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Sonnabend, den 1. Oktober.

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1887

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Die »Fuldaer Zeitung' erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. Vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld: 1 M. 50 Pf., mit der belletristischen Wochenbeilage .Sterne und Blumen' in Fulda 1 M. 70 Pf., auswärts 1 M. 75 Pf.

Inserate: Die einspaltig« Zeile oder deren Raum 15 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

Erstes Blatt.

Deutsches Reich.

Berlin, 30. September.

♦ Wie die ,Magd. Zig/ berichtet, 'werben dem nächsten Reichstage Vorlagen, betreffend den Ar-- beiterschutz, zugehen.

* Im .Reichsanzeiger' wird bekannt gemacht, daß für Branntwein, welcher vor dem I.Okt. d. I. aus dem freien Verkehr der Branntwein­steuergemeinschaft nach einem anderen deutschen Branntweinsteuergebiet oder umgekehrt ausgeführt wird, im Versendungslande eine Steuervergütung nur dann zu gewähren und im Bestimmungslande eine Uebergangrabgabe nur dann zu erheben ist, wenn der Branntwein im Bestimmungslande noch vor dem 1. Oktober d. I. zur steuerpflichtigen Abfertigung gestellt wird.

• Der deutsche Staatsanwalt von Col­mar und der französische Oberstaatsan­walt von Nancy haben sich an den Ort des un­glücklichen letzten GrenzlwischevfalleS begeben, um den Thatbestand nochmals kontradiktorisch festzu­stellen. lieber das Ergebniß dieser Feststellungen liegt noch keine Mittheilung vor. Da» „Berl. Tgbl." erfährt, der französische Geschäftsträger in Berlin, Herr Ramdre, sei beauftragt, dem Grafen Herbert Bismarck gegenüber folgende Fragen zu formuliren: „Kann der Angriff ober Jrrthum Kaufmann'» loyal gerechtfertigt werden? Konnte er elf Jäger, welche ihre Gewehre über der Schulter trugen, für Wilddiebe halten? KonnteZKaufmann auf 150 Meter gehört werden? Ist e» möglich, daß zwei schwer verwundete Jäger sich von dem deutschen Terrain aus da; französische Terrain begeben konnten, ohne Blutspuren zu hinterlassen?" Die ,Krzztg.' nimmt keinen Anstand, diese sämmt- lichen Fragen ohne Rückhalt zu bejahen. ES sei bestehende Thatsoche, daß an der französisch-deut­schen Grenze Wilddiebe zu größeren Banden ver­einigt, mittelst Treibjagden gewerbsmäßig ihr Handwerk ausüben und wiederholt das Leben der Forstbeamten bedrohten. Daß der Anruf Kauf­mann'» auf 150 Meter f hr wohl hörbar fei, könne nicht zweifelhaft fein. Auch die letzte Frage wird von genanntem Blatte unter Bezugnahme

o |ltt KiMiw des Grins.

Aus dem Spanischen mit Erlaubniß des Verlegers übersetzt. 3. Fortsetzung.

II.

Die Dämmerung eine» kalten und dunkeln Ja­nuarmorgen« brach an, und Compton, gehüllt in ein weiße» Gewand, da» ihm der Schnee angelegt hatte, stellte ein wirre« Gemisch von Häusern dar, deren Dächer und Rauchfänge ebenfall« dicht mit Schnee bedeckt waren.

Der Postwagen, welcher durch Compton kam und nach Maney fuhr, war wegen de« Schnee» einige Meilen zurückgeblieben. Die Karren und bedeckten Wagen hatten nicht bi« zum Dorfe kom­men können. Rur einige Reisende zu Pferde hat­ten e« gewagt, den Gefahren der Reise Trotz zu bieten. E» gab also keine Verbindung zwischen Compton und der übrigen Welt; aber Stoff zur Unterhaltung war au diesem Morgen genug vor- handen; Niemand dachte an da« Ausbleiben der Post, denn e» war ein Mord begangen worden in der Ortschaft, bie, so lange sich Menschen er- inne«,«, unbefl ckr geblieben war von einem Per» brechen; ein Verbrechen, da« derart in Dunkel ge- HMt «ar, daß selbst die Klügsten in Compton e« sich nicht erklären konnten. Al« der Tag borge«

auf das kleine Kaliber der Büchsen der Jäger­bataillone und in Betracht des Hinderniffes, welches die Bekleidung der Jäger dem Herabrieseln des Blutes entgegensetze, bejaht.

