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1887

Sonnabend, den 17. Dezember.

289.

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Die Fuldaer, Zeitung" erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen, »ierteljährlich« «bonnemerasprets dring-rlohn und Bestellgeld: 1 R. 50 Pf. mit der belletristischen Wochenbeilage .Sterne und Blumen in Fulda 1 R. 70 M-, auswärts 1 M^75 Pf.

Inserate: Di« einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

Erstes Blatt.

An unsere Leser!

Anläßlich deS goldenen Priester-Jubiläums Er. Heilig, feit Papst Leo's XIII., das in Deutschland am zweiten Weihnachtsfeiertage begangen wird, lassen wir zur Weih­nachtsnummer unseres Blattes noch eine besondere „Fest- reitnng" als Beilage erscheinen. Unsere Leser erhaltm diese Festzeitung, die, in großem Format 8 Seiten Text nebst Illustrationen umfassend, auf feinem satinirtem Papier hergestellt ist, trotz der damit verbundenen nicht unbedeu­tenden Kosten als Gratis gäbe. Der Hinblick auf die erhabene Feier, welcher dieses außergewöhnliche Opfer gilt, und die Rücksicht auf die Treue und Geneigtheit unserer Leser dürfte dasselbe rechtfertigen und erleichtern.

Gleichzeitig richten wir an unsere Leser die Bitte, das Abonnement auf die „Fuldaer Zeitung" für das am l. Januar 1888 beginnende I. Quartal des neuen Jahrgangs möglichst bald erneuern zu wollen, damit ununterbrochene und prompte Zusendung des Blattes er­möglicht wird. Die Bestellung muß bis zum 28. d. M. spätestens geschehen, sonst berechnet die Post 10 Pf. extra für Porto der Nachbestellung.

Der Abonnementspreis beträgt für die „Fuldaer Zeitung" pro Quartal 1 Mk. 50 Pf. (exkl. Bestellgeld).

Wie alljährlich, so wird auch bei Schluß dieses Jahres wiederum ein hübsch ausgestatteter Wandkalender den Abonnenten der „Fuldaer Zeitung» gratis zugehen.

Den hochw. Clerus und die katholische Lehrerschaft, so- rote alle diejenigen, die es mit der Centrumspartei und ihrer Press« redlich meinen und nicht etwa durch kleinliche Motive von der Förderung einer guten und wichtigen Sache sich abhalten lassen, bitten wir auch bei dieser Gelegenheit wieder um kräftige Unterstützung unseres Fuldaer Centrumsblattes. In welcher Weise einer täglich erscheinenden Zeitung die wirksamste Unterstützung seitens ihrer Leser und Gönner zugewendet werden kann, ist oft genug hervorgehoben worden und genugsam bekannt. Es kommt also nur noch auf den guten Willen des Einzelnen an, von den jeweils ihm gebotenen Mitteln und Wegen zu Gunsten der Centrums­presse den entsprechenden Gebrauch zu machen.

Eine Zeitung kann nur dann mit Erfolg wirken, wenn sie von ihren Gesinnungsgenossen eifrig empfohlen und durch rasche Einsendung von Nachrichten, sowie durch Zuweisung von Inseraten nachhaltig unterstützt wird. Die Freunde einer Zeitung können vi.l dazu beitragen,

Mr imiymdnl Jahre«.

(Schluß.)

Entschlossen kletterte er an der Leiter hinab und dann drang er rasch, doch behutsam in den Wald vor, immer weiter durch Dornen und Gestrüpp sich schlagend, vorwärts, vorwärts, ohne zu wissen, ob er dre rechte Richtung eingeschlagen habe.

Manchmal knackte uno knisterte es im Gesträuch, durch das wohl em scheues Wild brach, oder ein ausgeschreckter Vogel rührte sich in den Zweigen, dann fuhr er voll Schrecken zusammen und stand atyemtos tauschend still, ob nicht die Verfolger auf feinet Spur seien.

Ader ungesährdet eilte er werter durch bte stille Watdw.tvniß, rn die de: Mond durch dichte« Mäl- tergewlrr sein mildes Licht streute. Voll Dust und Glanz war die leuchtende Sommernacht. Endlich, nachdem er stundenlang ohne Ruhe und ohne Rast dahingeschritten war, nahm der Wald ein Ende.

