Freitag, den 11. Mai.
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welche Schwierigkeiten bei einer Versammlung von solchen Dimensionen zu bewältigen sind, bedarf keiner Vermuthungen über „den wahren Grund der Hindernisse", der „ein Internum der leitenden Persönlichkeiten sein müsse", um die Verzögerung der Entscheidung sehr begreiflich zu finden. Wie wir kürzlich in Erinnerung brachten, ist s. Z. Amberg erst im Juni gewählt worden. Köln ist schon vor mehreren Jahren ein für alle Mal zur Verfügung gestellt worden, kommt aber in diesem Jahre nicht in Betracht, weil die Versammlung 1887 in Trier tagte und dies Mal eine süddeutsche Stadt gewählt werden soll. Wie wäre e» mit Freiburg? Zufitzt hat es die Versammlung 1875, also vor 13 Jahren, beherbergt, und wer die Perle des Breisgaues ein Mal gesehen hat, der kommt immer gern wieder.
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Der Neffe.
Kriminalroman von F. A. (10. Fortsetzung.)
Die Wunde des alten Meners war sofort tödt- lich. Herr Schmittchen hätte bei rechtzeitiger Hilfe gerettet werden können, sein Tod ist eine Folge der Verblutung," erklärte der Arzt.
„Und welcher Waffe hat sich der Mörder
Deutsches Reich.
Berlin, 9. Mai.
* Die Nachrichten über das Befinden des Kaisers lauten heute günstig. Die Nacht war zwar mehrfach durch Auswurf gestört, brachte aber doch hinreichend erquickenden Schlaf. Die Körpertemperatur war heute ftüh normal. Bei dem heutigen Wechsel der Kanüle zeigte sich, wie der ,Nordd. Allg. Ztg.' von ärztlicher Seite berichtet wird, als erfreuliches Resultat der jüngst veränderten Form derselben, daß die äußere Umgebung des Wundkanals, welche stark entzündlich gewuch rt war, abgeschwollen, benarbt und fast gänzlich frei von entzündlicher Reaktion ist. So durften die Aerzte den augenblicklichen Zustand des hohen Patienten als günstig genug betrachten, »m die Erlaubniß zum Verlassen des Bette» und zu ruhiger Lage auf dem Sopha zu ertheilen, »on welchem aus Se. Majestät einen freien Blick in den grünen Park hat.
* Die Vermählung des Prinzen Heinrich mit der Prinzessin Irene von Hessen ist jetzt dc- stnitiv auf den 24. Mai festgesetzt.
• Der Bundesrath wird seine Sommerfellen nicht eher antreten, als bis der Entwurf über die Alters- und Jnvaliditätsversicherung der Arbeiter erledigt ist. Es wird angenommen, daß darüber noch der Mai und der Juni vergehen werden.
• In der technischen Hochschule zu Charlotten- bürg ist heute Vormittag durch Kultusminister Dr. v. Goßler das neue Architekturmüstum eingeweiht worden, welches in seiner Art einzig dasteht. Dasselbe ist aus dem Schinkelmuseum und der Callenbach-Sammlung entstanden.
• Gestern ist die indische Abtheilung des Museums sür Völkerkunde in Berlin eröffnet worden. Zugänglich sind zunächst nur die Sammlungen aus Vorder - Indien. Die aus Hinter-Indien und dem indischen Archipel werden in Jahresfrist eröffnet. Dem Museum ist ein großer Theil der indischen Sammlung des Prinzen Adalbert von Preußen überwiesen. Dieser Theil ist besonder» aufgestellt.
* Die indo-europäische Telegraphen - Gesellschaft in London hat an den Staatssekretär de» deutschen Reichs-Postamt» mittelst eines sehr warm
Bestimmtheit.
