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Inserate: Die

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Evangelischen Bundes.

Die demnächst in Trier zusammentretende große deutsche KathoUkeN'Versammlung wird — davon sind wir fest überzeugt — ein ganz anderes Bild zeioen, als jene evangelische Versammlung in Frank­furt. Die deutschen Katholiken und ihre Wortfüh­rer werden wieder einmal den thatsächlichen Be­weis liefern, wo die wahre Toleranz und Duldung, der wahre konfessionelle Friede heimisch ist. Dort wird man im eigenen Hause Umschau halten, über den Stand der eigenen Sache berathen und Be­schlüsse fasten, aber auch nicht einmal mit einem halben Finger in das kirchliche Gebiet des Prote­stantismus hinübergreifen. Dort wird die Gemein­samkeit der religiösen Ueberzeugung, der feste, un­erschütterliche katholische Glaube, die Anhänglich­keit an Papst, Episkopat und Klerus, die aus auf­richtigem Herzen sprudelnde wahre Begeisterung für die große katholische Sache, die dankbare Ver- ehrung für die tapferen katholischen Heerführer und Streiter Alle erfüllen und zu neuer rastloser Ar- beit entflammen; aber kein haßerfüllter Seitenblick, kein fanatischer Streitruf gegen andere Konfessionen wird den reinen Glanz katholischen Einigkeits-Be­wußtseins und katholischer Glaubenskraft trüben.

Durch eigene Schuld.

Roman aus der Hanvelswelt.

54. Fortsetzung.

„Ja, und das ist noch nicht der geringste Gs- roinn", fuhr der Diener fort, dem es ein beson­deres Vergnügen machte, die Vorzüge der Land« wirthschaft auf die glänzendste W.ise hervorzuheben. „So ost ein Monat zu Ende ist, blickt man m den Kalender. Aha, der erste ist heute, sagt man dann zu sitt), und befiehlt, daß die Wirthschaftenn erscheint, um Rechnung abzulegen. Und dann kitt die Wirthschaftenn mit einem großen Beutel voll Geld für Milch, Butter und Käse, für Kälber, Eier, junge und alte Hühner, für gemästete Ca- paunen und Truthähne, und ist es eine wrrth-

. schaftliche Frau, so hat fie auch noch eme * Menge Knochen, welche in einer großen Wirth« schast absallen, gesammelt und veikaust, und das bringt eine artige Summe im Jahre. Ja, man «uß bei der Lanvwirthscbast auch das Kleine nicht verachten.. — Nehmen Sie an, daß auf einem Gute täglich nur 60 Pfund Knochen absallen, da» Pfund kostet 3 Pfennig, macht täglich 18 Groschen und im Jahre 219 Toaler, und dabei habe ich Noch nicht einmal die Knochen mitgerechnet, welche die Hunde verzehren. Erne gute Wirthschafierin

schen Urtheilen der katholischen Literatur und Presse über Martin Luther und die Reformatoren an den Tag legt. Den historischen Luther unge­schminkt und unverfälscht darzustellen, wird man der Geschichtsschreibung und theologischen Kritik doch wohl nicht verbieten wollen, ebensowenig wie wir es hindern können, daß der Protestantismus aus der Geschichte der PäMe einzelne Episoden mittheilt, deren Erinnerung uns keineswegs an­genehm ist. Wenn man einen unparteiischen Ver- gleich zwischen katholischer und protestantischer Ge­schichtsschreibung und Kritck anstellen wollte, so würde diejerrweifellos zu Gunsten der katholischen GelehcteMW Schriftsteller ausfallen, welche stets die Grenzen einzuhalten wifien, welche im Jn- tereffe der sachlichen Behandlung liegen. Verein­zelte Ausnahmen (in Hranksurt konnte man nur ein einziges Exempel ««führen, welches dem bezüg­lichen Anträge zur Grundlage dienen sollte) be­tätigen nur die allgemeine Regel. Wie aber wäre es, wenn man mit ähnlicher Htrenge gegen die­jenigen protestantischen Bücher und Zeitungen vor­gehen wollte, welche die heute lebenden katholisch- kirchlichen Autoritäten, den Papst und die Bischöfe, welcher ferner katholische Lehren und Einrichtungen in unverantwortlicher Weise schmähen, bespötteln und herabsetzen? Ooex will der Eoangelische Bund vielleicht in der That ^ich jenen klassischen Aus­spruch des Presbyteriums in Remscheid zu eigen macyen, woiarch vu «

