j Jü 250. Mittwoch, den 2. November. 1887
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$le SuIbaer' SettUn8' er,^tth‘8^54J?^nn' 3««t09e «^genommen. «iertrljährlicher «bonnementspreis ohne »ringerlohn und Bestellgeld: 1 A. SO Pf.
m« der belletristrschen Wochenberläge .Sterne und Blumen' in Fulda 1 SR. 70 Pf., auswärts 1 SR. 75 Pf. *
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Prüfung an sämmtlichen preußischen 9teab
Er empfand kein Bedürfniß nach Schlummer;
Der einzige Passagier, welcher auf dem Bahnhofe der Kreisstadt dem aus der Hauptstadt kommenden Nachtzuge entstieg, war ein elegant gekleideter , etwa fünfundzwanzigjähriger junger Mann. Sein Gepäck bestand nur aus einer kleinen Handtasche, deren Last ihn sehr wenig zu bedrücken schien, wie überhaupt auf seinem frischen, sympathischen, jugendmüthigen Gesicht deutlich genug zu lesen stand, daß er gewöhnt sei, alle kleinen und großen Lasten des Lebens freien und fröhlichen Herzens auf sich zu nehmen.
Von den Miethswagen, welche sonst am Bahnhofe zu halten pflegten, um die Reisenden in die Orte der Umgegend zu befördern, war heute, der späten nächtlichen Stunde wegen, nur ein einziger vorhanden, und als der junge Mann den altersschwachen Gaul, der mit jämmerlich eingeknickten Beinen und melancholisch niedergesunkenem Haupt in seinem Geschirr mehr hing als stand, etwas näher in» Auge gefaßt hatte, rief er dem Kutscher «chend zu, er traue sich selbst doch noch mehr Kräfte zu, als diesem hinfälligen Bucephalu» und wolle sich lieber auf seine eigenen Beine verlaffen nl» auf diejenigen des armen Roffes.
wiesen. Von anderer Seite wird gemeldet, daß die
Arbeiter in Lebensversicherungen eingekauft wurden. D.o „„„
• Die .Stralsunder Zeitung' erhält von gut I an der Forderung ftst"we'lch"e ExcellenzÄindtborst unterrichteter Seite die Mittheilung, daß von ™ " "■ ' ' -■•••■ - -
Ostern nächsten Jahres ab die Abiturienten
zu halten, stieß er einen lauten lustigen Jodler aus, al» er ein leichtes, blaues Rauchwölkchen über dem grünen Blättermeer emporsteigen sah. Er wußte ja, au» welchem Schornstein dieses Wölkchen kam, und er war sehr geneigt, es für eine gute Vorbedeutung zu nehmen.
Als er in da» geheimnißvolle Dunkel des Walde» eingetreten war, warf er fein Handtäschchen zu Boden und ließ sich auf einen der moosbewachsenen Felsblöcke nieder, die hier und da zwischen den Bäumen zerstreut lagen.
* Breslau, 31. Okt. Die feierliche Besitzergreifung ihrer fürstlichen StandeSherrschaft in Oesterreichisch-Schlesien pflegen die Bres-, lauer Bischöfe auf dem von Bischof Johannes Thurzo 1345 erbauten Schlöffe Johannesberg zu vollziehen. Wegen der vorgerückten Jahreszeit wird Fürstbischof Dr. Kopp davon abstehen, jedoch demnächst in iurien zur Audienz beim Kaiser Franz Josef eintreffen und auf dem Rückwege in Troppau bei dem schlesischen Landespräsidenten Grafen Merveldt verweilen. — Der Hochwürd. Herr Fürstbischof empfing gestern Mittag Deputationen verschiedener katholischer Vereine, sowie eine solche der hiefigen katholischen Lehrerschaft. Nachmittags 5 Uhr stattete Se. Fürstlich« Gnaden dem katholischen Arbeiterinnen-Verein und dem
Um zu dem Herrensitz zu gelangen, hätte er nun am Besten den Weg durch das Dorf und den Park eingeschlagen; aber er wendete sich statt dessen nach link» und ging zwischen den Feldern und Wiesen, auf deren Halmen der Morgenthau funkelte, dem Walde zu.
