Montag, den 18. Juni.
1888
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F«li>«er
Zum Tode des Kaisers Friedrich
Deutsches Reich.
Aus allen Gauen nur, sondern aus Kundgebungen ewigten Kaiser in Die Pnffr des Jn-
Flochtest Du den Heldenlorbeer um die Stirn im Schlachtengraus, Trugst ein milder Friedensengel wieder Segen Du in's Haus. Heller als die Gloriole, die Dein Dulderhaupt umstrahlt, Glänzt des Volkes Thränenperle, die dem treuen Vater galt.
Liebe war ja nur Dein Streben, Liebs nur entquoll dem Mund, Darum brachte Lieb' entgegen Dir das ganze Erdenrund.
Nie im Herzen aller Deutschen bleichet je Dein theures Bild, Dein verklärtes Heldenantlitz mit dem Auge blau und mild.
Yah, so zuckte er denn nieder jener Blitz am Ivolkenring, Der viel' Monde lang schon dräuend über Deutschlands Fluren hingt Furchtbar jach herniederzüngelnd traf er es in's tiefste Herz, Und wie Niobe verzweifelnd ringt es nun in wildem Schmerz.
wie? Dein Bester schon geschieden, Deutschlands treuer Schirm und hort? Nein, geschieden bist Du nimmer, lebst in allen Herzen fort!
Zn dem kühnen Sonnenfluge, den der Aaiseraar begann, Sank er mit gebroch'nen Schwingen mitten auf der Sternenbahn.
greifen Dichter des Befreiungskrieges. Bon Bonn aus machte der Prinz mehrfache Ausflüge in das herrliche Rheinland, trat aber im Herbst 1850 auch eine größere Reise nach Italien an. In Gemeinschaft mit dem Erbprinzen Georg von Meiningen und dessen Gemahlin Charlotte verlebte er am Comer See herrliche Tage und trat über die Schweiz und das südliche Frankreich die Rückreise nach Bonn an.
Eine im folgenden Jahre unternommene Reise sollte für das ganze Leben des Prinzen bedeutungsvoll werden; sie führte ihn über den Kanal nach England, wo er seine zukünftige Gemahlin kennen lernen sollte. Wohl hatte damals noch Niemand eine Ahnung des Kommenden, aber hier traten sich doch der preußische Thronerbe und die Prinzeß Royal von England zum ersten Male gegenüber. Das Jahr 1851 führte den Prinzen in Begleitung seines Vaters auch nach Rußland, als Gäste des Zaren Nikolaus, der seinem Neffen das Husarenregiment „Jsum" verlieh. Nach Beendigung der Bonner Studienzeit, Feühjahr 1852, widmete der Prinz, inzwischen zum Hauptmann befördert, sich ausschließlich den militärischen Pflichten. Das Jahr 1853 krachte ihm die Ernennung zum Major und eine Einladung an den Kaiserhof nach Wien. Kaiser Franz Joseph verlieh ihm das 20. österreichische Infanterie-Regiment. Die Wintermonate 1853 bis 54 verbrachte der Prinz in Italien. Lange weilte er in Rom, der ewigen Stadt, die Kunstschätze gemeinsam mit Strack, dem berühmten Architekten, studirend; auch in Neapel weilte er als Gast des Königs Ferdinand II. In die Heimath zurückgekehrt, wurde er zuerst zur Dienstleistung bei der Garde-Artillerie, dann beim ersten Garde- Dragonerregiment abkommandirt, hierauf am 31. August 1855 zum Obersten ernannt. Im September letzteren Jahres trat er abermals die Reise nach England an, begleitet von jenem Manne, der später unsterblichen Ruhm sich erwerben sollte, dem Oberst v. Moltke. Auf dem Hoch- landschloffe zu Balmoral fiel dann die für das englische und preußische Königshaus, für das deutsche Vaterland so wichtige Entscheidung: am 20. September unterbreitete der Prinz den erlauchten Eltern der Prinzeß Royal seinen Antrag, der gern angenommen wurde, und am 29. Sept, holte er sich von der Prinzessin selbst das Jawort. So wurde das Verlöbniß geschloffen zwischen dem Erben der preußischen Königskrone, dem späteren deutschen Kaiser und seiner erlauchten treuen Gefährtin durch ein Leben hohen Glückes und schweren tiefen Leidens.
