UE" Bestellungen auf unser Blatt pro August und September werden noch fortwährend von allen Postanstalten und Landbriefträgern, sowie in unserer Expedition entgegengenommen. Bereits erschienenen Nummer werden nachgeliefert.
von Vincenz Lachner, gesungen von sämmtlichen Männerchören Heidelbergs. Nicht ohne humoristische Wendung zählt es Heidelbergs Reize und Verdienste als Hochschule und Universität auf. Die Komposition Lachners fand wie der Text solchen Beifall, daß eine Wiederholung des ganzen Liedes erfolgen mußte. Auch der später gesungene Hymnus auf das Deutsche Reich von Julius Wolff, Musik von Lachner, sand Anklang. Dem offiziellen Theil folgte die der Bedeutung des Festes entsprechende Fidelität in der Festhalle, wie auf einzelnen Festkommersen.
Ausland.
* Von den am Sonntag in Frankreich vorgenommenen 1414 Generalrathswahlen sind 1043 bekannt, davon fielen zu Gunsten der Republikanern 639, zu Gunsten der Conservativen (Royalisten und Imperialisten) 300 aus. Außerdem haben 107 Stichwahlen stattzufinden. Der Nettogewinn der Republikaner betrug bisher 6 Sitze. Die Wahlen haben den Conservativen somit keinen Erfolg gebracht.
* In der Sitzung der französischen Kammer vom 13.Juli hatte Kriegsminister General Boulanger bestritten, vom Herzog von Aumale zum General gemacht worden zu sein. Die monarchischen Blätter theilten darauf einen Brief vom Mai 1880 mit, worin sich General Boulanger bei Aumale für seine Beförderung bedankt. Boulanger ließ diesen Brief dementiren, worauf tographische Reproduction des Brierc-?'V..09- wollen. -
* Rom, 2. August. Das diplomatische Korps wurde benachrichtigt, der Papst habe beschlossen, unter dem Titel eines apostolischen Delegaten und Ministerresidenten einen diplomatischen Vertreter nach Peking zu entsenden. China akkre- ditirt seinen Gesandten in London auch ber dem ^London, 1. Aug. Gestern Abend kam es in Belfast zwischen den Orangrsten und Nationalisten abermals zu Schlägereien, wobei von beiden Seiten mit Steinen geworfen wurde. Die Polizei war genöthigt, mit der Waffe elnzuschreiten. ^^ß^^ch^ab^nun' liegt in guten Händen. O sagt, Herr, wann wollt Ihr be- ^Fragend blickte Johannes den Bruder an, der in Allem die Entscheidung traf. ,
ja, Du kannst Dir's Morgen einmal ansehen' und dann gleich mit Beginn der nächsten Woche an's Werk gehen", bestimmte gelassen dieser, woraus der Jude mit lebhaften Versicherungen des Dankes das Zimmer verließ.
Hm hm, bist halt ein närrischer Gesell, Johan- nes", meinte kopfschüttelnd der Merster, ,,daß es Dir mehr Vergnügen macht, eine alte V»den spelunke zusammen zu flicken, als ber unsern großartigen Neubauten thätrg zu fern. „
Der alte Jude hat mir lew gethan, versetzte bescheiden der iunge Mann, „und seine treue Anhänglichkeit an sein altes Haus hatte etwas gar,o Rührendes. Dann aber auch kann ich Euch b^r der neuen Residenz sowohl, als bei der Karmeliter- kirche ja selbst bei den Aroeiten droben am Michelsberge, nur Handlangerdienste thun hier aber wird einmal mein eigene», seldststan.igis Staffen — und wenn es auch nur ewern Angfügigen Umbau gilt - in Anspruch ge- n”n'" so, es kann nicht ein Jeder gleich Meister' sein, sagte Leonard unwillig. Erst muß man Lehrling und Geselle werden, wies halt
machte um 123/« Uhr dem Reichskanzler einen Besuch. Zu dem Diner beim Prinzregenten waren geladen: der Fürst und die Fürstin Bismarck, der preußische Gesandte Graf Werthern, die Ministern Lutz und Crailsheim, der Generaladjutant General v. Freyschlag, der Flügeladjutant v. Lerchenfeld und Geheimrath Rothenburg. — Der Fürst setzt seine Reise nach Gastein morgen Vormittag 9 Uhr 20 Min. über Salzburg fort.
* Bayreuth, 2. August. Der Kronprinz des deutschen Reichs traf um 8 Uhr 40 hier ein. Ec wurde von den Behörden und einer großen Volksmenge enthusiastisch begrüßt. Die Krieger- vereine bildeten Spalier. Die Stadt ist festlich de flaggt.
* Karlsruhe, 2. Aug. Der Kassier We- Niger der Generalkasse der Eisenbahn wurde laut Privattelegramm der ,Fr. Z.' wegen Unterschlagung von 200,000 Mark verhaftet.
