M 280. Mittwoch, den 7. Dezember. 1887
fiilimtr
JtitnHj.
Di« Fuldaer, Zeitung' erscheint täglich, Sonn» und Feiertage ausgenommen. Vierteljährlicher AbonnementSprerS ohne Bringerlohn und Bestellgeld: 1 M. 50 Pf mit der belletristischen Wochenbeilage ,Sterne und Blumen' in Fulda 1 M. 70 Pf., auswärts 1 M. 75 Pf.
Inserate: Die einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.
=■■ ■ - ■ - ---------------i.. .. ______--------------- > ", ' ' ------------
* Die katholische Presse.
Vor fünfzig Jahren, als da« „Kölner Ereigniß" gleich einem wohlthätigen Sturmwind die schlafenden Katholiken Deutschlands aufschreckte und die über unseren Gauen lagernden Nebel religöse r Gleichgültigkeit unh kirchlicher Mattherzigkeit hinwegfegte, gab es in Preußen kein einziges katholische« Blatt.
Bald aber feierte die katholische Presse auch hier ihren Geburtstag. Sie ist dann stetig gewachsen an Zahl und an Bedeutung, und der Kulturkampf zumal hat dieselbe zu einer Macht ersten Ranges erhoben.
Darin stimmen Freunde und Feinde überein. Vor fünfzig Jahren kein einziges katholisches Blatt in Preußen und jetzt nahezu zweihundert — diese Thatsache allein ist vielbesagend und hoch bedeutsam. Freilich, viel Schweiß und Geld, viel Mühe und Anstrengung hat es gekostet, bis daß unsere katholische Presse fest und regelrecht im Sattel saß. Dann aber, als ste einmal unter Kriegsgeschrei und Pulverdampf sich hinaufgeschwungen, hat sie einen kühnen, tapferen Ritt ins Land hinein gethan und hüben und drüben als wackerer Reiter sich in Respekt gesetzt.
Was Papst Leo XIII., der die Zeit und ihre Zeichen versteht, damals, als er noch in Perugia war, für seine Diözese schaffen wollte, und wa« er später als eines der nothwmdigstm Mittel zur Erhaltung und Vertheidiaung der religiösen Güter dem katholischen Frankreich und namentlich Portugal gewünscht hat: eine gute, weitverbreitete katholische Presse, dieses Mittel hat er in D e u t s ch - land vorgefunden und genugsam Gelegenheit genommen, sie mit höchstem Lobe aurzuzeichnen. Es haben dann ferner unsere Bischöfe die katholische Preffe unseres Vaterlandes mit den wärmsten Worten empfohlen und die Gläubigen zu deren kräftigster Un'.erstützung aufgefordert. Das katholische Volk aber betrachtet seine Preffe als den nächsten Schutzwall für die ihm theuersten Güter, als die Arriöce-Garde im Kampfe gegen die religiösen und politischen Gegner.
Als am 15. September 1886 der hl. Vater an die Bischöfe Portugals seine Encyklika gerichtet hatte, worin er bezüglich der Preffe sagt: „Von großem Nutzen wird es sein, wenn auf Euer Be-
ö Mmms älteste Zeit.
