M 88.
Mittwoch, den 20. April.
1887.
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Schreidk« -es hl. Katers
«u de«KochvSr-isste« Herrn «rftischos «onKSlu öder die kirchrupMjsche Korlase.
Leo XIII., Papst.
Ehrwürdiger Bruder, Gruß und Apostolischen Segen!
Aus Deinem Schreiben vom 20. März haben Wir leicht erkannt, daß Dir — wovon Wir bereits überzeugt waren — der Stand der katholischen Sache in Deinem Vaterlande seh: am Herzen liegt. Und dies rechnen Wir Dir gern zum Lobe an; denn dieser so eifrig auf das Gemeinwohl gerichtete Sinn entspricht der Höhe Deiner Würde sowohl als den Zeitverhältnifsen, unter welchen gegenwärtig bei euch die Kirche lebt. Wir hinwiederum halten es für Unsere Aufgabe, indem Wir Dir auf die Fragen, über welche Du Auskunft verlangst, Antwort erthcilen, zugleich öffentlich kund zu thun, was der Aposto- lische Stuhl über den jüngsten, auf die Ordnung der katholischen Angelegenheit im Königreich Preußen bezüglichen Gesetz Entwurf denkt, bezüglich dessen Wir die Ansicht einiger Kardinäle der h. römischen Kirche eingeholt haben.
Schon seit dem Anfänge Unseres Ponttficate« begannen Wir viel und ernstlich euere Angelegenheiten zu erwägen und beschloßen, wie die Natur Unseres Amtes es mit sich brachte, alles zu versuchen, un., wenn irgend möglich, den Katholiken die friedliche Ruhe mit der rechtmäßigen Freiheit wieder zu verschaffen. Diese Unsere Willensmeinung haben Wir zum Ausdruck gebracht in Unfern Briefen an Se. Majestät den Kaiser, und an den durchlauchtigsten Fürsten, sowie in Unserm Schreiben an Deinen unmittelbaren Vorgänger im Kölner Erzbirthum.
Deshalb begannen Wir, wie es natürlich war, von der langwierigen Sorge aufzuathmen und freudige Hoffnung zu faßen, als Wir die Geneigtheit bemerkten, die der Freiheit der Katholiken entgegenstehenden Gesetze zum Zwecke der Ver- bcßerung einer Durchsicht zu unterwerfen, rndem dadurch sich der Weg zu Beilegung der Zwistrg- ketten eröffnete. Was weiterhin folgte, war mehr geeignet, die Hoffnungen zu vermehren al« zu schwächen. Zum Theil hat man sich bemüht,
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Roman aus dem Englischen von E. Blackburne.
24. Fortsetzung.
23. Kapitel.
Ich hasse ihn.
In einer vollkommen ungezwungenen und natürlichen Weise wandte sich Robert Thurgood und begleitete Ruala und Randal Macsorley eine Strecke weit. Inbrünstig hoffte Ruala, er möge die ihn betreffenden Erörterungen nicht gehört Haben, und doch glaubte sie einen lauernden, unterhaltenden Ton in seiner Stimme zu bemerken.
„Sie schreiben gelegentlich, nicht wahr, Mr. Macsorley?" Der Engländer sprach angenehm und lieblich, doch ausschließlich mit Randal, der sehr erbittert war und ihn am liebsten über die Hecke geworfen hätte.
„Schreiben? Wo«?" fragte er so mürrisch, daß Ruala vor Scham darüber erröthete.
