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Drogist, Fulda; 17. Groß Friede. Carl, Fa­brikant, Hanau; 18. Schilling 9r, Bauer, Som­born; 19. von Apell, Major a. D. Schlüchtern; 20. von Uster-Gleichen, Hauptmann a. D., Fulda; 21. Steinhauer Julius, Fabrikant, Hanau; 22. Bott, Bauer, AllmuS; 23. Seipel, Bauer, Weilers; 24. Schösser, Bürgermeister Geln­hausen ; 25. Arnd, Eisenhändler, Fulda; 26. Helfrich, Bauer, Eichenried; 27. Meles, Holz­händler, Gelnhausen; 28. Pluns, Gutspachter, Wahlert; 29. Göbels, Bauer, Udenhain; 30. Trageser, Gemeinderath, Altenmittlau.

* Das Archiv des Landgrafen von Hessen, welches seither auf Schloß Rumpenheim war, wird nach Schloß Philippsruh gebracht werden. Der Landgraf von Hessen weilt gegenwärtig auf seiner Reise um die Welt in Amerika; er wird im Früh­jahr auf Schloß Philippsruh bei Hanau eintreffen und dort seinen Aufenthalt nehmen.

• Dienstag den 7. September hat in Caffel die erste ordentliche Sitzung des Landesausschusses für den hiesigen Regierungsbezirk stattgefunden und haben dieselben bei den vielen auf der Ta­gesordnung stehenden Verhandlungsgegenständen die ganze Woche über bis zum Samstag inkl. an­gedauert. Die Nachmittags- und Abendstunden wurden zur Prüfung der zahlreichen und umfang­reichen Rechnungen über die Verwaltung der ständ. Institute und des ständischen Haushaltes verwendet; nur am Freitag Nachmittag mußte noch eine Sitzung abgehalten werden, um Sam­stag den 11. dann schließen zu können. An den Sitzungen nahmen diesmal Theil die Herren Kammerherr Hans von der Malsberg zu Esche­berg (Vorsitzender), Landesdirektor von Hundels­hausen, Freiherr von Pappenheim zu Liebenau, Justizrath Renner zu Cassel, Oberbürgermeister Rauch zu Hanau, Bürgermeister Lotz zu Melsun­gen, Gutsbesitzer Herrlein zu Margrethenhaun, Gutsbesitzer Röll zu Gudensberg, Gutsbesitzer Bierschenk zu Wichmannshausen, Bürgermeister Ruth zu Belnhausen und für den Oberbürgermei­ster Rang zu Fulda war dessen Stellvertreter Gutsbesitzer Reinhardt von Landerhausen erschie- «en. Die nächste« Sitzungen werden Mitte No­vember und im neuen Jahre dann regelmäßig jedesmal im zweiten Monat abgehalten werden. Obgleich manche Angelegenheiten nach der neuen Kreis- und Provinzialordnung den einzelnen Krei­sen zur Verhandlung zugewiesen worden find, so wird die Berathung der verbliebenen Verwaltungs­sachen doch wohl stets eine Woche hinnehmen. (F.K.)

* Die neue Telegraphentaxe ist für Ge­schäfte, die einen regen Telegramm-Verkehr unter­halten müssen und namentlich auch den von ihnen bestellten Agenten freie Telegramme gewähren, eine indirekte Steuer, die auf 1500 bis 2000 Mark bei größerem Geschäftsumfang anwachsen kann. Er sind die Minimaltaxe von 60 Pfg. pro Tele­gramm, die Worttaxe von 6 Pfg. und die Ge­bühr für sogenannte dringliche Telegramme, die eine wesentliche Vertheuerung herbeigeführt haben. Die dringlichen Telegramme, die man meist recht kurz abfaßt, kosteten früher im Minimum 1,05 jetzt ist der Minimalsatz 1,80 M. Es ist also fast eine Verdoppelung der Telegraphengebühr nach dieser Richtung hin eingetreten. Es wäre zu wünschen, daß der Handelsstand gegen diese Ver- theuerung an geeignetem Orte vorstellig würde.

