Sonn-
257.
Mittwoch, den 10. November.
1886
Die »Fuldaer Zeitung^ erscheint
Von Limburg.
Dann erhob sich der neukonsekrirte Bischof und
Km^\®aCri|iei bem neueu Bischof seine ! Len tzKn
Glückwünsche dar.
römisch.n O.-Correspondenz etwa Folgende«:
darf, einen Besuch gemacht, und sie veranlaßt,
nicht, denn er äußerte mir gegenüber kein Wort
Auf meinen Spaziergängen vermied ich sorg«
Diözese zu sein, d,e er genau kennt und die auch ibn kennt und die ihn allgemein liebt: das bewiesen die unzähligen Telegramm» und Glückwunschadressen, welche auf die erste Kunde von seiner Ernennung von allen Seiten der Diözese eintrafen. Er hat auch den Vorzug, über 40 Jahre an der Seite des verstorbenen Bi'chofs Blum ae- lebt und gewirkt und in demselben das Vorbild eines musterhaften, apostolischen Hirten gesehen zu haben. Dies berechtigt zu dem Vertrauen, daß der neue Bischof in die Fußstapfen seines hochverdienten Vorgängers eintreten und eme segensreiche Wirksamkeit entfalten werde, und dam wünsche ich ihm Glück und Gottes Beistand ! Dieses Glück verdanken wir der unermüdlichen obersten Hirten-Sorqfalt Er. Heiligkeit unseres Papstes Leo XIII., der rastlos daran gearbeitet hat, die Wege zu ebnen, um in dieser wichtigen Angelegenheit zu einem Einverständniß mit der obersten Staatsgewalt zu gelangen. Möge Gott unserem
Selbstredend wurde da» noble Benehmen meine» Gatten gegen die beiden Fremden vielfach besprochen und auf da» Verschiedenste ausgeleqt. Da» war ja gerade der Kummer de» Herrn Fothergill. Er glaubte, daß unserer Sache der Schein der Rechtlichkeit verloren gehe, wenn wir dem Gegner auch nur die geringsten Konzessionen
... „ch ?,u$ das habe ich während meiner langen amtlichen Laufbahn m seiner ganzen Wahrheit kennen gelernt, was ich wiederholt mit ernstem Sinnen an dem mich stets
ihnen fern zu halten, denn bei der jetzigen Stimmung Sir Hugo'» gegen mich war er geneigt, da» Schlimmste anzunehmen. Doch erfuhr ich Einzelheiten genug über die Fremdlinge, denn die unermüdliche Masset trug mir Neuigkeiten in Menge zu, und ich war — offen muß ich e» gestehen — immer begierig, etwa» zu erfahren.
Und so vernahm ich denn auch, auf welche Weise Duncan mit der Wittwe Everard'» bekannt geworden war. Ein Jahr nach meiner Verhcirathung mit Lord Kynaston war Duncan unten im Dörfchen erschienen und hatte sich eine» Abend» in der kleinen Schänke zu dem Kammerdiener meine» Gatten, Butler, gesetzt. Wenigsten» behauptete Letzterer mit aller Bestimmtheit, jener Fremde sei Niemand ander» gewesen, al« der Herr, der jetzt die Sache der Wittwe Everard'» führte. Duncan habe da« Gespräch auf die Kynaston's gelenkt und sich, scheinbar von bloßer Neugierde getrieben, nach den Familienverhältnissen Sir Hugo'» erkundigt. Namentlich schien ihn da» Schicksal Everard'» nteressirt zu haben. Butler wußte viel und er- i ählte in aller Harmlosigkeit Alle», wa» er erfahren
Darauf hatre Duncan zunächst die Familie der Frau von Everard ausfindig zu machen gesucht Da» war ihm eben nicht leicht geworden, denn «
tnir gegenüber schlug seine Gerechtigkeitsliebe in da» Gegentheil um.
V*lch nat$ einander erledigt worden. Das erste Mal durch das Ableben des heiligmäßigen Bischofs
Deutsches Reich.
Berlin, 9. November.
* Der Kaiser ertheilte Heute Nachmittag im Beisein des EultuSminister» von Goßler dem Bischof von Ermeland, Dr. Andreas Thiel, welcher zuvor in Königlicher Hofequipage aus dem Hotel de Nord abgeholt worden war, die nachae- suchte Audienz.
Der .Reichsanzeiger' publicirt eine Kaiserliche Verordnung, mittelst welcher der Reichstag auf den 25. November d. I. einberufen wird.
