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M 94.

Mittwoch, den 27. April.

1887.

Fuldicr

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Di- ,Fuldaer Zeitung- erscheint -äqlich, Sonn- und Feiertag- ausgenommen Vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bnngerlohn und Bestellgeld: 1 M. 50 Pf., mit der belletristischen Wochenteilage ,Sterne und Blumen tn Fulda 1 M. 70 Pf., auswärts IM. /5 Pf.

Inserate: Die einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Ps., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

s Die vatikanische Ausstellung.

Zur Feier des 50jährigen Priester- Jubiläums des heil. Vaters PapstLeo XIII. soll, wie bereits früher mitgetheilt wurde, i m Vatikan eine Ausstellung der aus diesem freudigen Anlaß Seiner Heiligkeit übersandten Gaben veranstaltet werden.

1) Die Ausstellungs-Gegenstände, welche sämmt- lich als Geschenke für den heil. Vater zu be- trachten sind, umfaffen in erster Linie Para­mente und Kirchengeräthe, in zweiter Stelle auch solche Gaben, durch welche Kunst und In­dustrie dem hohen Jubilar ihre Huldigung dar- bringen.

2) Die Geschenke werden in einem eigens für diesen Zweck im Hofe della Pigna aufgerichteten Gebäude und den sich anschließenden Räumen des Vatikan vom Dezember 1887 bis April 1888 ausgestellt werden.

3) Die ausgestellten Gegenstände werden nach Ländern und innerhalb derselben nach Diözesen (oder eventuell auch Vereinen) in besondere Abthei- lungen geordnet, welche unter Aufsicht der betref- senden Komile's resp. deren Delegirten stehen.

4) Am 1. Januar 1888 wird der heil. Vater die vatikanische Ausstellung besuchen und dieselbe damit feierlich eröffnen, wobei die Uebergabe der Geschenke an Seine Heiligkeit durch die Vertreter der KomiteS geschieht.

5) Die Empfangnahme der aus Deutschland in Rom eintreffenden Gaben, sowie Ordnung und Aufstellung derselben in den zur Verfügung ge- stellten Räumen geschieht durch das deutsche AuSstellungS-Komite in Rom, an dessen Spitze Herr Joseph Spithoever (Roma via della finance Villa Spithoever) steht und welcher als Drlegirter des deutschen Jubiläums - Komilös schon jetzt die Interessen der deutschen Aussteller in Rom vertritt. Auch ist er zur Auskunftserthei- lung bereit.

6) Um die nöthige Zeit zur Empfangnahme, Ordnung und Aufstellung der für die Ausstellung bestimmten Gegenstände zu gewinnen, müssen die­selben vor dem 31. Oktober 1887 in Rom eingetroffen sein.

7. Die Aufgabe des Ausstellung» ComilsS in Rom wird wesentlich erleichtert und den Absendern

Im ÜjÜ der Silderbirdm.

Roman aus dem Englischen von E. Blackburne.

30. Fortsetzung.

Hätte Mr«. Dörner nur ein Atom von Humor gehabt, so würde sie sich wohl entschlossen haben, aus der ganzen Situation Annehmlichkeiten zu ziehen; aber da» Schicksal hatte gewollt, daß sie dazu unfähig war. Fähig war sie nur, eine aus­gezeichnete Haushälterin zu spulen au« dem ein­fachen Grunde, weil sie strenge dazu und zu nicht» Anderem erzogen war. Sie hatte ein glänzende» finanzielles Talent und glaubte al« eine würdige Repräsentantin des neunzehnten Jahrhundert« nur an Geld. Sie war eine Frau, die Wenigen ver­traute, und ihrem Bruder am wenigsten. Ihm vertraute sie nicht, weil sie ihn nicht verstand und ihn nicht zu würdigen wußte. Sie nannte Schwach, heit an ihm, wenn er den Regungen seines von Natur gütigen Herzens folgte und nicht kalter, finanzieller Berechnung, und sie nannte Charakter­stärke, wenn er unbarmherzig verfuhr, und zu seiner Ehre sei e» gesagt, auf ihren Wink alles menschliche Mitleid unberücksichtigt liefe, um einige Hundert mehr bei der Bank einzulegen.

