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Mttwoch, den 16. November.

Die Fuldaer, Zeitung^ erscheint tSglich, Sonn» und Feiertage ausgenommen. Merteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld: 1 M. 50 Pi., mit der bellettistifchen Wochenbeilage ,Sterne und Blumen' in Fulda 1 M. 70 Pf., auswärts 1 M. 75 Pf. Inserate: Die einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

Wkihmchk-AiMn.

Wie in den Vorjahren, so werden wir auch in diesem Jahre wieder als Gratisbeilage zu unserer Zeitung einen

ar Weihnachts-Anzeiger w herausgeben, der am 26. November, 3 , 10. und 17. Dezember erscheint.

Wir berechnen die Inserate pro Zeile mit nur 10 Pfennig und bitten um möglichst bal­dige Einsendung derselben, damit für gefälliges Arrangement Sorge getragen werden kann. Bei wiederholter Insertion wird entsprechender Rabatt bewilligt.

Fulda, im November 1887.

Dir Ke-aKtio« und Srpeditisir drr ,Fuldaer Zeitung*.

An die Katholiken Deutschlands.

Der Jubeltag des Sekuudizfestes unser- hl. Vaters, zu welchem die Liebe und Anhänglichkeit der Gläubigen des ganzen Erdkreises seit langer Zeit rüstet, ist in nächste Nähe gerückt. Nachdem die deutschen Katholiken der Einladung ihrer Bischöfe, sowie de» unterzeichneten Komitör und des Damen-KomitsS Folge leistend, sich überaus - zahlreich an den für die Verherrlichung des Festes in Rom bestimmten Ehren- und HuldigungSgaben betheiligt haben, gilt es nunmehr, in unserem Vaterlande selbst die Feier in möglichst imposanter Weise zu begehen. Der hochwürdigste Episkopat hat für die Abhaltung der kirchlichen Feier bereits die erforderlichen Anordnungen getroffen und einen bestimmten Tag hierfür festgesetzt. In Ueberein» stimmung hiermit richtet das unterzeichnete Komits an die Katholiken Deutschlands die Aufforderung, denselben Tag durch Veranstaltungen von Fest» lichkeiten, wie sie durch die Ortsgewohnheiten her­gebracht sind, zu einem allgemeinen katholischen Fest- und Jubeltag zu gestalten. Zeigen wir an diesem hochwichtigen Tage, daß wir innig unter­einander verbunden in Einigkeit und Treue zum hl. Stuhle und dem erleuchteten Oberhaupte stehen, welche» diesem ältesten Throne der Christenheit zur Zierde" gereicht. Zeigen wir, wie wir e» in den

}it letztkuMwMcmkr.

20. Fortsetzung

De» jungen RegierungSaff-ssorS Gesicht blieb immer sehr bleich und ernst, und obwohl sich der alte Diener bei seinem Erscheinen diskret zurück­gezogen hatte, obwohl er mit Lisbeth nunmehr ganz allein war, erlaubte er sich nicht einmal, ihre Hand zu ergreifen, geschweige denn irgend eine andere Vertraulichkeit.

„Auch ich hoffe, daß das Mißgeschick, welches Deinen Vater betroffen, keine ernstliche Bedeutung hat, Lisbeth," sagte er, sich mühsam zu einem zuver sichtlichen Ton zwingend, „und daß es schon binnen wenigen Stunden gehoben sei. Ader wir können wirklich nicht an diesem unangemeflenen Orte weiter darüber reden!"

„Wozu auch reden, Georg?" rief sie in ihrem beinahe übermüthigen Gefühl der Freude über die Widerlegung ihrer gräßlichen Befürchtungen aus. „Ich bin nicht darauf gespannt, sondern nur darauf, meinen Vater zu sehen I Wa» ihm wider­fahren ist, wird er mir dann wohl selbst erzählen. Wo also ist er, und warum ist er noch nicht ge­kommen, mich zu begrüßen?"

