher Art begrenzt waren, führten sowohl aus der rechten wie auf der linken Seite in große mit Pla­tanen beschattete Höfe, wo man gymnastische Ueb- ungen, Wettlauf, Ringkampf, Ballspiel und der­gleichen vornahm. Zn südlicher Richtung leiteten von hier au» mit schönen Malereien geschmückte Korridore in die prächtigen von Lichthöfen umge- bene» Apoditerien oder Auskleidezimmer. Zwischen den großen Höfen, durch hohe gewölbte Hallen (Palasiren) mit ihnen verbunden, lag ein kolos­saler Prachtsaal, da» Frigidarium mit fünf großen Badebassins. Die Wände waren hier mit grün geädertem Marmor (Cipollins) eingelegt, der Fuß­boden in kunstvoller Mosaik ausgesührt, während eine reizende Blülhenflora die marmornen Wasser­becken umrahmte, deren größtes im Halbkreis die nördliche Apsis de» Saales aussüllie. Rechts und links gestatteten große Bogenöffnungen den Eingang

dats untersagt worden sei. Wir haben das nicht gleich veröffentlicht, schreibt die ,©ernt', um die unbedingt zweifellose Bestätigung einer so schwer­wiegenden Nachricht abzuwarten. Denn nach Kennt- niß der Person und Stellung des betreffenden Geistlichen nahmen wir sofort an, daß es im Falle der Bestätigung nicht blos um eine verein­zelte, etwa au» besonderen Gründen sich erklä­rende Maßregel, sondern um eine allgemeine Maßregel sich handele, um ein Verbot der Man­datsannahme für alle Geistlichen. Auf den vom .Ocedownik' berichteten Gedanken, es könne sich um eine Auswahl unter den Geistlichen, auf eine Untersagung mit einer Ausnahme handeln, wären wir nicht gekommen, da die gewaltigen, auf vielen Gebieten liegenden Bedenken gegen eine solche Maßnahme auf der Hand liegen. Wir führen sie nicht au», zumal ja auch der ,Oren- downik' seine Nachricht noch mit einem „soll" aus- stattet und daher weitere Bestätigung erst abzu­warten bleibt. Aber auch ein allgemeines Ver­bot der Mandatsübernahme hat die schwersten Bedenken gegen sich, nur sind sie zum Theil natür- lich anderer Art. Schon Kardinal LedochowSki hatte als Erzbischof von Gnesen-Posen vor dem Kulturkampf Einschränkungen der politischen Thätigkeit der Geistlichen verfügt. Wir vergleichen ie mit den jetzt berichteten nicht, weil eben diese jUguq^es^euigmigs mr i§Ecyrai^ungen"im Eln- ; einen noch Bestimmterer und Genaueres abzuwarten wäre. Auch die Verfügungen des Cardinals LedochowSki sind uns im Einzeln nicht mehr so genau in Erinnerung, um in einen Vergleich eintreten zu können können. Es kommen ja eben >ei der politischen Thätigkeit vielerlei Möglichkeiten rer Bethätigung in Betracht. Bei den Wahlen >ie Stellung als Wähler, Wahlmann, Candidat, Abgeordneter und als Agitator, außerhalb der Wahlzeit die Betheiligung an Vereinen, Verfamm- ungen u. s. w. Thatsache ist aber, daß der Herr Cardinal von seinen Verfügungen zurückgekom- men ist, und als das Normale hat e» bisher in Preußen überhaupt gegolten, die Geistlichen n der Ausübung ihrer vollen staats­bürgerlichen Rechte nicht zu beschränken, wenn auch selbstverständlich vorausgesetzt wird, daß »et dieser Ausübung auch die besonderen Rück-

n lauschige kleine Gemächer mit üppigen Ruhepol« iern. Der ApstS gegenüber öffmte sich die Exe« dra, eine kleine von der Kuppel aus mit grünen Dämmerlicht erleuchtete Halle, deren tiefe Nischen köstliche Rudeplätze bargen, wie geschaffen zu an­genehmen Plauderstündchen. Seltene Vstanzen tauchten hier ihre Blätter in da» erfrischende Naß !er geheimnißvoll rauschenden Springquellen, und weiße Nymphen blickten magisch im Helldunkel. Berauschende Arome durchzogen den traulichen, wundervollen Raum, in dessen bestrickendem, mär- chenhaftem Dämmerschein man gerne vergaß, was draußen in der goldenen Sonne glänzte. An dis ^edra rechte stch das Tepidarium, ein mäßig er­wärmter in Kreuzform gebauter Saal. Heller Ta- jesfchein fiel hier von den umgebenden Lichthöfen >urch die in der Nähe der reichverzierten Decke angebrachten Bogenfester mit goldenem Glanz auf >ie farbenglühenden erotischen Darstellungen der Wandgemälde und auf die tropische Pracht der Pflanzen, welche in dieser feuchtwarmen Luft zu großer Ueppigkeit gediehen und in verschwenden- cher Fülle den ganzen Raum umrankten. Die nildwarme Temperatur dieses Saales sollte den Körper der Badenden für den hohen Wärmegrad, der ihrer im Caldarium wartete, vorbereiten UNH