Nach Deutschland zurückgekehrt, wurde der Prinz 1857 mit der Führung der 1. Gardeinfanteriebrigade beauftragt. Dann nahm er längere Zeit Aufenthalt in Breslau. Reisen nach Petersburg, London, Paris unterbrachen seine militärische Thätigkeit. Am 16. Mai 1857 wurde durch den Oberstkämmerer des Königs, den General-Feld- marschall Grafen Dohna offiziell die Verlobung erklärt. Nachdem 1858 der Vater des Prinzen im Namen seines erkrankten Bruders die Regierungsgeschäste übernommen hatte, begab sich Prinz Friedrich Wilhelm auf seine Hochzeitsreise. Mit großer Pracht wurde am 25. Januar 1858 die Trauung des hohen Paares in der Kapelle des St. Jamespalastes in London gefeiert. Mit unsäglichem Jubel wurden die Neuvermählten auf der Rückreise nach Preußen in allen Städten und nicht zum Wenigsten am 8. Februar bei ihrem E nzuge in Berlin empfangen. Am Morgen seines Vermählungstages war dem Prinzen ein Patent als Generalmajor zugegangen.
Seinen Erstgeborenen hielt der Prinz am 27. Januar
Edler Martyr auf dem Throne! Pharus in der Sturmesnoth! wie kaokoon gerungen hast Du mit dem Würger Tod I Doch, ein Triumphator schiedst Du, Seraph nun im Lilienglanz! Ruhmreich nennen alle Zungen Dich den Stolz des Vaterlands.
Fulda.
* Berlin, 16. Juni.
des deutschen Reiches nicht allen Welttheilen liegen der Trauer um den ver- unübersehbarer Menge vor.
und Auslandes feiert den
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Dahingeschiedenen als Friedens fürsten und beklagt sein tragisches Geschick.
Generalfeldmarschall Graf Moltke traf heute im Mormorpalais bei Potsdam ein und begab sich dann nach Schloß Friedrichskron, um sich von der Leiche Kaiser Friedrichs zu verabschieden.
Anton v. Werner hat eine Kreidezeichnung des entschlafenen Kaisers entworfen, welche indeß nicht veröffentlicht werden wird.
Die Einbalsamirung der irdischen Hülle weiland Kaiser Friedrichs hat stattgefunden und zwar mittelst Injektion Wickersheimscher Flüssigkeit. — Der entschlafene Kaiser ist im JaSpissaale des Schlaffes Friedrichskron aufgebahrt. Das Publikum hat ungehindert Zutritt. Zahllose
1859 in feinen Armen. Noch in demselben Jahre erhielt der Prinz während der Dauer der Kriegsbereitschaft das Kommando über die Garde-Jnfanterie-Diviston. In der Nacht vom 1. zum 2. Januar 1861 entschlief König Friedrich Wilhelm IV. Der Prinz-Regent bestieg den Thron als „König Wilhelm I. von Preußen". Am 1. Januar 1861, kaum 24 Stunden vor des Oheims Tode, war Prinz Friedrich Wilhelm, der nun den Titel „Kronprinz von Preußen" führte, zum Statthalter von Pommern ernannt worden. Schon einige Monate vorher, am 4. Juni 1860, dem Erinnerungstage der Schlacht bei Hohenfriedberg, hatte ihn sein Vater zum Chef des 1. Infanterie - Regiments ernannt, dem an ruhmreichen Thaten kaum ein anderes Regiment zur Seite gestellt werden kann. Am 18. Januar fanden die Feierlichkeiten zur Vertheilung und Segnung der Fahnen für die durch die Armee - Reorganisation neugeschaffenen Regimenter statt. D:r Kronprinz, der bereits am 1. Juni 1860 zum Generallieutenant ernannt worden war, hatte an diesem Tage das Kommando und die Ausführung übernommen. Am 18. Oktober 1861 fanden in Königsberg die glänzenden Krönungsfeierlichkeiten, denen der Kronprinz anwohnte, statt. Am 22. Oktober hielten die Majestäten ihren feierlichen Einzug in die Hauptstadt, der König zu Pferde, gefolgt vom Kronprinzen, die Königin und die Kronprinzessin in dem vergoldeten Krönungswagen. Die glänzenden Festtage schloffen in Breslau, wo der Kronprinz seinem Vater das 11. Regiment, dessen Chef er war, vorführte. Der Kronprinz erhielt am Tage der Krönung die Krönungsmedaille und die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des 2. schlesischen Grenadier-Regiments Nr. 11 und wurde ä la suite desselben gestellt. Auch das ihm verliehene österreichische Infanterie-Regiment führte von jetzt ab seinen Namen.
