1888
Inzwischen war der Zug vor cem Maste an- gekommen, und mit weithin schallender, metallrei- cher Stimme begann Ausoniur seine Begrüßungsrede. In epigrammatisch kurz zugespitzten Sätzen, worin alle Kunst der Rh<tors aufgewandt war, verlieh er seiner Freude Ausdruck, nach so langer Zeit den Cäsar wiederzusehen und sprach dann seine frohe Verwunderung über das gänzlich unerwartete plötzliche Erfcheinen dcS kaiserlichen Herrn in der Moselstadt au». „Wo ist je," so rief er, „selbst in den kühnen Fabeln der Griechen eine solche Schnelligkeit erdacht worden ? Das geflügelte
hier recht wahre und aufrichtige Freunds haben (Bravo), und daß es nicht wahr ist, wenn gewisse WahlaMtoren ihnen weiß machen wollen, ihr zeitliches Geschick liege in den Händen der Liberalen. Wenn letztere ihrer Stimmen immer sicher wären, dann würden sie einmal sehen, waS die Liberalen für sie thun. (Sehr richtig.) Meine Herren, dann aber sage ich auch besondern Dank für die Unterstützung, die uns gewährt worden ist, von de.n gesummten deutschen «d-l mit wenigen Ausnahmen, von der ge- sammten Bürgerschaft Deutschlands, die wirklich noch katholisch ist und nicht blos so heißt. Bor allem aber den deutschen 58 ment. (Bravo.) Wenn die Anschläge der Feinde gescheitert sind und ferner noch scheitern werden, wenn Deutschland überhaupt wieder auf eigene Füße gestellt werden soll, so ist es nur möglich durch die kräftige Unterstützung unseres Bauernstandes. (Bravo ) Der allein ist noch gesund, alle anderen Stände sind mehr oder weniger vom bösen Zeitgeiste angefreffen. Wenn Sie ein» mal recht gründlich beten wollen, Jo gehen Sie m eine Dorfkirche weit von den Städten entlegen und sehen da, wie die Bauersleute niederknieend den Rosenkranz beten mit ihrem Pfarrer, wie sie den Rosenkranz beten, wenn sie über 2 mb gehen, wenn sie knieen an den Crucrfixen, die an ihren Wegen; dann werden Sie zur Andacht auf- gemuntert werden, zu beten mit diesen Leuten,. und lch bin überzeugt, daß das Gebet dieser Leute kräftiger zuin Himmel steigt, als das vieler anderen, d e aus G wohnheU diese oder jene Gebete hersagen. Ich meine, daß es gut ist auch das hervorzuheben, und wenn hre und da der Zeitgeist anfangen sollt-, an den Mitgliedern dieser ober jener Bauernschaft auch seine Wirkung zu üben, dann muß ich die anderen Mitalieder aussordern, rote es tn der bl. Schrift st-ht, zunächst unter vier Augen zu warnen, und wenn es nicht besser wird, die G-meindemittel anzu- wenden, die sie haben, um den Mann zur Raison zu bringen. Es gibt in der Welt nichts Schöneres, rote tch cutten gesagt habe, als ein armer Bauer mit einer frommen Familie; aber es gibt auch nichts Schrecklicheres als ein Bauer, der nicht fromm ist. Dann, meine Herren, haben wir uns während dieser Tage zu beschäftigen ge. habt mit der Revision der Thätigkeit unserer Vereine. Alle sind in gutem Stande und im Fortschreiten. Ich nenne, um nicht lange zu werden, sie hier nicht alle; sie sind uns ja bekannt. Aber all- »creme fast ohne Ausnahme haben einen Defekt, und das ,st das Defizit tnt Geldbeutel. Die Zwecke, welch- diese Vereine verfolgen, sind ausnahmslos gut und löblich, und wir sollen sie auf alle Weise unterstützen, und wo das noch nicht geschehen, muß es recht gründlich angefangen werden. Zwei Vereine find besonders hier behandelt worden; der eine ist der Bonifatiusverein. Meine Herren, dieser Verein har immer eine große Bedeutung gehabt, hat sie aber l-tzt ganz insbesondere, weil die -ntg-genstehenden B-reme eine verdoppelte Thätigkeit entfalten, und wir, wenn wir nicht zurückgedrängt werden wollen, überall mehr für Kirche und Schule sorgen sollen, und ich wollte, daß wir an unserm guten Freund, dem Probst N-cke von Paderborn, alle die Geldsäcke mitgeben könnten, die der schwäbisch- Bauer einst hierher gebracht, um Freiburg zu kaufen; aber er wird Ihnen, wenn er weggeht, sagen, seine Taschen seien gar nicht so voll, wie er sich gedacht habe. (Heiterkeit.) Ec ist der bescheidenste Bettler, den
Bit Schier des AlammmMgs.