Trotz der Müdigkeit, die ihn jetzt nothwendig beherrschen mußte, schien sein Schritt noch leichter und elastischer geworden zu sein als vorher, und eine eigenthümlich erwartungsvolle Freudigkeit leuchtete aus seinen munteren braunen Augen.
Als wäre es ihm unmöglich, seine über quellende Fröhlichkeit noch länger in seiner Brust verschlossen
in Trier aufgestellt habe: Ertheilung und Leitung des Religions-Unterrichtes in der Schule durch die kirchlichen Organe ohne staatliche Mitentscheidung.
trum dürfe nicht ruhen, bis alle Jesuiten und Klosterschwestern ihre Klöster wieder bezogen hätten. Der Kaiser habe zwar väterlich die Hand zum Frieden geboten, die volle unerläßliche Freiheit der Kirche und ihrer Organe sei jedoch noch nicht wieder gegeben. Das Centrum halte voll und ganz
* Wie aus den Berichten der Fabrikinspektoren hervorgeht, trat im Berichtsjahre auch das Bestreben hervor, durch verbesserte Einrichtungen und zweckmäßige Neuerungen den Aufenthalt in der Fabrik während der Arbeit angenehm und möglichst wenig gesundheitsgc- fährdend zu gestalten. Aus der Mehrzahl der Bezirke wird gemeldet, daß die Rücksichten auf Herstellung geräumiger Arbeitslokale, auf gute Beleuchtung, ausreichende Ventilation und Staub- befeitigung, auf möglichste Reinlichkeit lebendiger werden, und daß namentlich auf neu entstehenden Anlagen in dieser Beziehung Außerordentliche» ge- leistet wird. Der Bericht für Potsdam-Frankfurt
bedürfe, für deren Abschluß eine bestimmte Zeit noch nicht angegeben werden könne.
Rüstig ausschreitend und dabei eine lustige Melodie vor sich hinträllernd, schlug er den Weg auf jener mit Pappeln bepflanzten Landstraße ein, welche in vielfachen Windungen und in stundenlanger Ausdehnung in» Land hinein und auch über da» Rittergut Gravenstein führte.
Es war freilich eine tüchtige Strecke Wegs, die einen gar rüstigen Fußgänger voraussetzte, aber dem vornehm aussehenden jungen Manne schien sie sehr wenig Schwierigkeiten zu bereiten, und als die ersten rosig überhauchten Wölkchen am fernen Horizont das Nahen de» Tageigestirn» verkündeten, > empjuuu «m ocuuijuiy uuty ötymmmer; grüßte ihn über die Baumwipfel herüber bekannt aber er gab sich mit Behagen einem Traumzu- und traulich da» schlanke Thürmchen von Schloß ' " —
Gravenstein.
Deutsches Reich.
Berlin, 1. November.
* An der Börse wurden heute auf Grund von Rohrpostbriefen überaus beunruhigende Gerüchte über den Gesundheitszustand des Kaisers und der Kaiserin in Umlauf gesetzt. Es stellte sich bald heraus, daß es sich dabei nur um elende Börsenmanöver handelte. Wie es heißt, ist ein Preis von 2000 Mk. auf die Ermittelung der Urheber der ftaglichen Rohrpostsendungen ausgesetzt werden.
* Die Eröffnung de» Reichstags ist dem Vernehmen nach auf Donnerstag, den 24. November angesetzt.
* Der .Post' zufolge ist aus Kapstadt ein völlig beglaubigte» Telegramm eingegangen, wonach in Lüderitz-Lan^reichhaltige, ausgedehnte Goldminen entdeckt sind. — Die .Post' theilt in Bestätigung ihrer gestrigen Notiz über die Goldfunde in Lüderitzland heute mit, daß auch dem hiesigen Auswärtigen Amte, und zwar durch den Reichs- kommiffar Dr. Göhring von den neuen Entdeckungen Kenntniß gegeben worden ist.
* Der bisherige Generalkonsul in Sydney, Travers, ist zum Minister-Residenten in Marokko ernannt worden.
stände hin, der ihm allerlei liebliche Bilder vor die Seele gaukelte, ohne ihm doch das klare Bewußtsein der ihn umgebenden Wirklichkeit zu nehmen.