Lehren und Gebräuche nach dem Vorgang Thum- mels ein „Grundrecht" des Protestantismus fern

(Schluß.)

Ez ist nicht unsere Absicht, die Fcankfulter Verhandlungen und Beschlüffe eingehender zu be- lorechen, nur einzelne allgemeine Gesichtspunkte seien kurz berührt. Zunächst fällt es auf, daß die Herren vom Evangelischen Bund auch nicht einmal einen einzigen Blick in das eigene Heim geworfen haben, in dem eS doch so viel, so uu- endlich viel zu richten und zu schlichten, zu ord- nen und zu einigen, zu befestigen, aufzubauen, zu vertiefen und zu überbrücken gäbe. Statt in der eigenen Brust, suchen die Leiter des Evangelischen Bundes alle» Unheil in der Thäligkeit der ver- haßten katholischen Kirche. Deshalb war auch der größte Theil der Verhandlungen sowohl wie der Beschlüsse gegen innere Angelegenheiten der römischen Kirche gerichtet. Sogar die armen barmherzigen Schwestern, vor deren uneigen­nütziger, opferwilliger und eminent gemeinnütziger Thätigkeit sogar der unerbittliche Kulturkampf respektvoll Halt gemacht hatte, find den tonan­gebenden Brüdern des Evangelischen Bundds ein Dorn im Auge. Auch gegen die katholischen Prozeflionen wurde eine kräftige Lanze eingelegt, und nur die Besonnenheit Einzelner hat es ver­hindert, daß man nicht gerade heraus verlangt hat, dieselben sollten überall, wo Protestanten wohnen, auf die Kirchen und Kirchhöfe beschränkt werden. , , ,

«um Kapitel der Mischehen und der angeb» lichen Verdrängung des Protestantismus durch den Katholizismus, mit Hilfe der katholischen Kindererziehung in Mischehen, glauben wir an eine Ausführung erinnern zu sollen, die vor nicht so langer Zeit im Badischen von hberabpro» testantischer Seite gemacht wurde. Ein bekanntes liberales Blatt in Baden hat nämlich ziffern- mäßig nachzuweisen versucht, daß nach Maßgabe der Ab- bezw. Zunahme des Katholizismus dezw. Protestantismus in Baden nach Verlauf von eiwa 140 Jahren die Protestanten, welche 1-tzt etwas mehr als Vs der Bevölkerung ausmachen, die Katholiken an Zahl übeiflügelt haben würden. Und das sollte auch eine Frucht der Mischehen sein. War sagt hierzu der Evangelische Bund?

Deutsches Reich.

Berlig, 23. August.

* Dr. M. Mackenzie hat In einem an die Frau Kronprinzessin gerichteten Schreiben vom 18. d. M. derselben auf Grund der neuesten

..", fpfte Ueberzeuguna von der völligen Gutartigkeit oes oes -». u

prinzen ausgesprochen und dabei versichert, daß, soweit menschliche» Ermefien reiche, dessen gänzliche Wiederherstellung in absehbarer Zeit mit Sicherheit zu erwarten sei. .

* Fürst Peter Sayn - Wittgenstein, Generaladjutant des Kaiser» von Rußland, ist am Sonnabend Abend in seinem Schlosse Kerleon bet Brest an der Lungenentzündung gestorben. Der Verstorbene ist der Bruder der Gemahlin des Statthalters der Reichslande, der Fürstin Hohen­lohe. Fürst und Fürstin Hohenlohe sind sofort nach Brest abgereist. Der Verstorbene ist nicht zu verwechseln mit dem Fürsten zu Sayn-Wittgen- stein-Hohenstein, der als erbliches Mitglied dem He^renhause angehört.