Ältz er herauslrat, da glühte und wogte wie rothe Feuerwellen purpurnes Morgenroth am Ho­rizonte, das der grauen Dämmerung den Kampf ansagte. Und jetzt st,eg in Flammen ein zucken­des Leuchten auf, das siegend den jungen Tag verkündete, den taufend Kehlen mit Jubel be­grüßten.

daß dieselbe in Hotels, Restaurants und Wirthschaften so­wie in Vereinslokalen und Lesezirkeln, wo sie bisher ver­mißt wurde, Eingang findet.

Zwar ist unter den in Fulda erscheinenden politischen Blättern die „Fuldaer Zeitung" als einziges täglich erscheinendes Centrumsorgan der Diözese Fulda und des Regierungsbezirks Cassel das am meisten gelesene, indem ihr Leserkreis nicht allein die Stadt und den Kreis Fulda umfaßt, sondern sich auch über die anstoßen­den Kreise Hünfeld, Gersfeld, Schlüchtern, Lauterbach und darüber hinaus erstreckt, aber dennoch könnte zur größeren Verbreitung derselben seitens der Gesin­nungsgenossen bei redlichem Wollen ohne sonderliche Mühe noch viel geschehen. Unsere liberalen Gegner sind in dieser Hinsicht weit spekulativer und rühriger- Sie haben die hervorragende Bedeutung der Presse längst erkannt und wi"en ihren Einfluß auf's öffent­liche Leben sich nutzbar zu machen. Wer seinen eigenen Jntereffen heutzutage Geltung verschaffen, wer im öffentlichen Leben mitreden und gehört sein will, der helfe bei Zeiten dafür sorgen, daß die Presse, welche seine An­schauungen und Jntereffen vertritt, zu Einfluß und Ansehen gelange. Möge daherJ-der, der ein wahrer Katholik, ein Anhänger der Centrumsparteisein will und dennoch hinsichtlich der Unterstützung der Presse bisher vielleicht anders dachte, sich beim Lesen dieser Zeilen eines Bessern besinnen.

ME* Auch im kommenden Quartal wird das Feuil­leton der ,Fuldaer Zeitung" u. A. wieder eine sehr in« tereffante, längere Erzählung von lokalem Interesse bringen.

MF Reu hinzutreteav« Abonnenten erhalten die bis zum 1. Januar noch erscheinende Nummern der ,Fuldaer Zeitung" sowie die genannte „Festbei- läge" und den Wandkalender prr 1888 gratis.

Die Redaktion.

* Bon Kriegsgefahr

ist gegenwärtig wieder viel die Rede. Die Nach­richten von großen Truppenanhäufnngen, die Ruß­land an der wenig gedeckten Grenze Galiziens vor­nehme, wollen kein Ende nehm n und scheinen in der That nicht ganz grundlos zu sein. In Wien hat sich sogar ein Mimsterrath unter dem Vorsitze des Kaisers mit der Frage beschäftigt, ja man sprach bereits von einer gemeinsamen Vorstellung,

Da kmete der Pfarrer nieder in das taufeuchte Gras und dankte Gott mit tiefbewegtem Herzen für feine wunderbare R-ttung, und im Morgen­strahle erglänzten die Thränen der Rührung, die schwer an seinen Wimpern hingen.

Dann erhob er sich und eilte auf das Dorf zu, welche» friedlich int ersten stillen Sonnenglanze vor ihm lag.

Aber wo befand er sich eigentlich? Jetzt er­kannte er, daß dies Eichenrod sei, ein Dorf im Jsenburg'schen, das fünf Stunden abse-lS vom Wege nach Herbstein lag.

Bald begegnete er Leuten, die in der frischen Morgenkühle sich an ihre Feldarbeit begeben wollten. Mißtrauisch betrachteten diese anfangs den Heran- nahenden in dem seltsamen Aufzuge, dem die WaldeSdornen die Kleider zerfetzt und Gesicht und Hände zerrissen hatten; als er sich jedoch zu er­kennen gab und feine wunderbaren Schicksale er­zählte, da verwandelte sich ihr Erstaunen bald in tiefe, innige Bewegung. Gerührt nahmen die guten Landleute dem Priester die Fesseln ad, die derselbe noch immer an den Händen trug; dann aber, als er sich einige Stunden der Ruhe bei ihnen gegönnt und mit Speise und T.ank erquickt hatte, geleiteten sie ihn unter sicherem Schutze nach seinem Hermathsorte Herbstein.

