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1887.

Montag, den 2. Mai.

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Die .Fuldaer Zeitung'

erscheint täglich. Sonn- und Feiertage ausgenommen. Vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Brmgerlohn und Bestellgeld: 1 M. oO Ps., mit der belletristischen Wochenbeilage .Sterne und Blumen' in Fulda 1 M. /O Pf., auswärts I M. 75 Pf.

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gelangen, auch die noch übrig bleibenden Beschwer­den auf gesetzlichem Wege abzustellen.

den Protestantenverein, gegen die Freimaurerei und gegen den Nationalismus möglichst scharf in zen Vordergrund, während H-rr Stöcker zwar den Kulturkampf verurtheilte, aber der Vorlage, namentlich der Rückberufung der Orden, so lange nicht zustimmen wollte, bis die evangelische Kirche tat! genug sei, mit der katholischen Propaganda )en Kampf aufzunehmen.

Von der freisinnigen Partei hat nur eine verhältnißmäßig kleine Anzahl dem wichtigen Ordensparagraphen zugestimmt, wie ja auch Virchow offen seine Bedenken gegen diesen Artikel geäußert hat. Richter trat bekanntlich als schroffer Gegner )es staatlichen Einspruchsrechtes bei der Pfarrer­anstellung auf, während er dem Ordensartikel zu- iimmte. Die Vorurtheile gegen den Katholizismus tnb in vielen politisch-freisinnigen Köpfen noch nicht gesä^wunden, der Unglaube und die Frei­geisterei sind und bleiben ewig geschworene Feinde der religiösen Gläubigkeit und ihres Hauptver- treters, des Katholizismus.

Die Stellung, welche die Centrumspartei elbst gegenüber der Kirchenvorlage eingenommen jat, bedarf an dieser Stelle keiner besonderen Er- irterung mehr, nachdem sie Eingangs im Zu- ämmenhang mit der Stellung des heiligen Vaters nnlänglich behandelt wurde. Die Vo.lage ist mit 234 gegen 100 Stimmen bei 32 Stimmenthaltun­gen definitiv genehmigt worden und wird in den nächsten Tagen als neuestens ^„Maigesetz" Ms ^den der" Regierung eingeräumten diskretio­nären Befugnissen in der Einspruchs-und Ordens- rage ergeben, werden auch vom hl. Vater keines­wegs unterschätzt; das beweist der Wortlaut seines Breve's an den Erzbischof von Köln. Aber der hl. Vater hofft, daß der kirchentreue Sinndes Klerus und des katholischen Volkes die Gefahren vereiteln werde, und alle, welche dazu berufen sind, werden ganz gewiß ihre Aufgabe voll und ganz erfassen und jeden Versuch, die Kirche oder einzelne ihrer Glieder zur Liebedienere: gegen staatliche Behörden zu verlocken, zurückweyen. Der Erfolg steht in Gottes Hand. Hoffen wir, daß es den Katholiken gelingen wird, durch ferneres festes Zusammenhalten und durch unermüdliche Aroen nach und nach durch den jetzt erreichten „Zugang zum Frieden" zu einem vollen Frieden zu

und sich ruhig wegführen zu laffen. Ich hoffe sicher, daß er seinen voreiligen Entschluß bereuen

„Und ich hoffe, daß er es Nicht wrrd, rref Ruala entschieden. „Ich müßte Randal verachten, wenn er etwas der Art thun würde.

Sie haben wahrscheinlich schon von dem Cnt- schluffe Mr. Thurgoods gehört, die Leute von dem nördlichen Theile seines Gutes austreiben zu laffen." , = .