„Er kann nicht kommen, Lisbeth! Er ist nicht

Kämpfen ter letzten Jahrzehnte gezeigt haben, daß wir in Gehorsam und Liebe durch nicht» uns von Ihm trennen laffen; daß Seine Wünsche, Seine unverjährbaren Ansprüche auch die aller seiner ge­horsamen Söhne sind.

Frankfurt a. M., am Feste Allerheiligen 1887. Da» Konnte zur Vorbereitung der Sekundizfestfeier Sr. Heiligkeit Papst Leo XIII.

Karl Fürst zu Löwenstein, Felix Freiherr von See, Vorsitzender. 1. Stellvertreter.

Rochus von Rochow,

2. Stellvertreter.

Dr. A. von Steinle, Schriftführer.

von der Acht.

V. Graf Ballestrem. F. Graf Bissingen. Franz Freiherr von und zu Bodman.

Cl.Graf.'Droste zuVische» ring Erbin oste.

Dr. I. Galland. Prälat Dr. Geiger. Prälat Dr. Giese. H. Fr. Grimm. Güldenpfennig. Eugen Haffner.

H. Härtel sen, Ci. Freiherr von Heere» mann.

Prälat Dr.Hergenröther. Graf von und zu Hoens- broich.

Prälat Dr. Hülskamp. Prälat Dr. Janssen.

P. P. CahenSly, Kafsirer.

Dr. med. Jung.

M. Freiherr von Korff.

Dr. Joseph Lingen».

Marbe.

Max Meckel.

Domkapitul. E. Münzen» berger.

Dr. Porsch.

Rechtsrath Ruppert.

Frhr.von Rinck, Pfarrer.

F. Freiherr von Schier- städt.

Franz Frhr. von Schor- lemer.

Fritz Frhr. von Schor- lemer.

Dr. Stamminger.

Th. Schmidt.

Dr. E. Voß.

Fürst von Waldburg- Wolfegg.

Deutsches Reich.

Berlin. 16. November.

• Der .Reichsanzeiger' veröffentlicht an der Spitze seines amtlichen Theils wa» folgt:

„Der Dr. Moritz Schmidt hat Sr. Majestät dem Kaiser und Könige über die Consultation am 11. November 1887 Nachstehendes berichtet: Bei der Untersuchung des Kehlkopfes Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen haben die versammelten Aerzte feststellen können, daß das Leiden durch das Vorhandensein einer bösartigen Neubildung bedingt ist; dieselbe sitzt vor­wiegend unter dem linken Stimmbande und an der Hinterwand des Kehlkopfes, kleine Anfänge zeigen sich auch auf der rechten Seite. Das Uebel ist bis jetzt ein

mehr wie ehedem der freie Herr seiner Zeit. Man hält ihn zurück und man wird auch Dir nicht ohne Weitere» gestatten, zu ihm zu gehen, denn — nun, es muß ja gesprochen werden, da» harte Wort — denn man hat ihn verhaftet."

Lisbeth sah zu ihm auf, als hätte er in einer fremden, unverständlichen Sprache geredet.

„Verhaftet, wiederholte sie mechanisch. „Und mit welchem Rech!!"

Der junge Mann hatte einen unsäglich schweren Kampf zu durchkämpfen. Wie gern hätte er das zitternde Mädchen in den Arm geschloffen und ihr zugleich mit der Mittheilung des Entsetzlichen den Schwur geleistet, daß er von der Unschuld ihres Vaters überzeugt sei und daß er ihn befreien werde um jeden Preis. Aber er hatte schon vor­her einen andern, einen heiligeren Eid geschworen, und diesen Eid in die kalte Hand eines geliebten Tobten mi'ßte erhalten, ob auch sein eigenes Herz darüber brechen sollte. So wiederholte er denn latt der Antwort nur noch einmal mit ernster eindringlicher Stimme seine Aufforderung an L s- >e!h, ihm in ein Zimmer zu folgen, wo er ihr Alle» miltheilen wollte. Diesmal leistete sie schwei- gend und mit rviedererwachter Angst seinem Wunsche Folge, und al» er, nachdem er die Thür hinter