* Die Reich sschulkommission hat in ihrer letzten Sitzung u. A. auch die Frage der Zulassung der Abiturienten der Realgymnasien zum medizinischen Studium in den Kreis ihrer Erörterungen gezogen. DieUorderung wurde dabei als eine unabweisbare bezeichnet.

* Die Aufhebung de» polnischen Sprach­unter rilcht« in den Volksschulen Posens und Westpreußens hat in der polnischen Presse großes Aufsehen erregt. Der .Kuryer Pozn.' weist darauf hin, daß es eine Appellation gegen diese Maßregel nicht gebe, da dieselbe auf Grund königlicher Kabinetsordre erfolgt sei; „ob der Gedanke eine« großen nationalen Proteste« gegen die neue Anordnung allgemeine Anerkennung finden werde, könne man augenblicklich nicht Vorher­sagen; vielleicht werde e« sich empfehlen, diesen Protest der polnischen Landtagsfraktion zu über­lassen." Dieser Protest wird vom,Dzienn. Pozn.' befürwortet, der au» Anlaß der neuen Verfügung schreibt:

Di« polnisch« Sprach«, unser« Muttersprache, die uns durch internationale Verträge und feierliche Versprechungen der preußischen Könige gewährleistet worden ist, wird vom 1. Oktober ab aus allen Elementarschulen in Posen und Westpreußen entfernt werden. Was sollen wir angesichts dieser Verfügung,^welche in der Seele eines jeden Polen einen schmerzlichen Wiederhall finden wird, thun? Sollen wir di« Hände ringen und Klagen -rhebrn? Wahrhaftig t Nein, und tausend Mal nein! Ein Volk und eine Gesell­schaft, bk ihrer Zukunft und ihrer Rechte sich bewußt sind, dürfen, selbst wenn sie von einem so schweren Schlage getroffen werden, sich nicht in muthlosen Klagen ergehen und sich der düsteren Verzweiflung hingeben. Im Gegen- theil, kann die gegen unsere Kinder verfügte Maßregel uns nur zur gesetzlichen Abwehr antreiben und uns alle zur Thätigkeit anspornen, damit unsere nationalen Sitten und unsere geliebte Muttersprache, die als theuere und heilige Hinterlaffenschaft unseren Kindern von den Vätern überliefert worden sind, denselben erhalten bleiben. Wir sind deshalb auch tief innerlich überzeugt, daß sobald di« Kund« von dieser neuen Verfügung überall hingedrungen ist, all« die Nothwendigkeit erkennen werden, eine allge­meine Versammlung zusammen zu rufen und in derselben im Namen der uns zukommenden und durch die Verträge und feierliche königliche Versprechungen uns gewähr­leisteten Rechte, im Namen der bürgerlichen Gleichstellung, im Namen der mit den anderen Bürgern der preußischen Monarchie gemeinsamen Rechte und Pflichten, gegen eine

schritten war, hatten alle Einwohner be« Dorfes Kenntniß von diesem Verbrechen; Niemand wußte, wie und durch wen man e« erfahren habe; aber Alle bildeten sich tausend Voraussetzungen, und Jeder machte ein so wichtige» Gesicht, al» ob er der einzige Besitzer de« Schlüssel« zu diesem Ge­heimnisse sei.

Natürlich hatte auch der Sherif von Compton Nachricht von dem Morde erhalten und erfahren, daß Millicent sich in dem „Schwarzen Bären" be­finde. Da die Vermuthung nicht ganz ferne lag, daß sie im Verein mit Darrell den Mord began­gen habe, so ließ der Sherif den „Schwarzen Bären" bewachen. Nach Verlauf einiger Stunden schickte er den Konstabler Hugh Martin ab, Mili- cent mit Darrell zu verhaften. Obgleich dieser nur ungern dem Befehle gehorchte, so that er doch, was Amt und Pflicht von ihm forderten. Vor dem „Schwarzen Bären" angekommen, traf er Rob, den Wächter. Derselbe war auch Konstabler, be­trachtete fich aber nur al« Gehilfe de« andern.

„Steht Alle» gut, Rob," ftagte ihn Hugh Mar­tin; „ist Jemand au« dem Hause gegangen?"

