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Wieder vereinigt.

Frei nach i em Englischen bearbeitet.

setzen. Da warf ich mich ihm zu Füßen und um­faßte seine Knie. Mit ihm- zu streiten war ver­geblich — wie hätte ich seine harten Worte wider­legen können? Ich konnte nur bitten, beschwören.

„Hugo!" schluchzte ich, „es ist unmöglich, daß Du selbst dem Glauben schenkst, was Du in dieser Erregung sagst. Deine Liebe ist das größte Glück meines glücklichen Lebens an Deiner Seite ge­wesen — entziehst Du sie mir, so vermag ich das Dasein nicht länger zu ertragen, dann werfe ich es von mir wie eine schmerzliche Last. Und kannst Du verlangen, daß ein Weib Dich tiefer, auf­opfernder liebt als ich es gethan und thue? O, vergib mir diesen einzigen Fehltritt, denn er ver­dient so genannt zu werden. Schenke meinen Worten Glauben, sieh nicht auf mich herab wie ein rächender Gott —"

Es war umsonst! Thränen erstickten meine Stimme. Er löste hastig meine Arme von seinen Knieen, und ich sank wie ohnmächtig zu Boden. Er hob mich auf, kalt, aber höflich, wie wenn er einer Unbekannten zu Hülfe geeilt wäre, und ge­leitete mich zu einem Sopha. Gebrochen, kaum fähig mich aufrecht zu erhalten, lehnte ich mich in eine Ecke desselben.

„Verzeihe," sagte er in milderem Tone. „Die Erregung war zu groß für Dich und kann Deiner Gesundheit schaden. Wenn Du Dich beruhigt haben

5. Fortsetzung.

Er stand hochaufgerichtet vor mir, seine dunklen Augen schossen Blitze, seine Hände hatten sich ge­ballt, wie wenn sie mich zu Boden schmettern sollten.

„Glaube es nicht, Hugo," rief ich, von wahrer Todesangst ergriffen. „Nenne es nicht Betrug, es war der Rettungsversuch einer Verzweifelnden."

„Ein Rettungsversuch durch den schmählichsten Betrug, den ein Menfchenherz ersinnen kann," rief mein Gatte, in leidenschaftlicher Erregung meine Worte unterbrechend.

„Hugo, Du brichst mein Herz," flehte ich. „Was ist Deine Liebe im Vergleich zu der glühenden Neigung, die mir Dein edles Wesen in den seligen Jahren unseres Zusammenseins eingeflößt hat —"

„Lug und Trug!,, entgegnete mein Gatte. „Du bist gewandt darin, Entschuldigungsgründe seltsamer Art zu erfinden. Du rechnest es Dir zum Ver­dienst an, daß Du mich nur mit dem Herzen be­trogen hast, daß Du während unserer Ehe lerntest, jene Leidenschaft zu unterdrücken und mir für die tiefe Liebe, welche ich Dir entgegenbrachte, em wenig erzwungene Rücksicht zu bezeugen."

Er schwieg, unfähig noch ein Wort hinzu zu

wirst, wollen wir die Sache weiter bereden. Morgen werde ich Dir meinen endgültigen Entschluß mit­theilen —"

Ich schauderte zusammen — Trennung, Ver­stoßung, das Geflüster der skandalsüchtigen Welt — Alles eilte blitzschnell vor meiner Seele vor­über.

„Bis dahin wollen wir jede Begegnung ver­meiden," schloß mein Gatte.

Aber das vermochte ich nicht zu ertragen, ich raffte meine Kräfte gewaltsam zusammen und rief ihn, der schon an der Thüre stand, zurück. Das Verzweifelte meiner Stellung inmitten unserer zahlreichen Dienerschaft war mir blitzschnell zum Bewußtsein gekommen; ich mußte eines von ihm erreichen. wenn auch die Zeit des Bittens vorüber war. Mein Söhnchen fiel mir ein, ich fühl.e seine mich umschlingenden Aermchen und sah seine flehenden Augen.