Ein eiskalter Schauer durchrieselte Meta, Dolch mit der dreieckig geschliffenen Spitze, d.ffen schönen kunstvoll ziselirten Griff sie öfter bewundert hatte, fehlte in Sonnenberg'» Zimmer; ihn selbst hatte der Kutscher in Hamburg gesehen; da» Betragen der jungen Mannes ward ihr räthselhaft.'
„Haben Sie mit Herrn Sonnenberg gesprochen?" fragte sie den Kutscher leise.
„Ja, Fräulein, ich erzählte ihm, welch Unglück hier geschehen ist."
„Und wa» sagte er?"
„Er erschrak furchtbar. Ich habe noch nie einen Menschen so bleich werden und so zittern sehen, wie ihn, dann sah er nach der Uhr und plötzlich lies er fort und ließ mich stehm."
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„Die Wunden rühren von einem dreieckig
schliffenen Dolche her," verfitzte der Arzt
gehaltenen Schreibens 4200 JL als Beitrag zu den Sammlungen für die Ueberschwemmlen in Norddeutschland eingesandt. Der Präsident der Gesellschaft, Andrew», hat dieser Spende au» erzenen Mitteln 500 JL beigefügt.
• Eine zweite Plantagen - Gesellschaft für Ostafrika hat sich unter dem Namen „Deutsche Pflanzer-Gesellschaft" dieser Tage in Berlin gebildet. Da» auf 2 Millionen festgesetzte Grundkapital zerfällt in Aktien a 1000 Mark.
* Der zweite deutsche Pilgerzug, welcher anläßlich de» Jubiläum« des HI. Vaters die Reffe nach Rom macht, ist am 6. d. M. in der Stärke von 220 Theilnehmern abgegangen. Ihnen werden sich in Rom gegen hundert weitere Pllger anschließen, welche schon früher dorthin gereist sind, um He Audienz bei Sr. Heiligkeit und den Besuch der heiligen Stätten mit den Reisenden des Pilgerzuges gemeinsam zu absolviren. Am diesmaligen Zuge betheiligten sich viele Pilger aus Westfalen, Friesland und Oldenburg; viele Geistliche, die sich zur Theilnahme gemeldet hatten, müssen leider zurückbleiben, weil sie wegen des herrschenden Priestermangels keinen Urlaub erhalten haben; es gilt dies besonders von den Geistlichen der Erzdiözese Freiburg. Der Pilgerzug wird von Sr. Durchlaucht dem Fürsten zu Löwen- stein, dem Präsidenten des deutschen Comitös für die Sekundizfeier Sr. Heiligkeit, selbst geführt.
♦ Wie aus Kreuznach berichtet wird, soll Geheimrath Professor v. Gneist bei der am Dienstag nach Pfingsten statlfindenden Grundstein- legung de» Hutten-Sickingen-Denkmal» die Festrede halten. Die Wahl de» Festredners ist die denkbar glücklichste. Ulrich von Hutten hat einen Redner bitter nöthig, „der alles beweisen kann , und das wird Hr. v. Gneist bestens besorgen.
- Köln, 9 Mai. Anläßlich der Gerüchte, die General-Versammlung der katholischen Vereine solle in diesem Jahre ausfallen, hatten wir uns, schreibt die .Köln. Vztg/, mit der Bitte um Aufklärung an den Kommissar der General- Versammlungen, den Fürsten zu Löwenstein, gewendet. Heute erhalten wir die ganz bestimmte Erklärung, das Gerücht sei falsch, im Gegentheil werde gegenwärtig mit drei verschiedenen Städten unterhandelt. Wer au» eigener Anschauung weiß,
Inzwischen hatten die Gerichtspersonen den Balkon in Augenschein genommen, an welchem der Mörder emporgeklommen sein sollte. Er war nicht allzu hoch, so daß ein nur einigermaßen geschickter Kletterer sich wohl hinaufzuschwingen vermochte.
