M 68. Donnerstag, den 24. März. 1887.
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* Das neue Friedensgesetz im Herrenhause.
Berlin, 23. März.
Das Herrenhaus trat heute in die Berathung der kirchenpolitischen Vorlage ein. Die Tribünen, die Hof- und Diplomatenloge waren überfüllt. Der Großherzog von Baden, der Kronprinz von Dänemark und der Abgesandte des Papstes Monsignore Galimberti waren anwesend. Später erschien auch der Premierminister Fürst Bismarck. Der Berichterstatter Geheimer Justizrach Adams (Coblenz) begründete zunächst die Nothwendigkeit der neuen Vorlage und führte sodann weiter aus, daß das Haus die Vorlage, wie sie ist, gewiß en bloc annehmen würde, wenn durch dieselbe der kirchenpolitische Friede voll und ganz hergestellt würbe. Das sei aber nicht der Fall. Um das darzuthun, ging Redner auf die Details der Vorlage, den Inhalt der Maigesetze und den Gang der Revifionsverhandlungen ein. In erster Linie behandelte Redner die Frage der Anzeige. Die Kirchennovellen von 1880 bis 1882 stehen noch auf dem Standpunkt, daß die Maigesetze eigentlich richtig seien. Von diesem Standpunkt
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Roman aus dem Englischen von E. Blackburn e.
4. Fortsetzung.
„Können Sie ein Geheimniß bewahren? fragte er. „Wenn Sie mir versprechen, mit Niemanden darüber zu sprechen, dann will ich Ihnen klar sagen, warum die Verleiher dieses Geldes darauf dringen, es so schnell zurück zu bekommen, als sie es gesetzlich fordern können."
Nuala fühlte sich beträchtlich erleichtert.
„Wenn ich ein Versprechen gebe, so muß ich es sicher halten," entgegnete sie mit Würde. „Doch hoffe ich, daß er nichts sein wird, was ich vor meinem Vater verheimlichen müßte."
„Das überlaste ich Ihrem eigenen Ermessen. Miß O'Donnel, es betrübt mich, Ihnen sagen zu müssen, daß ich denken muß, Ihr Vater hätte neulich nicht weise gehandelt."
„Ja, in welcher Weise nicht?" Nuala wußte nur zu gut, daß ihr Vater selten weise handelte.
„Die Eigenthümer dieses Geldes haben erfahren, daß Ihr Vater neulich den Rest des zu Schloß Garret gehörenden BefltzthumS auf Glenveih zu, heimlich verpfändet hat; und da sie nun keine volle Sicherheit mehr haben, so dringen sie natürlich in ihrem eigenen Interesse auf die Rückzahlung."
gehen die beiden letzten Vorlagen ab. Redner führte das in einer knappen Skizze im Einzelnen aus und empfahl die Annahme der Commifsions- befchlüfle.
Das Wort ergriff nun der Hochw. Herr Bischof Kopp aus Fulda, um zunächst dem König, der Staatsregierung und beiden Häusern des Landtages seinen tiefgefühlten Dank abzustatten, daß die Wege des Friedens eingeschlagen sind. Redner dankte ganz speziell für das Gesetz des vorigen Jahres, dessen Vorzüge er anerkannte, und führte kurz die der jetzigen Vorlage an. Dieselbe sei allerdings nicht weit genug und lasse manche Wünsche des hl. Stuhles und der Katholiken unerfüllt. Es sei deshalb ihm vom hl. Stuhle die Aufgabe zugewiesen worden, diese Wünsche zum Ausdruck zu bringen. Er habe das schon in der Kommission gethan, wo er leider in allen wesent- lichen Punkten nicht durchgedrungen sei. Es bleibe ihm also nichts übrig, als sich an das Wohlwollen des Hohen Hauses zu wenden. Der Hochwürdigste Herr Redner führte unter Hinweis auf seine Anträge aus, daß er sich in diesen Verbesserungs- Vorschlägen Beschränkung auferlegt habe und ging alsdann auf die Anzeigefrage näher ein. Es herrsche in der katholischen Bevölkerung die Besorgniß, daß durch die Anzeige, wie sie verlangt werde, der Eifer des Pfarrklerus lahmgelegt würde. Gerade verdienten Geistlichen könnte die Beförderung versagt werden. In den gemischten Verhältnissen, in denen wir leben, könnte der friedfertigste Geistliche in Ausübung seines Amtes in den Verdacht der Intoleranz kommen. Ebenso könnte bei Ausübung der bürgerlichen Rechte ein Geistlicher in den Verdacht der Illoyalität kommen. Das seien keine Uebertreibungen. In friedlichen Zeiten würde sich allerdings Alles ohne Schwierigkeiten erledigen, allein in Zeiten tiefgehender politischer Bewegung seien die Gefahren zu befürchten, da die Thatsachen des Einspruches nicht unter Beweis gestellt werden. Der Herr Bischof kam dann auf die Ordensfrage und legte in knappen Zügen die Nothwendigkeit und Nützlichkeit der Orden dar. (Während dieser Ausführungen betrat Bismarck den Saal.) Der Bischof betonte nochmals, daß seine Amendements den Interessen des Staate« in keiner Weise entgegen seien und schloß mit einem
„Ich weiß das," sagte sie etwas beschämt. „Ich wunderte mich, daß Sie nicht die Führung dieses Geschäftes hatten, und als ich meinen Vater nach dem Grunde fragte, da — nun, da wurde er böse."
