Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

M 239.

Mittwoch, den 19. Ottober.

1887

Meer Ä 3titng.

2He Fuldaer, Zeitung' erscheint t ä« l ich^Sonn- und Feiertage ausgenommen. Vierteljährlicher «bonnementsprei» ohne Bringerlohn unv Bestellaeld- 1 M V) mtt der b-lletnstrschen Wochenbeilage .Sterne und Blume»' in Fulda 1 M. 7V Pf., auswärts l äR 75 $f W

Inserate: Die einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

Fürstbischof Dr. Kopp itt Berlin.

Berlin, 18. Oktober.

Die Katholiken Berlins hatten heute die große Freude, zuerst von allen Diözesanen unseren neuen Oberhirten Fürstbischof Georg zu begrüßen und von ihm den oberhirtlichen Segen zu em­pfangen. Die St. Hedwigskirche hatte ihr schönstes Gewand angelegt. Ueber dem Portal prangte hoch oben ein aus Blumen gewundenes Kreuz, auf das Prächtigste war das Portal mit Guirlanden und Kränzen dekorirt, die Vorhalle, ja die Freitreppe waren mit Gewächsen geziert. Und im Innern der Kirche, welch' feierlicher Anblick! Der Hoch­altar erschien in einem Walde von Pflanzen und Blumen aufgebaut und zu ihm führte der mit Orangerien und Palmen besäumte Weg; hier hatten auch die katholischen Vereine der Haupt­stadt mit ihren Fahnen und Bannern Aufstellung genommen, ein Spalier bildend, zwischen welchem der Oberhirt durch die so zahlreich wie an den hohen Festtagen herbeigeströmmte Menge der An­dächtigen seinen Einzug halten konnte. Der hochw. sürstbischöfllche Delegat, Herr Propst Aßmann, an der Spitze der Berliner katholischen Geistlich­keit und des größten Theils derjenigen der Dele- gatur empfing den Herrn Fürstbischof an dem Eingänge der Kirche, begrüßte denselben Namens des Klerus und der Gläubigen des ganzen Dele­gaturbezirks hier mit einer herzlichen, tief gefühlten und begeisterten Ansprache. Er gedachte der Trauer, welche beim Hinscheiden des hochw. Herrn Fürst­bischofs Robert die Diözese erfüllte, wie des Trostes und der Freude, al» die Kunde ertönte: „Wir haben wieder einen Bischof!" Wir haben wieder einen Bischof, einen Bischof, der voll Weisheit und Klugheit, der in endlosen Mühen, aber mit Kraft und Stärke und unter dem Segen Gottes, den er fich oftmals im Gebet am Marienaltar unserer Hedwigskirche errungen, für die ganze Kirche Deutschlands gearbeitet hat. Wir alle genießen dankbaren Herzens den Erfolg. Tausende Diözesanen, die durch sechs Jahre insbesondere seine Sorgfalt Mttb Weisheit erfuhren, sehen ihn wehmüthig scheiden, Mil da» bräutliche Band, das ihn mit der Diözese verband, nach Gotte» Willen gelöst ist, damit ein anderes geschloffen werde. Mit Ehr­furcht und Liebe empfängt unsere Diözese ihren

o Der Kapitän des «eins.

Aus dem Spanischen mit Erlaubniß des Verlegers übersetzt.

(Schluß.)

Die» Alle» vermochte Heinrich Masterton noch vor seinem Ende zu erzählen.

Kurze Zeit nach fernem Tode saß James Duke auf der Anklagebank, auf der kurze Zeit vorher Millicent gesessen hatte, um von dem Ge> richtshofe wegen der Ermordung seine» Bruder» verurtheilt zu werden.

