sticht viele von den bester gestellten Geistlichen auf ihre Ansprüche verzichteten; der Edelmuth zeigt sich auch unter den Mitgliedern in der schönsten Weise, und so sind die Bücher des Vereins stets ein bleibendes und ehrendes Zeugniß für denselben. Wie nützlich der Verein wirkt, wie sehr er die leidenden Konfratres aufrecht erhält, wie sehr er dringendes Bedürfniß ist, dafür sprechen am überzeugendsten die Briefe, welche die Erkrankten oder deren freundliche Nachbarn schrieben. Besonders sind in diesem verflossenen Jahre die Ansprüche an den Verein groß gewesen. Der ungesunde Winter und Erschöpfungen, die der „Kulturkampf" manchem Priester gebracht, haben diese verursacht. Mit Freuden aber wurden di« Krankengelder versandt. Fast die ganze Jahreseinnahme, gegen 5000 M., wurde ausgezahlt. Ansammlung von Kapitalien ist ja nicht der Zweck des Vereins, allein ein Reserve- fond ist doch nothwendig. Die drei früheren Jahre haben einen solchen in der Höhe von ca. 6000 M. auch bereits gebildet. Vielfach ist die Meinung ausgesprochen worden, die Beiträge oder das Eintrittsgeld stufenweise zu regeln. .
Ausland.
* Wien, 25. Aug. Die ,N. Fr. Pr.' meldet aus Kalasat vom 24. August: Das provisorische Ministerium ist gestürzt. Der Metro- polit Clement, Major Gruew, Zankow sind in Gewahrsam gebracht, das frühere Ministerium Karawelow ist wieder eingesetzt. Das Militär, welches durch die Meldung der freiwilligen Abdankung des Fürsten und die Proklamation der provisorischen Regierung zum Eide veranlaßt war, ist gleich dem Volke höchst erbittert und weist jede neue Regierung zurück. Deputationen gehen nach Bukarest, Wien, Berlin und Darmstadt, um irgendwo den Fürsten zu treffen, ihn der Treue und Anhänglichkeit des Volkes und Militärs zu versichern und zur Rückkehr zu bewegen.
* Die ,N. Fr. Pr.' meldet aus Bukarest: Fürst Alexander wurde gestern Nachmittag auf Anordnung des Revolutions-Komite's in Reni a n Rußland ausgeliefert. Meldungen aus Sofia besagen, die ganze bulgarische Armee sei gegen die Staatsumwälzung. Beide Bataillone, welche Alexander gefangen nahmen, wurden zur Waffenstreckung gezwungen. Alle Städte sind in offenem Aufruhr und gegen die provisorische Regierung. (Fr. Z.)
* Petersburg, 25.Aug. Die.Nowosti' und die russische .Petersburger Zeitung' halten eine russische Intervention in Bulgarien umsomehr geboten, als daselbst eine Anarchie ausgebrochen ist. Erstere betonen, nur eine russische Intervention könne einer weiteren Verbreitung der Bewegung über die ganze Balkanhalbinsel vorbeugen. Letztere meint, Rußland solle zur militärischen Occupation
Eure Heimath sein, denn sie besitzt nicht bloß den Reiz landschaftlicher Schönheit, sie hat noch eine höhere Weihe — die Weihe der großen religiöshistorischen Erinnerungen, die auf ihr ausgestreut ruhen. Aber es ist doch eine unbestreitbare Sache," fügte er nach einer Weile bei, „daß die wackeren Benediktiner stets die schönsten Punkte zu finden wußten, um ihre Klöster anzusiedeln."
Der Mönch nickte." Doch die Nebenklöster auf den genannten Bergen bestehen jetzt nicht mehr fort. Die wurden im Jahre 1525 von den rebellischen Bauern zerstört, dann aber nicht mehr mit Mönchen besetzt. Aus den Klöstern sind Propsteien geworden für die aristokratischen Glieder des Benediktinerordens, denen jetzt alle reichen Einkünfte der früheren Klöster zufließen.