„Wenn denn Alles vorüber ist zwischen uns," sagte ich, „so setze mich wenigstens jetzt nicht schon, am Tage meiner Zurückkunft, dem Gerede und den spöttischen Mienen unserer Dienerschaft aus. Speise mit mir und laß uns die Ordnung des Abends inne halten wie gewöhnlich. Ich bitte Dich, Hugo, gewähre mir dies eine!"

Er erröthete und zögerte einen Augenblick.

„Du verlangst sehr viel von mir. Aber es fe; "

Montag, den 18. October.

1886

* Melinit.

Der französische Kriegsminister Boulanger wird von der Kammer bedeutende Kredite für Artillerie­versuche zu dem neuen Sprengstoff verlangen, so meldet em Pariser Telegramm. Wie bekannt haben kürzlich zu Malmaisen Experimente mit dem neuen Sprengstoff stattgefunden, dessen Wir- kung alles hinter sich lassen soll, was mit den bisher bekannten Sprengstoffen erreicht werden kann, lieber die Zusammensetzung des Stoffes sowie über die Construktion des Geschützes das denselben ausschleudert, wird natürlich das Ge- heimniß bewahrt. Für den Stoff ist die sanfte Bezeichnung „Melinit" gewählt worden. Selbst­

eröffnet. Daffelbe war fast genau ein Jahrzehnt (feit dem 10. November 1875) geschloffen.

* Bonn, 15. Okt. An unserer katholisch­theologischen Facultät werden mit Beginn des Winter-Semesters drei neu berufene Profefforen, die Ordinarien Kirschkamp und Schrörs, sowie der Extraordinarius Fechtrup, ihre Lehrthätigkeit er­öffnen. Die Verhandlungen über die Berufung eines dritten Ordinarius (für neutestamentliche Exegese) werden, wie verlautet, in nächster Zeit zum Abschluß gelangen. Alsdann würden die etatsmäßigen sechs ordentlichen Professuren wieder

* Am Montag den 18. Oktober cr. sind 25 Jahre verflossen seit der Krönung des Kaisers und der Kaiserin als König und Königin von Preußen in der Schloßkirche zu Königsberg i. Pr. An diesem Tage wurde der Königl. Kronenorden gestiftet, während der Hausorden von Hohenzollern.

.. Düsseldorf, 16. Oct. Am 20. d. findet die Eröffnung der k a t h o I i s ch e n Arbeiter-Colonie m Elkenroth statt. Eine größere Feierlichkeit

schöner Gegenden und dann den ewigen Frieden erwarten. Die Wirkung des Melinits soll einfach dahin gehen, Alles in Atome zu zerstieben, was in den Explosionsbereich kommt; Wälle, Festungen, Panzerschiffe. Das mit Melinit geladene Geschoß wird als ein Spielzeug von 1 Meter Länge und 22 cm. Durchmesser an der Basis geschildert welches in eine verlängerte Spitze ausläuft. Es soll überall einvringen, in Steinmauern und El enpanzer und im Zerplatzen Gase freigeben, welche das festeste Material auseinanderreißen und pulverisiren. Edmund I xier plaudert darüber im ,©iecle' wie folgt: „Wir nähern uns den Tagen, die von den Philanthropen geweissagt und erwartet werden. Was nus den crfit»

fein scheint, eine Aera der äußersten Verwüstung zu eröffnen, kann ein ganz entgegengesetztes Resul­tat zeitigen. Alle diese Explosionsstoffe und Ge­schosse sind vielleicht ebenso viele Beruhigungsmittel. Jedenfalls ist soviel sicher, daß die großen Zu­sammenstöße von Menschen auf den Schlachtfeldern künftig nur noch im äußersten Falle erfolgen werden. Man wird nicht mehr leichten Herzens Abenteuern entgegensehen. Wenn zwei Völker reiften, daß sie dieselbe numerische Stärke, dieselbe Taktik, dieselben Angriffs- und Vertheidigungsmittel und dieselben Geschosse haben, werden sie sich zweimal besinnen, bevor sie sich in einen blutigen Conflikt einlässen, in dem sich zwei Armeen gegenseitig ver­nichten, und wo vielleicht Niemand Sieger sein

* Als Ursachen der letzten Eifenbahn­unfälle sind der .Post' zufolge bis jetzt ermit­telt: unterlaffene Revision, ob das vom Zuge zu durchfahrende Bahnhofsgeleise frei, Nichtachtung des Haltesignals, vorzeitige Ablaffung eines Zu­ges, falsche Weichenstellung, zum Theil unter sehr erschwerenden Umständen.