die Oesterreich und da» Deutsche Reich wegen jener Ansammlung von Truppen nach Petersburg richten wollten. Da» wäre aber ziemlich sicher die Ein­leitung zum Konflikt und man wird sich daher di» zum letzten Augenblicke vor solchen Schritten hüten. Sicher scheint, daß der Besuch de» Zaren in Ber­lin und die Unterredung, welche er daselbst mit Fürst Bismarck gehabt hat, den Sinn de» Zaren nicht gewendet hat. Wir bedauern das sehr, haben uns aber über die Wirkungen jener Unter- redung niemals Täuschungen hingegeben. Die großen Interessen der Nationen und Reiche wer­den durch die schönsten Versicherungen nicht ab­geändert. Die Zusammenkünfte und Begrüßungen von Gastein konnten doch die blutige Auseinander­setzung zwischen Oesterreich und Preußen int Jahre 1866 nicht verhindern. Jetzt, nachdem es sein deutsches Ztel erreicht und die Kaiserwürde sich er­rungen, kann Preußen auf die Dauer die alte Freundschaft mit Rußland nicht mehr so pflegen als bisher. So lange es spezifisch preu- ßtsche oder richtiger norddeutsche Zwecke verfolgte, ergab sich diese Freundschaft von selbst aus der gemeinsamen Gegnerschaft zum Kaiserhause Habr- vurg. In dem Augenblicke, da Preußen ge­jammt deutsche Interessen wahren muß, ist e», besonders im Orient, auf das Zusammengehen mit Oesterreich angewiesen und vor Allem darf es im Interesse der Selbsterhaltung des Reiches eine wei­tere Schwächung des Donaustaates nicht mehr zu­geben. Die Errungenschaft der deutschen Kaiser­krone, die Wiedererrichtung des Reiches unter Ho- henzoller'scher Führung mußte diesen groß deutschen Gesichtspunkt ausdrängen und sie damit in einen Konflikt mit Rußland mit Naturnothwendigkeit bringen. Dieser Konflikt ist unseres Erachtens nicht friedlich zu lösen, er kann verschleiert werden und Fürst Bismarck hat sich bisher alle Mühe dazu gegeben. Der letzte Versuch möchte wohl seine jüngste Unterredung mit dem Zaren gewesen sein und auch dieser erfolgte erst, nachdem er durch die Herbeiziehung Italiens zu dem Zweikaiserbunde und durch ein sörmtiches Bündniß dieser drei mit­teleuropäischen Staaten dem Weltfrieden eine Grund­lage geschaffen zu haben glaubte, an der selbst des Zaren Starrsinn zur Vernunft kommen könnte. Ob dte» nun wirklich geschehen ist, weiß man noch nicht sicher, groß aber 'st die Hoffnung nicht. Der

Dort hatte unterdessen die größte Aufregung und Bestürzung geh»rrscht über das geheimmß. volle Verschwinden des geliebten Seelsorgers. Als derselbe am Abende des vorhergehenden Tage» nicht zur bestimmten Stunde zum Abendbrod zurückkehrte, da war Jungfer Margareth ängst­lich und voll Unruhe von einem Fenster zum anderen gelaufen, ob sie feine Gestalt nicht auf­tauchen sehe.

„Lieber Gott," jammerte sie voll Schrecken, „er ist ein so pünktlicher Mann, der ohne Grund nie über die Minute ausbleibt. Ach, wenn ihm etwa» pasfirt wär' —I"

Und dann hatte sie einen Boten aus geschickt, hinaus nach der Wiese. Er blieb ziemlich lange aus, denn die Wtese war weit vom Städtchen. Endlich kam er zurück, aber allein, uub athemlos und verstört berichtete er, daß wett unv breit von dem Pfarrherrn nichts zu sihen gewesen; auf der Wiese habe nur der Rechen gelegen, den derselbe mitgenommen, das Heu aber sei rings zerstampft und zertreten , wie von Reff s- Hufen. —

Ehe eine halbe Stunde verstrichen war, hatte sich die Kunde von dieser bestürzenden Nachricht in diesem Städtchen verbreitet, und bald war die