Mit Mißvergnügen hatte sie die Acres Bergland betrachtet, die ihr Bruder ihr als sein Befitzthum

werden manche Schwierigkeiten und Kosten er- spaart, wenn die für die Ausstellung bestimmten Gaben zuerst an den von unserer Centralstelle be­stimmten Sammelort (München bei Herrn Ludwig Karl Buchner, Großhändler, Bayerstraße Nr. 9) geschickt und von dort in ganzen Waggons direkt nach Rom befördert werden. Die Sendungen müffen spätestens Ende September in München eintreffen, von wo aus sie auf Kosten des Somit 6s weiterbefördert werden.

Bezüglich der Zollfrage wird auf Folgendes hingewiesen:

Nach der geltenden italienischen Gesetzgebung können alle Gegenstände, welche Sr. Heiligkeit vom Ausland her übersandt werden und zur Religionsausübung oder zum Ornate Sr. Heiligkeit dienen, zollfrei ein- gesührt werden. Die Gewährung der Zollfreiheit ist der königlichen Zollbehörde in Rom reservirt, an welche von der Grenzzollbehörde die dort unter der Adresse Sr. Heiligkeit von dem Auslande eingehenden Sendungen plombirt weiter zu befördern sind. In der betreffenden Deklaration ist Seitens des Absen­ders diese Weiterbeförderung nachzusuchen.

Nach einer offiziösen Notiz in italienischen Blättern wird die Zollfreiheit für alle aus dem Ausland- zur Jubiläumsfeier Sr. Heiligkeit bestimmten Sen­dungen gewährt werden.

8. Die näheren Angaben über: Art der Ver­packung, Adressirung, Ausfüllung von Verzeich­nissen, welche gleichlautend sowohl der Verpackung beizufügen als auch direkt einzuschicken sind, sowie über die sonstigen Bedingungen, welche das Somit e bei Uebernahme der Sendungen zu fordern ver­pflichtet ist, werden seiner Zeit er folgen.

9. Um die für Deutschland und dessen einzelne Diözesen nöthigen Räume des Ausstellungsgebäudes rechtzeitig bestimmen zu können, und um über­haupt eine Uebersicht über die zur Ausstellung gelangenden Gegenstände zu gewinnen, werden die Aussteller gebeten, sobald als möglich, spätestens bis zum 1. Juni an unsere Sentralstelle (p. Adresse Herrn Dr. A. v. Steinte, Frank- furt a. M., Untere Mainanlage 5) ein Verzeichniß der für den hl. Vater bestimmten Gaben, insoweit dieselben bis jetzt fest­stehen oder wenigstens in Aussicht ge­nommen sind, einzuschicken, wonach wenigstens annähernd die erforderlichen Räumlichkeiten bemessen werden können.

Dieses Verzeichniß muß enthalten:

bezeichnet hatte, und die einzige Befriedigung ge- währten ihr nur die schwarzen schottischen Schafe, welche an den Hügeln weideten und auf ihren Rath eingesührt worden waren. So saß Mrs. Dörner an diesem düstern Dezembertage am Feuer, auch heute überlegend, wie es anzufangen sei, um da» Bergland mit mehr Nutzen zu bebauen. In diesen Gedanken wurde sie durch ihren Bruder ge­stört, der mit einem offenen Briese in der Hand in da» Z.mmer trat. Er sah ernst und unruhig au»; sie aber bemerkte e» nicht und fragte gleich­gültig: „Wo bist Du den ganzen Morgen ge­wesen, Robert?"

„In Donelstown," war die kurze Antwort.

„Ich war noch nicht da; voraussichtlich werden wir einmal dahin fahren."

„Wenn Du e» gern hast."

Etwa» in seinem Tone machte, daß sie rasch aufschaute.

„Fehlt Dir etwa«, Robert?"

Er lehnte seinen Ellbogen an den Mantelstock, la» den Srüf und gab keine Antwort.

