1887
Freitag, den 5. August.
XL 176
Wien wird dem
Aus
* üeber die Verhandlungen des Verbandes der
sammlung stellung provinz Stellungen, auf „alle waren.
werden nur Aussteller aus der Rh ein- zugelassen, während die früheren Aus- wenigstens seit einer Reihe von Jahren, Länder deutscher Zunge" ausgedehnt
Deutsches Reich.
Berlin, 4. August.
Durch rizcne Schild.
Roman aM der Handelswelt.
40. Fortsetzung.
„Das ist noch ein Grund mehr, um es aufzu- schieben," erwiederte Damken leichtfertig. „Sie haben mir noch keine freudige Nachricht gebracht, Herr Kleufer, mich verlangt deshalb auch nicht sehr, die heutige zu erfahren. Kommen Sie, der Morgen ist schön, und bis meine Tochter einige Erfrischungen hat besorgen lassen, können wir noch einen kurzen Gang durch den Park machen. Sie sollen mir zugleich Ihren Rath ertheilen. Ich bin entschlossen, eine neue Anlage im Parke vorzunehmen und möchte gern wissen, wie Sie dieselbe auf- fasten werden, wie der Plan Ihrem Geschmack gefallen wird."
Er legte seine Hand in Kleuser's Arm und zog ihn vertraulich freundlich fort. „Sehen Sie dort die kleine Wiese," fuhr er fort, nachdem sie einige Zeit durch den Park hingegangen waren. „Sie ist ringsum von hohen und schattigen Linden eingefaßt. Die Wiese liegt still und verlasten dazwischen. Da habe ich bett Plan gefaßt, sie zu einem Teiche ausgraben zu lasten. Sehen Sie, der Streifen, der sich durch die Wiese hinzieht, ist eine Quelle, welche ganz in der Nähe entspringt. Sie
Theresianum 355
Staatsgymn.(2.Bez)492
„ (3.5868)230
„ (3 b) 459
„ in Hernals 316 Kommunalgymnas.
(6. Bezirk) 469 Kommunalgymnas.
(Untermeidling) 193
* Rom, 2. Äug.
* Der Kaiser setzt seine Kur in G a st e'gn dauernd mit bestem Erfolge fort. Nach endgültiger Disposition trifft Kaiser Franz Joseph Sonn- abend 2 Uhr Nachmittag in Gastein ein. Für die Reife des Kaisers zu den großen Herbstübungen im September sind bereits definitive Bestimmungen getroffen. Danach trifft S. M. Montag 5. Sept. Vormittags in Königsberg ein, woselbst festlicher Empfang stattfindet. Am nächsten Tage nimmt der Kaiser Vormittags die große Parade ab, Mittwoch den 7. September begiebt sich der Kaiser zu dem Korpsmanöoer nach Knöppeldorf bei Transitten. Am 8. September veranstaltet der Provinzialverband ein Festdiner zu Ehren des Kaisers, am 9. September finden Feldmanöoer bei Molehnen statt, ebenso am 10. September. Sonntag den 11. September, verläßt der Kaiser Königsberg und begiebt sich nach Danzig, von wo Se. M. am nächsten Tage über Cörlin nach Stettin reist. Dienstag, den 13. Sept, findet auf dem Krekower Exereierplatz große Parade, am 14. Sept. Korpsmanöver bei Brunn, am 15. Sept. Diner des Provinzialverbandes, am 16. und 17. September Feldmanöver bei Brunn und Sparrenfelde statt. Am Sonnabend Abend trifft der Kaiser wieder in Berlin ein. Die Marienburg wird der Kaiser auf der Reise nach Königsberg nicht besuchen.
• Der preußische Gesandte beim Vatikan, wirkliche Geheime Rath v. Schlöz er, ist heute Nachmittag hier eingetroffen. Davon, daß auch der päpstliche Nuntius in Wien, Galimberti, hier eintreffe, ist nichts bekannt geworden.