• Die preußische General-Lotteriedirek­tion hat folgendes Rundschreiben an sämmt- liche königlichen Landräthe der Land- uud Stadt­kreise erlassen:

„68 ist zu unserer Kenntniß gelangt, daß sich der Loo­senhandel auch zur 175. preußischen Klaffen-Lotterie eines Theiles der Loose zu bemächtigen gewußt hat und viel­fach das Gerücht verbreitet ist, sämmtliche Lotterie-Loose seien bereits vergriffen. Soweit diese Loosebestände dies­seits zu übersehen sind, wird indeffen die Lotterie-Ver­waltung hoffentlich in der Lage sein, die Nachfrage nach Loosen von Selstspielern befriedigen zu können. Die Herren Landräthe dürfen wir ganz ergebenst ersuchen, dies im Interesse des lotteriespielenden Publikums unter gleich­zeitiger Veröffentlichung der Namen und des Wohnortes der nächsten Lotterie-Einnehmer nach Maßgabe des Ihnen unterm 5. August er. von uns mitgetheilten Verzeichnisses kostenfrei schleunigst durch das dortseitig« Kreisblatt mit dem Bemerken zur öffentlichen Kmntniß zu bringen, daß die königlichen Lotterie-Einnehmer von uns angewiesen find, soweit sie selbst nicht mehr in der Lag« sind, Loose zur 175. Klaffen-Lotterie abzulaffen, jedem Einzelnen der sich meldenden Loosekäufer mehrere von denjenigen Lotterie- Einnehmern zu bezeichnen, bei welchen noch Loos« zu der genannten Lotterie zu haben sind. Zugleich geben wir zur gefälligen Erwägung anheim, ob es sich nicht empfehlen möchte, bei dieser Gelegenheit unter Hinweis auf die Allerhöchst« Verordnung vom 5. Juli 1847 (Gesetz-Samm­

lung Seite 261) und das Gesetz vom 29. Juli 1885 (Gesetz-Sammlung Seite 317) auf das Verbot des Spielens ! in auswärtigen Lotterien mit dem Hinzufügen aufmerksam zu machen, daß alle nichtpreußischen, von anderen deutschen i Bundesstaaten veranstalteten Lotterien den Strafverboten ! unterliegen."

| (Personal-Ehronik.j Ernannt: der Gerichts- ; Assessor Dr. Schotten zum Amtsrichter beim König!. 1 Amtsgericht in Hilders. Der Pfarrer Keßler in Seckbach i zum Direktor der Erziehungs- und Besserungs-Anstalt in Wabern. — Niedergelassen: als praktische Aerzte haben sich der Dr. med. Lammers in Somborn, Kreises Gelnhausen, Dr. med. Kasper in Vöhl, Kreises Franken­berg, und Dr. med. Lorenz in Netra, Kreises Eschwege, — Entlassen: der Gerichts-Assessor Gegenbaur zu Fulda in Folge seiner Zulaffung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht daselbst. — Pensionirt: der Revierförster Schütze in Ulmbach in der Obersörsterei Steinau. — Gestorben: der Amtsgerichtsrath Rübsam in Hanau.

* Aus Geisa, 14. Sept., wird der ,Eis. Tgpst.' geschrieben: Am vorigen Freitag Abend verunglückte der Heizer der Borscher Dampfdreschmaschine, Oskar Rudolph von Borsch, beim Dreschen in Buttlar. Derselbe war im Begriff, der Maschine, die im Gange war, einen Riemen anzuhängen, dabei erwischte ein anderer Riemen (welcher übers Kreuz geht) seinen linken Arm, drückte denselben auf das Rad und nahm ihn mit sich herum. Der Arm wurde fürchterlich verletzt und förmlich herausgerissen. Aerztliche HilfH wurde dem Ver­unglückten rasch zu Theil und soll sein Zustand nicht ganz hofnungslos sein. Rudolph war erst seit 14 Tagen bei der neuen Maschine angestellt und erhielt ein gutes Zeugniß. Ec ist ein ganz nüchterner Mann, seit einigen Jahren verheirathet und Vater von 4 kleinen Kindern

* Hersfeld, 15. Sept. Gestern Nachmittag 3 Uhr fand die feierliche Einweihung der neuerbauten katholischen Kirche durch Herrn Pfar­rer Trapp aus Rotenburg statt. Nach der Weihe wurden die Glocken emporgezogen und bald er­schallte ihr ehernes Geläute. (q. Ztg.)

