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JB 289. DomerAag, den 24» Mwemöer. iss*?

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Eine Bewegung des Staunen» über die Kühn

er«

da» Nie- Ge«

„Dann habe ich nichts weiter zu sygen!"

er mit ausgestrecktem Arm auf die Zeugenbank — „welche im Smnde wären, Ihnen den wirklichen Thäter zu nenne», zwei Personen, die ein gewal­tige» Interesse daran haben, mich durch ihr Zeug- niß zu Grunde zu richten, weil ste damit ihre eigene Schuld vor den Augen der Welt zu ver« bergen hoffen. Diese beiden Personen find der Baron Herbert von Gravmstein und sein Freund, der Tagelöhner Martin!"

halt nredergeschoffen haben, sondern ich würde ihm Eine Bewegung de» Staunen» über die Kühn­offen nnd ehlich entgegen getreten sein, wie e» heit dieser unerhörten Anklage ging durch den einem Manne geziemt. Aber e» ist überflüsfig, " * ' ----

davon zu reden; denn ich sehe es an Ihren Ge- fichtern, meine Herren, daß mir Keiner von Ihnen Glauben schenkt und es ist nicht meine Absicht, mir von Ihnen Mitleid zu erbetteln, was ich mit Fug von Ihrem Gerechtigkeitssinn sollte fordern können. Was ich darum noch zu sagen habe, ehe Sie Ihren Wabrspruch abgegeben haben, das sage ich nicht Ihnen, sondern meinem armen Kinde, da« in diesem Saale anwesend ist und das nicht von hinnen soll mit einem Zweifel an meiner Un­schuld ! — Ich bin da» Opfer eine» elenden Buben­stücke» geworden, des nichtswürdigsten Komplotts, welches jemals zum Verderben eine» rechtschaffenen Mannes ersonnen worden ist. Zwei Personen be­finden sich in diesem Raume" — und dabei wies

wieverte Hagemeister ruhig, indem er sich setzte und unbewegt, als hätten die Vorgänge ring» um ihn

greifen. Wie haltlos und thöricht Ihre Beschul­digungen gegen den Tagelöhner Martin sind, haben unsere heutigen Verhandlungen, ebenso wie die Voruntersuchung^zur Genüge dargethan, und war

Der Förster hatte noch weiter sprechen wollen, aber der Präsident fiel ihm scharf und nachdrück­lich in das Wort.

von ebenso überzeugt sein wie seine Richter. Der Präsident konnte sich denn auch, al» er nach der Vorschrift de» Gesetze» die Frage an ihn richtete, ob er den Ausführungen seines Vertheidiger« noch etwas hinzuzufügen habe, nicht enthalten, ihn noch­mals zu einem reumüthigen Geständniß aufzufor­dern, und alle Anwesenden mochten wohl in der Thal ein sol r es Schulddekennti h ec..arten, al» sich der Förster jetzt in seiner früheren männlichen Straffheit und Festigkeit auflichtete und mit klarer, weithin tönender Stimme sagte:

„Ich bin unschuldig, und dieser Gerichtshof ist im Begriff, einen Justizmord zu begehen. Ich habe niemals einen Streit mit dem Oberst gehabt und konnte in Folge deflen auch keine Ursache haben, mich an ihm zu rächen. Aber selbst wenn das der Fall gewesen wäre, würde ich ihn niemals ,eige und meuchlerisch au» einem sicheren Hinter-

Saal. Baron Herbert war erdfahl geworden; selbst au» seinen Lippen schien jeder Blutstropfen gewichen zu sein; aber im Gesichte de» Tagelöh­ner», der an seiner Seite saß, veränderte sich keine Miene und auch da» höhnische Grinsen um seinen breiten Mund blieb dasselbe.

„Ich bin »eit entfernt, Sie in Ihrem Recht der Vertheidigung einschränken oder behindern zu wol­len, aber ich^kann es nicht dulden, daß Sie un­bescholtene Zeugen in dieser beispiellosen Weise an-

mand auf dem Richterpodium und auf den schworenenbänken gab sich darüber noch einem Zweifel hin und der Angeklagte selbst mußte da-

Deutsches Reich.

Berlin, 23. November.