* Der,Pielgrzym' antwortet auf verschiedene an ihn ergangene Anfragen, wann die Consecra- tion und Inthronisation des neuernannten Bischofs von Kulm stattfinden werde, daß der Termin für diese Feier schon deshalb bis dahin
vertrauensvoll, beharrlich und erfolgreich die Begründung emer wahren und dauerhaften Concordia Inter Imperium et sacerdotium anstreben — zum Frommen der Kirche, zum Heile meines innigst geliebten Vaterlandes. Diese glückliche Fügung verbürgt mir eine unschätzbare Erleichterung in der Erfüllung meiner bischöflichen Pflichttreue.- nocf) meE)r, sie verspricht den Katholiken Preußens die allmählige Wiederkehr der früheren sonnenhel- len Tage der Unabhängigkeit und Selbstän- dlgkeit der Kirche in der Verwaltung ihrer eigenen Angelegenheit-.,, und damit ein feqen- »oUeä immer kräftigeres Wiederaufblühen der Religiosität, Gottesfurcht und frommen Sitte, an welchem Ew. Eminenz mit Ihrem für alles Gute und Evle so warm fühlenden Herzen sich hoffentlich noch recht viele Jahre er- Muen werden. So ist es wenigstens mein innigster Wunsch, den ich in die Ew. Eminenz bereits heute Vormittag in feierlichster Weise zugerufenen Worten ves Dankes, der Liebe und Verehrung einkleide, welche ich gleichzeitig auch den hochwürdigsten Herren Assistenten respectvoll widme; Multos immo plurimos annos! Maximal gratias.
..Später toastirte noch der hochwürdigste Aposto- liiche Vicar von Bombay, Bischof Meurin, auf den neu consecrirten Bischof: er habe, sagte dieser, die große Freundlichkeit und Güte desselben schon vor 40 Jahre bei einem Besuche in Limburg erfahren, und dann habe er als Sekcetair des Cardinals Geissel Gelegenheit gehabt, die hohen Eigenschaften des damaligen Sekretairs des Bischofs Blum kennen zu lernen. Ec schloß mit den Worten: Ich bitte Sie, meine Herren, mit voller Seele dem hochwürdigsten Herrn zuzurufen: Hoch lebe der heute gesalbte Fürst der Felsenkirche von Limburg.
Nachmittags um zwei Uhr gab Cardinal Mel- chers zu Ehren des Neugeweihten ein glänzendes Festmahl, an dem 16 Personen theilnahmen, darunter Cardmal Mazzella, Bischof Meurin von Bombay, Herr v. Schlözer, Domcapitular Walter von Limburg, Monsignore Jänig, Pater Schröder Herr Krüger, österreichischer Consul aus Livorno,' Herr Dr. Gratzfeld, Privat-Seccetär des Cardinals Melchers und Herr Buchhändler Haas. Während des Mahles brachte Cardinal M e l ch e r s den ersten
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Wieder vereinigt.
Frei nach dem Englischen bearbeitet. ft3. Fortsetzung.
. Ew. Eminenz bitte ich unterthänig, mir den tiefaefühl- rTeme®J?ni8*len Dankes dafür zu gestatten, daß Hochdreselben, assistirt von den beiden hochwürdigsten I mtt vis-^-vis, die große Gnade gehabt
haben, mittelst anstrengender Funktion mich an dem heutigen, für mich hochbedeutungsvollen Tage zum Bischof zu weihen und damit zu Ihrem geistlichen Sohne anzunehmen. die Erinnerung daran wird mir mein ganzes Leben lang em mächtiger Sporn sein, Ew. Eminenz hervorragenden apostolischen Tugenden aus allen Kräften nachzueifern und mich mit Gottes Beistand zu bemühen, ein wenigstens
1 reJjh ®ai?s, unwürdiges Mitglied des weltumspannenden : Episkopates unserer hl. Kirche zu werden, welche ihren j Grund- und Schlußstein in der Petra St. Petri findet ■ und® sacerdotahs unitas et dignitas est exorta.“ ’ s Innigen Dank auch sage ich Ew. Eminenz für Hoch- i d-ro überaus gütige Glück- und Segenswünsche zu m7i°
Toast auf den Papst aus und saate laut der ' ^rKoilsekration. Sie sind mir eine höchstwerthvolle römisch.n O.-Correspondenz etwa Folgendes- I £«Ä
rfA (e^en.5a^en ist der bischöfliche Stuhl Jahr- hindurch an der Seile meines unvergeßlichen Bo^O etfte Ä butÄan*hr ?orbcn- Das güngers Peter Joseph Blum in vollem Umfange In ermes-
Peter^osevb Blum 5 '? h°"smaß,gen Bischofs j fen Gelegenheit hatte, jo daß ich dieselben nur mit bau- 8SÄP SS ’ "IM»! «*"-»-■
Conkecratw» des Bischofs e. sto ««6 b.„ unb M, g„ub, bl8 Von Ltmbura. Ziel zu erreichen, in allen Beziehungen einen bauet.
KM?" «iw'sch-n Kirche unb Staat herzustellen,
R-chte unb Freiheiten wied-r-
Aalten, bre ihr gebühren unb beten sie zur gesegneten Wirkjamkeitln der Welt bebarf. In biefer Hoffnung er» u±e trb hie mit mir auf bas Wohl Sr.