Historischer Roman von Antonie Haupt.
(18. Fortsetzung.)
Von seiner schlanken Hüfte hing an luwelen- funkelndem Gurt ein mächtige» Breitschwert herab: ein schön gearbeiteler Waffenschild trug einen Falken mit ausgebreiteten Flügeln; auch auf dem Schlachthelm schien ein Entfalle die weißen Schwingen zum kühnen Fluge auszubreiten. Frei wallten ihm die blonden Locken über den Nacken bis tief hinab zu dem feuerfardenen Rosse, mit dem er ein» zu sein schien. Hohiit und Selbstbewußtsein sprachen aus diesem ernsten, edeln Antlitze; die Haltung de« Reiters bekundete, daß er gewohnt sei xu herrschen. ,
'„Könnt Ihr noch zweifeln?" rief eine starke Stimme. „Dieß ist Merobaude». der große Fran- kenkönig, der Freund und Waff nbruder Giatians, der Hochgewaltige, der unserm Kaiser einst den Thron gesichert hat. Beim Schilde de« Mars, er ist'»!"
„Heil Mer obaudes! Heil dem Helden I" so klang es jetzt begeistert aus der Menge. Der also Gefeierte neigte dankend das Haupt.
nicht unklar, — aber in politischen Dingen sind si-un- I klar ebenso wie ihr Organ, die «Kölnische Zeitung. Glücklicherweise macht in dieser Gegend die ,Kölnische »oltä Zeitung- ihr eine erfolgreiche Konkurrenz (Bravo.), und ich hoff-, daß der Tag erscheinen wird, wo das stolze Zlion dahinsinkt, Priamus selbst, und auch ferne Sohne. (Heiterkeit.) Ebenso könnte ich -s Ihnen an verschiedenen anderen Blättern »eigen, es würde aber ju roett- Ich habe die Bemerkung nur gemacht, um ihnen zu zeigen, wie wichtig eS ist, daß überall -in gutgeschr,ebenes katho- lisch-s Organ gelesen wird, und ich habe hier die Meinung auszusprech-n, daß in dem schönen Badener Land bisher wenig für die katholische Pceffe geschehen,st (sehr rtchttg), und daß alles aufgeboten werden muß, mindestens eine recht vollendete größere Zeitung und dann eme große Zahl anderer kleinerer katholischer Z-ttungen M gründen, das ist ein nothwendiges Mittel. Di- Herren Geistlichen mögen noch so fleißig fein, noch so vortrefflich predigen, si- predigen nämlich täglich mit Ausnahme Wachem tage, und das ist bloß der Sonntag (Heiterkeit) — di- Zeitungen aber, m. H., nehmen, wenn fte nicht Sutr^m girt sind, das was die Herrrn Geistlichen geleistet haben, alle Tag- fort; das h-.ßt, an allen Wochentagen mit Ausnahme des Sonntags, und viele. Blatter erscheinen ja auch am Sonntag und machen da selbst der Kanzel Konkurrenz. Ich mache die Herren Geistlichen darauf aufmerksam, weil ,ch glaube, daß si-.Folge dessen, was ich ihnen eben sagte, bte heilige PAA haben, alles aufzubieten, daß in ihren Gemeinden Blatter gelesen werden, die sie in ihren Predigten unterstützen, und nicht solche, die das, was sie vortragen und den Gemeinden einprägen, in den folgenden Tagen wieder verwischen. (Bravo!) Das ist so ein Stück von Pastoral (Merkert), eine kleine Reminiszenz; denn es gab eme 3«t, »» «5 auch Pastor werden sollte. (Große Heiterkeit.) Dann aber sind wir noch vor allem zu großem Danke verpflichtet der Geistlichkeit