* Heidelberg, 2. Aug. Nachdem heute Mittag allein aus Berlin drei Extrazüge und aus dem Süden Badens eine noch größere Zahl noch weiteren Zuwachs von Festgästen gebracht, füllten ich schon zwei Stunden vor dem angesagten Besinn der städtischen Begrüßungsfeier in der Fest- Halle die Räume derselben so mächtig, daß, als Bürgermeister Wilckens die Begrüßungsrede um halb neun Uhr begann, nicht nur alle Sitzplätze und Gänge besetzt waren, sondern auch viele Bescher überhaupt keinen Platz fanden 20 elektrische Bogenlichter erleuchten die FefftHalle taghell und mel dahinter einen wundersamen Schein der Natur Das großherzogliche Paar ist, wie wir der Fr Ztg.' entnehmen, heute Nachmittag einge- troffen, wird jedoch erst morgen bei dem Festgot- tesdienst dem ersten akademischen Aktus beiwohnen. Bei demselben erwartet man auch den deut- scheu Kronprinzen, der morgen früh eintrifft. Vor einem Publikum von 6000 Personen begann der Bürgermeister Wilckens seine Begrüßungsrede. Dieselbe gipfelte in einem Hochruf auf den deutschen Kaiser und den Großherzog von Baden Der Rede folgte allgemeiner Gesang der Kaiserhymne und nach kurzer Pause ein Vortrag des Jubiläums- Festliedes, Scheffels Schwanengesang, kompomrt Brüder haben so viel mit dem Baue der neuen Residenz auf dem Berge zu schaffen, daß wir uns mit einer Sache, wie die Eurige, halt nicht de- faffen können. Ja, ja. Oder wie ist es, Johannes hättest Du Lust, Aron's altem Neste wieder auf die Beine zu helfen?" wandte er sich mit ironischem Tone an den jüngeren Bruder, der schweigend die Unterredung mit angehöct hatte.
Von neuer Hoffnung erfüllt, hob Aron den Blick zu dem jungen Manne, und schon wollte er den Mund öffnen, um auch hier mit feinem flehenden Ersuchen zu beginnen, als Johannes ruhig bittend zu seinem Bruder sagte
Ja, Leonard, laß mich die Sache übernehmen. Ihr könnt' mich ja doch entbehren und ich könnte einmal zeigen, daß ich auch selbstständig arbeiten E" Ueberrascht blickte der Baumeister auf, dann runzelte er leicht die Stirn und entgegnete achsel- 5 „Ei, ei, wie Du willst, Johannes; — ich habe Dich gefragt, nun steht die Entscheidung bei Dir.
,O junger Herr", rief Aron aus, indem er Johannes in lebhaften Geberden seine Dankbarkeit auszudrück n suchte. „Das war ein gutes Wort, ein gei echtes Wort, das Ihr da eben habt gesprochen, und dafür möge Euch segnen und beiohnen der Herr! Tausendmal danke ich Euch dafür, denn jetzt bin ich beruhigt wegen meiner L-ach;
Deutsches Reich.
Berlin, 2. August.
* Von competenter Seite wird der ,Germ.' mitgetheilt: „Unter Zustimmung des heiligen V a- ters hat Se. Eminenz Cardinal Schiaffino das Protectorat über sämmtliche Kundgebungen übernommen, welche in der ganzen katholischen Welt für die feierliche Begehung der Secundizfestfei er Sr. Heiligkeit geplant werden. Se. Eminenz hat jetzt aus allen Ländern von den leitenden Comuss Berichte über den Stand der Angelegenheit erfordert und namentlich auch darüber Auskunft erbeten, in welcher Diöcesen die Sache auf Schwierigkeiten stoße. Das deutsche Gomite hat seinen Bericht abgesandt und war dabei in der glücklichen Lage, constatiren zu können, daß in allen deutschen Diöcesen, mit Ausnahme einer einzigen, im Südosten Deutschlands gelegenen, das Werk einer höchst entgegenkommenden Aufnahme sich zu erfreuen hat."
* Der .Staatsanzeiger' publizirt das Gesetz, betreffend die Herstellung eines Rhein-Ems- und eines Oder-Spree-Kanals.
» Trier, l. Slug. NH----
der ,Tr. Landesztg.' ist die staatliche „Dispensa- tion von den Erforderniffen der Vorbildung auf Grund des Artikels 3, Absatz 2 des Gesetzes vom 31 Mai 1882 durch den Herrn Cultusminister auch nachträglich für die 23 in Rom und Inns- bruck ausgebildeten Priester unseres Bisthums ertheilt worden, denen dieselbe im Jahre 1884 versagt worden war. «
* München, 1. August. Fürst Bismarck machte den hier anwesenden Mitgliedern des königlichen Hauses, dem Prinzen Arnulf, der Pnu- zessin Gisela und dem Herzog Max, ferner den Ministern Lutz und Crailsheim Besuche und em- pfing deren Gegenbesuche. Der Prinzregent
Der Dombaumkister von julda. 2
Eine Geschichte aus Fulda's Vergangenheit.
„Herr Oberbaumeister", rief empört der Jude, und er schien für einen Moment die unterwürfige Haltung zu vergeffen, die sich für ihn dem fürstbischöflichen Oberbaumeister und Rathsherrn gegenüber ziemte, „dem alten Aron ist sein Haus so werth und theuer, als dem gnädigsten Herrn Fürstbischof ist feine Residenz. Nie werde ich zu - geben, daß sie es niederreißen. Gott der Gerechte. Wo fo lange Zeit gelebt haben meine Vorfahren, da fallen auch noch fein meine Kinder und Enkel. Aber nicht wahr, Herr Oberbaumelster , fiel er plötzlich wieder in den alten Ton zurück, „Ihr wollt nur den Aron ein wenig foppen, — kenne ich Euch doch als einen gar gespaßigeu Mann und am Ende steht Ihr mir doch bet, und wenn auch nicht Ihr selber, ein so hoher, angesehener Herr, Euch drum kümmert, so werdet Ihr doch senden einen von Euren Herren Brüdern, die ja alle geschickte und große Baumeister find, und der wird nachsehen und geben feinen Rath, wie das Haus zu erhalten."
Flehend waren die listigen, dunklen Augen des Israeliten auf den gestrengen Herrn Oder- baumeister gerichtet; der aber sagte bestimmt:
Hm hm, lieber Aron, sucht Euch enien Andern, dem Ihr dies übertragt. Ich und meine
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1886
Dienstag, den 3, August