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M 233.

Mittwoch, den 12. Oktober.

1887

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Die Adresse, gedenken, mit der Ew. Fürstbischöfliche Gnaden

welche am Montag Vormittag vom hochwürdigen verstanden, in der Diözesanverwaltung die Domkapitel und Klerus der Stadt Fulda dem schwierigsten Verhältnisse zu regeln und zu ordnen,

scheidenden Oberhirten überreicht wurde, hat fol- Ot® kirchlichen Rechte zu wahren und wieder zu

genden Wortlaut: erlangen! Ew. Fürstbrschöflichen Gnaden Hrrten-

,, „ .. „ - , sorgfalt ruhte nicht, bis in die Schule wieder der

Hochwurdigster Herr Fürstbischof । Einfluß der Seelsorger durch die Leitung des Re-

Gnädigster Fürst und Herr! ligionsunterrichtes, durch die Bestellung geistlicher

Die ernste Stunde ist gekommen, da das bräut- Lokal- und Oberschulinspektoren zurückgeführt wurde

liche segensvolle Band gelöst werden soll, welches und diese Sorgfalt würde zweifellos, hätte Hoch­einst an den Stufen des Altars Ew. Fücstbischöf« dieselbe nicht leider auf das Wort des hl. Vaters

lichen Gnaden bei der Konsekration mit der Kirche den Hirtenstab unsere Diözese niederlegen müssen,

Fulda'» verknüpft hat. In diesem Moment, wo noch größere und reichere Resultate erzielt haben!

wir unfern Oberhirten für immer von uns scher- Die gesummte Diözese ist ebenso Zeuge gewesen, den sehen, weil die Vorsehung ihm einen anderen wie das weite Geb.et der christlichen Charitas Hirtenstab in die Hand gegeben, tritt noch einmal an Ew. Fürstbischöflichen Gnaden einen Bc- diese so kurze und doch so inhaltsvolle Spanne schützer fand, der diese Thätigkeit mit lebensfrischem Zeit von 6 Jahren vor unser Auge, und Geiste durchhauchte und ihr zugleich neue Bahnen welche Fülle von Erlebnissen drängt sich da eröffnete. Das gesami.rte Vereinswesen, welches unserer Erinnerung auf! Gleich einem weiten die Zeit für die religiösen und sozialen Zwecke Trümmer« und Todtenfeld lag die Ew. Fürst- geschaffen hat, empfing durch die weitschauende bischöflichen Gnaden anvertraute Kirche Fuldas Sorgfalt Ew. Fürstdischöflichen Gnaden eine so vor Hochderen Auge: die Bildungsstätten des gesegnete Anregung und Förderung, daß ste in Klerus waren geschlossen, die Seelsorgsstellen viel- nichts hinter anderen Diözesen zurücksteht. Die fach ohne Hirten, die kirchliche Diözesanverwaltung Treue und Gewissenhaftigkeit, mit der Hochdieselbe aufgelöst. Aber Stunde um Stunde erhob fich den ureigensten Pflichten des oberhirtlichen Amtes, unter der weisen ordnenden Hand des ersehnten namentlich der Spendung der hl. Firmung und Oberhirten neues Leben aus diesen Ruinen; Stunde den Visitationen der Gemeinden oblagen, liegen um Stunde schwanden die Reste der Verwüstung, klar vor Aller Augen, und unsere Sache ist es um Schöpfungen kirchlichen Lebens und kirchlicher nicht, jene Opferliebe zu feiern, welche Tausende Ordnung Platz zu machen. Es ist nicht möglich, I außerhalb der Grenzen der Diözese des Segens in den engen Rahmen dieser Abschiedsworte das I der Salbung mit dem hl. Chrisam theilhaftig ge­reiche schöpferische und segensvolle Episkopat Ew. macht hat. Wenn wir aber endlich der aufreiben- Fürstbischöflichen Gnaden während dieser 6 Jahre den Kämpfe und Mühen gedenken, denen sich Ew.

zu schildern. Wie das Privatleben, so war das Fürstbischöfliche Gnaden für das Gesammtwohl

öffentliche amtliche Wirken das Spiegelbild eines der Kirche Preußens und Deutschlands unter­großen und edeln Oberhirtenlebens. Wenn das zogen, so wird es ewig ein Ruhmesblatt