„Samuel ist ein- und ausgegangen, indem er fich nach allen ©eiten umsah und vor fich hin sprach wie eine alte Frau, aber «eiter hat er nicht« gethan, und jetzt fitzt er hinter seinem Laden."

solch» Verfügung Protest zu erheben und an die kompe­tente Stelle, eventuell an den, von dem die diesbezügliche Verfügung erlassen worden ist, das Verlangen zu stellen, den polnischen Unterricht in allen Volksschulen wieder einzuführen.....Unsere Arbeit und unsere Bemühungen

müssen vor allem in unseren Häusern und Familien konzentrirt werden. Wenn wir dort die entsprechend« Thätigkeit entwickeln, so können alle gegen uns getroffenen Vorkehrungen uns nicht schaden. Möge deshalb von nun an unser eifrigstes Streben darauf gerichtet fein, jedem Kinde eine polnische Fibel in die Hand zu geben, und mögen die Eltern und Vormünder es als ihre erste Pflicht betrachten, die Kinder im polnischen Lesen zu unterrichten. Dies ist die Hauptsache.

"Neuwied, 30. Sept. Bei der Landtag«- wähl wurde der Geh. Regierungsrath Dünkel­berg (Bonn) und Rentner Dietz (Neuwied), beide nationalliberal, mit je 244 Stimmen gewählt. Die Centrumskandidaten Rintelen und van Bleuten er­hielten 221 refp. 220 Stimmen.

* Karlsruhe, 28, Sept. Dem,Freib. Boten' zufolge hat Hr. Dekan Förderer feine Wieder­aufstellung als Kandidat für die Zweite Kammer aus Gesundheitsrücksichten in bestimmter Weise ab­gelehnt. Dem ,L. A.' zufolge will Herr Geist. Rath Lender auf jede« Kammer-Mandat verzichten, wenn er in seinem bisherigen Wahlkreise Ettlingen nicht wiedergewählt wird. Oh die Vertrauens­männer im Bezirke Ettlingen-Rastatt Hrn. Lender als Kandidaten beibehalten wollen oder nicht, ist natürlich lediglich und allein ihre Sache. Aber weshalb denn, schreibt der ,Bad. Beob.', einen Liberalen wählen? Die Centrumspolitck verlangt auf alle Fälle einen Centrums -Kandidaten aufzu­stellen und für ihn einzutreten. Die Taktik, au» Unzufriedenheit mit Hrn. Lender den Wahlkreis dem Centrum überhaupt abspänstig zu machen, wird von keiner Centrums-Autorität im ganzen Deutschen Reiche gutgeheißen werden können.

Ausland.

* Bern, 28. Sept. Der bernischeRegierung«- rath beschloß heute, für die Folge Vorstellungen von sogenannten Hypnotikern und Magne­tiseuren nicht mehr zu gestatten.

"Pari«, 29. Sept. Der Veranstalter der so unglücklich ausgefallenen Jagd an der deutsch- französischen Grenze, A. Le Begun, erklärt auf da« Bestimmteste, daß seine Jagdgesellschaft den deutschen Boden nicht betreten habe und daß die zwei Opfer der Schüsse Kaufmann« auf der Stelle,

„Ist sonst Ncemand au« dem Hause getreten?" „Niemand."

„Gut; aber jetzt ist e« nöthig, daß Du Deine Augen offen hältst, und wenn ich eines der Fen­ster im obern Stockwerk öffne und Du mich pfeifen hörst, so bedeutet die», daß ich Deiner bedarf."

Da« Erscheinen de» Konstabber» verursachte eine große Bewegung unter Denen, die im „Schwarzen Bären" zusammengekommen waren, denn Alle wünschten zu wissen, wa« er über die Sache er­fahren habe.

„Wa» ist von der Sache aufgedeckt? Wer hat da« Verbrechen begangen? Wa« war der Beweg­grund? Hat sich die Mordwaffe gefunden? Auch der Leichnam? Und der Mörder?"

All' diese Fragen umschwirrten den Polizisten, der unbedingt an diesem Morgen für die wichtigste Person de« Orte» gehalten werden konnte.

Hugh Martin wandte ohne die geringste Cere- monie diesen Neugierigen den Rücken und sagte, sich an den Wirth wendend:

„Ist Herr Mackham oben?" „Ja, in dem blauen Zimmer." „Mit Millicent?"

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„Ich will hinaufgehen, Samuel, denn ich habe etwa« mit ihm über diese Angelegenheit zu sprechen."