selbst und vor allem unfern hochwurdigsten Bischöfen, die mit leuchtenden Beispielen uns flb°rallvor- anaegangen sind, und die in Deutschland so viele schwere Sage8 erlebt haben und noch zu erleben haben. Sie haben mit einer Aufopferungsfähigkeit, mit einer Entsagung gearbeitet, wie sie in den Büchern dec Kirchengeschichte selten verzeichnet werden, und ich tat überzeugt, daß demnächst bi- Kirchengeschichte sagen wird: die Geistlichkeit, welche so rubtnroürbig sich gehalten m den Tagen der Gefahr und des Kulturkampfes, ist würdig, an die Seite gestellt zu werden der besten Geistlichkeit aller Jahr Hunderte. (Bravo I) Wir sind außerdem auch Dank schuldig den Lehrern, die auf unserer Sette gestanden haben.Leldr kann ich es nicht von allen sagen; aber d«e größere Zahl, welche ich kenne, hielt treu und fest zu uns, und das ist auch im vorigen Jahre auf der Tner-r Versammlung ausgesprochen worden. Nehmen wir uns 'hrerundlh Interessen recht lebhaft immer an; regen wir überall ihre Thätigkeit an, indem wir in der Erziehung der Kinder harmonisch mit ihnen wirken, unter der Leitung d« G-ist lichen. Dann bin ich überzeugt, werden fte ftussehrwtrk. sam- und sehr nützliche Unterstützer sein, rote fte eS Rn Theile schon waren; dann aber werden sieesfich-rlich noch mehr sein. Ich sage dies hier ausdrücklich^. damtt nicht diele oder jene Aeußerung, dte gefallen, ein Mitz- v-rständniß erregt, und damit die Lehrer wissen, daß
SÄlnhrede des Abgeordneten Dr. Windthorst,
gehalten in der Sitzung der sünfnnddreißizsten General-Versammlung der deutschen Katholiken tn
Freiburg am 6. September 1888. (Forssetzung.) .
Zch habe geglaubt, dieses Z-ugniß für die Presse ab müssen weil ich weih, rote vielfach sie ange- ?n7e? rottd, und "ch bitte all-, die an der Presse theil- n-m-n, in diesem Sinne roeit-rzuwiiken. Wenn ich dieses unserer Presse zurufe, so habe ich auch Dank zu sagen manchen anderen Pr-ßsttmmen, die gut und nützlich für uns eingetreten sind, — das sollen wir niemals vergessen; Krott denn immer roohl thun auf unserem Wege d.e Allittten »u nehmen, überall wo sie sich darbieten, denn an sich sind rott ja leider die geborene Minorität undkonnen ohne besondere Hilfe und Stütze zur Majorität mcht ge- langen. Aber wir sind doch auch in der Minorität immer gefürchtete Leute, weil es uns gelingt, dann und wann schnell eine Lücke in der Linie b:r Gegner zu erblicken unb rasch in bieselbe einzurücken. (Bravo! Heiterkeit.) Also Dank den Herren von bet Presse unb die Bitte, nach den Richtungen hin die Sache roeiterzufuhren "le ich -s gesagt habe. Es darf aber bet diesem bloßen Danke nicht bewenden. Ich muß den Herren, dl- Uberdi-Presse ge- lvroLen haben, ganz Recht geben, daß es absolut noth. wendig ist, daß wir, die wir außerhalb derselben stehen, die rott eigentlich nicht viel mehr thun als Lesen und Kritik üben, daß rott sie unterstützen, wo immer eS geschehen kann, mit materiellen Mitteln, vor allein aber mit Abonnement; und es soll nach meinem Dafürhalten in keinem katholischen Hause, wo rrgendrore die Mittel aufzubringen sind, ein tüchtiges Organ fihl-n. (Bravo!) Was das tägliche Lesen eines bestimmten Preßorgans 6e; wirkt, davon hat man gar keine Ahnung. 