2. Fortsetzung.
Nach dieser Beschreibung lief die Grenze der Krummbach (Krommich im Volksmunde) hinter Pilgerzell entlang, folgte dann der Haun bis Mar- grethenhaun, lief über den dortigen Kalvarienberg jur Ungbach und Röderbach, die bei der HahlingS- wühle in die Bieber mündet, dann bis zur Quelle des Wolfsbaches (Wolmich), weiter diese entlang bi» zu ihrer Mündung in die Treisbach, die Treisbach hinunter an die Mündung der Hösbach und nun diese hinauf bis zu ihrer Quelle im Walde, ber von dem ausgegangenen Dorfe Schönstadt dm Namen führt. Nun stieg die Grenze die Roßkuppe hinauf und lief die Dömbach hinunter zur Haun bei der TeufertSmühle, weiter die Haun abwärts bi« zur Münvung der Marbach, diese bis zu ihrer Quelle hinauf, durch den j.tzigen Schillwald zum Berolfesbach (wahrscheinlich Glasbach) und Fulda bei Kämmerzrll, die Lüder hinauf bis zur Mün- bnng der Bimbach und diese wieder entlang bi» N ihrer Quelle. Run durchschnitt die Grmze den Wald zwischen FemelSruh und Kleinlüder und gelangte zum Himmelsberg und Echallrbach, unter hem wohl da» bei Dorfborn in die Flieden mün-
treiben und unter Euerer Leitung Zeitungen ver- I Erst im Verluste weiß man das Verlorene recht öffentlicht werden, welche den von allen Seiten zu schätzen. Und sollte einmal die katholische Preffe gebotenen bösen Giften entgegenwirken und Wahr- wieder verschwinden, dann erst würde ihr voller leit, Tugend und Religion vertheidigen", — da I Werth zur vollen Geltung kommen. Der Papst nahm der Moniteur de Rome' Gelegenheit, den würde mit ihr einen offenen und unerschrockenen Portugiesen das Beispiel Deutschlands zu Vertheidiger seiner Rechte, der Episkopat eine empfehlen, dessen katholischer Preffe er hohes Lob I mächtige Stütz? seiner gottgesetzten Autorität, das spendet. „Es ist noch nicht lange her," so sagt Zentrum seinen Bahnbrecher und Herold, da» der Monitrur', „daß die deutsche katholische Presse katholische Volk aber seinen Eckart verlieren, noch in den Kinderschuhen steckte; noch im Jahre der Tag und Nacht auf den Zinnen seiner Burg 1870 gab es nur noch ein einziges (?) großes Wache haltend den nahenden Feind signalisirt, die Organ, die .Köln. Vztg.', welches die katholische | ersten Speere gegen ihn geschleudert und dann Armee um sich sammelte. Seitdem hat da« Zen- im Kampfe selbst an erster Stelle, mulhvoll, Mann trum Wunder der Ausdauer und der Geschicklich- gegen Mann für die Freiheit und Rechte der Kirche feit gewirkt: jede Provinzialstadt, auch die unbe- wie des Volkes gestritten hat.
deutendste, hat ihr Organ. Es bestehen wissen- Um so mehr freilich haben unsere Gegner fchaftliche und literarische Blätter, tägliche Zeitungen, I von früher und jetzt allen Grund, unserer Presse Wochenblätter, politische Blätter, populäre Blätter. I gram und bitterfeind zu sein und ihr je eher je Diese Presse entspricht allen Bedürfnissen. Der lieber den Untergang zu bereiten. Sie, die stet», Landmann, der Handwerker, der Gelehrte, der Po- wo sie konnten, der freigeborenen katholischen Kirche litiker: alle finden bei dieser weisen Organisation despotisch den Fuß auf den Nacken fitzten, sind mit ihre Befriedigung. Jeder liest in Deutschland, unserer Presse ebenso verfahren, wie weiland der und da die Katholiken die katholische Presse despotische Napoleon mit Görre«' .Rheinischem lesen, welche frisch, lebendig und von unerschöpf- | Merkur' es gethan, den er bitter haßte und ver- licher Kraft ist, so hat das Zentrum eine solide folgte als die „fünfte Großmacht." Alle unsere Basis im Lande. Das ist eines der Fundamente I Gegner, von der Regierung angefangen bis herab der religiösen Macht in Preußen. Warum folgt zu den Rothen, haben die Presst, diese wahrhafte man diesem Befehle nicht? Sind etwa mehr Großmacht des katholischen Volkes in unserer Zeit, Schwierigkeiten und Hindernisse in Portugal zu im Laufe des Kulturkampfes auf grobe und Imbe überwinden? Die deutsche Kirche war arm, ihr j Art, durch Todtschweigen und Verlästern durch Budget war mit all' den Opfern belastet, die der Gefängniß und Geldstrafen, durch süße Heuchelei Kulturkampf mit sich brachte; allein sie bat von und freche Verdächtigungen zum Sterben und Ver- ihrem Blute gezahlt. Sie hat gehandelt. Bischöfe derben zu bringen gesucht.
