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fernen in die Hände fallen kann. Jndeß nehmen die meisten Logen auf diesen Rath keine Rücksicht und ziehen es vor, für jede Sitzung ihre bemalte Leinwand auf bem Boden auszubreiten.

Gegenüber der Eingangsthür befindet sich am Ende des Saales eine drei Stufen hohe Estrade, welche mit einer Ballustrade versehen ist. Das ist der „Osten", der privilegirte Platz, wo der Ehr­würdige seinen Sitz hat. Der um vier Stusen über der Estrade erhöhte Amtstisch heißt „Altar' ; sein Stuhl „Thron"; über seinem Haupt ist ein Baldachin von blauem, mit silbernen Sternen besätem Sammet oder Seide mit Goldfransen. Im Hintergründe dieses Baldachins ist oben ein dreieckiges Transparent angebracht, das „Heilige Delta", in besten Mitte man in hebräischen Buch­staben den Namen „Jehova" sieht. Zur Linken des Baldachins ist ein zweite» Transparent, welches die Sonnenscheibe und zur Rechten ein drittes, welches den Neumond darstellt. Diese Transparente leuchten Dank den Kerzen, welche im Innern an­gebracht sind, ziemlich hell.

Nichtsdestoweniger scheu sie wunderlich aus, wenn man auch diesen Vorrichtungen den pom­pösen Titel „Gloires" Herrlichkeiten gibt. — Noch sind wir nicht zu Ende. — Der Altar des Ehr­würdigen ist mit einem blauen goldbefransten Trppich bedeckt, auf welchem folgende Gegenstände liegen; ein Winkelmaß, ein Hammer, ein Zirkel, ein stählerner im Zick-Zack gewundener Sabel. Man lache nicht! Das ist der „Flammende Degen , welcher die dem Ehrwürdigen vom Weltbaumeister verliehene Kraft fianbildet. Auf dem Mar siegen ferner die allgemeinen Statuten, das Ritual der Grades und ein dreieckiger Leuchter. Im „Osten pflanzt man auch das Banner der Loge auf. — Im Schottischen Ritus sind Behängung und Teppiche der Altars roth. - Etwas weiter vorn steht ein kleiner dreieckiger Tisch, welcher „Schwur-Altar

genannt wird, , . _

Etwas tiefer als der Ehrwürdige, aber immer noch im „Osten" befinden sich in der Nahe der Ballustrade die Amtstische des Redners »ur Rechten (Süden) und des Sekretärs zur Linken (Norden). Unterhalb des Redner«, außerhalb der Ballustrade, hat der Schatzmeister und unterhalb des Sekretärs der Gastmeister seinen Platz. , ,

Die Lichter, welche die Logen erhellen, befinden sich am Eingang in der Nähe des Aufsehers und auf der Estrade in der Nähe des Schatzmeisters. Man nennt die Kerzen „Sterne".

Abgesehen von den zwei Säulen am Eingänge ist der Saal, oder um mich maurerisch aurzu- drücken, der „Tempel", mit zehn andern Sauten im Umkreis geschmückt. Am Frie» oder Unter­balken, welcher auf den 12 Säulen ruht, befindet sich ein Mauerkranz, welcher 12 Knoten bildet. Die Enden des Mauerbandes, welche sich an den Säulen J und B befinden, laufen in ausgezackte Quasten aus. Der Plafond beschreibt die Gestalt einer Kurve; er stellt den Sternhimmel dar. Vom Hintergründe des Tempels über der Estrade gehen 3 Strahlen aus, welche den Aufgang der Sonne

schaftsbürgen der affilirten Logen und hochgestellte Besucher ihren Platz haben. Der Groß-Experte und der Zeremonienmeister sitzen auf Klappseffeln unten an den Stufen der Estrade, der erstere vor dem Gastmeister, der andere vor dem Sekretär. Die zwei Experten halten sich int Westen auf, in der Nähe der zwei Ausseher. Der Bruder Decker hat seinen Platz in der Nähe der Thüre; seine Aufgabe ist es, den Eingang des Tempels zu bewachen.

Das Vorzimmer der Loge heißt die „Paa Perdus“. Dort hält sich ein dienender Bruder auf. Auf einem Tische liegt ein Verzeichniß aus, in welches sich die zur Sitzung erscheinenden Maurer eintragen. Die Mitglieder der Loge auf dem Blatte links, dis besuchenden Brüder aus

—* Ueber Freimaurerei.

