lt
t.
I« 0 r- m h- lst
!tt ht
1
ir e.
,r.
n i.
it h.
Fe-
o. »St 86«.
II
'20 '30 '30-
'25
70
10 80 SO
70 10 60
90
30
50
70 50
10
40
<0
60
10 »
BO U
1888
Donnerstag, den 9. August
Jeitiiuz
Fuliner
7) Anträge und Anmeldungen zum Reden wollen an den Präsidenten deS Lokal-Komitö's adressirt werden. Wohnungsgesuche sind möglichst früh an Herrn Kaufmann Wilhelm Fischer sMerianstratze 16) zu richten.
8) Bei allen Anmeldungen möge man Vor- und Zunamen, Stand und Wohnort recht deutlich schreiben und eine Visitenkarte beilegen. Auch bei mündlicher Anmeldung wolle eine Visitenkarte mit den eben genannten Notizen abgegeben werden. , m ,
9) In das Tageblatt der General-Versammlung, welches viermal erscheinen wird, werden Inserate um den Preis von 15 Pfg. für die 4spaltige Petitzeile (mit Sa- Batt bei wiederholter Einrückung) ausgenommen. Bezügliche Aufträge nimmt die Jos. Dilger'sche Buchdruckerei hier entgegen.
Indem wir obige» Programm veröffentlichen, laden wir die Katholiken deutscher Zunge nochmal« ein, die bevorstehende General-Versammlung zahl« reich zu besuchen und dadurch zu bekunden, daß die deutschen Söhne der hl. Kirche au» Nord und Süd, au» Ost und West, in treuer Hingabe an die Jntereffen unserer heil. Religion mit einander wetteifern und in deren Förderung und Verthei« digung nicht erlahmen.
Freiburg, den 3. August 1888.
Da» Kriifidmm des z-dal-H-milö's:
Dr. Fr. I. Knecht, Domkapit. und Geistl. Rath. Raban Graf von Heimstatt.
Franz Jos. Hutter, Buchhändler.
Deutsche- Reich.
Berlin, 8. August.
* Der .Köln. Vztg.' wird von ihrem Berliner Korrespondenten geschrieben: Die Presse hat fich eine ganze Zeit lang den Kopf darüber zerbroi^n, unter welchen Formen und Bedingungen der Besuch de» gegenwärtigen Kaiser» beim Papst erfolgen werde. Antivatikanische Blätter in Rom hatten anfang» sogar verbreitet, die Kurie bemühe sich, die Reise de» Kaiser» nach Rom zu hintertreiben, oder mache doch gegen einen empfang im Vatikan Bedenken geltend, sofern der Quirinal zuerst besucht werde. Schließlich aber seien die Bedenken doch überwunden worden durch eine Depesche de» Reichskanzler», welche die Reise de« Kaiser» nach Rom lediglich aus militärische Gründe zurückführe. Die letztere amüsante Erfindung gebührt der Wiener Korrespondance de l Est, die sich gern mit ihren diplomatischen Beziehun-
Nun also, wie schon angedeutet, ich war ein flottes Hau», hatte mit Schustergesellen und Bauernburschen meine regelmäßigen „Holzereien , war der Schrecken aller Nachtwächter von X. und führte im Uebrigen ein eben so sorgloses und fröhliches, ja tolle» Leben, wie man e» al» Studio im vierten Semester und gestützt auf einen sehr anständigen Wechsel, nur immer führen kann. Al» Jurist hatte ich zwar verschiedene staatsrechtliche Collegia belegt, doch ließ ich mich nur höchst selten in demselben bilden - lieber «er.->»» dm» auch des „Studirens halber" nach X.? Höchsten« doch nur einige Muttersöhnchen, gewesene „Ster« den" der Gymnasien, die gewissenhaft ihr Trren- nium, oder wenn e« hoch kam, ihre sieben bi« acht Semester „abschraubten", um dann „exa- mine bene* oder gar „optnne superato schleunigst in Amt und Würden zu gelangen, aber wir Anderen hatten e« gar nicht so.eilig, da« lustrge Studentenleben mit dem Dasein eine« „Wüfler« zu vertauschen und vollend« ich, der al« Schlager wie al« Trinker inX. gleichberühmte wilde „Longo- darbe." bezeugte hierzu noch nicht die geringste ^Min „Alter" nun, welcher in N., einem etw zehn Meilen von X. entfernten großen Dorfe, da fogcnannte Erblehbgericht besaß, mußte trotz de-
Programm
zur
35. Otetrtl • 9trfem«l«ii8 -er Kßttzrliklk SkuWauds
Freiburg i.«. (2.-6. Septbr. 1888.)