• Cassel, 16. Sept. Das hiesige Artillerie- Regiment ist gestern in den Ortschaften bei Hanau einquartirt worden. — Der kommendirende General des 11. Armeekorps Freiherr v. Schlotheim hat sich nach Straßvurg begeben und nimmt im Ge­folge des Kaisers an den Manövern im Elsaß Theil. — Nur das Gesammt-Ecgebniß der vor­gestern begonnenen Ziehungen der St. Martins- Lotterie wird bekannt gemacht. Heute sind 600 Nummern gezogen worden.

* Frankfurt, 15. Sept. Morgen ist Ver­steigerungstermin für den Gebäude-Komplex der Konstabler-Wache. Wie man hört, hat sich ein Konsortium dahier gebildet, welches ein Ge­bot von M. 700,000 machen wird. — Die ganze vorige Woche sah man bereits langjährige Miether theils ausziehen, theils die Sachen zusammenpacken: Bis der 15. Januar herangekommen ist, bis zu welchem Termin den Miethern der Vertrag ver­längert worden ist, wird das Gebäude täglich verödeter dastehen. — Der diesjährige Herbst­pferdemarkt wird am 4., 5. und 6. Oktober abgehalten werden. Die Stallungen in der Land- wirthschaftlichen Halle sind von den Pferdehänd­lern, die schon lange Jahre regelmäßig die hie­sigen Pferdemärkte besuchen, bereits fast alle für den Herbstmarkt gemiethet, ca. 600 Pferde sind bis jetzt schon angemeldet. — Die Herbstmesse 1886 ging heute, 15. September Mittags 12 Uhr, zu Ende. Das Geschäft ging bis auf die letzten Tage sehr flau.

* Aus Thüringen, 22. Sept., schreibt man der ,Frkf. Ztg.': Die 22. Division, deren Ma« nöoerfeld bei Gotha ist, hat bereits 18 Tobte zu verzeichnen. Am meisten hat das 6. Hessische In­fanterie-Regiment Nr. 83 gelitten. Ein Füsilier des 5. Thüringischen Infanterie-Regiments hat sich aus Lebensüberdruß am Krähnberg bei Gotha er­schossen. Eine größere Anzahl Soldaten liegt, am Hitzfchlag erkrankt, im Lazareth.

* Halle, 14. Sept. Der Direktor der hiesigen städtischen Realschule, Dr. phil. Franz Parow, hat sich gestern im 32. Lebensjahre vergiftet. Familienverhältnisse sind der Grund zu dieser un­glücklichen That.

* Rinteln, 15. Sept. Ein unfreiwilliges Bad per Velociped nahm gestern Mittag ein ehrsamer, hiesiger Schuhmachermeister in der Exter. Dem­selben »ar ein Velociped geliehen, um auch mal diese» Hexenrad kennen zu lernen. Er hielt den Blumenwall für einen geeigneten Ort zu Velociped« studien, ohne freilich an die gefährliche Nachbar­schaft der augenbliÄich allerdings sehr seichten

Exter zu denken. Die schönsten Curven wurden ausgeführt, plötzlich biegt das Teufelsding zur Seite, kehrt sich nicht an Herrn Bödeker's sorgfäl­tig gepflegte We e und rennt in die nicht» ahnende Exter. Glücklicherweise hat es weder dem Velo­ciped noch dem kühnen Reiter selbst geschadet!

Vermischtes.

