Einzelbild herunterladen
 

erklärte, der erwähnte Vorgang sei ein außerge­wöhnlicher Fall gewesen, der nicht als ein Präce- denzfall angesehen werden könne. — Ein Katho- likHessens hat betreffs der Verhandlungen mit der Regierung angesragt; der Vatikan antwortete, es seien solche nicht eröffnet, es herrsche völlige Ungewißheit.

* Das Abgeordnetenhaus verwies in sei­ner heutigen Sitzung den Nachtragsetat 1887/88 an die Budgetkommission zur Vorberathung. Der Abg. Dr. Wehr (freik.) befürwortete hierbei die Aufhebung der lex Huene (Ueberweisung des auf Preußen entfallenen Antheils der durch die letzte Zollnovelle veranlaßten Mehreinnahmen aus den Agrarzöllen an die Kreise.) Die Abgg. v. Rauch- Haupt, Dr Windthorst und v. Minnigerode traten dem entgegen. Abg. Windthorst befürwortete Re­form der direkten Steuern behufs Beseitigung des preußischen Deficits. Finanzminister v. Scholz wandte sich gleichfalls gegen die Forderung der Aufhebung der lex Huene. Abg. v. Zedlitz-Neu- kirch konstatirte, daß Dr. Wehr nur in eigenem nicht im Namen der freikonservativen Partei ge­sprochen. Ferner wurden eine große Reihe von Petitionen von vorwiegend lokalem Interesse er­ledigt. — Nächste Sitzung: Donnerstag: Antrag Minningerode auf Erhöhung der Agrarzölle.

* Beim Reichstage sind eingegangen ein Gesetzentwurf betreffend die Rechtsverhältnisse der Kaiserlichen Beamten in den deutschen Schutzge­bieten, ein Nachtrag zum deutsch-rumänischen Handelsvertrag und die Vorlage betreffend die Erweiterung der Befugnisse der Innungen.

* Die Branntwein st euervorlage soll merkwürdigerweise noch einige Tage, vielleicht bis zum Wiederzusammentritt des Reichstages, geheim gehalten werden. Der Hauptgedanke der neuen Vorlage besteht nach der .Franks. Ztg.', die von einer Stelle, die darüber informirt sein könnte, unterrichtet ist, in Folgendem: Ein bestimmtes nach dem Cousum in Norddeutschland bemessenes Quantum der Spiritusproduetion soll einer Con­sumsteuer von 50 M. pro Hektoliter unterliegen; die über dieses «Quantum hinausgehende Produc­tion soll mit 70 M. pro Hektoliter besteuert wer­den; auf diese Weise würde also doch eine Art Contingentirung eingeführt werden. Den süddeut­schen Staaten ist gegenüber der Concurrenz der Eigenthum thun könne, was er wolle. Er freute sich sogar, daß ihm eine Gelegenheit geboten war, wobei er den Leuten zeigen konnte, daß er sein Recht vollkommen zu vertheidigen entschlossen und nicht gewillt sei, es sich im geringsten kürzen zu lassen. Er erfuhr auch, daß die Geistlichkeit aller Konfessionen und ihre Kongregationen mit den Aus- getriebenen sympathisirten und er selbst würde zu dem Kapital beigesteuert haben, welches durch eine große Subskription für sie erhoben worden war, wenn es ihm sein Stolz nicht verboten hätte.

Die Sache war schlimm genug, aber nicht ganz so schlimm, als sie in den von den sogenannten Patrioten veröffentlichten Artikel hingestellt wurde. Es kann nicht geleugnet werden, daß die Erhebun­gen wegen des Verlustes von Robert Thurgood's Schafen zu schwer waren, und die Nachbarschaft unzweifelhaft stark benachtheiligt hatten. Das Ge­schäft wurde weitläufig in der Presse besprochen, aber die Agitatoren verloren dabei ganz aus dem Gesichte, daß der praktische Manchestermann auch noch mehr zu berechnen hatte, als was die Schafe beim Einkauf kosteten, daß die Kosten für die Füt­terung, den Transport nach Irland und die Löh­nungen für die Hirten auch noch hinzuzählen waren.

Vier Tage waren seit dem denkwürdigen Tage der Austreibung verflossen, und Mr«. Dörner hatte

norddeutschen Brennereien dadurch ein Vortheil zugestchert, daß der Steuersatz für das die gerin­gere Steuer zahlende Quantum niedriger gegrif­fen ist. (Germ.)

