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Freitag, dm 21. Ottober.

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* Fürstbischof Dr. Kopp hat mit seinen beiden Begleitern, dem Domkapitular und Hausprälaten de» Papstes und Regens des bischöflichen Seminars Dr. Komp und dem Domkapitular Wilhelm Klee­spieß gestern Vormittag 8 Uhr 27 Min. vom Bahnhof Friedrichstraße aus Berlin wieder ver- laffen, um fich nach Breslau zu begeben, wo­selbst die Ankunft gestern Nachmtttag 4 Uhr erfolgte. Mit dem Fürstbischof ist auch der hiefige Propst Aßmann zugleich von hier nach Breslau abgereist Bei der Abreise von Berlin hatten fich viele katho­lische Geistliche und andere hohe Personen zum Abschiede auf dem Bahnhofe gestern früh eingefun­den. lieber den Aufenthalt des Fürstbischofs Dr. Kopp in Berlin erfährt die .Germania' noch nach- j ttäglich vom vorgestrigen Tage: Nach dem Gottes­dienste in der St. Hedwigskirche kehrte der Fürst- I

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fei, Ihre Ehrenscheine und Ihre Briefe! — Sie werden Sie innerhalb einer halben Stunde ein­lösen und wir werden als gute Freunde ausein- andergehen l Noch einmal sage ich Ihnen: es thut mir leib, daß ich Ihnen hier lästig fallen mußte; aber ich bin ja gern bereit, mich sofort zu empfeh­len, nachdem ich mein Geld empfangen habe!"

„Und wenn ich Ihnen nun abermals klar und deutlich wiederhole, daß ich die Summe nicht be­sitze, daß Sie sich gedulden müssen?"

„Wer sagt, daß ich mich gedulden muß? Wie soll ich dazu kommen, mich zu gedulden, wenn ich selbst in Verlegenheit bin, und wenn ich auf mei­nen Wechseln eine so gute Unterschrift habe, wie diejenige des Herrn Oberst v. Graoenstein?"

„Um des Himmelswillen, Mensch, Sie denken I doch nicht daran, fich an meinen Vater.zu wenden?"

„Warum sollte ich nicht? Ist doch Ihr Herr

Deutsches Reich.

Berlin, 20. Oktober.

• Ueber den Aufenthalt des Fürstbischof» Dr. Herde. Der Bischof "s^i Ve'rwälter^oe7"kek7n

berichtet" ^ßerV Fürllbis^ Dr" Oktober heiligen Sakramente, der Binde- und Lösegewalt

oerichtet. Herr Fürstbischof Dr. Kopp wurde am Er habe ein Herz für die aeistiaen und XX

lhn per Wagen zum Mutterhause der Barmherzigen Schwestern, wo er Logi» nahm. Zum Abendessen rm Mutterhause erschienen auch der Bischof Wilhelm und Herr Direktor Kirchhoff. Am Sonn- tage la» der Fürstbischof in der Hauskapelle die h. Messe und gegen Mittag erschien wieder Bischof Wilhelm zum Diner im Multerhause. Am Abend gab Herr Direktor Kirchhoff dem Fürstbischof zu Ehren im Gymnasium Josephinum ein Festessen,

“ •** «»ÄS ÄWtttTWS!

Inserat.- D» snspaltige geil, -der deren Raum 15 Pf., bei Wiederholungen E««bLr Ät

gegen 9 Uhr mit feinen beiden Begleitern in fein I Nach der Verlesung des päpstlichen Ernennuno«- iefi&UtUCf U"b 6mpfln8 fpätet bort no$ mehrere betrete» hielt Fürstbischof £rg eine Predigt über ' dre Pflichten de» Hirten und die Pflichten der

i.i jedem Augenblicke entziehen kann! Und außer- Vater al» Bürge für Sie eingetreten, und wird dem, der Herr Oberst ist ein rüstiger Mann, ein er doch nicht wollen, daß ein armer, alter Mann, Mann, der noch dreißig Jahre leben kann, wäh- wie ich, fein sauer erworbene» Geld an Ihnen rettb ich selbst alt und gebrechlich bin und täglich verliert? '