Fch hörte etwas davon, aber es schemt mir nicht möglich, daß er diesen grausamen Entschluß ausführen kann. Was kann er zur Rechtfertigung einer solchen That sagen?" Ein Tritt wurde m der Halle gehört und Konrad meldete Mr. Thurgood-tte Verzeihung, daß ich störe. Miß O'Donnel, sagte er hastig; „aber ich muß Mr. Lynch unverzüchlich sprechen und nahm mir die große Freiheit, hierher zu kommen. Die großen Äugen des Mädchens flammten, als sie ihn ansah. „Ist es wahr," sprach sie ohne Umstände, „daß sie im Begriff sind, Ihre Pächter aus der nörd­lichen Seite des Gebirges auszutreiben <

„Ganz wahr I"

Große Thränen kamen in ihre Augen und lie­fen über ihre Wangen herab. „Mr. Thurgood, Sie

Deutsches Reich.

Berlin, 1. Mai.

* Der Kaiser hat das neue kirchenpolitische Gesetz am 29. d. M. vollzogen. Die Publikation des Gesetzes, dessen Wortlaut ivir bereits früher in unserer Zeitung gebracht haben, erfolgt heute im Reichsanzeiger. Die .Germania' knüpft an die Veröffentlichung des neuen Kircheng.setzes folgende Betrachtung: Nachdem somit diese Novelle in Sicherheit gebracht ist, kann nun auch mit solchen Erörterungen einzelner Punkte begonnen werden, die bisher nicht opportun waren, und wird ferner der Ausführung des Gesetzes und der möglichsten Abwendung von Schaden aus den beiden bedenk­lichsten Bestimmungen, über Einspruch und Orden, die Aufmerksamkeit zuzuwenden sein. In Beziehung auf den Einspruch geben ja die Posener Vor- kommniffe schon zu sehr ernsten Gedanken Anlaß, und die Lage der prinzipiell zugelassenen Orden ist wahrhaft precäc besonders durch dis Bestim­mung, daß auf dieselben „in Beziehung auf die Einrichtung der einzelnen Niederlassungen, sowie auf die sonstigen Verhöltniffe dieselben gesetzlichen Bestimmungen Anwendung finden", welche für die bestehenden Orden gelten. Die wieder zugelaffenen Orden werden also ein Recht haben auf ihre des Klostergesetzis "vertrieben wurden, für jeoHtfue Niederlassung aber bedarf es der Erlaubmß 2er Minister des Innern und der geistlichen Angelegen­heiten, und alle Niederlassungen können zederzert durch kgl. Verordnung aufgehoben werden, die Aufnahme neuer Mitglieder bedarf derl Gestattung der Minister des Innern und der geistlichen Ange- leqenheiten, und die Niederlassungen sind emer nicht näber definirten Aufsicht des Staates unter­worfen. Auch die alten wiederzuerrichtenden Nieder- lassungen haben nach dem obigen Artikel ■> S 4 erst nach Erlangung von Korporationsrechten,, wo- zu ein Gesetz erforderlich ist, ein Recht aus ihr vom Staate in Verwahrung und Verwaltung ge­nommenes Vermögen, wenn sie die ihnen gewitz nicht widerstrebende Pflicht zur Unterhaltung der Mitglieder ter aufgelösten Niederlassungen über-

sollten sich vor sich selbst schämen! Ich habe mich in Ihnen getäuscht! Was haben Ihnen die armen Leute gethan, daß sie dieselben so grausam be- handeln wollen?" , , ,

Fragen Sie lieber, was Sre mir nicht gethan haben?" erwiderte er, durch ihre Worte mchr bewegt, als er sich selbst eingestehen wollte, „Sie haben meine Schafe getödtet oder gestohlen; sie haben meinen treuen Diener Cameron getödtet, sie bedrohten wiederholi mein eigenes Leben und machten einen Mordversuch; sie haben sich ver- Kunden, einander zu beschützen , so daß es nur scheint, ich erfülle eine öffentliche Pflicht, wenn ich bestrebt bin, die Grafschaft von einer solchen ^®a5 klingt alles sehr plausibel;" sagte Nuala, erschreckt über die Reihe der Verbrechen. „Aber warum wollen Sie ihnen keine Zeit zur Besserung geben?"

