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l2, Mittwoch, den 18. Mai. 1!

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Himmelfahrt.

Mit augenscheinlicher Befriedigung vollzog Mary

Äe .Fuldaer Zeitung- erscheint ^°nn-und ^age

mU Rabatt. --

Von allen natürlichen Wissenschaften hebt die Astronomie den Geist am Weitesten und Höchsten. Wenn wir die Natur der Erde und die Geschichte

Mensch noch eine leidlich große Rolle. Aber wenn wir auf den „Flügeln der Morgenrüthe , welche der Verstand gebildet hat und bte Phan­tasie schwingt, von der Erdscholle empor durch die Legionen der Sonnen und Planeten hinstregen, welche nach ewigen Gesetzen den Thron des Schöpfers in endlosen Rechen umkreisen — dann ist die ganze Erde nicht» als ein winziges Stäub- chen auf dem Teppich für die Füße des Höchsten, und was auf Erden kreucht und fleucht, ist wie

ärgerlich erwiderte: . .

„Du solltest Dich bester betragen, und nicht m dieser Weise mit Deiner jungen Herrin sprechen.

macht erwachte, fand sie sich mit Konrad allein, der ihre Schläfen mit einem feuchten Tuche be­netzte. Er half ihr, sich zu erheben und führte sie zu dem Armstuhle ihres Vaters. Alsbald erschien Mary Dempsey wieder, den Schlüsiel ihre» Zim­mer» in der Hand. „. , .

„Sie müssen in ihr Zimmer zurückgehen und da bleiben", sagte sie so frech, daß Konrad sofort

^Aber Mary lachte und zeigte ihre hübschen weißen Zähne zwischen den rothen Lappen. Dann ging sie nach Donnelsto-vn uno machte gegen bare» Geld verschiedene Etnkäuse und gab allen ge­wünschte Auskunft, die nach Ruala fragten.

„Laß Sie", sagte Nuala kalt und mit Würde, „ich werde thun, was rqein Vater wünscht. ®ib mir Deinen Arm, Konrad, und führe mich nach

schäft die Sterne unterscheiden und die Verhält nisse der sichtbaren Schöpfung ein wenig aus- messen konnte, kannte das Herz den Urquell alle» Seins und da» Ende aller Dinge, und im Augen­blicke des irdischen Todes tröstete es sich mit der sicheren Hoffnung auf Auferstehung und Hlmmel- fahrt und ein ewiges Leben ohne Beschränkung durch irdische Bedürfnisie und materielle Natur- gesetze.

Wir sind geschaffen, um richtige Menschen zu sein, Wesen, die aus Leib und Seele bestehen, welche mit dem einen Fuß gleichsam im Diesseits, mit dem andern auf der Schwelle des Jenseits stehen. Es gilt, die harmonische Verbindung zwischen den beiden Theilen zu erreichen und zu wahren. Wenn uns die Erde in blühender Pracht anlacht und ihre Gaben und Freuden uns beut, so mag der Körper seinen Theil haben gemäß Vernunft und Gebot; denn Engel können wir erst nach Ablegung des Körpers fein. , Aber Th irre dürfen wir nicht sein; der unsterbliche Theil, welcher unendlich erhaben ist über die Grobheit und Beschränktheit der Materie, muß Luft und Licht behalten für sein ideale» Leben, Freiheit und Kraft für die Himmelfahrt. Zunächst für die vorbildliche Himmelfahrt, die Er- Hebung de» Herzens über den Staub und Dunst der irdischen Athmosphäre, und zum guten Schluß für die wirkliche Auffahrt. Denn auch am heutigen Festtage gilt das Wort: Folge mir nach !

einen wüthenden Blick zu, schüttelte sein Haupt und knirschte zwischen den Zähnen hindurch: „Ich wollte, Du wärest anderswo. An Drr ist nicht»

|v? __ _r beste Fernrohr

so eben noch zeigt; ja, sie schweifen noch über die Grenzen der sinnlichen Wahrnehmung hinaus, sie fragen sich, was dort, wohin unser Auge Mcht mehr dringen kann, den endlosen Raum füllt, und sie stehen rathlos vor der Aufgabe, sich em Ende des Weltraums, eine Grenze des Alls vor­

überbringen."

Bei diesen Worten stieß Ruala einen leisen Schrei au« und sank bewußüo» zu den Fußen ihre» Vaters. Al» da« Mädchen au» chrer Ohn-

„Steh' da nicht und starre vor Dich," rief er ärgerlich, antworte mir!"

„Ich werde thun, wa« Du für gut findest, Vater," antwortete sie mit zitternder Stimme.

„Welch' merkwürdiger Gehorsam I" sprach er ironisch. „Ich werde ihn deffenungeachtet noch weiter prüfen. Mary, es ist noch eine weiße Seite m Miß Nanny'» Brief. Setzen Sie sich und fchrer- bett, was ich Ihnen sagen werde."

Mary setzte sich an den Tisch, sich in einer schrecklichen Verlegenheit fühlend, die sie aber unter einer gleichgilttgen Miene verbarg. Sie machte die Spitze der Feder mit ihrer Zunge naß, legte beide Ellbogen breit auf den Tisch, brachte. mtr «»»», ,

ihr Gesicht dem Papiere sehr nahe und schrieb obelL Ich suhle mich sehr schwach." _

„Garret O'Donnel bittet Anna O'Neil zu be- ihr Amt als Kerkermeistenm Konrad' warNhr no&ligen, daß -r ante« Au-ftchlm für feine 1 ■ ---------~

Tochter hat."