„Aber den lieben Frauenberg hat man uns Fran- ziskanern°zur Wohnstätte überlassen, das heißt zwar ohne den geringsten Anspruch auf feine Besitzungen und Rechte, welche viele Aebte und Ritter ihm in großen Schenkungen zugesprochen. Nun, nach Reichthümer dürfen wir ja auch nicht trachten," fuhr er lächelnd fort, „sind wir doch arme Bettel- mönche, welche froh sind, wenn ihnen die Mild- thätigkeit ihrer Mitmenschen etwas Wolle, Frucht, Butter und dergl. verabreicht. Aber unseren schönen Wohnsitz möchten wir mit keinem andern der Welt vertauschen. Wenn Ihr uns einmal die Ehre Eures Besuche» gewähren wolltet, so würde es Euch gewiß gefallen und Ihr solltet bei uns willkommen sein. Fragt nur nach dem Pater Bardo, ich, will Euch dann Alles zeigen, was sehenswerth ist."
ÄulgaNens zujsächsi'mcht schreiten, da die Ruhe Bul- gariens allein etwaige neue Älutopfer nicht werth sei.
* London, 25. August. Einer Meldung aus Melbourne zufolge nahm die englische Korvette „Diamond" am 1. August die Annexion der Ker- madec-Jnseln an England vor. (Die Kermadec- Jnseln liegen 742 km. nordöstlich von Neuseeland; sie sind 55 qkm. groß, aber unbewohnt. Red.)
Aus Stadt, Provinz und ^^Machbargebiet.
Fulda, 25. August.
* Die Anmeldungen zu dem dem heil. Vater zu seinem 50jährigen Priesterjubiläum zu über- reichenden Vereins-Album haben gezeigt, daß über die Anlage desselben noch vielfach Meinungsverschiedenheiten und Unklarheiten bestehen. Im Auftrage des Komitös wird daher der Anlage- Plan dieses Albums, wie im heutigen Blatte geschehen, veröffentlicht.
* Zum heutigen Viehmarkt waren 1038 Stück angetrieben. Der Handel war lebhaft, diePreise jedoch waren etwas gedrückt. Der Antrieb zum Schafmarkt betrug 780 Stück. Die Prämiirungs-Kommiffion bestand aus den Herren: Möller-Neuenberg, Comitti- Gerhardts, Jehn-Sickels und Kircher-Großenbach. Der Handel in Schafen war flau. Uber die Prä- miirung folgt Bericht in der morgigen Nummer.
• Sämmtliche Ersatz - Reservisten erster Claffe des Jahrganges 1881 treten im Herbst d. I. zur zweiten Claffe der Ersatzreserve über und haben zu diesem Zweck den Ersatzreserveschein dem betreffenden Bezirksfekdwebel einzureichen. Auch Diejenigen aus älteren Jahrgängen, welche es unterließen, ihren Schein behufs Ueberführung zur zweiten Claffe vorzulegen, haben denfelben dem Bezirksfeldwebel einzureichen, widrigenfalls sie noch ein ferneres Jahr in der ersten Claffe der Ersatzreserve verbleiben.
* Es kursiven zur Zeit folgende falsche Münzsorten: Falsche 20-Markstücke. Dieselben tragen die Jahreszahl 1879 und das Münzzeichen D. Sie fühlen sich fettig an und sind schlecht gerändert. Auf dem Avers int Kopfe des Reichsadlers ist ein Sprung ausgeprägt. Falsche 10- Markstücke. Dieselben besteh m aus einer Legirung von Silber und Kupfer und sind auf galvanischem Wege vergoldet. Sie sind so täufchend nachgemacht, daß nur der dünnere Klang und das leichtere Gewicht die Fälschung erkennen laffen. Falsche goldene Fünfmarkstücke. Dieselben tragen badisches Gepräge mit der Jahreszahl 1878. Die Masse ist so weich, daß sich in derselben leicht Nägeleindrücke machen laffen. Falsche 2-Markstücke sind in letzter Zeit angehalten worden. Dieselben tragen theils das Bildniß des Königs von Sachsen mit
„Ihr seid sehr freundlich, und gern, werde ich Eurer Einladung Folge leisten, wenn ich längere Zeit in Fulda bleioe, ,n '' '"x
„Könnt Ihr das nicht selbst bestimmen?" fragte der Mönch, und seine klugen Augen blickten forschend Johannes Dienzenhofer an.
