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1888

Mittwoch, den 29. August.

JV 198.

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Dryadia seufzt-

r>ie Mttrto Almllmcilliömgs.

V Historischer Roman von Antome Haupt.

dünken

mit einem unsichtbaren Wall und hält jede, ungr

dennoch, meine Dryadia — { meine Lippen so harte Worte sprechen

Genehmigung finden. So geht der gegenseitige zum Ruine aller Völker führende Wettkampf im Geldausgeben für unproduktive Zwecke in li-benr- würdiger Unendlichkeit fort. Wann werden die Staaten endlich aufhören, auf diese Weise dar Geld der Steuerzahler zum Fenster hinaus und in die Taschen des Großkapitals und der Groß­bankiers hineinzuwerfen? — Es scheint aber, daß es auf diese neugierige, aber wohlberechtigte Frage keine Antwort gibt. Trotz der allgemeinen wirth- schaftlichen Krifi«, trotz der in unheimlichem Wachsen begriffenen Verarmung der Masten einerseits, der Anhäufung großer Kapitalien in den Händen Weniger anderseits, trotz des Kapitalmangels für die produktiven Zwecke der unter der Konkurrenz des Auslandes seufzenden Landwirthschaft und der Gewerbes wird int alten Europa fortgefahren, jähr­lich viele Hunderte von Millionen mehr als vor wenigen Jahren dem Moloch Militarismus in den Rachen zu werfen. (Im Jahre 1876 gab z. B. Frankreich für Heer und Marine 636 Millionen aus, für bas Jahr 1889 sind deren 941 vorge­sehen) In demselben Maße wuchsen auch die Ausgaben der anderen europäischen Staaten, aus­genommen England, welches sich immer noch wei­gert, den „Tanz um den Militarismus", um den modernen Moloch, mitzumachen!

Roch eine Reihe von Jahren des „Segens" des

zügelte Benehmen, Schranken."

„Ich ahne es, vor

Kämpfe in der Arena erneuern lasten werde. Sprich, Ausonius, ist die edle Fürstin in Wahr­heit dazu bestimmt, von den Tatzen der Baren zerrissen zu werden?"

Empört fuhr Ausonius in die Höhe. „Ha, wer sprach den Frevel aus? Dem Prätor freilich dünkt kein Anblick lieblicher, als der eine« unter Qualen sterbenden Opfers. Doch fürchte nichts

wüsten, wie

der Barbaren."

Aulonius blickte sinnend vor sich hm.

bewaffneten Friedens — und vernichtet wird in Europa fein nicht nur die Industrie und das tivstände kann aber nur der Anarchismus und der sozialdemokratische Umsturz seine Freude haben. Wie in Belgien erschien bereit« auch in Frankrttch da« „rothe Gespenst" auf offener Straße. Bei solchen Gelegenheiten bricht dann der „liberale Philister in Klagen über den Zustand der modernen Gesellschaft au«. Selbst dem geduldigsten aller Stände, der Landwirthschaft, geht bereit« die Ge­duld au«. Er fängt zu reden und zu klagen an um so mehr, al« außer den Lasten an Steuern in klingender Münze auf ihm der Hauptantheil an der Blutsteuer ruht. Die kräftigen Söhne de«

| Landwirthe« füllen die Reihen der Armee in erster Linie, sie muffen den Ausfall decken, den die für den Kriegsdienst vielfach untaugliche, schlecht ge- rührte und abgerackerte Bevölkerung der großen

* Krieg im Frieden. ,

So müßte eine Schilderung der gegenwärtigen Lage der europäischen Staaten überschrieben wer­den. Europa „erfreut" stch der vollsten „Seg­nungen de« Frieden«", während die Ausgaben für die Armeen der Großstaaten beinahe mehr betragen, als wenn sich dieselben im Kriegszustände gegen einander befinden würden. Die Offiziösen aller Länder verftcheru unaufhörlich, der Friede sei ge» sichert, auch wenn sie sich zwischen hinein, wie gegenwärtig gerade die russischen und deutschen halbamtlichen Blätter, nicht besonders zärtlich an den Ohren zausen! Da fragt man unwillkürlich: „Aus welchem Grunde benützen die europäischen Staaten diesen „Goltesfrieden" nicht dazu, den Friedensstand ihrer Heere zu vermindern, damit die hohen Steuern und Abgaben, wiche auf den Völkern Europas lasten, herabgesetzt werden können ?" Der Verfaffer der Zeitläufe in den letzten .gelben Heften' (Historisch-politische Blätter) beginnt feinen letzten Sermon mit folgenden nur zu berechtigten Klagen:

„Die ganze civilisirte Welt ist im Laufe von etwa zwanzig Jahren in eine Lage versunken, die sich kurz und bündig mit den Worten bezeichnen läßt: Der Staat ist im Begriff, die Gesellschaft zu ruiniren. Von glücklicheren Zellen her war der Begriff eines wesentlichen Unterschiedes zwischen dem Staat und der Gesellschaft nahezu erloschen, denn er machte fich nicht fühlbar. Jetzt ist es anders. Schmerzliche Erfahrungen ohne Aufhören pressen der Ge­sellschaft die Klage aus, daß es um sie geschehen sei, wenn der Staat sein Betragen nicht ändere. Die Klage kommt °°n d-n-n die^s ehrlich meinen

m denn wenn der Staat sortfährt unwillkürlich di- Ge- t tu ruiniren dann arbeitet er selber Deuzemgen !n die Hände, welche eine neue Gesellschaft auf den Ruinen des Staates begründet wissen wollen.