* Im Auftrage Sr. Lt. Hoheit de» Kron­prinzen erläßt der Hofmarschall desselben Graf Radolinski folgende Danksagung: „Die vielen au» allen Theilen de» deutschen Reich« und dem Auslande kommenden Beweise von Thellnahme und die zahlreiche Einsendung von wohlgemeinten Rathschlägen zur Hebung he» Leiden» Sr. kaiser­lichen und königlichen Hoheit de» Kronprinzen haben Höchstdenselben auf'» Tiefste gerührt und innig gefreut. Da bei der überaus großen Zahl der eingehenden Briefe und Telegramme eine Beantwortung der einzelnen unmöglich ist, bin ich Höchsten Ort» beauftragt, den wärmsten Dank Er. kaiserlichen und königlichen Hoheit de» Kron­prinzen auf diesem Wege zum Ausdruck zu brin­gen. San Remo, den 21. November 1887."

nun gar die ganz unbegründete Hereinziehung de» Baron» v. Gravenstein anbetrifft, so werden Sie hoffentlich nicht im Ernst erwarten, daß irgend Je­mand von uns diesem unsinnigen Gerede auch nur die geringste Bedeutung beimißt!"

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wankenden französischen Republik und ihrem Präsidenten mittelbar zu Gute'kommt, nicht unterschätzen, aber wir haben mit Rußland zu üble Erfahrungm gemacht, als daß wir Lust haben könntm, dasselbe zu überschätzen. Auch nach Beseitigung des Unraths, welchm elmde Ränkeschmiede zwischen Rußland und Deutschland aufgehäuft haben, bleibt der B erstimmungSstoff, der seinen Grund in thatsächlichen Verhältnissen hat, noch schlimm genug. Wir brauchen nur das Wort Oesterreich auszusprechen, um eine Welt von Gegen- sätzen vor uns auffteigm zu sehen; denn Rußland grollt Oesterreich, Deutschland aber wird trotz aller Lockungen an dem Bündnisse mtt Oesterre'ch und Italien festhalten. Für denjenigen aber, der unsere Haltung Rußland gegen­über begriffen hat, brauchen wir wohl nicht hinzuzufügen, daß wir jede Annäherung Rußlands an den friedenver­bürgenden Dreibund mit Freuden begrüßen würden, ob­gleich diese Annäherung die Aufgabe der deutschen Politik dm Berbündetm gegenüber schwieriger und verwickelter machen würde und die jetzig« L<me wenigstens den Borzug der Klarheit und Einfachheit besitzt.

Die ,Köln. Ztg.' kennzeichnet damit treffend I die Situation und das bleibt nur zu wünschen übrig, daß andere Blätter sich das genau ansehen und ihr Echauffement dann wieder verlieren."

* Anläßlich des Zwischenfall», welcher sich bei der Ankunft de» Kaiser» .Alexander« III. ereignete, daß nämlich am Köi.igsplatz und Unter den Linden hier weilende russische Untertanen dem Kaiser eine Bittschrift zuzuwerfen suchten, wird die ,N. A. Z.' darauf aufmerksam gemacht, daß e» in Rußland nicht» Ungewöhnliche« ist, dem Landesherrn bei seinen Ausfahrten Bittgesuche auf solche Weise zuzustellen, nur ist e« in Rußland- Gebrauch, die Bittschrift mit erhobener Hand dem Gefährt entgegenzuhalten, wvransidwMbe ein langsamere» Tempo annimmt, damit der Monarch da» Schriftstück au» der Hand de« Bittstellenden empfangen könne. Die« mußten die beiben Bitt­steller wissen, wahrscheinlich befürchteten sie jedoch, angehalten zu werden, fall» sie in landesüblicher Weise den Kaiser auf ihr Bittgesuch aufmerksam gemacht hätten. Die russische Botschaft hatte in Voraussicht, daß sich gelegentlich der Anwesenheit des Kaiser» Alexander die Bittgesuche häufen würden, alle hier weilenden russischen Unterthanen vorher benachrichtigt, berartige Immediatgesuche bi» zum 14. November bei derselben einzureichen. Daß dieser Aufforderung in umfangreichstem Maße Folge geleistet wurde, bewiesen die in der Kanzlei der Botschaft aufgestapelt liegenden Eingaben, deren Zahl Legion war. Die Namen der beiden