„Was ist Dir, Robert?"

„Margaretha, Du mußt mir versprechen, ver­schwiegen zu sein, wenn ich Dich mit dem Inhalte des Briefes bekannt machen soll."

Sie stand auf und näherte sich ihm, während

a) Diözese:

b) ev ntuell Name der Spender (Comitss, Vereins oder der Privatpersonen);

c) Zahl und Art der Gegenstände;

d) Länge, Breite und Höhe derjenigen Gegenstände, von denen die Dimensionen nicht allgemein be­kannt sind;

e) für welche Gegenstände eine Preisbewerbung gewünscht wird?

10. Dlejenigeu Aussteller, welche an einer Preisbewerbung (Ehrendiplome oder Medaillen von Gold, Silber oder Bronce) theilnehmen wollen, haben dies ausdrücklich zu erklären, da nur Gegenstände, die mit dieser Erklärung ver­sehen sind, bei der Preisvertheiluug durch eine internationale Kommission berücksichtigt werden.

Denjenigen Bewerbern, welche eine solche Erklärung dem unter Nr. 9 eingeforderten Verzeichniß bei­fügen, wird ein Schema zur Ausfüllung mit den erforderlichen Angaben zuqesandt werden.

Frankfurt a. M., April 1887.

Das deutsche Storni! e

zur Vorbereitung der Secundizfeier Sr. Heiligkeit Papst Leo XIII.

Für den gcschästsführenden Ausschuß: Karl Fürst zu Löwenstein, Vorsitzender.

Deutsches Reich.

Berlin, 26. April.

* Das Herrenhaus tritt morgen wieder zu­sammen. Auf der Tagesordnung stehen die Be­schlüsse des Abgeordnetenhauses zur Kreis- und Provinzialordnung für Rheinland.

* Das Abgeordnetenhaus nahm heute in dritter Berathung das Volk-: schulleistungsgesetz an. Der Annahme ging eine längere Generaldiskussion voraus, in welcher Abg. v. Meyer - Amswalde, ferner von den Freisinnigen Dr. Virchow, Zelle und Rickert und von den Nationalliberalen Dr. Natorp und Dr. Enneccerus die Vorlage bekämpf­ten, während Minister v. Goßler, von den Son» servativen v. Rauchhaupt, von den Freikonserva­tiven Graf Hue de GraiS, v. Tiedemanr-Leboschin und Dr. Wehr und vom Centrum Abgg. Bachem und Frhr. v. Schorlemer-Alst für dieselbe eintraten. Dann wurde der Gesetzentwurf betreffend die Kantongefängnisse in der Rheinprovinz nach län­gerer Debatte unverändert nach den Vorschlägen stch auf ihrem sonst ausdruckslosen Gesichte etwa» wie Theilnahme malte.

„Du erinnerst Dich der Untersuchung wegen des Mordes Camerons."

„Ja, ich erinnere mich daran; Du sandtest mir die Zeitungen mit den Berichten."

„Einige Leute wurden als verdächtig eingezogen, aber es konnte nichts bewiesen werden. Die Poli­zei stellte indessen ihre Nachforschungen nicht ein und jetzt glauben sie den wirklichen Mördern auf der Spur zu sein."

Was hat das denn mit dem Briefe zu thun, Robert?" '

„Sehr viel. Es ist ein Drohbrief, der mir ge- schickt worden ist. Ich werde gewarnt, keine fer- neren Schritte mehr zu thun, um den Mörder Cameron» ausfindig zu machen, andernfalls sei auch für mich eine Kugel gegossen."

„Robert," schrie sie, ihn in die Arme schließend, „warum willst Du diesen schrecklichen Platz nicht oeitaufen? Verkaufe ihn, verlasse ihn und kehre nach England und zur Civilisation zurück!"

„Ich habe meine Hand an den Pflug gelegt und werde sie nicht zurückziehen," sagte er ernst; „und ich werde mich nicht durch die feigen Briefe einschüchtern lassen, denn es ist nur einer der vielen, die ich erhalten habe. Ich glaube nicht, daß die