Jeder Schritt de» Angeklagten von London bis Compton wurde von einem Zeugen angegeben, aber von allen gegen ihn angehäuften Beweisen war der der wichtigste, welchen ein Pferdeknecht, der in einem kleinen, an einem Querwege nicht weit von Compton gelegenen Gasthause diente, vorbrachte; James Duke hatte dort ein Pferd ge- miethet und war zu Fuße in der darauffolgenden Nacht zurückgekehrt; er trug ein Packet unter dem Arm und war, als er in den Hofraum eintrat, tief in den Mantel gehüllt. Seine Kleider waren mit Blut und Schmutz befleckt ; er sagte, diese Necken rührten daher, daß er mit dem Pferde gefalle« sei und fich verwundet habe, wer- halb er auch da» Pferd in Compton zurückge- laffen habe.

Oberhirten und al» die ersten seiner Diözesanen begrüßen ihn die Katholiken Berlin» und der Diaspora. Wenn die Blumen und da» Grün, womit heute dies Gotteshaus geschmückt ist, um Zeugniß zu geben von den Gesinnungen der Herzen, längst verwelkt sein werden, so wird doch die Liebe und Treue in den Herzen der Gläubigen zu ihrem Bischof nie verblühen: Dies sei das im Namen des Klerus und der Gläubigen darqe- brachte Gelöbniß.

Nachdem der hochwürdigste Herr Probst Aß­mann geendet, wurde unser Oberhirte, während weißgekleidete Mävchen den Weg mit Blumen be­streuten, zum Altäre an den geschmückten Thron- seffel zu Füßen des Altars geführt. Die hoch- wurdige Geistlichkeit brachte ihm hier ihre Hul­digung dar durch die übliche Kniebeugung und den Handkuß. Nachdem der Fürstbischof unter dem Gesang des Hedwigskirchenchores eine stille h. Meffe, bei welcher ihn die Herren Curatus Laxy und Kaplan Werner bedienten, während Herr Propst Aßmann als presbyter assistena fungirte, gefeiert und die Danksagung vollendet hatte, ergriff er vom Altäre aus das Wort zur ersten Ansprache an seine Diözesanen. Mit klarer und weithin verständlicher Stimme sagte er Dank für den herzlichen Empfang, der ihm hier bereitet worden und gab der zuversichtlichen Erwartung Ausdruck, daß der Klerus und die Gläubigen ihn bei der treuen Ausübung seines Hirtenamtes durch ihren Eifer, ihre Frömmigkeit und ihr Gebet unterstützen, und die Liebe und Anhäng­lichkeit bewahren würden, die. sie ihm bei seinem Eintritt in die Diözese kund gegeben. Alle Ehre, so sprach der hochwürdigste Herr, will ich demjenigen geben, dessen Stelle ich bei Euch vertreten soll. Der hochwürdigste Herr Delegat hat mir in Eurem Namen ge­lobt , daß, wenn längst diese Blumen ver­blüht sein werden, die Liebe und Anhänglich­keit in Euren Herzen für Euren Bischof fort­leben. Euere Liebe und Anhänglichkeit ist mir ein Trost, ist das Fundament, auf dem ich aufbauen will, und ich bitte Euch, sie mir zu erhalten. Nach diesem Gelöbniß erwartet auch von Euerem Bi­schöfe ein Aehnlicher. Ich gelobe Euch, daß ich, der ich mit der Würde die Bürde übernehme, Euerer Liebe und Anhänglichkeit entsprechen will,

Der Diener, den er geschickt hatte, um das Pferd zu holen, sagte, daß der Gefangene ihm eine Guinee versprochen habe unter der Bedingung, auf da», was man ihn in Compton fragen werde, nicht zu antworten.

James Duke wurde schließlich in Carlisle ge­hangen, und Millicent gab Befehl, einen Leichen­stein über den entstellten Ueberresten zu errichten, die man in dem Teiche gefunden hatte. Auf diesem Steine stand folgende Auffchrift:

Zum Andenken an George Duke, der in der Rächt de» dreißigsten Januar 1701 von seinem Zwillingsbruder grausamer Weise er­mordet wurde.

Ein Jahr verging, bi» MMcent wieder in das Schloß zurückkehrte.

Während dieser Zeit hatte sie die Wohnung inne, welche sie während der sieben Jahre der Ab­wesenheit ihre« Gemahls bewohnt halte.

