mit heilt 1. August eröffnet wird.
Der Abonnementspreis beträgt für zwei Monate M. 1.— (nebst Bestellgeld). Bestellungen nehmen all- Postanstalten und Landbriefträger sowie die Zeitungsexpedition (Buttermarkt 112) entgegen.
MB* Man wolle die Bestellung frühzeitig machen, da für spätere Nachlieferung fehlender Nummern nicht garantirt werden kann.
in erheblichem Umfanpe benutzt worden sind. Neuerdings hat auch die japanische Postverwaltung die nötigen Maßnahmen getroffen, um mittelst der benschen Postdampfer Briefsäcke aus Jokohama, Kobe und Nagasaki nach verschiedenen Ländern des Weltpostvereins regelmäßig befördern zu lassen.
- Köln, 28. Juli. Die ,Köln. Vztg' meldet die amtliche Notifizirung der Ernennung des Direktors des Gymnasiums zu Montigny bei Metz, Dr. Scheuffgen, als Domprodst in Trier.
* In der bayerischen Angelegenheit schreibt die vatlkanischen Kreisen nahestehende ,Voce della Verita': „Die Frage des Bestandes des Ministeriums Lutz bewegt fortgesetzt die öffentliche Meinung in Bayern. Tagtäglich liest man Artikel gegen das Kadinet Lutz und heute ist die Sprache gewisser Blätter eine derartige, daß eine heftige Krisis dem Anscheine nach unvermeidlich ist. Das ,Fränk. Volksbl.' in Würzburg konstatirt, daß in der Bevölkerung eine allgemeine Unzufriedenheit herrsche, weil es der Kammer nicht gelungen ist, nach den fürchterlichen Eceigniffen des letzten Monats das liberale Regiment zu stürzen. „Inzwischen wollen wir unsern Schmerz über die Art und Weise, wie die katholische Majorität behandelt wird, nicht äußerlich kundgeben," so schließt das,Fränk. Volksbl.' einen seiner Artikel. „Warten wir auf
Pit Lochter -er Seigers.
Roman von 6. Armand.
Deutsches Reich.
Berlin, 28. Juli.
»» In militärischen Kreisen rüstet man sich be- reits zu einer würdigen Begehung des vollendeten neunzigsten Lebensjahres Sr. M. des Kaisers am 22. März 1887. Auch ist die Begründung einer gemeinnützigen Stiftung zum Andenken an diesen Tag in Vorbereitung.
** Offiziös wird berichtet, daß die deutschen Postdampfer nach Ostasien und Australien schon bei den ersten Fahrten auch von fremden Postoerwaltungen zur Versendung von Briefsäcken
(Fortsetzung statt Schluß.) '
Vor einem lebensgroßen Bilde, das die Mitte einer der mit perlgrauer Seide bezogenen Wände einnimmt und das ein unter einer mächtigen Roth- bucke sitzendes Mädchen in weißem Gewände dar- Kellt das eine Fülle zartrosa Rosen tm Schnöbe hält steht eine jugendlich schlanke Frauengestalt, von'den weichen Falten eines weißen Kafchemic- morgenkleides aiw.uthig umflossen, und ist be^chaf- tiat mit den Blumen, die der auf einem Schemel ihr zu Füßen sitzende Knabe ihr dargereicht, den Rahmen de-. Bildes zu schmücken. —
cvn hem aschblonden Haar der jungen Frau, sich reich geflochten um ihren ebelgeformten Kovf schUngi, hängt lose ein Strauß frischgepfluck- ter Brücken, und auf den feinen, blassen Zag n ihres Gesichtes liegt ein verschönendes Lächeln, während sie aus bas^ Gemälde vor ihr blickt.
Wir kennen die *ä>cene, die dasselbe darinllt, Fü st Edgar hat sie für feine junge G umhlin auf bereu schüchterne Bitte aus ber Erinnerung qemait; und sie hat das Bild voll selbstloser Liebe m ihr Zimmer gehängt, bamit ben an- gebeteten Galten, wenn er es beträte, etwas Liebes ^Therese ist ihrem Gemahl in Wahrheit bas ge-
prm zkitungslkseudeu Publikum der Stadt und Diözese Fulda zur geü. Beachtung!