„Nein, das hängt von besonderen Umständen ab, wenn aber mein sehnlichster Wunsch sich erfüllt, so wird die Stadt, die so friedlich da unten ruht, meine zweite Heimath werden."
„So, so," machte der Mönch, der jedoch nicht neugierig scheinen wollte. „Aber Ihr müßt weit Herkommen, man sieht's an Eueren Stiefeln, daß sie schon heute einen tüchtigen Marsch zurückgelegt."
„Ja, ich habe eine weite Reise hinter mir; meine Stiefeln aber haben heute nur den Weg von Gelnhausen an gemeffen."
„Ei, die Stadt ist mir bekannt," knüpfte der redselige Mönch sogleich wieder lebhaft an. „Früher befand sich dort eine Genoffenschaft unseres Ordens, sie wurde aber vertrieben und ließ sich darauf in der fuldaifchen Stadt Salmünster nieder. Auch die Familie unseres gegenwärtig regierenden Fürst- abtes entstammt der freien Reichsstadt Gelnhausen, und dort sind seine Vorfahren, welche ein damals für sehr erniedrigend geltendes Gewerbe trieben, von Kaiser Barbaroffa in den Adelstand erhoben worden. Es ist eine merkwürdige Geschichte, und wenn es Euch nicht langweilt, so will ich , sie Euch erzählen."
„Eure Mittheilungen haben für mich großes Jntereffe." sagte Johannes Diezenhofer freundlich.
Der Franziskaner lächelte befriedigt unb fuhr
der Jahreszahl 1876, theils das Hamburger Wappen, die Jahreszahl 1876 und das Münzzeichen I. Falsche 20-Pfennigstücke: 1. Au» Neusilber, Münzzeichen A, Jahreszahl 1874; 2. Jahreszahl 1876, Münzzeichen A, die Prägung ist gut, der Rand schlecht; 3. aus Messing, etwas größer als die echten Stücke, galvanisch versilbert, nach kurzem Gebrauch aber gelb werdend. Die Prägung der Schristseite ist scharf, der Adler jedoch unklar, Jahreszahl 1875, Münzzeichen A. Falsche 10- Pfemngstücke sind ebenfalls angehalten worden.