„Der Mordgeselle hat keine großen Schwierigkeiten gehabt, hier heraufzukommen," bemerkte der Untersuchungsrichter, aber ein ihn begleitender Unterbeamte, ein alter gewiegter Detektiv, schüttelte den Kopf. „ _
„Nehmen Sie nicht für ungut, Herr Rath, aber ich glaube gar nicht, daß der Kerl sich die Mühe gegeben hat, da herauf- oder herunterzuklettern," sagte er.
„Was meinen Sie denn?"
„Der hat einen Schlüssel gehabt und ist ganz gemüthlich durch die Thür gekommen."
„Das ist nicht möglich 1" rief Meta, „der Onkel war eigen mit den Hausschlüsseln, außer ihm und Herrn Sonnenberg führte Niemand einen solchen; er legte ihn jeden Abend auf seinen Nachttisch vor da« Bett und von dort nahm ihn Martin am Morgen weg, um das Haus aufzuschließen."
Man suchte nach dem Schlüssel, er war nirgend» zu finden." t .
„So ist e» klar, der Mörder ist durch den Balkon hereingeklettert, hat aber den Rückweg vermittelst de« Schlüssel« durch die HauSthür ge-
Ausland.
♦ Wien, 9. Mai. Der Lichtenstein'sche Schulantrag kommt in der laufenden Reichsrath» - Session nicht mehr zur Verhandlung.
— Ungarische Blätter, die als offiziös gelten, haben in den fitzten Tagen die Kriegsgefahr wieder sehr in die Nähe gerückt und damit in weiten Kreisen Beunruhigung geschaffen, zumal darin die Möglichkeit eines Ausbruche« des schon so lange in der Luft schwebenden Krieges mit Rußland noch für den heurigen Sommer signafisirt war. Die Lage ist gewiß sehr ernst und der Friede hängt sozusagen nur an einem Faden. Trotzdem erscheinen die Schilderungen ver ungarischen Regierungs-Organe denn doch zu düster und wird man gut thun, nicht zu sehr dem Pesfimismu» zu huldigen. Die österreichische Polittk war bisher eine klug abwartende und man kann hoffen, daß es ihr auch fernerhin gelingt, wenn nicht besondere Ereignisse dazwischen treten, den Frieden auch wenigstens Heuer zu erhalten und der Monarchie damit Zeit zu geben, ihre militärischen Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen. Da» Kritische der Situation liegt in den unberechenbaren Verhältnissen am Balkan; dort ist die Luft sehr gewitterschwül geworden und scheinen sich Ereignisse von großer Tragweite vorzubereiten. Hoffentlich wird die drohende Wolke glücklich an Oesterreich vorüberziehen.
nommen und die Thür hinter sich verschlossen, um die Entdeckung möglichst lange hintanzuhalten."
„Nein, Herr Rath, er ist auch nicht heraufgeklettert," behauptete der Gcrichtsdiener mit aller Bestimmtheit, „das ist nur Spiegelfechterei mit der eingedrückten Fensterscheibe, sehen Sie doch, da» Gla» liegt draußen, sie ist von innen zerbrochen."
„Sie haben Recht!" tief der Rath, „der Mörder muß einen Schlüssel besessen haben."
Oder int Haufe gewesen sein!" rief der Kutscher vorlaut dazwischen.
Der Untersuchungsrichter drehte sich scharf nach ihm um. „War wollen Sie damit sagen?"
„Hm," erwiderte der Mann achselzuckend, „nicht- weiter, al» daß diese Nacht drei Menschen hier im Hause geschlafen haben. Davon find zwei ermordet , der dritte hat sich vor Thau und Tag davongemacht, und ich werde mein Lebtag nicht vergiflen, welchen Schreck er kriegte, al» ich ihm heute Morgen in Hamburg begegnete, just al» er au» dem Laden de» Banquier Fränkel kam."
„Und wer war dieser Dritte?"
„Der Architekt Sonnenberg?"
„Wille, wa» reden Sie da für ungereimte« Zeug!" rief Meta.
Der Untersuchungsrichter unterbrach sie: „Bitte, Fräulein Schmittchen. lassen Sie den