„Das habe ich gethan und ich bin von neuem beraubt und betrogen. Ich weiß, daß der Weg, den ich einzuschlagen gezwungen bin, Haß und Verluste mit sich bringen wird, und ich wurde ihn gerne verlaffen, wenn ich wüßte, wie es an­ders zu machen wäre. .

Als Robert Thurgood mit Gustav Lynch das Haus verlaffen hatte, zog sie ihren Hut und

Maria, der MaienKönigiu!

Im Blüthenschniuck pranget die Erde, In Blumenpracht duftet die Au, Sonnenschein spielen die Lüfte,

Im Glanz steht der Himmel so blau. c-stt Jubel die Vögelein singen, In Freuden die Jungfrauen zieh'» Und aus der Kapelle dort klingen Die Lieder im Thale dahin.

Wem gelten* bie frommen Gesänge ? Wem singt dort der Jungfrauen Chor? Wem tönen des Glöckleins Klange? Wem steiget die Lerche empor?

Wem duftet in Blumen die Wiese? Wem strahlet der Himmel so blau - Ach, Dir, o Maria, Du süße, Du beste, Du heiligste Frau!

o Die preußische Kirchenvorlage.*)

IV. (Schluß.)

Die sreikonservative Partei hat sich bei dieser Gelegenheit vollständig gespalten, und der einzige Redner, welcher das Wort ergriff, sprach nicht im Auftrage der Partei, sondern nur für seine Person im Interesse der G.rrnanisirung Polens gegen den Ocdensparagraphen. Jndeffen bewies die große Zahl der Stimmenthaltungen und die nicht minder große Zahl der namentlich gegen den Artikel 5 abgegebenen Parteistimmen, daß ein beträchtlicher Theil dieser ehemals sogen. Bot­schafterpartei gleich den Nationallibeealen an den kulturkämpferischen Ideen festhält, wenn auch die Rücksicht aus des Kanzlers Wünsche bei einem Theile zur Geltung gekommen ist. Auch diese charakteristische Haltung einer der Regierung von jeher sehr nahestehenden Partei ist für das katho- lifche Volk ein deutlicher Fingerzeig, in der Wach­samkeit nie zu ermatten und für alle Eventuali­täten gerüstet zu bleiben.

Was die Stellung der konservativ en Partei zur Kirchenvorlage anbetrifft, so hat wohl kaum ein einziger Konservativer gerne sür die Vorlage, namentlich für den Ordensartikel gestimmt; bei vielen hat erst der dringende Wunsch des Fürsten Bismarck und sein bekanntes drohendes Ultimatum die Bedenken gegen ein bejahendes Votum über­wunden, mehrere sind auch diesen Argumenten gegenüber harr gvMtem, u« ru.u «....-v». Besorgniß erfüllt, daß die evangelische Gemein­schaft der neugestärkten katholischen Kirche nicht gewachsen sein werde. Die konservativen Redner betonten deßhalb auch mit besonderem Nachdruck die bekannten evangelischen Selbständigkeitsforde- rungen, welche indeffen, nach der schroffen Ab- lehnung des Fürsten Bismarck zu urtheflen, völlig aussichtslos erscheinen. Nicht wenige Konservative scheinen übrigens mit direkter Rücklicht auf eine vom Centrum erwartete Unterstützung ihrer eigenen kirchlichen Beschwerden ihre Bedenken gegen die Vorlage unterdrückt zu haben, ^n der Rede des Herrn von Hammerstein trat der Gegensatz gegen den Liberalismus, welcher den Kultu.kampf von langer Hand geplant und vorbereitet habe, gegen

*) Nachdr. verb. _______

3m <hal btt MttMm.

Roman aus dem Englischen von E. Blackburne.

34. Fortsetzung.

Gustav Lynch brachte Nuala die Rachut nach Schloß Garret; sie war erschüttert, bewunderte aber Randal wegen seines Muthes, kein „An- 9ebgä ist^alles^sehr gut mit seinem Heldemnuthe," sagte Gustav Lynch; „aber meiner Meinung nach war es höchst thöricht von ihm, so zu handeln