haben die Feder ergriff n, wie ehemals die Kreuz- Gottlob ist ihnen das bisher noch nicht gelungen, fahrer das Schwert; Priester haben gratis mitge- Aber es darf ihnen auch in Zukunft nicht arbeitet; der Eine lieferte eine Korrespondenz, der gelingen. Gerade gegenwärtig wieder find die
Andere einen Leitartikel, der Andere Informa- Todtengräber unserer Presse gar eifrig an ihrem
Honen und wieder ein Anderer Vermischtes. Diese häßlichen Geschäft. Die Einen, von fixen Ideen Vereinigung aller Kräfte hatte das Resultat, daß befangen und von Bitterkeit ersüllt, fabuliren von
die katholische Preffe in keinem anderen Lande so dem großen Zwiespalt, der die demokratische von
verbreitet ist und so wenig kostet." der konservativen Richtung innerhalb der katho-
Der Mann, der dies geschrieben, kennt Deutsch- lischen Presse angeblich theilen soll, und suchen land aus eigener Anschauung, er kennt auch Frank- diese vermeintliche Kluft durch viel Geschrei und reich und Italien, wo er seit langen Jahren I persönliche Angriffe noch weiter und klaffender zu lebt. Er hat angesichts der viel traurigeren Ver- I machen. Diese sind einstweilen nicht mehr zu hältniffe in den letztgenannten Ländern doppelt fürchten. Ungleich verwerflicher find jene Ver» Grund, die deutsche katholische Preffe hoch und suche, welche einen künstlichen Zwiespalt zwischen werth zu halten. ber katholischen Presse und unseren kirchlichen
dende Kohlberger Wasser zu verstehen ist. Von da dann durch einen Rechtspruch das herrenlose Ge- ab ging es die Flieden abwärts zur Schönfulde biet als Königsland geben, wenn er wollte. Waren (Scamunfulda, das ist krumme Fulda), über die I die Edlen nun vielleicht Bewohner des östlichen Gegend von Eichenzell und den Gilbrain zur Grabfeldes jenseits der Rhön? Woher erfuhren Krummbachsquelle. Demnach umfaßte das ur- ste dann aber so schnell die Abficht der Mönche, sprüngliche Klostergebiet außer der Gemarkung der I die aus ganz entgegengesetzter Richtung in Echloha jetzigen Stadt Fulda im Wesentlichen die Gebiete I anlangten, wenn nicht ganz bestimmte regelmäßige der jetzigen Pfarrsprengel von Florenberg, Peters- I Beziehungen zwischen den beiden durch die unweg« berg, Margrethenhaun, Steinau, Marbach, Käm- same Rhön getrennten Theilen des Grabfeldes merzell, Bimbach, Haimbach, Giesel, Johannesberg I stattfanden, die, wenn man ihre Existenz voraus- und Eichenzell. fitzt, wiederum, wenn auch nur späcirche und zer-
Dre obengenannte Thatsache, daß fich Leute mel- streute Anfiedler im Westgrabfeld erforderten? Man beten, die Eigenthumianfprüche auf das oben um- I könnte auch annehmen, daß die Leute Bewohner schriebene Gebiet erhoben, ist geeignet, uns mit des Ostgrabfeldes waren und im Westgrabfelde Recht stutzig zu machen. Wenn der buchonische Ur- nur das Recht auf die Jagd, den sogenannten walo in Wirklichkeit eine völlig unbewohnte Wild- Wildbann, beanspruchten, auf den fie Karlmann mß war, bevor die Mönche dort ankamen, eine gegenüber zu Gunsten des Klosters verzichtet hät- Wildmß, die nur zeitweilig von Reisenden durch- ten. Dieser Wildbann befand fich jedoch noch in zogen wurde, woher kämm dann plötzlich diese späterer Zeit im Besitz der deutschen Könige und edlen Grundbesitzer mit ihren Ansprüchen? Nach Kaiser. Am 29. Dezember des Jahres 1012 ver- ber geschichtlichen Darstellung müssen wir diese An- I lieh Kaiser Heinrich EL, bet Heilige genannt, dm spräche für gerechtfertigte haltm, denn auf Karl- I Wildbann in ber sogenannten Zunderhart dem mann's Vermittelung verzichtetm die Prätendenten I fulbaischm Aote Brantho II. Die,er Zunberhart freiwillig auf da« Beanspruchte; verzichtm kann I (Zundernhart, da» ist Sübwald, wie die verschie- man aber nur auf etwa», da» man besitzt. Wären I denen Sonvh?im auf der Rhön „Südheim" im ihre Befitztitel erdichtete gewesm, so hätte Karl- | Gegensatz zu den dabei liegenden Nordheim, Ostmann nicht nöthig gehabt, zu vermitteln, er konnte 1 heim und West- oder Bestheim t« jetzigen Dmtsch