Endlich — er mochte wohl länger als eine Stunde so geruht haben — ließ ihn ein Schuß, der in einiger Entfernung gefallen war, emporfahren.
„Da scheint Vater Hagemeistec ja schon auf der Jagd zu sein," sagte er vor sich hin, „und e» wäre wohl nicht mehr zu früh, die Herrschaften auf dem Schlöffe aus dem Schlummer zu jagen. — Aber, nein, ich will ihnen noch ein Viertelstündchen ihres süßen Morgenschlafes zugeben. — Bin ich so lange gewandert, wird es auf einen
St. Agnes-Hospiz für katholische Arbeiterinnen, Klosterstraße Nr. 13, unter Führung de» Herrn Kanonikus Dr. Franz einen längeren Besuch ab.
* Aachen, 29. OÜober. Herr Bürgermeister Mooren au« Eupen hat sich bereit erklärt, da» Mandat als Reichstag»-Ka ndid at für Aachen anzunehmen. In einer gestern hierfelbst stattgehabten Versammlung der Gesellschaft Constantia hat derselbe sein Programm mitgetheilt. Da» Programm des Centrums sei, so bemerkte er, voll und ganz auch bus. seine. Vor allem halte er e» mit dem Centrum für seine Aufgabe, mit aller Entschiedenheit gegen die Versuche anzukämpfen, dem Volke das Wahlrecht zu nehmen oder doch zu schmälern. Ferner müffe man sich gegen die <An- sührung einer fünfjährigen statt der dreijährigen Legislatur-Periode im Deutschen Reiche wehren. Allen OrdenSgenoffm müsse da» volle Nieder- laffungsrecht zurückgegeben werden, und das Cm-
Dir lrtztm^mkußkiM.
10. Fortsetzung.
I legt einen wesmtlichen Theil des Verdienste» I schulen auch zum Studium der Medizin berechn hierfür dem Kranken- und UnfallverficherungSgesetz tigen solle.
bei, welche indirekt auf die Wohlfahrt ter ge- ' “ sunden Arbeiter wirkten, indem sie die Arbeitgeber angeregt haben, neben den gesetzlichen Leistungen
I auch freiwillige Wohlfahrtseinrichtungen in ihren Anlagen zu schoffm. Dadurch habe die Freudigkeit an der Arbeit selbst und das Wohlbefinden der Arbeiter während der Arbeitspausen wesentlich zugenommen. Nachdem die Erkenntniß der Nützlichkeit derartiger Einrichtungen allgemein zu werden beginne, versuchten heute selbst kleinere Betriebe in ihren bescheidenen Kreisen und mit bescheideneren Mitteln alle« das herzustellen, was dem Arbeiter zum Wohlbefinden dienen kann. Und der Zweck werde auch hier erreicht, denn da, wo der Arbeiter empfinde, daß für ihn gesorgt wird, bildet sich stets ein nützlicher Gemeinsinn. Jeder Arbeiter sei stolz auf seine Firma und sucht das ©einige zu dem guten Rufe derselben beizutragen. — Auch für das Berichtsjahr wird aus zahlreichen Bezirken Mittheilung von einer Reihe besonderer W oh lthätigkeits einr ich tung en und Stiftungen gemacht, welche vornehmlich entweder den Witwen und Waisen von Arbeitern, oder Altersversorgungs- und Jnvalidenkaffen zugewandt wurden. In mehreren Fällen gelangen
. • U-b-r da. bü-g-rlich. Gesetzbuch wird I
ln **2**. Reichsjustizamls bemerkt, daß arbeiten, oder an besonder» Hilfsbedürftige zur SM E? E SÄ 5*jg* *> ----- **£ »frf --«en altersschwache Arberter auf Kosten des Arbeitgebers mit ihrem halben Lohn in den Ruhestand, in einer Meißener Fabrik wird älteren Arbeitern, deren Kraft nachläßt, der Lohn neuerdings weitergezahlt, in einer Leipziger Fabrik werden an fämmtliche Arbeiter zu Weihnachten Geldgeschenke vertheilt, ferner erhält jeder Arbeiter unter Fortbezug des Lohnes eine Woche Urlaub im Jahr und bei Gelegenheit eines Gefchäftsjubiläum» wurde jedem Arbeiter ein Sparkassenbuch über 300 Mk. über-