Sonntag, den 2. September.
Empfang der Gäste bei Ankunft der Bahnzüge.
Abends 8 Uhr: Begrüßungsfeier im katholischen Bereinshause (Karlsstraße 7).
Montag, den 3. September.
Morgen« 8 Uhr: Pontifikal-Amt im Münster zur Anrufung de» heil. Geistes. — ’/zlO Uhr: I Geschloffene General-Versammlung in der Festhalle (Karlsplatz). - 11 Uhr: General-Ver- sammlung de» katholischen Juristen-Verein», der Mncenz-Vereine und der akademischen Piusvereine in den Sälen de« Vereinshauses.
Nachmittags 3 Uhr: Sitzungen der Ausschufle. — 5 Uhr: I. Oeffentliche General'Versamm- lung in der Festhalle.
Abend» 8 Uhr: Gesellige Unterhaltung im Ver- einshause, veranstaltet durch den kaufmännischen Verein Lätttta unter Mitwirkung der beiden Pfarr« Cäcilienvereins.
Dienstag, den 4. September.
Morgen» 8 Uhr: Requiem für die verstorbenen Mitglieder der bisherigen General-Versammlungen in der St. Martinrkirche. — 9 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse. — 11 Uhr: H. Geschlossene General-Versammlung in der Festhalle.
Nachmittag» 3 Uhr: Besichtigung de» Mün- ster» unter Führung kundiger Herren. - ’M Uhr: General-Versammlung de» Bonifatius-Verein» und Bonifatius-Sammelverein«, des akademischen Bonifatius-Vereins und des Raphael • Verein» in den Sälen de» Vereinshauses. — 5 Uhr: 11 Oeffentliche General-Versammlung in der Festhalle.
Abend» 8 Uhr: Festkommers der katholischen Studenten-Korporationen in der Festhalle.
Mittwoch, den 5. September.
Morgens 7 Uhr: Amt im Münster und in St. Martin nach der Meinung des heil. Vaters. — 8 Uhr: Sitzungen der Ausschüffe. — 10 Uhr: ttt, Geschlossene General-Versammlung in der Festhalle.
We rktikM SchvWr
Humoristische Erinnerung eines „alten Hauses".
Ich war flotter Bursch bei der flotten „Longo- bardia" in X., dem alten lieben, krähwinkligen Neste, da» seitdem durch die Eisenbahn angeblich in den großen Weltverkehr mit hineingezogen worden sein soll. Nun, ich bin seit jener schönen Zett, in der ich nebst meinen Verbindungsbrüdern die Philister" von X. in Angst und Schrecken setzte, noch ein paar Mal in dem alten Musensitze ge- wesen, ich kann aber demselben bezeugen, daß er trotz de» recht stattlichen Bahnhöfe» und der hübschen Villen in der „Bahnhofsstraye sich doch feine Physiognomie von „dunnemals" noch so ziemlich bewahrt hat. Wenigsten» find die krumm- winkeligen Straßen im Innern der Stadt und ebenso die altberühmten Kneipen, wie der „Fuch«- bau", der „Zapfen" und der „Stolze Hering , noch dieselben geblieben und was den Verkehr anbelangt, so scheint fich dessen „Hebung" nur dadurch zu dokumentiren, daß jetzt da» Serdel Bier im „Fuchsbau" zwanzig Pfennige, anstatt wie früher, zehn Pfennige kostet und daß man im Gasthof zum „Rothen Löwen" für ein Zimmer zwei Mark zahlen muß, während es früher nur fünf „gute Groschen" kostete.
Nachmittags 3 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse. — 5 Uhr: in. Oeffentliche.General-Ver« sammlung in der Festhalle.
Abend» 8 Uhr: Mufikalische Unterhaltung im Garten der Festhalle (event. in der Festhalle), Feuerwerk, Beleuchtung der Pyramide de» Münster».