• Die Enthüllungen über die in der Zu­sammenkunft de» Fürsten Bismarck mit dem Zaren aufgedecktenJntriguen beschäftigensämmt- — lichs Blätter. Die Mittheilung, -bafi dem Zaren gefälschte Briefe und Depeschen vorgelegt worden seien und daß ein Theil der hiesigen Hofkreise sich bemüht habe, die Politik de» Reichskanzlers in Petersburg zu verdächtigen, wirkt, selbst wenn man die starken Ausdrücke dem Stile de« Ver­fasser« zu Gute hält und etwas abmildert, so überraschend, daß die hiesigen Blätter sich an eine Kommentirung noch nicht heranwagen, sondern sich I hauptsächlich aus Vermuthungen beschränken. Namentlich befindet man stch gänzlich im Dunkel, gegen welche Personen de» Hose» die Anklage gerichtet ist. Da« .Deutsche Tageblatt' erfrecht fich, unter diesen Personen die intimsten Freunde Windthorst'« zu verstehen. Die.Nordd. Allg. Ztg.' druckt die Enthüllung ab, ohne eine Gewähr für den Inhalt zu übernehmen. Die .Kreuzzeitung' bemerkt nur: „In Berlin besteht am Hofe eine

einflußreiche Partei, welche mit einer internatio­nalen Kriegspartei gemeinsame Sache macht und fich zur Erreichung ihrer Ziele gefälschter Briefe und Aktenstücke bedient in der Abstcht, den Kaiser von Rußland gegen die vom Fürsten Bismarck geleitete auswärtige Politik Deutschland», d. h. gegen da» deutsche Reich selbst aufzubringen, be­ziehentlich unter Benutzung orleanistischer Verbin­dungen einen Krieg de» mit Frankreich verbün­deten Rußlands gegen Deutschland hervorzurufen. Die ,Köln. Ztg.' wird stch der vollen Bedeutung und Tragweite dieser ungeheuerlichen Beschuldigung unzweifelhaft ebenso wie der Verpflichtung bewußt sein, welche sie mit der Veröffentlichung derselben in den Augen jedes anständigenMenschen übernommen hat: den Beweis für die Wahrheit ihrer Be­hauptungen unverzüglich zu erbringen." — Die .Germania' hält zunächst dem .Deutschen Tagebl.' die ihm eigene Frechheit vor und be­merkt dann weiter: „Nächstens wird wohl Windt- horst ohne Mckficht daraus, wa» er in der Sep- | tennatskampagne über die Bismarck'sche Politik l im Orient gesagt hat, im Gehirn de» .Deutschen Tageblatts' al» europäischer Brandstifter Herum­spuken." „Wir möchten die Frage aufwerfen, wie e» möglich sein konnte, daß der Zar und Mer» fich so hinter'» Licht führen lassen konnten und ob nicht die Gefahr bestehe, daß die» nicht auch in der Zukunft geschehen könne. Wenn man diese Frage im Auge behält wird man wesentlich kühler, al» geschehen, fich die Enthüll­ungen ansehen. Da» thut z. B. vollkommen Re .Köln. Ztg.', welche trocken bemerkt: ,,E« ist traurig, daß e» möglich war, den Einstedler von Gatschina so zu belügen; denn^wa» ge­schehen, kann wieder geschehen." Dann fährt da» Blatt fort:

Man darf wohl annehmen, daß der Czar Berlin mit der Ueberzeugung verlassen hat, daß Leute, welche vor­gaben, ihm zu dienen, es gewagt haben, ihn gründlich hmters Licht zu führen. Ob diese Ueberzeugung, mit welcher der Ezar in Rußland vorerst ziemlich vereinsamt stehen wird, stark genug sein wird, um fich inmitten einer feindlichen Welt zu behaupten, ob der Czar die Macht hat, derselben prattische Folge zu geben, seine Beamten zur Ordnung zu rufen, seine diplomatischen Agenten an Wahr­heitsliebe zu gewöhnen, die russische Presse zu zügeln, daS kann nur die Erfahrung lehren. Daß er den guten Willen hat, an diese vielleicht unlösbare Riesenaufgabe heranzugehen, bezweifeln wir nicht. Wir möchten das Er- gebnitz des Czarenbesuchs, welches vielleicht auch der

Pie lktzttn^nm-emtt.

27. Fortsetzung

Nach dieser lahmen Vertheidigung schien Schicksal de» Angeklagten endgültig befiegelt.