„Ei, für die Zeitungen, wenn ich mich deutlicher ausdrückeu soll," fügte er mit einem angenehmen Lächeln hinzu. „Liefern Sie nicht gele- gentlich einen Beitrag?-
„Eine der größten Privilegien der Zeitungen ist "ihre Anonymität/ entgegnete Randal mit
Gut der zweifelhaften und unsicheren Erwartung eines größern Gutes vorzuziehen. Denn wie auch die Zukunft den Gang der deutschen Angelegenheiten gestalten mag, gewiß sind es große und der Kirche ersprießliche Dinge: daß Bischöfe mit ihrer geheiligten Gewalt der Geistlichkeit und dem Volke vorstehen; daß das katholische Volk die Vorschriften des Glaubens und der Sitten von seinem Hirten empfangen kann, daß die zukünftigen Diener des Heiligthurns in Seminarien heilig zur Hoffnung des Priesterthums erzogen werden; daß die Mitglieder einiger geistlichen Orden öffentlich und vor den Augen des Volkes nach jeder Zierde jer evangelischen Tugenden streben können.
Es bleibt noch übrig die Benennung der für die Pfarrstellen bestimmten Personen. Aber in dieser Hinsicht bezeugen die von euerer Geistlichkeit unter den schwierigsten Umständen erbrachten Beweise der Gewissenhaftigkeit und Standhaftigkeit, wie streng dieselbe an der Heiligkeit ihres Amtes esthält. Von den jüngern Geistlichen aber darf man mit Recht hoffen, daß sie, unter euerer Leit- ung und Führung zum priestlichen Amte erzogen, dereinst eben jene Tugendbeispiele erneuern werden. Uebrigens haben Wir in dieser Beziehung schon vor sieben Jahren erklärt und noch im vorigen Jahre wiederholt, daß Wir in diesem Punkte unter Umständen die Forderungen Preußens nicht ablehnen wollten; und deßhalb war es, als die Abänderung und Verbeßerung der betreffenden Gesetze begonnen hatte, billig, Unser Versprechen zu erfüllen. Auch ist zu beachten, daß dies die einzige Bedingung ist, welche Wir schließlich nicht zurückgewiesen haben. Da endlich diese ganze Angelegenheit betreffend die Benennung der sür die Pfarrstellen bestimmten Personen zwischen Un« und den Ministern de« preußischen Reiches verhandelt wird, wie sich aus den beiderseitigen Schreiben ergibt: so werden Wir un« bemühen, eine gütliche Vereinbarung herbeizuführen, wie die Sache gedeutet und welche Norm befolgt werden muß, wenn ein Mal der Bischof etwas andere« will, als der Ober-Präsidcnt erstrebt. Und zwar enthalten eben jene Schreiben im Wesentlichen den Vorschlag de« Bischofs von Fulda in Bezug auf die Befugniß und die Begründung de« zu erheben- den Einspruches.
Da nun, besonder« mit Rücksicht aus die vom
„Irland ist nun mein adoptierte« Vaterland. Können Sie nicht denken, daß man auch durch Adoption ein Patriot werden kann?'
„Das glaube ich nicht recht," sagte Randal. „Sie werden niemals besondere Zuneigung zu unserem Grund und Boden haben." «...
„Sie glauben auch wohl nur an den Patno- tismu«, der sich nur langsam vom Vorhergehenden zum Vorhergehenden erweitert."
„Diesen Ausdruck habe ich auch schon gelesen, aber ich erinnere mich nicht mehr wo, tagte Ruala, welche dem Gespräche eine andere Richtung zu geben wünschte.
„Bei Tennyson," bemerkte Mr. Thurgood.
Ruala erinnerte sich nun, wie sie an einem Sommertage die anziehenden Gedichte Tennyson« gelesen hatte und sie wünschte die Unterredung darauf hinzulenken. Doch Mr. Thurgood sagte alsbald: „Sie haben meine Einladung erhalten, Miß O'Donnel?"
Ja."
"sie werden entschuldigen, daß ich dieselbe der Umstände halber an Sie adressiert hatte.
O gewiß." Ruala erwog gerade, ob es nun auch noch nöthig sein werde, ihm zu schreiben.