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dem rechts.

Die Lehrlinge tragen eine kleine weiße Schürze aus Fell, deffen Läppchen sie nach oben aufstülpen. Die Gesellen tragen da« gleiche Schurzfell, aber ohne e« auszustülpen. Die Meister tragen im französischen Ritus eine weiße Schürze von Atlas mit blauer Einfaffung und schwarzem Futter ; außerdem tragen sie noch ein Band, das in Schärpenform von rechts nach links geht und unten einen Gegenstand trägt, welcher „Kleinod heißt. Derselbe stellt einen Zirkel und eine Wasserwaage kreuzweise übereinandergelegt dar. Im schottischen Ritus tragen die Meister eine roth eingefaßte weiße Schürze, in deren Mitte die Bmbstaben M.\ und Bz. in Roth entweder ge­malt ober gestickt finb; weiter tragen sie ein blaues, roth gesäumtes Mohrband, ebenfalls in Schükpenform von rechts nach links; das Kleins„ ist van Gold und ist am Ende de» Bande» an einer rothen Rosette befestigt.

Die Beamten der Loge tragen ihr Band nicht in Schärpenform, sondern um den Hal«, so daß die Spitze desselben auf die Brust zu liegen kommt An diesem Bande, an welchem gewöhn­lich Akazienblätter und andere maurerische Embleme eingestickt sind, ist ein Kleinod befestigt, das \t nach den verschiedenen Aemtern verschieden ist. So trägt der Ehrwürdige als Kleinod ein Winkel­maß- 'der 1. Aufseher eine Wafferwage; der 2 Aufseher ein Senkblei ober ein Loth; der Redner ein offenes Buch; der Sekretär zweikrenz- w ise über einander gelegte Federn; der Schatz­meister zwei Schlüffel; der Siegelbewahrer eine Rolle und ein Petschaft; der Zeremonienmeister einen Stock und einen Degen qaer übereinander gelegt; der Tafelmeister ein Füllhorn ; der Gast- meister eine Hand mit einem Geldbeutel; der Baumeister zwei quer übereinander gelegte Lineale'; der Decker eine Keule. — Die Brüder der Hoch­grade haben ihre besonderen Insignien, welche wir später beschreiben werden. (Forts, folgt.)

Zu beiden Seiten der Loze befinden sich mehrere Reihen von Bänken. Die Bankceihen auf der Seite des Ersten Aussehers, also rechts vom Em- gange aus, heißen zusammen die ''Südliche Säule"; die zur linken die „Nördliche L-aule . Im französischen Rtus haben die Lehrlinge ihren Platz im Norden, die Gesellen im Süden und die Meister ohne Unterschied aus beiden Säulen. Im schottischen Ritus sind die Lehrlinge und Gesellen im Norden und die Meister im Süden.

Im Osten befinden sich zwei runde Banke, auf welchen die Brüder der Hochgrade, d,e Freund-

Gottesdienst-Ordnung in Fulda.

Samstag, 2. Juni.

D o m Abends um 71/2 Uhr Vorfeier der 8tägigen Abendandacht in folgender Woche zum hl. Bomfatms m der Gruft, wonach auch die Reliquien aufgelegt werden.

Sonntag, 3. Juni.

D 0 in Von 5 bis 7 Uhr hl. Messen, um 7 Uhr Amt .. her Gruft. Um 8 Uhr bischöfliches Hochamt und da­nach feierliche Prozession durch die Stadt. Um 4 Uhr Pfarrbrüderschaft, und um 7^ Uhr Andacht zum hl. Bo­nifatius in der Gruft und Auflegung der Reliquien. Je­den Taa in der Woche wird um 9 Uhr tzochamt gehalten, am Dienstag auch mit Predigt-, vor und nachher wer­den jedesmal Reliquien aufgeleg. — Stadtpsarr- ki rcke 5 U. hl- Messe mit Predigt, Beginn der Bet­stunden, G Uhr hl. Messe, 6> 2 U. hl. Messe, 7 Uhr hl. M--sfe 1 Uhr Betstunde bis G Uhr. An allen Tagen der ^rohnleichnamsoktav hindurch wird, außer Sonntag und Mittwoch, um 78/4 Uhr Abendandacht gehalten mit Aus- sebung des hochwürdigsten- Gutes. — Mich aelsberg. g uhr Gottesdienst. — Seoerikirche. 7 Uhr Gottes­dienst.-Hospitalskirche. Während der Frohnleich-

Nroben unb Cerernoni.ll bei ber Ausnahme. " (Fortsetzung.)