Wir gestatten uns hiermit die verehelichen Zeitungs-Leser und Leserinnen der Stadt und Diözese Fulda auf eine mit Beginn des Monats August dieses Jahres in der,Ful- Saer Zeitung' erscheinende feuilletnuistische Arbeit von außergewöhnlichem Interesse aufmerksam zu machen.
Die betreffende, aus berufener Feder stammende, von edlem, christkatholischem Geiste getragene, vortrefflich- Arbeit ist betitelt
Der Dombaumeister von Fulda
und jei+net sich aus durch geschickte Behandlung eines an | dramatischen Zügen reichen historischen Stoffes, so daß sie i mit .em lokalen Interesse, das sie in hohem Grade erregt, zugleich die Eigenschaften einer guten Roman-Lektüre verbindet.
MB* Mit Rücksicht aus den Anfangs August beginnenden Abdruck empfiehlt es sich für alle Diejenigen, welche | nicht schon Quartals-Abonnenten der ,Fuldaer Zeitung i sind und sich diese hochinteressante Lektüre nicht entgehen laffen wollen, von dem üblichen
MB* Zwei-MonatS-Abonuement
Gebrauch zu machen, welches
pro August uud September
i bie Stunde der Vergeltung, wir werben bann un- fere Rechnung machen, eine Rechnung, bie gesalzen i sein wirb, dafür können wir jetzt schon einstehen." ! * München, 27. Juli. Die feierliche lieber-
sührung des Herzens weiland Sr. Majestät des Königs Ludwig II. nach Altötting wird am 14. August stallsinden; das Programm liegt Sr. königlichen Hoheit dem Prinz-Regenten zur Genehmigung vor. „ ,r.r,
• Nürnberg, 26. Juni. Der österreichische Minister des Auswärtigen, Graf Kalnoky, halte : die Absicht, nach eintägigem Aufenthalte in hiesiger Stadt gestern Nacht mit dem Schnellzuge nach Wien zurückzureisen. Nach lebhaftem Depeschenverkehr (in chiffcilter Sprache) änderte er I gestern in später Stunde diesen Plan und befchloß, heute nock hier zu bleiben.
i ** JnFreiberg in Sachsen hat am 26. Füll vor dem Landgericht eine Anklage begonnen, die bereits ein anderes Landgericht, nämlich dasjenige worden, was sie ihm zu sein versprochen: die treueste Freundin und Gefährtin.
- Sie hat, weil sie sein Herz von dem Bilde einer Andern erfüllt wußte, ihm nicht das ihre ver» 5 schlossen, ist nicht kalt und gleichgültig neben ihm hingegangen, nein, sanft und hingehend ist fie un« Mässig bemüht, ihm den erlittenen Schmerz überwinden zu helfen. —
Sie weiß es, daß seine Natur der Anregung, der Mitteilung bedarf, und darum läßt sie ihn nicht darben an Liebe und Theilnahme: ohne Siolz erschließt sie ihm auch ungefordert die reichen Schätze ihres Innern. —
Was die Residenz an Geist und Talent ;u bieten hat, das weiß die junge feinsinnige Fürstin an sich zu ft ff ein, und sie ist nicht glücklicher, als wenn es ihr gelingt, ihren Gemahl in den auserlesenen Kreis zu ziehen, ber sich zuweilen Abenbs in ihrem Salon zu versammeln pflegt.