Beförderung seines Nachfolgers auf den erzbischöflichen ! Stu^l von Freiburg. Am heutigen Tage, bet bem An- en ke 33orrontäuS, des großen Bischofs von **•# mu ernnem iDlnnen an dem Mick ttetö
«» r lft' raSn r.er Reugeweihte als seinen melancholisch anmuthenben Grabmonumente bes letzten beut'
ÄS " 'k «»ch dies« zweite Vacanz 4-n Papstes gelesen und erwogen habe: quantum refert SÄenÄen * H wiederum einen quao tempora Optimi cujuV rirtus incidTtl a!
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ojefe zu fern, d.e er aenau kennt s;. ,..l und die von ihm aufgewühlten Wogen spotteten berLer" kundigen Hand des edlen Pontifex: O quantum refert' d,e heutigen Zeiten sind sehr ernst und gefahrvoll und erheischen em treues, vertrauensvolles Zusammenwirken aller erhaltenden Kräfte in Kirche und Staat behufs der Abwehr der immer dreister und drohender heroortre. tenden Partei des.Umsturzes. Demgemäß sehen wir denn r* z^lemr-maßgebenden höchsten Autoritäten, näm- ! "ch Se Maiestat den ruhmgekrönten Kaiser Wilhelm, mei« 1. "en allergnadlgsten König und Herrn, welchen Gott noch «rrCle».^nrt i-gnen und beschützen möge, und
allerhöchst dessen Repräsentanten beim hl. Stuhle heute an metner Seite zu sehen und verehren zu können, mich roa^t» «* beglückt, ich sage, wir sehen Seine Majestät den deutschen Kaiser in schönem Friedensbunde mit Seiner Heiliq- k^.°em glorr-ich regierenden Papste, welchen die Kirchen-
• glwKyte blnst als Leo Sapiens neben Leo Magnus feiern wird.
Rom, 4. November.
Wie bereits kurz telegraphisch mitgetheilt, fand Wirksamkeit in der Weit h S ®- Maria E „te
beü Nmma bte Consecratton des neuen Bischofs Heiligkeit zu trinken. Erviva Leone xni n°"S,^buJ9- des hochw. Herrn Dr.Karl Klein, D' ......
*®?rbinaI Melchers vollzog dieselbe, assistirt sagte: 0011^^. de Recker und Msgr. Lenti. Auch Herr v. Schlözer war dazu erschienen und brachte
Herr Fothergill und Duncan Forsyth arbeiteten inzwischen eifrig am Gericht, um für den bevor- ' stehenden Prozeß vorbereitet zu sein. Mein Gatte i aber ging seine eigenen Wege, und da that er denn Etwas, was Herrn Fothergill im höchsten Grade | u„lllH|lcll ™™r
Erregte und seine ganze Mißbilligung fand, in mir ! machten. Ich meinerseit» war ganz anderer An- aber bte Liebe und Achtung für meinen Gatten i stcht- Nach meiner Meinung wollte mein Gatte noch hatte stetgern müssen, wenn dies möglich ge- ; durch die» Entgegenkommen der qanzen Welt reinen wesen. Er hatte nämlich bei der W-ttwe de» daß er die Wittwe und ihren Sohn für die 2 Prätendenten, wenn ich Sir Everard so nennen schuldigen Werkzeuge Duncan'« ansah, welcher die darf, Elnen Besuch gemacht, und sie veranlaßt, Wittwe glauben gemacht habe, ihr verstorbener ihre bescheidene Wohnung in dem Dörfchen zu Gatte sei der Sohn und rechtmäßige Erbe eine« verlassen und mit ihrem Sohne ein kleine« be- reichen Lord« gewesen. Solche Täuschungen find queme» Hau» zu beziehen, welches auf seinem ; ja vorgekommen, wie vielfache Gericht-verhandlun- Territorium lass. Gleichzeitig wurde erzählt, — j gen bewiesen haben. Doch sei dem wie ihm wolle ich erfuhr da« Alle« durch die geschwätzige Masset was mein Gatte von der Sache hielt, erfuhr ich — daß er sie reichlich mit Geld versehen habe, nicht, denn er äußerte mir gegenüber kein Wort Ob es wahr war, konnte ich selbstverständlich nicht in dieser Richtung. Jedenfalls aber nahmen die konstattren, sicher ist aber, daß er ihren Tisch mit gerichtlichen Verhandlungen ihren Fortqanq. dem Besten ausstattete, was die Vorrathskammern Auf meinen Spaziergängen vermied ich sora- von Kynaston nur zu bieten vermochten. Hieraus . fällig, mit der Wittwe und ihrem Sohne rufam- meme« Gatten. Er wollte stets gerecht fern - an ein etwaiges Einverständniß meinerseits mit