örtliches und hat das Allgemeinbefinden nicht beeinträchtigt; die Gefahr der Neubildung liegt in deren allmählicher Zunahme. Nachdem Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit Sich nicht für Herausnehmen des ganzen Kehlkopfes ent­schieden, wird in einer längeren oder kürzeren Zeit durch Auftreten von Athemnoth der Luftröhrenschnitt nothwendig werden. Die versammmelten Aerzte haben Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit empfohlen, den Winter im Süden zuzubringen, weil der Aufenthalt daselbst es eher ermög­lichen wird, die Körperkräste auf dem jetzigen Stande zu erhalten. Mit Vorstehendem stimmt der von dem stellver­tretenden Leibarzt Dr. Schrader hierher gelangte Bericht durchaus überein. Es ist Vorsorge getroffen, daß für den Fall des Bedürfnisses eine bewährte chirurgische Kraft in San Remo zur Stelle ist.

* Dr. Bremanu, der erste Assistent de» Geheimrath Professor v. Bergmann begiebt sich dieser Tage nach San Remo, um in der Um­gebung de« Kronprinzen zu verweilen, für den Fall, daß sich der Luftröhrenschnitt nothwendig machen sollte. Für die nächste Zeit wird indeß eine solche Eventualität nicht befürchtet. Dr. Bramann, der seit 3 Jahren an der Bergmanu'- schen Klinik wirkt, ist ein ebenso gewandter al» erfahrener Operateur.

* Prinz Wilhelm wird dem Kaiser von Ru ß- land bis zur Grenze nach Wittenberge entgegen­fahren.

* Der Bundesrath, dem nunmehr auch der Militäretat zugegangen ist, beräth morgen die Gesetzentwürfe betreffend den Schutz von Vögeln und betreffend die unter Ausschluß der O.ffentlichkeit stattfindenden Gerichtsverhand­lungen.

* Die bisher in Untersuchungshaft befindlich gewesenen Mitglieder des Berliner sozial­demokratischen Centralcomitö'» find, nach Hinterlegung einer Kaution von je 1000 Mark, insgesammt 9000 Mk., gestern aus der Haft ent­lassen worden.

* Posen, 12. Nov. Bis jetzt find annähernd vierzig polnische Lehrer aus Posen und West­preußen nach den westlichen Theileu der preußischen Monarchie versetzt worden. Ein halbes Dutzend polnischer Lehrer, denen gleichfalls neue Stellungen in Rheinland und Westfalen zugewiesen worden waren, haben e» vorgezogen, sich penfioniren zu lassen. Schließlich schweben noch in 12 tis 15 Fällen Verhandlungen mit rheinischen und west­fälischen Gemeinden, an deren Schulen die be­treffenden polnischen Lehrer in Zukunft fungiren sollen. Die Versetzungen erfolgten nach den Pro-

ihr geschlossen, einen Sessel für sie heranzog, sank sie wie gebrochen in die Polster desselben. So schonend, als es die Umstände nur immer zuließen, brachte er ihr die furchtbare Neuigkeit bei, zugleich bemüht, das Ganze al« ein verhängnißoolle» Mrß- verständniß darzustellen, das sich ehestens aufklären müsse.

Nichts desto weniger war die Wirkung de» un­erwarteten Schlage» auf da» beklagenswerthe junge Mädchen eine völlig niederschmetternde. Erst schien sie da» Schreckliche gar nicht fassen zu können, und al» ihr endlich die Bedeutung des Verdachtes, unter welchem ihr Vater stand, t zu vollem B- wußtfein gekommen war, da brach sie in lautes, herzzerreißendes Weinen au» und verhüllte da» Gesicht mit den Händen.

Georg hatte die wenigen Trostgründe, die ihm zu Gebote standen, nur zu rasch erschöpft. Ver­mochte er doch selbst seine männliche Fassung nur mit Mühe zu bewahren. Er wollte und durfte ihr nicht zeigen, rote namenlos auch er unter die­ser neuen Prüfung litt — unter einer Prüfung, die da» Gluck seine» Lebens für immer zu vernich­ten drohte! Wohl sträubte er sich mit allen ihm zu Gebo.e stehenden Kt ästen gegen den Gedanken, daß d r Förster wirklich schuldig sein könnte und