Aber auch wenn sie allein ist und bet Fürst nach ben Sorgen und Mühen bes Tages zu ihr kommt, um bei ihr sich auszuruhen, weiß sie ihm reiche Anregung zu bieten durch Musik unb Lektüre; von ihrer melodischen Stimme vorgelesen, klingt jebes Buch noch einmal so angenehm, und i^r warmes Interesse für seine Knnst hat Fürst G^r bewogen, sich berfelben nach unb nach roiebei .s-
zu Chemnitz, sowie den höchsten Gerichtshof, das Reichsgericht, defchäftigt hat. Es ist dies die An- klage, welche wegen der „Theilnahme an einer sozialdemokratischen Verbindung, bereit Dasein, Verfassung oder Zweck vor der Staatsregierung geheim cehalten roeroen soll, und zu deren Zwecken oder Befchäftigung gehört, Maßregeln ber Verwaltung ober bie Vollziehung von Gesetzen durch ungesetzliche Mittel zu verhindern oder zu entkräften" (Vergehen aus SS 128 und 120 des Strafgesetzbuches). Die Angeklagten (darunter Bebel, Frohme, Dietz) erklären, daß eine geheime Verbindung innerhalb der sozialdemo- kratischeif Partei seit dem Erlaß des Sozialistengesetz's niemals bestanden habe. Es bestehe lediglich eine Organisation, wie sie jede andere politische Partei habe. Außer Vollmar und Viereck ist von bayerischen Sozialisten noch angeklagt I. Auer. Der Prozeß ging gestern zu Ende. Nur die Ur« theilsverkünbigung steht noch aus. Dieselbe wird am 4. August Nachmittags erfolgen. Der bie Anklage vertretende Oberstaatsanwalt beantragte das Schuldig, während die Verlheidiger Munckel aus Berlin und Freytag I aus Leipzig für Freisprechung plaidirten.
♦» Der neue Bischof von Mainz Paulus Leopold hat einen Hirtenbrief erlaffen, worin es u. A. heißt: Die Verständigung über bie Wieder- befetziing des heiligen Stuhles in Mainz, welche zwischen Sr. Heiligkeit bem Papste unb Sr. kgl. Hoheit bem Grcßherzog ohne Schwierigkeit bewirkt wurde, läßt uns mit Sicherheit, hoffen, daß auch eine Verständigung über die Abänderung ber Gesetze erreicht werden mi t), welche die zuvor für Kirche und Staat befriedigend geord- neten Verhältnisse verwirrt haben.
* Mannheim, 28. Juli. Gestern ward hier ein wegen sozialistischer und anarchistischer Umtriebe verurtheilter Konditor Sauttermeister von sechs Geheimpolizisten abgeholt und dem Staats- anwalt vorgeführt. Derselbe hat eine fechsmonat- liche Gesängnißstrase alzusitzen, welche er kürzlich biftirt bekam. Man weiß auch, baß Sauttermeister mit Most korresponbirte, unb es fand vor feiner Jnhaftirung nochmalige Haussuchung statt, die jedoch ohne Resultat verlief. Der Befehl zur übend zuzuwenden, sei es auch nur, um ihr seines verständnißvolles Unheil zu hören. —
So sind sich die beiden Gatten näher und naher getreten, besonders seit die Geburt des jetzt zweijährigen kleinen Waldemar — so hat ihn Therese genannt, zur Erinnerung an den Wald, in dem fein Vater einst glücklich gewesen — ein noch festeres Band um sie geschlungen.
In letzter Zeit aber hat Fürst Edgars ruhig freundliches W.sen gegen feine Gemahlin eine Umwandlung erfahren: seine Stimmung ist oft ungleich und unruhig in ihrer Nähe, feine Worte haben einen eigentümlich warmen, weichen Klang, wenn er mit ihr spricht, und in seine Augen tritt oft plötzlich ein seltsames Leuchten, indem er sie betrachtet. — , "
Ob Therese diese Symptome eines erwachenden wärmern Gefühls zu deuten weiß? _ SBenu wirklich, so wagt sie sich indes selbst diese Erkennt- niß noch nicht einzugestehen, aber vielleicht ist das glückliche Lächeln auf ihren Zügen ein Ausfluß derselben. _ , €*
J.tzl werden drüben die schweren Fallen^der grauen Sammetportiere zurückgeschlagen und eine hohe Männergestalt erscheint m derselben.
Ueber bie eblen, bebeuteuben Züge seines ernsten Gesichtes fliegt ein sonniger Strahl beim Erblicken ber anmutigen Gruppe.
J\f 169
Donnerstag, den 99, Juli