Herr ist fest überzeugt, Damken gehe damit um, sich einige große Güter zu kaufen. Wenn ich nicht befürchten müßte, mich zu verrathen, so hatte ich große Lust, dem Diener nachzueilen und ihm ein Trinkgeld zu geben, weil er es auf so treff- liche Weise verstanden hat, die Neugierde eines Spions zu befriedigen".

Die Nacht war bereits hereingebrochen und ihre Kühle hatte fast sämmtliche Gäste in das Innere bet prachtvoll geschmückten Villa getrieben. Die Pechkränze waren zum großen Theil ausgebrannt, nur einige brannten noch mit spärlicher rotger »lamme. Auch viele der Lichter waren verlöscht unv der Park war deshalb nur noch wenig er» leuchtet. Polen; konnte sich jetzt näher und dreister an die Villa heranwagen, es' hatte indeß lern Interesse mehr für ihn, da er nicht hoffen konnte, noch irgend etwas zu entdecken, was für ihn von Wetth hätte fein können. Er war auch vollkom­men mit feiner Errungenschaft zufrieden, uns in­tern er nachsann, wie er das Gehörte am besten zum Gelingen seines Planes benutzen könne, trat er langsam den Rückzug zur Stadl an.

Ju den hell erleuchteten Räumen der Villa herrschte noch bis spät in die Nacht hinein etn reges und lustiges Leben. Die älteren Herren hatte« sich an den Spieltisch gesetzt, d,e a.teren

Zum Schluß sei noch ein Punkt kurz gestresst. Professor Beyschlag hat in Frankfurt rühmend hervorgehoben, daß der Bund auch in der akademr- schen Jugend bereits Wurzel gefaßt habe, daß in Leipzig und Halle schon akademische Zweigvereine des Evangelischen Bundes errichtet worden seien. Was würde wohl geschehen, wenn katholische Studenten an einer ähnlichen, offen gegen ben Protestantismus Front machenden, katholsschen Vereinigung offiziellen Antheil nehmen, ein Glied derselben bilden wollten!? Und dann behaupten die Herren, sie seien ein Bund von wahren „Friedensstiftern".

geht aber noch weiter. Sie kocht die Knocheil zu­vor aus und r.iit dem daraus gewonnenen Fette kocht sie das Essen für die Leute. Dadurch er­spart sie jährlich so und so viel Pfund Butter, Schmalz und Speck, und dies wird nun Alles verkauft, und das fließt in die Tasche des Herrn und er selbst hat dabei nichts weiter zu thun, als er hilft das Fleisch von den Knochen verzehren. Das ist eine ganz angenehme Arbeit und wie Sie sehen, bringt ihm auch das Gewinn."

Ec wollte noch fortfahren, die Vorzüge der Landwirthschaft zu preisen, aber sein Begleiter schien die Geduld zu verlieren, denn er selbst hatte keine Aussicht, sich je solch' ein goldenes Geschick zu erringen, und seinen Zweck, der ihn Herberge- führt hatte, förderte es nicht im geringsten. Ec suchte sich von dem Diener zu trennen, aber dieser hatte nicht die geringste Lust, sich von einem Manne loszusagen, der seine landwirthschaftlichen Auseinandersetzungen so geduldig anhörte. Beide entfernten sich langsam.

Potenz konnte sich nicht enthalten, laut aufzu­lachen. „Ha, ha", rief er, „wenn Herr Hintze seinem Herrn keine weiteren Geheimnisse hinter- bringt als er von diesem schlauen Diener er­fahren, so wird Buchmann mir nicht zuvockom- I men. Ha, ha, ich glaube wahrhaftig, bet schlaue

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