* Zwecks Bekämpfung des Polonis- mus sind ferner „im Interesse des Dienstes" aus polnischen in deutsche Landestheile versetzt worden: der Oberlehrer Dr. Cybichowski von Jnowraclaw nach Münster und der Gymnasial­lehrer Lengowski von Neustadt i. Wpr. nach Arnsberg.

Deutsches Reich.

Berlin, 17. October.

j n)irb." Nun, warten wir's ab; die Erfindung des Dynamits, ja schon die Erfindung der Schieß­baumwolle, hatte zu ähnlichen Prophezeiungen An­laß gegeben, die bisher unerfüllt geblieben sind.

Nach einer Aufstellung gibt es in der ganz-" Welt mindestens 70 Millionen Deutsche' welche deutsch sprechen und deutsche Sitten Haden. Von diesen kommen 42 Millionen auf Deutschland selbst, 8 auf Oesterreich, 2 auf Ungarn, 2 auf Schweiz IV. auf Rußland, 3-/4 auf die übrigen europäischen Länder, 7 auf die Verein. Staaten von Amerika und Kanada und Vs Million aus Südamerika, während der Rest von 3 Vs Millio- nen sich auf Afrika, Australien und Asien vertheilt. Keine andere europäische Nation erreicht diese hohe Ziffer von 70 Millionen. Die große germanische Familie ist viel zahlreicher als die Slaven oder die Romanen.

- cts' -. 7---♦.»vmn-öummcjiuuimven.

I Die nut der Verwaltung der Kolonie* betrauten Franciscaner-Brüder haben bereits die für sie be- i stimmten Räume bezogen, und wird der Anstalts- gerstliche, Hr. Pastor Becking, in den nächsten Lagen dort einziehen. Die Colonie ist vorläufig mit 60 Betten versehen und dem entsprechend auch die ubngen Einrichtungen zur Ausnahme einer

* Köln, 16? Okt."

\ bischöfliche Priesterseminar mit 22 Alumnen

xedendsind die Franzosen ehr stolz auf ihre kost- BWÄäBK ± 5EÄ ü°n ber f e die. Zurückgewinnung fuhren. Der 18Serifl Z

U»n-?r«ß'L°ihrmgen u"b ewiger angrenzender j Geburtstag des Kronprinzen. $

schöner Geaenden und dünn hpn v ® “• -...... ,»»»- «>»»<- giuysre yeieriimteit

ÄaifeS' ™ SArthP«""» s““5 der Abreise des ist bis zur Fertigstellung des in Aussicht genom- KaiferS von Baden-Bad en auch tn diesem ' menen umfangreichem Gebäudes, einem Vorstands- ännrV* *VSe dortselbst verbleiben und | beschluffe zufolge, verschoben worden, und reirb C^le"Z über siedeln. s an dem gedachten Tage die Einweihuna des §>au-

Die .Kreuzzeltung läßt sich aus Rom tele- \ ses durch Celebrirung eines feierlichen Hochamtes graphlren: yn der Nähe der Villa, welche der j mit anschließender Besichtigung ber einzelnen Räum- deulsche Kronprinz ber Portofino bewohnt, sind - lichkeiten unter Assistenz der Mitglieder des Vor- drei verdächtige Franzosen verhaftet worden, welche ! standes der katholischen Arbeiter-Colonie stattstnden angaben, dem Kronprinz eme Bittschrift überreichen ’ <T';’ m......." - L ~ - ■ *■ -

zu wollen. — Eine ähnliche Meldung brachte be­reits vor einigen Tage das .Berliner Tageblatt'.

* Prinz Friedrich Leopold von Preußen tritt seine Reifs nach Indien am 28. d. M. an. Die Reise ist bis auf 6—7 Monate berechnet.

3nie»tt! Di° kinspalttge Z^e °d« deren Raum 15 Pfg.; bei Wiederholungen -nffprechendVr RabE '