* Die Branntweinsteuer-Vorlage hat der .Nationalzeitung' zufolge in den Bundesraths' ausschüssen zu umfassenden Debatten geführt. Die süddeutschen Staaten hatten vielfache Bedenken er­hoben, über welche man durch Abänderungen der ursprünglichen Vorlage zu einer Verständigung gelangt sei. Die erste Berathung der Vorlage wird Ausgangs dieser Woche erwartet.

* Die vom Bundesrathe am Sonnabend ange­nommene Branntweinsteuer-Vorlage ver­spricht einen Reinertrag von 100 Millionen.

* Es steht nach dem ,B. C.' eine theilweise Dislokation der bisher in den Reichslanden gar« nifonirenben Truppen bevor. Ein Theil der dor­tigen Regimenter soll nach den östlichen Provinzen verlegt werden, dafür sollen preußische Regimenter in entsprechender Zahl in den Reichslanden Quar­tier erhalten; u. A. wird aus Preußen ein Artil­lerie-Regiment nach Metz verlegt werden.

* Durch Kaiserliche Verordnung ist die vierte Abtheilung des Ministeriums für Elsaß-Lo­thringen (Verwaltung für Landwirthschaft) auf­gehoben und mit der dritten Abtheilung (Verwaltung der Finanzen und Domänen) verbunden worden. Ferner soll die Verwaltung der Gewerbe und öffentlichen Arbeiten mit der Verwaltung des Innern veMmden werden.

* Der Verein „Berliner Presse" hielt am Sonn­tag eine Gedenkfeier zum hundertsten Geburtstag von Ludwig Uhland ab, welcher Kultusminister v. Goßler und viele hervorragende Schriftsteller Berlins beiwohnten.

* Im Reichsamte des Innern tagt augenblick­lich die Reichsschiffsvermessungs-Kom- Mission unter Vorsitz des Geh. Regierungsraths Kapitän a. D. Donner.

* Die hiesige serbische Gesandtschaft demen - tirt die in der Presse verbreiteten Nachrichten über eine neue serbische Anleihe.

* In Posen wurde am Sonntag die Konsekra­tion des Bischofs Likowski durch Erzbischof Din- der vollzogen. Als Vertreter der Staatsregierung wohnte Oberpräsident v. Zedlitz der Feier bei.

Glinmore wieder verlassen, nachdem sie ihren Bru­der vergebens gebeten hatte, sie nach England zu begleiten und dort in Ruhe und Sicherheit zu leben. Aber er hatte das ernstlich abgeschlagen; er sagte, er wolle nicht gleich einem Feigling entlaufen, und wenn es ihm noch vergönnt sei, zu leben, wolle er es nicht unter dem Drucke öffent­licher Vorurtheile.

An einem büftern Februar-Nachmittage wanderte Robert Thurgood eiligst in seinen Pelzmantel ge­hüllt durch das Gebirge, bis er zu den zerstörten Wohnungen seiner früheren Untergebenen kam. Der Abend brach fast herein, als er den nackten Mauern entlang fchritt, die sogar dem praktischen Englän­der als die Skelette der Zufriedenheit und des Glückes erschienen, die er von diesen bescheidenen Herden verjagt hatte.

Aus dem kleinen Fenster von Bernhard Clancy's Hütte schien Licht. Es berührte ihn angenehm, denn es schien ihm zu sagen, daß das Werk der Zerstörung noch etwas verschont hatte. Er ging auf die Hütte zu, eine Idee verfolgend, die er in den letzten Tagen gefaßt hatte.

Jetzt glaubte er einen verstohlenen Schritt zu vernehmen, ein Geräusch, als wenn hier und da ein Zweig abgebrochen würde in dem niederen Ge­büsche, das den Waldweg umsäumte. Unwillkür-

. V 99. Dienstag, den 3. Mai. !887.

rin •'1=* x

* Muer M Mtmlg.

band._______

ein.

l er..

gräuliche

m Acker

habe» sbnrg ch, um reis von - Mit ,ng des '[875

Partie h. und

Gerz. lbsahrt r, von düngen r spä> Mor­re Aus, i s iin [862 stand.

Deutsches Reich.

Berlin, 2. Mai.

* Der Kaiser empfing gestern den deutschen Botschafter in Paris, Grafen Münster, vor dessen Rückkehr auf seinen Posten. Heute hatte der Kai­ser eine längere Konferenz mit dem Staatssekretär Grafen Bismarck. Morgen begiebt sich S. Maje­stät zur Besichtigung des ersten Garderegiments zu Fuß nach Potsdam.