* Eine Novelle zum Wuchergesetz wird angekündigt, durch welche der berufsmäßige Kreditverkehr zwischen Gelddarleiher und Landwirth schärferen Bestimmungen unterworfen werden soll.
* Zu der mit der diesjährigen Katholikenver- in Trier verbundenen Kunstaus-
zelnen Anstalten veröffentlicht werden, lenken die Aufmerksamkeit wieder auf die bekannte Thatsache, daß die Juden ihre Kinder mehr und mehr dem Studium und der spätem Antheilnahme im öffentlichen Leben zufüüren. Jetzt schon klagen einzelne Stände, Aerzte, Notare, Advokaten z. B., daß in ihrem Berufsleben das Judenthum bereits überwuchere und im jungen Nachwuchs sich immer stärker geltend mache; was wird aber erst geschehen, wenn die Hunderte von Juden, welche jetzt im grellen Mißoerhältniß zu den Prozentziffern der christlichen und jüdischen Bevölkerung die Gymnasien, und überhaupt die höheren öffentlichen Schulen Oesterreichs und noch mehr Ungarns füllen, ihr durch langen Schulbesuch und viele Prüfungen verdientes Anstellungsdekret fordern werden? Wie sehr die öffentlichen Schulen heute schon von dm Juden benutzt werden, zeigt ein Blick auf folgende Tabelle, bei der nur die uns vorliegenden Ausweise von 1887 benutzt wurden:
Schülerzahl Ende 1887: Katholiken. Protestanten. Juden.
Thierschutz-Vereine des deutschen Reichs, welche am 30. Juli und 1. August zu Köln statthatten, schreibt die ,Köln. Ztg.' u. A.: In der vergangenen Montag abgehaltenen zweiten öffentlichen Versammlung wurde beantragt: es möge bei der Regierung dabin gewirkt werden, daß im Winter bei Viehtran'sporten nur bedeckte Wagen verwandt würden; Herr Ales-Köln erörterte diesen Punkt näher. Man beschloß folgende Petitionen an das Reichs-Eisenbahn- amt: 1) für schleunige Beförderung des Viehs im Sommer bei Nachtzeit und im Winter in gedeckten Wagen Sorge zu tragen, 2) für bessere und praktischere Einrichtung der Wagen zu sorgen und 3) genaue Bestimmungen über Stückzahl und Ladung des Viehes zu treffen und die strenge Befolgung dieser Bestimmung dem Personal an's Herz zu legen.
* Der bayerische Landtag tst nunmehr auf den 14. September einberufen. In Würzburg haben sie zum achten Male umsonst gewählt. Ein liberaler Wahlmann war aber zum Termin nicht erschienen, und die Centrumswahlmänner waren daher in der Majorität. Nun gingen die Liberalen zur Thür hinaus und so konnte abermals eine Wahl nicht zu Stande kommen, weil die gesetzlich erforderliche Zahl von zwei Drittel der Wahlmänner nicht zur Stelle war. Die Centrumsleute wollen jetzt von den Liberalen Ersatz der Kosten verlangen, wozu sie nach dem Wahlgesetz berechtigt sind. Da aber dieses nicht bestimmt, was unter Kosten zu versteben ist, so hat man nun zwei Lücken im Wahlgesetz entdeckt: einmal bestimmtes nicht, was bei Stimmengleichheit zu geschehen hat und zweitens sagt es nicht, was unter Wahlkosten zu verstehen ist.
* Karlsruhe, 2. Ang. Das gestern erschu- neue Gesetz- und Verordnungs-Blatt veröffentlicht eine landesherrliche Verordnung bett, die allgemeinen Feiertage. Als solche werden anfge- führt: Neujahr, Charfreitag, Ostermontag, Christi Himmelsahrtstag, Pfingstmontag, Frohnleichnams- tag, Allerheiligen, Christtag und Stepyanstag (2. Weihnachtstag).
Ausland.