auf mein letztes Stündlein gefaßt sein muß. Ich Baron Herbert war mit starken Schritten einmal kann auf seinen Tod nicht warten, und e» wäre in dem Gemach auf- und niedergegangen, und in auch gegen mein Gewissen, das zu thun. Sie soll- seinem Gesichte arbeitete eine verzweifelte Angst, ten mir eine solche Sünde nicht zumuthen, Herr al» er abermals vor seinem Peiniger stehen blieb. Baron! Hier in der Tasche habe ich Ihre Wech- | „Was Sie da sagen, kann Ihr Ernst Nichtsein," brachte er mit mühsam erzwungener Freundlichkeit hervor. „Nennen Sie mir Ihre Bedingungen, und ich bin bereit, auf Alle» einzugehen. Nur verlassen Sie dies Haus, ehe mein Vater etwas von Ihrem Hiersein gewahr wird."

„Meine Bedingungen find sehr einfach, Herr Baron! Ich verlange nicht», al» mein Geld! — Aber ich gelobe Ihnen mit einem feierlichen Eide, daß ich meinen Fuß nicht wieder über die Schwelle des Schlosse» setzm werde, ohne volle Bezahlung!"

Der junge Mann mußte sichtlich in seinem Her­zen einen furchtbaren Kampf bestehen, ehe er sich an der Seite des Herrn Micheimann in einen zwei­ten Sessel nieberlkfe uns sich ganz nahe zu ihm hinüber oeugte.

„Su sollen Ihr Geld haben, Herr MichÄvunn — auf Heller uud Pfennig und innerh..v «.Niger Tage. Ich will Sie für die Kosten ivrd die Ver-

Die letzte« (6rmtUtott.

1. Fortsetzung.

Der junge Baron war todtenbleich geworden, und seine Fäuste ballten sich, al» wolle er sich im nächsten Augenblicke auf seinen unsauberen Gläu­biger stürzen. Aber er kämpfte seine wilde Erre­gung gewaltsam nieder und bemühte sich, einen ruhigeren, beinahe freundlichen Ton anzuschlagen.

„LassenSie un» vernünftig miteinander reden, Herr Michelmann! Zu welchem Zwecke haben Sie mich hier im Hause meines Vaters überfallen? Sie konnten doch wissen, daß ich da» Geld nicht habe; denn ich hätte es Ihnen sonst ohne Zweifel ge­schickt. Wozu wollen Sie mich nun mit den alten, «^gebrauchten Redensarten quälen? — Sie find ein reicher Mann, der sich recht gut noch für die wenigen Monate gedulden kann — um so eher, ba Sie doch Jhrm Vortheil dabei finden. Bin ich Ihnen, als der Erbe von Graoenstein, n chi sicher für die lumpigen paar tausend Mark?"

Herr Michelmann faltete die plumpen fetten Hände über dem Magen und drehte die Daumen Um einander.

, „Wer ist heutzutage noch ficher, Herr Baron?" sagte er. „Wie kann ich auf eine Erbschaft mar» ttn, die Ihnen der Wille Ihres Herrn Vater» noch

Amt und der Kirche. Er fei da» lebendige Beispiel de» Gehorsams gegen Gott, die Kirche, den Kaiser da» Vaterland. Er suche seine Hoheit nicht im Glanz, sondern in der Demuth. Die Pflichten der Diözesanen liegen im Gehorsam. Der Herr ist'» der durch den Sitten spricht. Es muß Eintracht zwischen Hirt und Herde bestehen. Die Diözesanen müssen die Hirtenarbeit unterstützen. Sie müssen ihre Kinder gläubig erziehen, in Dankbarkeit gegen I bSäSMSS

ab, welche von denselben im Laufe des Tages im fuhr der Kurftbifcbof in A '^bischöflichen Palais ein offizielles