Domkapitel sofort werthvcller Wohlthaten von Ew. in der Geschichte der Kirche Fuldas bleiben,

Fürstbischöflichen Gnaden theilhaftig wurde, so wie ihr Oberhirt, vom hl. Vater und dem waren Hochdieselbe nicht weniger bedacht, die ma- erhabenen Länder fürsten berufen, Urheber ward, terielle Lage des übrigen Klerus, so weit es er- daß Stück um Stück jene unselige Kulturkampfs- reichbar war, zu verbessern. Das für un- gefetzgebung niedergelegt wurde, welche die Kirche sere Diözesan - Verhältnisse so eminent wichtige unseres Vaterlandes in so drückende Fesseln geschlagen

Werk des St. Bonifatius-Vereins, die Gründung hatte. Sehen wir die erweiterten schönen Räume

und Ausstattung von Missionsstellen in der Dias- unseres Seminars wieder von Zöglingen der eigenen pora, empfing von Ew. Fürstbischöflichen Gnaden und selbst fremder Diözesen bevölkert — es ist

ungeahnte Impulse und Entfaltung. Wer könnte das Werk Bischofs Georg! Sehen wir die Seel­

ohne Bewunderung der Weisheit und Sicherheit sorge wieder in regelmäßige Bahnen nach den

o Urr ßnnifiill hffi Schlosses gehöre, und daß sie glaubten, diese Leiche

w yu W»«« vlA mul!L müsse die des Kapitäns Duke sein.

Aus dem Spamschen mit Erlaubmß des B-rl-g-rs übersetzt. Zwei Monate waren seit dem Verhöre Millicents 12. Fortsetzung. bunt) den Sherif BowerS verflossen, und seit

Die sterblichen Reste DukeS wurden in ein dieser Zeit hatte Darrell wenig von sich hören

Zimmer des Schlosses gelegt, und der Chef der lassen. Einige ganz kurze Briefe waren an Sara

Polizei führte selbst die Untersuchung über die gekommen und verkündeten ihr, daß der junge

Auffindung der Leiche. Mann unausgesetzt arbeite, um Millicent zu retten,

Niemand zweifelte, daß dieses der Körper de» aber in jedem Briefe zeigte sich weniger Zutrauen,

Kapitäns Duke sei, obwohl der Zustand der Ver- und Sara zweifelte schon, die unglückliche Gc-

wesung, in der er sich befand, ihn nicht leicht fangens retten zu können.

wiedererkennen ließ. Sara hatte viele Besuche in Carlisle gemacht,

Nur einige Reste seiner Kleidung war.n übrig, um die Tochter ihres alten Herrn zu sehen, und dre man aber in Folge der Verwesung nicht er- immer batte sie Frau Duke ruhig und ergeben kennen konnte; die Seemannstracht, d r dreieckige angetroffen; dieselbe mar zwar ein wenig bleich Hut, die Weste und die Stiefel, welche der Kapitän und geschwächt, aber doch weniger, als man nach trug, als er nach Compion zurückk.hrte, alle diese einer so langen Einsperrung hoff n konnte.

Gegenstände waren in der Mordnacht verschwunden. Nur einmal hatte Millicent einige Worte gc- , Die Leichenschauer gaben sich kein» Mühe, Licht sprachen, die Saras Herz mit Schrecken erbeben m dieses Geheimniß zu bringen, noch suchten sie ließen.

Nch zu erklären, wie die schwachen Hände der Frau Diese hatte ihr den letzten Brief Darrells vor- Duke den schweren Körper von der Gartenwohnung gelesen, in dem er sagte, sie solle weiter gegen dir zu dem Teiche schleppen konnpn. Zu j ner die Verzweiflung ankämpfen, er verspreche ihr, Zett arbeitete die Gerechtrgkeit viel leichifei tiger, bis zum Tode zu arbeiten, um ihre Unschuld dar-