(Personal-Chronik.) Ernannt: die Postprakti-' kanten Ströhmer in Marburg und Möller in Cassel zu Postsekretären, an Stelle des nach Wehlheiden versetzten Lehrers Giese der Bürgermeister Trinkaus in Kirchditmold zum Standesbeamten für den dastgen Stan-, desamtsbezirk. Bestätigt: die Wahl des ordentlichen Professors der Rechte Kr. v. Lißt in Warburg zum RK- tor der ’bbrtyjerf tlniherkität für das Amtsjahr 1886/87< U«bea:tragenr dem Allerhöchst zum Lqndräthe srn-mn- ten Regierungs-ÄtffoAlu: Grimm das Landrathsamt im K'reife'Eschwegdp das Mebenamb eines Univerfitäts Rich- tersän der ttrimrfltät Marburg dem Professor,- GehS Justizrath Dr. Udbelohde daselbst. U-ebetnomnten: die StandeZamtsgeschäfte für den Standesamtsbezrrk -Höringhausen der Bürgermeister Falte daselbst, Bersötzt: die. Postinspektoren Sch ar.fs e n b er g von^Cassel nach Berkin und Römmich von Metz nach Caffel, Pensi.o- wiart: §er Postsekretär Ko-st eletzcky m Fulda,
; Gersf eld, 24. August. Am Mittwoch den 18. c., Morgens 10 Uhr, traf der vom hochwi Herrn. Bischof zu. Fulda für bi: katholische Gemeinde Gersfeld bestellte Herr.. Pfarrer Hoffmann mit 'der Post hier ein. Mehrere Herren hatten sich deßhalb zur Begrüßung desselben am Postgebäude eingefunden und gaben ihm das Geleite bis zum Pfarrhaus, wo sich die gefammte Kirchenverwaltung, die Schuljugend mit Fahnen und viele Angehörige der Pfarrgemeinde zu seinem festlichen Empfange aufgestellt hatten. Herr Graf v. Froberg als Vorsitzender des Kirchenvorstandes hieß den hochwürdigen Herrn in einer herzlichen Ansprache willkommen und gab dabei dem Wunsche Ausdruck, daß derselbe recht lange als Pfarrer zum Wohle und Segen in unserer Gemeinde wirken möge. Von einem Schulmädchen wurde darauf ein schönes Begrüßungsgedicht vorgetragen und ein prächtiges Bouquet überreicht. Unter Vorantritt der Schuljugend und Absingung eines paffenden Liedes begab sich der Herr Pfarrer zur Kirche, woselbst er das „Veni Creator Spiritus“ intonirte und worauf sodann die Gemeinde begeistert in das Lied „Komm heiliger Geist" einstimmte. Nach einer kurzen Ansprache, in welcher der Herr Pfarrer für den friedlichen und feierlichen Empfang dankte, versprach er, feiner Pfarrgemeinde ein treuer Freund, Vater und eifriger Seelsorger zu sein, und bat alle Anwesenden um Mithilfe durch ihr Gebet. Mit Ertheilung des priesterlichen Segens schloß der Empfang und unter Absingung einiger Strophen des Liedes
in seinem Redefluß fort: „Der Kaiser Friedrich Barbaroffa, der bekanntlich gern in seiner prächtigen Pfalz in Gelnhausen weilte, wollte einstmals eine Reise von dort nach Würzburg unternehmen. Seine Feinde hatten die» erfahren und beschlossen ihm im einsamen Waldesdickicht des Spessart aufzulauern und ihn zu ermorden. Und ihr fluchwürdiges Vorhaben wäre wohl auch gelungen, wenn nicht Gottes Fürsorge einen Förster und zwei Abdecker davon hätte Kenntniß nehmen lasten. Von Treue für ihren Kaiser erfüllt, eilten diese hin und entdeckten ihm das Complot. Um die Wahrheit ihrer Angaben zu prüfen, ließ Barbaroffa seinen Wagen leer abgehen, in der Ferne aber heimlich bewaffnete Reiter nachfolgen. Und wirklich, mitten im tiefen Walde wurde plötzlich der kaiserliche Wagen überfallen und die Pferde abgeschnitten, da sprengten zur rechten Zeit die Ritter herbei und nahmen die feigen Meuchelmörder gefangen. Der Kaiser aber, voller Freude, daß er der Gefahr fo glücklich entgangen, umarmte feine Getreuen, die ihm den Plan mitgetheilt und erhob sie in den Adelstand, in dem nun der Förster den Namen von Forstmeister erhielt, der eine der beiden Abdecker den Namen von Schelm, der dritte aber — und dieser war der Ahnherr unseres gnädigen Fürsten ^- nannte sich zur Erüme- rung "an das Schleifen auf dem Rasen, das er seither geübt: Herr von Schleif ras unb' führt--in seinem Wappen Beil und Schleife; die Insignien feine» Gewerbes, die ihr nochheute vielfach in Fulda in dem landesfürstlichen 'Wappen fe$en werdet." , t
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