Donnerstag, den 6. September.
Morgens 7’/4 Uhr: Stillnuffen im Münster nach der Intention de« Bonifatiur-Verein«. — 8 Uhr: IV. Geschlossene General-Versamm- lung in der Festhalle. — 10 Uhr: IV. Oeffentliche General-Versammlung In der Festhalle.
Nachmittag« 2 Uhr: Gemeinsame» Festmahl int Vereinshause, danach Ausflug auf den Loretto- berg (event. Unterhaltung int Vereinshause).
Bemerkungen.
1) DasAnmeldungs-, Wohnung«- und Auskunfts-Bureau befindet fich im Kreuzgange von St. Martin in Nr. 3 der Eisenbahnstraße (direkte Berbmdungs- straß« vom Bahnhof zur Stadt) und ist am Samstag von Mittags 12, am Sonntag von Vormittags 11 und an den folgenden Tagen von Morgens 8 Uhr an bis Abends 11 Uhr geöffnet. Daselbstwerden auch die Karten ausgegeben.
2) Die Mitgliederkarte ä 7 Mark berechtigt zum freien Eintritt in sämmtliche Versammlungen, Sitzungen und Unterhaltungen, sowie zur Lösung «wer Fefimahlkarte und zum kostenfreien Bezug des stenographischen Berichtes über die General-Versammlung.
Akademiker erhalten diese Karte um den halben Preis unter Verzicht auf den stenographischen Bericht.
3) Die Theilnehmerkarte ä 3 Mark 50 Pfg. berechtigt zumBesuch der vier öffentlichen General-Versammlungen, der Versammlungen des Bonifatius-Verems, der Vincenz-Vereine und des Raphael-VereinS, sowie des Kommerses am Dienstag Abend und des Gartenfestes am Mitt- "°<Solch"Theilnehmerkarten werden auch für Damen ausgestellt. Der Platz der Damen ist in den Gallerien, jener der Herren im Parterre der Festhalle. Die Therl- nehmerinnenkarte für einen reservirten Sitz in der vorderen Galerie kostet 5 Mark.
4) Außerdem werden für Damen und für Herren Ei n- »elkarten L 50Pfg. ausgegeben, welche zur Th-ilnahme an je einer öffentlichen General-Versammlung berechtigen.
im Anmelde - Bureau, als auch am Eingänge der Festhalle gelöst werden.
5) DieFestmahlk arte (fürMitglieder) kostet 4 Mk. und soll spätestens bis Dienstag Abend gelöst werden.
6) Auf besonderes Verlangen werden die Mitglieder- und Theilnehmerkarten schon vorher zugesandt. Die bezüglichen Gesuche sind unter Beifügung des Betrages nebst 25 Pfg. für Porto an das Bankhaus I. A. K r e b s zu richten.
Aber freilich, tempora mutantur — und wir ändern uns mit den Zeiten und daß sich eben nicht bloß die Gasthofrpreise ändern, sondern auch da« leichtlebige Menschenvolk selber, da« habe ich bei meiner letzten Anwesenheit in X. gemerkt. Gewiß, e» herrschte unter den jungen Musensöhnen noch ein ebenso froher, lebendiger Geist wie zu „meiner Zeit" — und doch — und doch .... e» war ander« geworden 1 Oder hätte mich sonst der junge Vandalenfuchs, der meinen Lootsen während der Nachhausefahrt vom „Zapfen"- zum „Rothen Löwen" abgab, ordentlich rührend gebeten, den behelmspitzten Wächter de» Gesitze» in Ruhe zu lassen, der mich immer so höhnisch anlächelte? Oder — um die Sache von einer anderen Sitte zu beleuchten — gingen wir damal» so geschniegelt und gebügelt, trugen wir damals solch' schöne rothe und gelbe Handschuhe, rochen wir damals so nach „mille de fleurs“, spielte damals der „Kneifer" eine solche Rolle, al» die« heutzutage in der akademischen Welt der Fall ist? ... . doch, wohin gerathe ich mit meinen Betrachtungen — ich wollte ja ein lustige« Stückliin au« meiner Studentenzeit erzählen, aber keineswegs eine Charakteristik der heutigen akademischen Jugend im Vergleiche zu der Generation der Musensöhne vor etwa dreißig Jahren geben 1