2eder Mensch glaubt, er sei ein in sich abgeschlossener, vollständig aufgeklärter nach allen Seiten unterrichteter Mensch, und er ?önne eigentlich lesen, was er wolle, er könne ba neue Nachrichten finden, aber der übrige Inhalt, die Art und Weise der Darstellung des Inhalts übe auf ihn Ssir kernen Einfluß. Und doch, m. H., 'st das nicht der Fall, das täglich- L-s-n eines bestimmten Organs bringt gar leicht zu den Anschauungen des Organes, welches man lwst, und das können Sie genau ermessen, wenn Sie einmul eine Reise durch Deutschland machen wollen und die Gebiete der verschiedenen Zeitungen ein wenig studtren. Dann werden Sie finden in der Unterhaltung, daß überall, wo die Grenzen sind, man auch entdecken kann, rote diese oder iene Zeitung eingewirkt hat. Ich will einmal von unseren Blättern noch nicht sprechen; aber ich kann 3^w fagen daß ich so ziemlich die Stimmung einer Gegend^ bestimmen will, daß ich so ziemlich Vorhersagen will, wie die Wahlen laufen, wenn ich auf der Post oder sonst wo in Erfahrtmg gebracht habe, welche Zeitungen da gelesen werden. Da ist ein Rayon der «Kölnischen Z-ttung, dte eme ganz verheerrnde Wirkung ausübt und eines der schlechtesten Blätter in Deutschland ist. Sie glauben nicht, «« ™Ie Menschen darauf schwören, besonders d,e Großindustrie, und daher erklärt eS sich, daß tn dieser so mele m polt- ttschen Dingen unklare Köpfe sind; irn Rechnen sind fte
nur damit Da unerwartet Dein Gallien verherr- licktest: daß Du Deinen Konsul überraschtest und selbst jene Fama, dte schneller al» der Wttld zu ein pflegt, im Fluge überholtest. Keinem Bewoh. ner der Stadt wird, o mein erhabener Herrscher, heute die tiefste Empfindung de» Danke» fremd sein. An allen Orten feiert man begeistert Deine Rückkehr mit frohen Danke-festen: im fßalatium, da» Du al» Schrcckenrort übernahmst, aber lte» benrwürdig gemacht hast, auf dem Forum und in der Bastlika, die ehedem von Handel und Wandel erfüllt, jetzt zur Uebernahme von Gelübden, MfÄÄÄÄ 1 teS. ÄÄ
ÄS' “SÄ'ÄT» I Ä.s - Enklaven alter Reiche vcn Thrakien her durch Illyrien, Venetien, Ligurien, Altgallien, da» umr- stetgltche Rhätien, ba» Thal, welche» der Rhenus durchströmt, die bahnlosen Gegenden der S qua» ner, da» langgestreckte Germanien mit schnellerem Schritte durchmessen, al» ich hier davon rede, ohne Dir Ruhe oder Schlafes-E.qu ckung zu gönnen,
sich'begegnen, und in jedem einzelnen Hause, da» Vie Geh imnisse der Frmilte verschißt 1
Wählend der Rede de» greifen Komm», deren sp tzfiidige Figuren und Lobpreisungen dem nor- oiichen Helden nur wenig Theilnahme einzuflößen vermochten, schweifte dessen Auge mit unverkenn- barem Jneeresse üb.r die Menge des trevenschen
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