„Ich hoffe, Sie werden mir das Vergnügen macken, Weihnachten bei mir zu erscheinen. Ich
zum Theil bemüht man sich noch, jene Gesetze zu 1 mildern; und wenn auch noch nicht alles erreicht ist, was die Katholiken zu erreichen mit Recht wünschen, so ist doch mancher festgestellt, wodurch ihre Lage bester wird. Gewiß siehst Du ein, rote bedeutungsvoll es ist, daß die Machtvollkommenheit des Römischen Papstes sich frei äußern und entwickeln kann in den vielfachen und manch- saltigen Beziehungen, welche der Apostolische Stuhl mit der Staatsgewalt, sowie mit den Bischöfen und dem katholischen Volke besitzt. Außerdem - wonach Wir mit so eifriger Sorge strebten — ist nach Beseitigung der langdauernden Verwaisung sür die Verwaltung mehrerer Diözesen gesorgt; die Pfarreien besitzen wieder in großer Zahl ihre Vorsteher; die Hinderniste, welche die bischöfliche Gewalt bei der Handhabung der Zucht und bei der Ausübung der Gerichtsbarkeit hemmten, sind beseitigt. Schon seit einem Jahre sind vier Klerikal-Seminare wieder eröffnet, und demnächst können zwei weitere in Limburg und Osnabrück eingerichtet werden; die Alumnen derjenigen Diözesen, welche noch kein eigenes Seminar be- sitzen, können nach einem andern Seminar innerhalb der Grenzen des Reiches geschickt werden. Sind ferner ein Mal wenigstens einige Ordens- qenostenschaften zurückberusen, so wird die Hebung des christlichen Lebens sich weiter verbreiten, und Viele werden ungehindert zur vollkommenen und höchsten Tugend streben können. Dadurch ist einem höchst berechtigtem Wunsche der Ratholtfen Genüge geschehen, da es feststeht, daß ste sich innig nach den geistlichen Orden schnten; und auch dem Staate selbst ist eine nützliche Beihulfe erworben für die Werke der Liebe, für die Sitt- lichkeit des Volke«, und für alle Zier menschlicher Bildung. t _
Hieraus also, ehrwürdiger Bruder, erkennst Du leicht, daß von jenen harten Gesetzen so viel abgeschafft ober doch geändert wird, daß ste weniger schwer ertragen werden zu können scheinen. Immerhin wird der Apostolische Stuhl stets alle Vorsorge und Umsicht verwenden, daß em solcher Stand der Dinge, der noch nicht der beste ist, noch weiter und umfaßender verbeßert werde. Anderseits mahnen Uns das Bewußtsein Unseres Apostolischen Amtes, sowie auch die Regeln der praktischen Klugheit, ein gegenwärtiges und sicheres
Würde, „Sie müßen mich entschuldigen, aber ich sehe nicht ein, welches Recht Sie haben, diese Frage zu stellen."
„Bitte, verzeihen Sie, wenn ich etwa« gesagt habe, wa« ste beleidigt. Ich fragte bloß, weil ich von ihrem lokalen Rufe al« Schreiber gehört habe, und da wir nun Nachbarn find, möchte ich gern einige ihrer Artikel lesen."
Randal hatte den Verdacht, daß dieser Mann ihn aufziehen wolle. Wenn er von feinen Artike In gehört hatte, dann meinte er sicher diejenigen, welche er gegen „den Tyrannen von Glinmore geschrieben batte."
„O, ich kann nicht denken, daß Sie sich dafür interessieren werden, Mr. Thurgood, unttrmach sie Ruala hastig in einer Todesangst; doch Randal, welcher gerade die Copie mehrerer seiner Ar- tikel bei sich trug, hätte nicht wenig Lust gehabt, ste ihm zu reichen, denn der Stolz auf seine Schriftstellern ging doch über die Furcht, wegen einer Schmähschrift verklagt zu werden.
.Warum denken Sie bss denn, Miß O'Donnel?" "gß.il — weil mein Vetter sehr patriotisch ist!" ',DaS bin ich auch."
t „Ja, patriotisch gegen ihr eigenes Vaterland, gegen England."
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