„Nun falten Sie den Brief, legen thn in ein andere» Couvert und adreffiren ihn," sagte er, während Nuala unbeweglich wie eine Bildsäule dastand. „Jetzt kann ihn Konrad Miß Nanny

Deutsches Reich.

Berlin, 16. Mai.

Mitten in die schönste Maienzeit fällt da» Fest, welche» un» an ein noch schöneres Jenseits mahnt. Sursum corda! Empor die Herzen! Wenn e» auch auf Erden noch so prächtig grünt und blüht, wenn das irdische Leben im frischen Sonnenstrahl auch noch so üppig pulsirt - es ist doch Alles

IES-Ä1TÄ'**: Schönheit, bte unr Metts be» Grade» finden.

Es gibt Leute, welche nicht von Tod und Grab reden hören können. Diese schwächliche Scheu ist unv rnünftig. Der Materialist, welcher der trüben Ansicht lebt, daß mit dem Auseinander- fallen seiner körperlichen Atome sein indimduelle» Dasein zu Ende sei, hat freilich Grund, vor der Vernichtung zu schaudern. Aber für den Christen ist der Tod nichts andere», als die Niederlegung des Körpers zu einem zeitweiligen, erquickenden Schlafe und der Aufschwung der Seele zu einer anderen, befferen Welt. ,

Der menschliche Körper, von der Erde stammend und sein Erdengrab suchend, klebt an dieser kleinen Kugel, mit welcher wir jährlich um die Sonne reisen. Er ist irdisch im ärgsten Sinne des Wotte», weil er nur auf Erden leben kann. Denken wir uns den menschlichen Körper auf einen anderen Welttheil versetzt, und sei es auch ein so erdenähnlicher, wie die Planeten Mars und Venus, so werden wir keine Thättgkeit, kein andauerndes Leben erwarten können. Unser Kör­per ist so kleinlich und beschränkt, wie ein In- fusionsthierchen, welches in einem abgesprengten Waffertropfen seines Daseins Anfang und Ende, seine ganze Welt findet. Der Geist des Menschen ist mit dieser tellurischen Engherzigkeit nicht zu- frieden. :Er folgert aus den Sinneseindrücken, daß es außer der Erde noch zahllose Welten gibt; schneller wie das Licht und der elektrische Funken schweifen die Gedanken des Menschen von der Erde zu unserer eigenen Sonne, zu den fremden Sonnen, bereit Größe die Nacht uns vermittelt,

- «HVaett des Festtages Christi I immer weiter bis zu den nebelhaften Sonnenballen ^^ett^r? wird die nächste Nummer der Milchstraße, noch werter brs zu den letzten

Im gljel der Adcrbirkkn.

Roman aus dem Englischen von E. Blackburne.

47. Fortsetzung.

Blaß, zitternd und niedergedrückt von ihrer trau­rigen Haft in dem kalten Zimmer und mit großen, bunllett Augen erschien Nuala vor ihrem Pater. Sie hatte ungefähr bett halben Weg von bet Thür bis zu betn Armstuhle ihres Vaters zurückgelegt, als er ihr mit der Hand eine warnende Bewegung machte und fagte: „Bleib'da stehen! Wage nicht, noch einen Schritt näher zu kommen!

Das Mädchen war kaum fähig zu stehen, und ihr armes aufgeregtes Herz schlug so heftig, daß sie gezwungen war, ihre Hand fest in die Sette zu

„Mary," sagte Garret O'Donnel, „lesen e>ie diesen Brief laut." ...

Mary gehorchte, ohne lange Schwierigkeiten zu m<jfi£n wohl, Madame," sprach er beißend, sich zu Nuala wendend, „darf ich fragen, wa» Ihre Ansichten über diese Sache find?"

Freudig würbe sie jeben Wechsel al« Ecleichte- mna begrüßt haben; aber sie fürchtete ben unver- meidlichen Tadel ihre» Vater», wenn sie da» fügen würde.

ein eitel Nichts.

Das Sursum corda! steckt in allen Gemuthern, auch in denen, welche an Gotte« Offenbarung und ein künftiges Jenseits nicht glauben wollen. Fehlt ihnen der Glaube, welcher den Christen über bte irbische Beschränktheit hinaushebt, so suchen sie m bei Wissenschaft von der ganzen sichtbaren Welt die Kraft, den Fuß von der Erdscholle zu lösen und den Geist etwas von dem Aether athmen zu lasten, der jenseits be» tellurischen Dunstkreises im angebrochenen Lichte der Sonne wogt.

Aber alle Kraft und Kunst der natürlichen Er- kenntniß kann nicht dar Sehnen der Herzen be­friedigen, welche nicht blo« in der Einbildung, ßMWWiMUMM

» Der Kaiser begab sich heute mit der Frau Großherzogin von Baden nach Potsdam, um da­selbst im Beisein der königlichen Prinzen den fremd- herrlichen Militärbevollmächtigten u. s. w. bas Lehrinfanterie-Bataillon zu besichtigen. Gestern empfing bet Kaiser ben aus Ostasieu zurückgekehr-