Seit fünfzehn Jahren hört man von der Minister bant der Parlamente Deutschlands, Englands, Oesterreich«, Frankreichs, Italien«, Spanien« rc. die stereotype Phrase: „Wir wünschen den Frieden, aber qeraoe deshalb müssen wir zum Kriege rüsten. Unsere Nachbarn vermehren ihre Landarmee, ver­stärken ihre Kriegsmarine, wir müssen ihnen, um ebenbürtig zu bleiben, folgen!" Es folgen bann in der That auch die üblichen Vorlagen an die Parlamente, welche für die Verstärkung des Heeres m der Form von Nachtragskrediten, außergewühn- lichen Budgets rc. unendliche Summen fordern, und welche unter mehr oder weniger Druck stet«

Dryadia feufjt». „Wie glücflic^ finb mir Frauen dE^unglückiiche^Königin tauber Arena

doch daß wir bie Schrecken unb Gefahren de« er» niemals Dte ungiua vy » bet besiegten

bWtaS in BÄ bte@tfan9er"

nahbare Hoheit umgibt biefe h-hren Frauen wie Malrone g ruy r u l h mlr soll

■■’s-:ätfrehsss, «TW«.S«: £“£££ trübem Lächeln, unb in benommenem Tone fügte A^AebnteMk?rf!ämme, ja sogar bie theuere

endlich sie refangen wurde, hat mir Hefp.ras be­richtet, doch von dem Verlauf de« ganzen-elkzugcS weiß ich wenig, erzähle mir davon, bat • „Wohlan, recht gern erfülle ich Deiner Wunsch,

Städte unb bet Jnbustriebezirke verursacht. Was aber thun bie Staaten Europas? — E« wirb fortgerüstet!

Seit 1854, in welchem Jahre bie Ausgaben für Heer unb Marine in Deutschland, Frankreich, Rußland, Oesterreich, England unb Italien 2400 Millionen Franks betrugen, finb diese Ausgaben für unproduktive Zwecke ständig gewachsen unb betrugen im Jahre 1884, also 30 Jahre später, bereits 4600 Millionen Franks — jährlich mehr als 2200 Millionen Franks. Unb seit vier Jahren werben viele Hundert Millionen Franks noch mehr jährlich verausgabt! In demselben Maße wuchs die Verschuldung der Großstaater. Europas. Im Jahre 1856 beliefen sich die Schulden der­selben auf rund 56,000 Millionen Franks, int Jahre 1884 aber raren sie bereits auf 111,000 Millionen Franks angewachsen. Die Völker Europas müffen also an Zinsen für die „Ehre der Schuld­knechtschaft" bei dem internationalen Großkapital, wenn wir nur 3'/z pCt. rechnen, jährlich rund 3855 Millionen Franks aufbringen ohne bie übrigen Staatsausgaben. Nun weiß man auch ungefähr, woher bie riesigen Vermögen bet Welt- bankhäuser kommen, welche ein Interesse an bi m „bewaffneten Frieben" haben können. — Wenn man die Folgen eines kommenden Krieges unb bie Sage sowohl des B.siegten wie des Siegers in» Auge zu foffen sucht, so wird es Einem schwind- lich zu Muthe! — Das Verhängniß schreitet aber roaffmten Friedens", sei es durch emen Weltkrieg! Von allen Geißeln, von denen Europa hetmgesucht wurde, ist die fürchterlichste, die des überall herr­schenden Militarismus! Da« Schrecklichste aber ist, daß keine Möglichkeit erdacht werden kann, rote aus einem solchen „F üben" herauszukommen ist Die ,Selben Hefte', welche in ihren A^la^.E ein ähnliches Thema verhandeln, sagen am Schlüsse ihrer Auseinandersetzungen: ,

ihnen gemacht werden." _________

(5. Fortsetzung.)

Ein eigentliches Mahl durfte sie nicht auftragen lasten, oa Ausomus in den Katserpalast zur Coena -) geladen war. Während man nun in Je» haglichster Weise auf die Polster au«gefhecft sich nach den Anstrengungen de« Tage« an B.ckwetk, Früchten und Wein erquickt, erzählt der Dichter in seiner lebhaften Weise von den Gefahren des bestandenen Feldzüge«. Lächelnd fchaut er eben | »“ ÄÄ* «n* ---- balb unsere Legionen die Saatf Idet zerstörten und 5?£l»l> d-, im $lamannm m äranb sttzim?

benn nicht, daß Rando mit seinen Barbar n am heiligen Ostermorgen Moguntiacum Zerfiel, sich während des Gottesdienste» der schutzlosen Stadt bemächtigte, um erst mit einer großen Menge von Gefangenen sich wieder zurückzuziehen? Weißt Du nickt, daß der Kaiser voll gerechten Zorne» darüber geschworen hatte, diesen Schimpf an der ganzen Völkerschaft zu rächen?"

—i) Die H^ptmahlz-'t, welch- in späten Nachmittags­stunden eingenommen wurde.