• Wien, 3. Aug. Die Ausweise, welche mit der Beendigung des Studienjahres von den einscheint von hier aus nur sehr gering zu fein, ist aber wundervoll klar und fließt reichlich genug, um den Teich zu füllen und stets zu sättigen. Die ausgegrabene Erde kann ich herrlich verwenden. Ich ließe sie an der einen Seite zu einem Hügel aufwerfen, dessen Gipfel eine Grotte bilden soll. Was meinen Sie zu diesem Plane? Der Teich unter den schattigen Bäumen muß von hier aus einen schönen Anblick gewähren, sein Waffer muß köstlich klar sein. Die Grotte soll ein wahres stil- les Feenplätzchen werden, lieber sich die schattigen Zweige der uralten Bäume, zu Fußen den schönen, klaren Teich. Mir gefällt der Plan außerordentlich. Was meinen Sie dazu? Wie gefällt er Ihnen? Im Spätherbste wollte ich die Ausgrabung beginnen lassen, denn das ist eine Arbeit für ben Herbst und Winter. Im nächsten Frühjahre müßte bereits Alles vollendet sein. Ich kann es nicht leiden, wenn eine solche Sache so lang hinausgezogen wird, denn das ist der sicherste Weg, um alles Vergnügen daran schon im Voraus zu verderben." . _
Kleufer hatte diese Worte mit dem größten Er- staunen angehött. Während er selbst im Geschäfte sich abrnühte und sorgte, während das Geschäft so nahe am Abgründe stand, daß säst nur ein Wun- der es retten konnte, füllten den Kopf des Han-
1 ’•50 w-
Inserate: Die einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.
hl. Vater ein massiv goldenes, mit Edelsteinen geschmücktes Kreuz im Werthe von 100000 Gulden als Jubiläums-Geschenk dargebracht werden. Der Kaiser vgn Oesterreich hat zu demselben 20000 Gulden gespendet, der Rest ist von der Aristokratie ausgebracht
worden.
* Neapel, 4. Aug. Hier sowie in Gaeta undResina sind einige choleraartige Fälle mit tödtlichem Ausgange vorgekommen.______________
Aus Stadt, Provinz und Nachbargebiet.
Fulda, 5. August.
+ lieber die B eerdigung des hochw. Herrn Pfarrers Dr. Reinhold Ebert in Rasdorf wird uns soeben „aus dem Ulstergrunde vom 4. d. M." geschrieben: Die Betheiligung an der ge- delsherrn solche unnütze und theuere Pläne. Es erschien ihm fast unglaublich, daß ein Mensch, dessen Untergang so nahe bevorstand, Alles auf« bieten konnte, um denselben zu beschleunigen, und doch war es so, denn Damken hatte nicht im Scherze zu ihm gesprochen, es war sein völliger Ernst. t ,
„Wie gefällt Ihnen dieser Plan«" wiederholte Damken.
„Ich zweifle nicht daran, daß ein Teich an jener Stelle seine großen Reize haben würde," erwiederte Kleufer. „Aber die Ausführung würde sehr theuer sein, und die jetzige Lage des Geschäftes würde nicht im Stande sein ..." '
„Herr Kleufer," unterbrach ihn der Handelsherr mit einem spöttischen und unwilligen Lächeln, „ich habe bis jetzt allerdings noch nicht genau berechnet, wie viel es kosten würde. Die Frage nach den Kosten ist überhaupt nie mein Erstes gewesen, wenn ich eine Idee zur Ausführung bringen wollte, und ich denke, auch diesmal soll diese Frage meinen Plan nicht hindern oder stören. Das Haus Damken hat schon größere Ausgaben gehabt, als die sein werden, die dieses Unternehmen verursacht."
„Gerade dadurch sind seine Kräfte auch Übermäßig angestrengt," erwiederte Kleufer, der nicht im Stande war, seinen Unwillen über die unstn-
s
306
34
2
162
7
320
193
16
20
349
32
76
263
8
45
395
51
115
159
6
27