Werfen wir inzwischen einen Blick auf bis Ein­richtung ber Loge. Der Saal, m welchem sich die Drei-Punkte-Brüber versammeln, ist geräumig ; derselbe bilbet ein längliches Rechteck. Wenn bis Arbeiten bes Abenbr bis Anwesenheit von Lehr- singen unb Gesellen, b. h. der Brüder ber zwei elften Grabe gestatten, ist die Loge blau ausge- schlagen. Beim Schottischen Mtus ist die Behan- Z? roth' Die vier Seiten bes Saales tragen die Siamen ber Himmelsgegenden. Die Seite, auf welcher sich der Eingang befindet heißt „Westen . Zu beiden Seiten der Thüre erheben sich zwei hohle, korinthische Bronze-Säulen Heren Kapitäle mit ie drei halboffenen Granatapfel geschmückt si. b Aus bem Schaft ber Säule rechts (vom Em- ggug gul) steht der Buchstabe Vdem der sinken Säule der Buchstabe JDie Säule J '.st mäh end der Abhaltung der Lehrsingsarbeiten be- _ -im schottischen Ritus ist die Säule B link» unb die Säule J rechts. Vor ber Säule recht» befindet sich ein kleiner dreieckiger ^isch sur

Nr ' -rften Aus eher; vor ber Säule links ein solcher für ben zweiten Isufscher. Jeber dieser Sogenbeamten führt einen Hammer. In der Mit e her Saale« breitet man auf einem nut Mosaik aufgelegten Platze de« Fußboden» eine bemalte Leinwand au», welche man „Teppich ober nennt Auf diesem Gemälde befinden sich ÄftuSn einer Made; die zwei Gäulen j unb b ■ zwischen diesen in der Höhe der Kapi- nach oben gerichtet sind; zur Linken ber Säule ck ein roher Stein; zur Rechten ber Säule B ein Würfel mit einer aufgesetzt enPycamide.^ (Die» ift ber famose mysteriöse „Kubische Stein .) Auf dem Kapital der Säule 5 ist ein Instrument, das Sott) ober Senkblei heitz, unv Über der Säule B eine Wafferwaage; unter bem rohen Steine bc- nnbet sich ein Spitzhammer unb unter dem kubi­schen Steine ein Gitterfenster. In der Mitte de« oberen Xheile» bes Gemäibes ist oberhalb dcs Zirkels ein Winkelmaß, Über wAm -in radiere« Gitterfenster ist ein drittes Gitterfenster ist m der Mitte der rechten Seite de« Gemäldes über dem kubischen Steine; in der Mitte der sink n Seite über dem rohen Sterne befindet sich em Parallelogramm, welche« das geheime Alphabet ber symbolischen Grade enthält ; ganz oben recht« ist eine strahlende Sonne nut einem Gesichte, L".r 3 ber IW Seite ber R» « Mitte von Wolken; da unb dort sind eterm , das Ganze ist endlich von einer großen Schnur umgeben, welche sieben Doppelraten und zwei Schlesien hat. Diese bemalte Leinwand ist Gegen­stand großer Verehrung; man muß sich wohl hüten, darüber zu schreiten, sonst verfallt man e'n®ie@ auF diesem Gemälde dargestellten Gegen­stände scheinen ganz besonders heilig gehalten zu werben. Da« Ritual empfiehlt ben Logen sogar biete bemalte Leinwand zu beseitigen unb für jeb. Sitzung diese mysteriöse Zichmmg von neuem m t Kreide aus bem Mosaikboden aurzusuhren. „Bd feder Sitzung", so sagt da« Ritual, „zeichnet man dar mysteriöse Gemälde ber Loge mit Kreide Nach ber Sitzung wischt man e« mit einem leicht angcseuchteten Schwamme aus; dadurch wird die etwaige Entweihung be« Gemäldes v^bute, welche», wenn auf Leinwand gemalt, leicht P"-

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