Hotel Royal erwidert wurden. Nachmittag» bald zum Bahnhofs und von da mitt KttSS J öeÄQnr, altet' an roeI$etn die Spitzen der »ach 5 Uhr begab sich der Fürstbischof in» hiesige über Hannover nach Berttn. M.ttagszuge Behütten theilnehmen werden. Abend» Uhr Kultusministerium, woselbst der feierliche Akt der * ,r r... ‘ t, wird ein Fackelzug, der vom e>t. Vinzenzhause

Vereidigung stattfand, bei welchem die sämmtlichen Okt. Der hochwürdigste Herr au» den Weg nach dem fürstbischöflichen Palais

Staatsminister, welche zur Zeit in Berlin anwesend Un? 4r 00,1 ^^slau, nimmt, die Feierlichkeit beschließen.

sind, der Staatssekretär Graf Herbert Bismarck ""^hendes Circular erlassen: Ttler 20. Okt. Nach der ,Landes;.' ist

, und der österreichische Attache Baron vonLindenau fati^be? t en ^ie. Rückkehr nach

als Vertreter ver ORetreupqcgen euiiuemyeue unu r -,5, MS'”*,ro. Ulu" oei-

mebrere hohe katholische Geistliche rc. jugegen nach lat sich die auf dem Katholikentage

waten. (Da der in Folge des Kulturkämpfe» 1873 roaiften Bisthume g gebenen Oberhirten darzubringen und in Trier angeregte Abhaltung der nächstjährigen geänderte Bischofseidvoreinigen Monaten den himmlischen Segen für dessen lange und glückliche Re- Katholikenversammlung in Deggendorf (Nieder- wieder auf den früheren Inhalt zurück- X! bayern) wegen zu großer lokaler Schwierigkeiten

geführt worden war, so ist Fürstbischof Dr. Kopp Ber-itwMgkeU ?nbäa<$ b-wi-ftne öpf-rvolleHing-bung als unthunlich erwiesen, so daß ein anderer Ort der erste preußische Bischof geworden, der wieder in der Arbeit am Heile der Seelen mir mein verantwor- in Aussicht genommen werden muß. In erster den Bischofseid leisten konnte. Als er Bischof von tungsvolles Amt erleichtert hat, meinen wärmsten Dank Reihe wird Eichstätt genannt.

Fulda wurde, hatte er den kulturkämpferisch ge- °us,uspr-ch-n. W-ihbischof und Kapitular-Mkar. Gleich." * Die badischen Land tagSwah len find änderten Eid natürlich nicht geleistet. Letztere» — 20. Oktober. Die Inthronisation des genau so ausgefallen, als nach den Wahlmänner- that nur ein Einziger — „Bischof" Dr. Reinkens, Fürstbischofs Georg fand heute in der Zeit von wählen erwartet wurde, denn bei den gestern voll-

mit dem es bekanntlich seht schnell abwärts ging, I 10 bis 1 Uhr statt. Es waren anwesend der zogenen Abgeordnetenwahlen verlor die katholische

obgleich er anfänglich mit allen Mitteln gehoben Ooetptäsident, die drei RegierungSpräfidenten, der Volkspartei von ihren 9 zur Wahl stehenden

wurde.) An den Vereidigungsakt schloß fich bann Oberlanaesgerichtspräfident, der Oberbürgermeister, Wahlkreisen 5 an die Liberalen, welche außerdem

ein Festdiner von achtundzwanzig Couverts, woran der Kommandirenve des schlesischen Armeekorps, 2 Mandate von den Demokraten gewannen. Die sämmtliche genannten Herren, welche zuvor dem der österreichische Consul, sieben Generäle, die katholische Volkspartei verlor u. a. Waldshut mit feierlichen Akte beigewohnt hatten, theilnahmen. katholischenStadtverordneten, der Stadtverordneten- 57 gegen 72, Freiburg mit 127 gegen 63, Ett- Nach Aufhebung de» Diner» kehrte Dr. Kopp Vorsteher, die Stadträthe und der Adel Schlesien», tingen mit 44 gegen 107 Stimmen ; die stärkste