(Schluß folgt.)
Die ein Volk hienieden liebte, läßt es nicht mit kaltem Blut Von sich geh'n, sie bleiben leben fort in seiner treuen f?ut. Drum wie jener Kaiser Friedrich in Kyffhäusers Burggestein wird fortan Dein hoher Schatten stets Alldeutschlands Schutzgeist sein. Emil v. Boxberger.
Lebensbild des hochseligen Kaisers Friedrich.
Kaiser Friedrich wurde am 18. Oktober 1831 im Neuen Palais bei Potsdam (jetzt Schloß Friedrichskron) als einziger Sohn des späteren Kaisers Wilhelm geboren. Am 13. November wurde der junge Prinz int Neuen Palais getauft; Pathen waren König Friedrich Wilhelm III. und feine Gemahlin, die Fürstin von Liegnitz, der Kronprinz (später Friedrich Wilhelhm IV.) mit seiner Gemahlin, Prinz und Prinzessin Karl, Prinz August und Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz, der Stiefbruder der Königin Louise.
Die erste Erzieherin des Prinzen war unter Oberaufsicht der Frau v. Clausewitz Madame Godet, Gattin des Predigers Godet aus Neuenburg, doch schon 1840 erhielt die Oberleitung ein militärischer Gouverneur, der Oberst v. Unruh. Bereits im 7. Lebensjahre wurde der Prinz zu militärischen Uebungen angehalten, wurde 1839 am 22. März, dem Geburtstage des Vaters, demselben als ausgebildeter Rekrut vorgestellt, und am 18. Oktober 1841, am Geburtstage des Königs Friedrich Wilhelm IV. zum Sekoude-Lieutenant in der Leibkompagnie des 1. Garderegiments zu Fuß ernannt, doch erfolgte die Einstellung erst am 3. Mai 1849. Zur wissenschaftlichen Erziehung des Prinzen wurden die ersten Lehrkräfte auserwählt, so Emst Curtius, der aus Lübeck Berufen wurde, die Professoren Schellbach, Heller, Saegert, Heydernann, Rektor Borrnan. Den Unterricht in der Musik eriheilten vornehmlich Kapellmeister Taubert und Reichardt. Daneben wurde auch die körperliche Ausbildung nicht vernachlässigt, fleißig Turnen, Fechten und Reiten geübt. Schon früh lernte derselbe durch kleine Reisen ein schönes Stück Welt kennen: 1841 die märkische Schweiz, 1843 Thüringen, 1844 das sächsische Erzgebirge, 1845 das Meeresgestade, 1846 das Riesengebirge. Am 19. September 1848 vollzog Oberhof- prebiger Ehrenberg in der Schloßkapelle zu Charlottenburg die Einsegnung.
Im Mai 1849 fand, wie schon erwähnt, die Einstellung des Prinzen in den wirklichen militärischen Dienst statt, bei welcher Gelegenheit der Prinz von Preußen vor versammeltem Offizierkorps an den Sohn eine Ansprache Ojett, welche die Ueberzeugung ausdrückte, er werde „seine Schuldigkeit" tfjun. Wie sehr der junge Prinz den gehegten Erwartungen entsprochen, beweist die Thaisache, daß er [<$on nach ganz kurzer Frist zum Premier-Lieutenant befördert wurde. Feierlich wurde am 18. Oktober 1849 nom Hofe der Tag begangen, da der Prinz das Alter der Mündigkeit erreichte. König Friedrich WilhelmIV. bekleidete ihn int Kapitelsaale des Neuen Palais mit den ffufignien des Schwarzen Adlerordens und hielt hierbei eine Ansprache, in welcher er dm Neffen aufforderte, „ein wahres Muster christlicher Demuth, ritter- "cher Kraft, hohen Sinnes, jeglicher Treue werden." „Nur bann," schloß die Ansprache, „wirst , eine Zierde unserer Ritterschaft, unseres herrlichen, neuen, sieggewohnten Heeres und unseres Namens sein. 4>ann wird diese Feierlichkeit zum Labetrunk auf dem vomenvollen Pfade werden, den gewiffenhafte Fürsten l°der Zeit zu wandeln haben."
„Am 7. November lö49 bezog Prinz Friedrich Wilhelm, begleitet von Ernst Curtius, die Universität Bonn, wo er namentlich staatswiffenschaftliche und geschichtliche Kollegin
°ei Friedrich Blume, Ferdinand Walter, Clemens Perthes, F. C. Dahlmann, Emst Moritz Arndt, dem