„Wieviel haben Sie dafür erhalten?" fragte der Advokat.
„Ich weiß es nicht genau; aber dies weiß ich, daß mein Vater den B trog der Bank überwiesen hat; und da Rechnungen zu bezahlen sind, so wollte ich Sie fragen, wie ich das Geld erhalte, um dieselben bezahlen zu können."
„O, das kann leicht gemacht werden; Sie sollen eine Anweisung haben."
„Das freut mich sehr", sagte sie mit einem Seufzer der Erleichterung; „und nun muß ich aufbrechen, Mr. Lynch, denn Mrs. Neal und ich haben noch einen langen Weg."
„Könnte ich nicht das Vergnügen haben, Sie nach Hause zu begleiten?"
„Ich danke Ihnen, ich ziehe vor, allein zu gehen."
„Es gefällt mir eigentlich nicht, daß Sie den langen Weg zurücklegen wollen, ohne einen anderen Beschützer al« diese alte Frau."
Ec war gerade mit dem Schreiben der Anweisung beschäftigt und sah deßhalb nicht die glühende Röthe auf Nualas Wangen.
Appell an das Haus, mitzuhelfen, daß der Friede hergestellt werde. Der Referent habe gesagt, wenn man wüßte, daß dieser Friede erreicht würde, könnte man mehr geben, als in der Vorlage geschehen. Thue man das doch und erfülle den innigsten Wunsch der katholischen Bevölkerung, der dahin geht: es möchte doch endlich der kirchenpolitische Streit au« der Welt geschafft werden.
Nächster Redner war Professor Beseler. Ec hat, wie er hervorhebt, schon gegen die vorjährige Vorlage gesprochen und gestimmt; er ist deshalb nicht nur gegen die Kopp'schen Anträge, sondern auch gegen die neue Vorlage der Regierung. Er gibt sich die völlig überflüssige Mühe, in überaus langweiliger Weise darzuthun, daß die Vorlage mit seinen kulturkämpferischen Anschauungen nicht harmonire. Während der Rede verließen die Herrenhausmitglieder zum Theil den Saal, und es herrschte etwas Unruhe, während bei der Rede des Herrn Bischofs Kopp das Umgekehrte der Fall war.
Fürst Bismarck erklärte zunächst, er werde in eine Spezialdiskussion nicht eintreten. Ec wisse auch nicht, ob es ihm möglich fein wird, der Spezialdiskussion beizuwohnen; er benutze deshalb diese Gelegenheit, um hier auf einige Eingriffe in die Spezialdiskussion, die der Professor Beseler gemacht hat, zu antworten. Seine Stellung zur Vorlage sei eine rein politische; für ihn sei der Friede mit dem Papste derselbe wie mit jeder andern Macht. Was die Frage betrifft, ob der Friede, der hier erstrebt wird, ein dauernder sein wird ober nicht, da müsse er sagen: Dauernd ist in der Welt überhaupt nichts. Die Dauer des Friedens hängt von den Verhältnissen ab, wie sie sich zeigen werden. Redner betont, daß er noch nie einen unrühmlichen Frieden unterzeichnet habe. Er wünsche einen ehrenvollen kirchenpolitischen Frieden. Bei der Zulassung der Orden habe sich der Vorredner auf das protestantische Gefühl berufen. Darauf komme es hier nicht an; ob etwas Einzelnen verhaßt ist, könne nicht in's Gewicht fallen, wo es sich um den Frieden im Ganzen handle. Wenn der Vorredner darüber klage, daß der Staat den katholischen Geistlichen schutzlos den Zuchtmit- teln seiner Kirche überlasse, so sei darauf doch zu erwiedern, daß der katholische Priester weiß, was
„Mr. Lynch", sagte sie, „wollen Sie einmal nachdenken, wie wir wohl diese Sache regeln könnten?"
„Ich hoffe, irgend einen Weg dafür zu finden," erwiderte er, „und da ich Sie gerne noch einmal sprechen möchte, ehe Sie Ihren Vater damit beunruhigen, so suchen Sie mich morgen Nachmittag bei Ihrer Tante, Miß O'Neil, zu treffen."
„Ich werde da sein, und nun guten Abend, Mr. Lynch." Sie sprang leicht die Treppenstufen hinunter und traf unten MrS. Neal. Beide hatten das Dorf bald hinter sich und schritten rüstig weiter, al« sie plötzlich einen raschen Fußtritt hinter sich hörten, und eine Minute später legte ein schlanker, junger Mann feine Hand auf Nualas Arm.
4. Kapitel.
Randal Macsorley.
Nuala O'Donnel schien nicht überrascht durch die Erscheinung des Neuangekommenen. Sie hatte ihn vielleicht sogar erwartet und Betty Neal, welche sich als alte bewährte Dienerin des Hauses mehr als andere erlauben durste, sagte: „Mr. Randal, wir freuen uns sehr, Sie zu sehen. Sie werden uns gewiß auf dem langen, einsamen Heimwege Gesellschaft leisten."
„Guten Abend, Betty," sagte der junge Mann, dessen Hand noch immer auf Nualas Arm ruhte.