* Die .Norddeutsche Allgemeine Zeitung' hat den Wortlaut der vom Reichskanzler über die Schnäbele-Affaire unter dem 28. April an den französischen Botschafter in Berlin Herbette gerichteten Note mitgetheilt. Es heißt darin u. A.: Die gerichtliche Verurtheilung Schnäbeles wird unter diesen Umständen nicht zweifelhaft sein können und voraussichtlich um so strenger ausfallen, als Schnäbele bei seiner strafbaren Thätigkeit das Ansehen gemißbraucht hat, welches ihm seine Stel­lung in dem, ein besonderes Maß von gegen­seitigem Vertrauen voraussetzenden, amtlichen Grenzverkehr beider Länder verlieh. Schnäbele hat das für den internationalen Verkehr unentbehrliche Vertrauen dadurch geschädigt, daß er seine amt­liche Stellung im Grenzdienste benutzte, um deutsche i Reichsangehörige für Geld zu verbrecherischen Handlungen gegen ihr Vaterland zu verleiten. Durch diesen Ämtsmißbrauch wird in den Augen des Gerichtes die Stafbarkeit Schnäbeles erhöht, ^ unabhängig von der Frage, ob derselbe in höherem Auftrage gehandelt hat. Der Unterzeichnete erlaubt sich diesen Gesichtspunkt für den Fall hervorzu­heben, daß Schnäbele nach feiner gegenwärtigen Freilassung von Neuem auf deutschem Gebiet be­troffen werden sollte, ohne durch vorgängige amt­liche Verabredung gegen Verhaftung gedeckt zu sein.

* Aus Rom erhält die ,Germ.' folgende Pri- vathepesche: Mfgr. Rampolla, bisheriger Nun- tius in Madrid, ist zum Staatssekretär ernannt worden. De? Papst ordnete an, daß er baldmög­lich nach Rom kommen solle. — Es ist wahr, daß die belgische Regierung vom Vatikan verlangte, er solle bei der katholischen Fraktion Belgiens dahin wirken, daß dieselbe für das Militärgesetz stimme; die belgische Regierung hatte sich beim Vatikan auf dessen Eintreten für das Septennat berufen. ' Der Vatikan lehnte aber eine Einwirkung ab; er

Wie vorauszusehen war, wurden „ Verwünschungen ausgestoßen gegen Mr. Thurgood, weil er so unbarmherzig seine Drohungen ausge- führt hatte. Diese Austreibung und die Ein­kerkerung Randal Macsorley's hatten die öffent­liche Meinung gegen ihn aufgestachelt, und es be­durfte seines Gleichmuthes und seiner ganzen Charakterstärke, sich dagegen zu halten. Doch er stand fest, und ließ die Fluth an sich vorbeigehen, welche ihn wohl schwärzen, aber nicht unterdrücken konnte. Er war vollkommen mit der Sage der Dinge bekannt. Die Zeitungen waren voll von Artikeln und Briefen, die ihn als einen Tyran­nen brandmarkten; aber er nahm keine Notiz davon. Es erbitterte die Schreiber, aber er ver­folgte seinen Weg, ein Gegenstand des allgemei­nen Hasses.

Ran darf nicht annehmen, daß Robert Thur- M die Leiden der Hinausgestoßenen nicht fühlte.

bedauerte sie von Herzen, war aber entschlossen, wen zu zeigen, daß er Herr sei und mit seinem

ehl.

Haupt­gehalt« irtragen de, de» zu er« nfragen e letzten iin und [864 iker.

12Pf), , Gt- , feinste i W

Sar> -Sild, f.) stets . [826 mm-

Die.Fuldaer Zeitung- erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. Vierteljährlicher Abonnementsprels ohne Brmgerlohnu^ Bestellgeld: 1 M. 50 Pf., mit der belletristischen Wochenkeilage .Sterne und Blumen- in Fulda 1 M. 70 Pf., auswärts 1 M. 75 Pf.

Inserate: Die einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

S ist io . sn hier- ibrik wied- ib._

[867 n Blät-

ttf

beabstch- enbach Beding' e besteht; hen bis wurde; nd Ge«

Iw Thal der Merbirkm.

Roman aus dem Englischen von E. Blackburne.

35. Fortsetzung.

33. Kapitel. Im Thale.