Sie ließ die Gartenwohnung, in der da» Ver­brechen geschehen, niederreißen und eine andere an ihre Stelle erbauen, ließ dm Teich mit Erde ausfüllen und den Platz mit Säumen bepflanzen. Bevor Millicent jedoch in ihr Han» einzog, legte der Pfarrer von Compton ihre Hand in die ihre« geliebten Darrell.

daß ich alle Sorge für da« Heil aller meiner Diö­zesanen gern ertragen will, insbesondere für die Diözesanen der Delegatur. Die Kinder, welche den Vätern die meiste Sorge machen, sind ihnen mei­stens ja die liebsten. Ohne Zweifel erheischt die Delegatur besondere Mühe, darum aber wird da« Heil der Gläubigen, die in d-r Delegatur so vie­len Gefahren des Unglaubens und der Gottlosig­keit ausgesetzt sind, mir am meisten am Herzen liegen. Eins erwartet noch: den Segen und da« Gebet Eueres Bischofs. Ich breite meine Hände aus und segne betend Euch, den Klerus, Euere Familien, Vereine, und mein Segen und mein Ge­bet soll immerdar mit Euch fein."

Nach ertheiltem bischöflichen Segen begab sich der neue Oberhirt in feierlichem Zuge, für dm die Mitglieder der Vereine wiederum Spalier ge­bildet hatten, in die Propstei. Den Fahnenträgern und Chorknaben folgte eine Schaar weißgekleideter kleiner Mädchen, Blumen streuend, hierauf der hochw. Klerus, und, seine Gläubigen zu beiden Seiten segnend, der Oberhirt; die Mitglieder der Kirchenvorstände bildeten den Schluß. So bewegte sich der Zug, den die Augen einer dichten Men­schenmenge und zahlreicher Zuschauer auf Balkons und in Fenstern benachbarter Häuser begleiteten, bis in's Pfarrhaus. Dort fand zunächst die Vor­stellung der Geistlichkeit und darauf die der Kir­chenvorstände statt. Der hochw. Fürstbischof sprach hier die Hoffnung aus, einen Besuch der Haupt­stadt bald wiederholen zu können.

Nachmittags findet die Ableistung des Eides statt. Der Kultusminister gibt, wie wir schon gestern berichteten, ein Diner zu Ehren des Bres­lauer Oberhirten, und morgen früh erfolgt die Abreise nach Breslau. (Germania.)

Deutsches Reich.

Berlin, 18. Oktober.

• Der Geburtstag des Kronprinzen ist heute hier festlich begangen worden. Die öffent­lichen Gebäude und viele private hatten Flaggen­schmuck angelegt. Bei Sr. M. dem Kars er in Baden-Baden fand zu Ehren des Tages Familien­tafel und gleichzeitig Marschallstafel für die Um­gebungen und einige geladene Gäste statt.

Thoma« Masterton, wegen eines kleinen Dieb­stahl» verurtheilt, starb in dem Gefängniffe zu Carlisle, einige Monate nach dem Tode seine» Sohnes, so daß Samuel nie die wahre Geschichte des fremden Tabuletthändler», der die Löffel, den Geldbeutel und die Uhr Sara's gestohlen hatte, erfuhr.

Wird es nothwendig sein, das schöne und glück­liche Leben zu beschreiben, das beide Ehegatten in dem Schlosse zu Compton genossen? Stet« konnte man in dem Speisesaale des alten Hauses ein Ge­mälde sehen, das eine Familiengruppe darstellt, wie man sie oft in den vornehmen Häusern auf dem Lande steht. E» ist das Bildniß einer jungen Mutter mit blonden Haaren, die sich über die Wiege eines schlafenden Kinde« neigt, während Darrell im Hausanzuge sich an' ihrer Seite be­findet und mit einem muntern Knaben von drei Jahren spielt.

Der firbling des Zirkus.

Dem Verdienste seine Krone! Eine Berühmtheit der Manöge, Tom Belling, genannt „Aujust", hat nun auch ihren Biographen gesunden; der popu­lärste aller Zirknsklown«, der gefeierte Liebling der Gallerte, Micher mit köstlich bummer Miene,