* Es ist noch wenig bekannt und verdient des­halb erwähnt zu werden, daß postseitig einge­schriebene, sogenannte „rekommandirte" Briefe in Streitfällen vor Gericht nicht als Beweis­objecte dienen können. Wem daran liegt, einen bestimmten Schriftsatz (Kündigung, Widerspruchs­erhebung u. s. w.) vor Gericht beweiskräftig zu machen, der muß die Uebersendung desselben durch den Gerichtsvollzieher vor sich gehen lassen. Es ist dabei ganz gleichgültig, ob der Adressat am Orte selbst oder auswärtig wohnt. Im letzteren Falle befördert die Post das betreffende Schreiben im Auftrag des Gerichtsvollziehers. Das Verfahren kostet ungefähr 50 Pfennig mehr, als das Ein­schreiben der Briefe, bietet aber die Garantie, daß das betreffende Schriftstück event. als Beweismittel dienen kann.

* Die Unsitte von Kindern, in ihrem Unver­stände auf der Straße fahrenden Wagen nachzu­springen, hat dieser Tage Abends in der Jakobs­straße in Speyer einen Unglücksfall zur Folge ge­habt. Der siebenjährige Knabe eines dortigen Be­wohners hatte sich hinten auf eine Chaise gesetzt und fiel, als er diese wieder verlassen wollte, zwi­schen die Räder. In Folge dessen ging ihm das eine der Räoer über das rechte Bein und führte einen Bruch desselben herbei.

* Im Milit.-Wochenbl.' wird das in diesem Jahre besonders häufige Vorkommen von Unfäl­len durch Hitzfchlag besprochen und daran er­innert, daß ärztlicherseits als Ursache von Hitz- schlag die direkte Einwirkung der Sonnenstrahlen auf das Genick, also den zwischen Hinterkopf und Schultern gelegenen Theil des Halses angesehen > werde. Zur Verhütung einer derartigen schädlichen > Einwirkung wird vorgeschlagen, daß bereits bei Manövern rc. in der Armee eingeführten weißlei- | nenen Helmüberzügen, die zur Unterscheidung von ’ Freund und Feind dienen sollen, nach dem Genick zu die Form eines Schleiers zu geben, der bis zu den Schultern reicht. In ähnlicher Weise schützt sich bekanntlich auch seit bereits langer Zeit die englische Armee in Indien und Egypten gegen die Sonnenstrahlen. Neben frühzeitigem Ausrücken, rechtzeitigem Rendezvous und öfterer Verabreichung von nicht zu kaltem Trinkwasser würde das ,Mil.« Wocheubl.' die Einführung des Schleiers für geeig­net halten, um eine ganz bedeutende Abnahme der erwähnten Unglücksfälle herbeizuführen.

* Ein Wiener Telegramm meldet den Einsturz der Kettenbrücke bei Mährisch-Ostra in dem Augenblicke, da ein Militärtransport dieselbe paffirte. Auch sonst war die Brücke im Augenblick der Katastrophe stark frequentirt. Die Katastrophe hat viele Opfer an Todten und Ver­wundeten gefordert.

Neueste poft

* Aus Wien, 15. September, erhält die,Post' folgendes Telegramm:

Der Minister Kalnoky ist von den galizischen Manö­vern hierher zurückgekehrt. Die Nachricht, daß es neuer­dings gelungen sei, ein Einverständniß der drei Kaiser - m ächte in der bulgarischen Frage zu Stande zu bringen, hat hier guten Eindruck gemacht. Allerdings ist dieselbe bisher in keiner Weise beglaubigt. Die Meldung englischer Blätter, Rußland wolle eine Konferenz zur Schlichtung der bulgarischen Frage beantragen, wird sehr bezweifelt.

Diese Meldung des halbosfiziösen Blattes be­stätigt also, fügt die ,Germ.' hinzu, die Ver« muthung, daß ein Einverständniß der drei Kaiser­mächte in der bulgarischen Frage nicht mehr exi- stirte, oder auch noch nicht wieder existirt, mit anderen Worten: daß Oesterreich ob der russisch­deutschen Politik kopfscheu geworden ist.

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