Leichenschauer verkündigten ein V rdttt. in zulegen. Al» Sara diese Stelle gelesen hatte,

dem sie nur sagten, daß eine Leiche in dem Teiche faltete Millicent ihre Hände und sagte mit Thränen

gesunden worden sei, der zu dem Eigenthum de« 1 in den Augen:' „Wtßhalb hat Darrell so große

kanonischen Gesetzen geleitet — e» ist das Werk Bischofs Georg! Und diese besondere Begeisterung Ew. Fürstbischöflichen Gnaden für das Wieder­erblühen des kirchlichen Ordenslebens in Deutsch­land, wer kennt sie nicht? Wem anders als dem opfervollen Eifer Hochderfelben verdanken Hunderte von gottgeweihten Männern und Jungfrauen zuerst und vor Allem die Rückkehr in die Asyle des Ge­betes und heiliger Berufsthätigkeit? Und all' die­ses Schaffen und dieser Segen, den wir nur an« deuten können, ist das Werk weniger Jahre! Welche Aussichten für Diejenigen, welche das Glück haben werden, Jahrzehnte unter dem Hirtenstabe Ew. Fürstbischöflichen Gnaden zu stehen!

Empfangen Ew. Fürstbischöfliche Gnaden für dieses Wirken den innigsten schuldigen Dank des Domkapitels, des Diözesan-Klerus, der ganzen Diö­zese! Der gerechte Vergelter wird eines Tages in einer besseren Welt dafür den einzig würdigen Lohn verleihen. Uns aber möge es gestattet sein, im Namen des Gesammtklerus Ew. Fürstbischöf­lichen Gnaden eine bescheidene Abschiedsgabe anzu­bieten, von der wir hoffen, daß Hochdieselbe sie huldvollst genehmigen: es ist die vom Diözesan­klerus übernommene Verpflichtung, zum bleibenden Andenken an jene hervorragende Wirksamkeit Ew. Füistbrschöflichen Gnaden für das Missionswerk in der Diaspora der Diözese, durch jährliche Bei« träge im Betrage von 1000 Mark eine Mission»« stelle zu unterhalten, indem wir Ew. Fürstbischöf« liche Gnaden ehrerbietigst ersuchen, zu bestimmen, welcher Missionsstelle diese Gabe als „Georgs- Stiftung" zu Theil werden soll.

So rufen wir Ew. Fürstbischöflichen Gnaden bei dem Scheiden aus unserer Mitte voll dank­barer Erinnerung ein schmerzliches Lebewohl zu! Möge Ew. Fürstbischöfliche Gnaden noch in der Ferne unserer in Huld und Wohlwollen gedenken, wie auch wir nie vergessen werden des an Ver­dienst so reichen segensvollen Hirtenamtes Bischofs Georg.

Deutsches Reich.

Berlin, 11. Oktober.

* Mit den Zeiten wechseln die Ansichten der Menschen! Seitdem der erste König von Italien am 15. November 1873 den begeisterten Lob-

Sorge um mich? Möge mir das Schlimmste zu« stoßen, was mir zustoßen kann. Ich habe keinen Wunsch, noch länger zu leben, und nach alledem, Sara, wer kann sagen, daß ich an dem Morde Dukes schuldlos bin?"

„Fräulein Milly, Fräulein Milly l"

„Wer kann das sagen? Ich weiß, daß ich in jener grausamen Nacht, in der mein Gemahl in sein Haus zurückkehrte, fast wahnsinnig war. Wer weiß, ob ich cs nicht war, die, wie Herr BowerS glaubt, in einem Anfalle von Wahnsinn ihn er« mordet hat? Gott weißes, daß ich in jener Nacht fast wahnsinnig war."

Sara fiel vor Millicent auf die Knie nieder. „O Fräulein Milly," rief sie aus, „um der Liebe willen, die Sie zu mir haben, um der Liebe jene» barmherzigen Gotter rojUen, der uns sieht und Ihre Schwäche kennt, sprechen sie nicht so schreck­liche Worte. Wissen Sie, daß. wenn Sie einmal am Gerichtshöfe das sagen, was Ste mir gesagt >aben, Sie sicher zum Tode verurtheilt werden? Was mich bctrifft, so weiß ich recht wohl, daß Sie unschuldig sind, Fräulein M.lly, und Sie w ff n da» auch. Dieser Gedanke darf Sie nie verlassen, denn wenn der Glaube an Ihre Un­schuld Sie verlassen hat, werden ste wahnsinnig. Denken Sie daran, baß es nichts thut, was die