mit der
1t,
l, 990 l
k.
402
1t ein- aux
an. ■ tehen -
b een, i
:ster 1237
1,
948 en. rrkt.
lg.
das gnet, unter »erbst iterer hiffre gl er 1416
einer
en, eellen . dem Mille Mille n 80 selben scheu, rein - von
io
gegen idator yer
lß bin alts- omas- uni Früh- etzigei ,u ich 1417. ker.
1886
Donnerstag, den 22. Juli
V 164.
Handlungen vielleicht sehr bald ein für beide Theue befriedigendes Resultat erreicht worden wäre.
Unter allen Umständen verwerflich aber er- fcheint uns die Anwendung von Gewaltstreichen Seitens der Arbeiter, die in der festen Ueberzei^ gung von ihrem guten Rechte und gehetzt durch interessirle Anführer gar zu gern in ihrem Brod- Herrn den „Bedrücker", den „Blutsauger" sehen und vor keinem Mittel zurückschrecken, um ihn zum Nachgeben zu zwingen, wenn ihre Forderun- gen in blindem Eifer der Bewegung auch noch so sehr über den Rahmen der Billigkeit und gesunden Vernunft hinausgehen. So sehr wir dem Arbeu ter auch das Recht vindiciren, im Bestreben nach besseren Löhnen sich selbst einer Arbeitseinstellung als Mittel zu bedienen, so scharf müssen rmr auf der andern Seite die Anwendung roher Gewalt verurtheilen, und da sinden wir es ganz in der Ordnung, wenn das Gesetz gegen solche Exceden» ten ganz unnachsichtlich einschreitet, um Ruhe, Ord- nung und Frieden zu erhalten. Von diesem Gesichtspunkte aus ist auch nur der bekannte ministerielle preuß. Strikeerlaß aufzufasien, der allerdings vielfach und natürlich in erster Linie von den Sozial- demokraten falsch — und vielleicht absichtlich — kommentirt und kritisirt worden ist. Freiheit jedem Staatsbürger, auch dem niedrigsten Arbeiter — Freiheit aber auch dem Arbeitgeber, der auch seine Grenze gezogen sieht. Der Weg der Gewalt hat noch nie zu einem guten Ziele geführt, und so ist bei dem besten Strike selten viel herausgekom- men, weil Maß, Vernunft und Ueberlegung mer- stens dabei fehlt. Der Arbeitgeber kann es ,n den meisten Fällen länger aushalten als die Arbeiter, und diese zogen trotz aller Kraftproben gewöhn- lich doch den Kürzeren. Soll nun einmal „gestnkt werden, so lasse man Vernunft und ruhige Ueberlegung walten, man suche sich in Frieden und Freundschaft zu einigen. Ruhestörungen, Ausschrel- tunqen und Revolten aber verfehlten stets das Ziel - das hat die Geschichte der Strikebewegung bis- her klar genug bewiesen.
tru Zur Strikebewegung.
(Schluß.)
Im Allgemeinen wird bei dem Bestreben, durch einen inscenirten Strike, höhere Löhne zu erzwingen, gewöhnlich außer Acht gelassen, ob der Arbeitgeber bei der wirthschastlichen und industriellen Kalamität in der Lage ist, alle oft exorbitanten Forderungen der Arbeiter zu erfüllen. Bei der heutigen Konkurrenz, die sich gegenseitig fast aufrecht, sieht sich ver Arbeitgeber ost außer Stande, selbst billigen Wünschen seiner Arbeiter nachzukommen , wenn er sich dem Ruin nicht aussetzen will. Es ist gar leicht gesagt: „Wir wollen mehr Lohn haben". fAber es fragt sich sehr: kann der Arbeitgeber mehr Lohn zahlen? Die verschiedensten Jndustrieen ringen um ihre Existenz; sie kämpsen einen Verzweiflungskampf um Sein oder Nichtsein und sie haben die äußerste Grenze des Möglichen in Bezug auf Be- zahlung der Arbeiter meistens erreicht, vielfach sogar schon überschritten. Da ist es nicht immer böser Wille oder Mangel an Humanität und Wohlwollen für die Arbeiter, wenn ihre Be- strebungen bei ihrem Brodherrn ohne Erfolg bleiben. ., , , _
Dann sollten Lohnstreitigkerten aber auch stets auf gütlichem Wege, nie aber auf dem Wege der G e w a l t und des Z w a n g e s ausgefochten werden. Ein ruhiges, vernünftiges Ueberlegen, eine gemeinsam geführte Verhandlung über die Wünsche der Arbeiter und die Mittel zu ihrer Befriedigung zwischen den streitenden Parteien, wird stets weit eher zum Ziele führen, als Trotz und Auflehnung von der einen, und Hartnäckigkeit und Starrsinn auf der andern Seite. Ein mit rohen Ausschweifungen und Drohungen geführter Lohnkamps steigert auf beiden Seiten die Erbitterung, die Parteien entfernen sich immer weiter von einander, anstatt sich näher zu kommen, und die Kluft er- brettert sich schließlich soweit, daß an em Nach- geben von keiner Seite mehr zu denken ist, und die Ueberbrückung durch eine gemeinsame Ver- ständigung immer schwieriger gemacht wird. So kommt es denn schließlich zur offenen Fehde, zu Unruhen und Revolten, wenn da» Steinchen erst in's Rollen gekommen, während durch ruhige Ver-
(34 Bände in prachtvollem Einband) als Geschenk übermitteln lassen. Das Werk ist nur in einer Auflage von 150 gedruckt und wird nur zu Geschenken an auswärtige Höfe verwendet.
** Der Reichspostdampfer „Braunschweig', welcher die erste Fahrt auf der deutschen Mittel- meer-Linie unternahm, ist am Sonntag früh in Port Said eingetroffen. Das Schiff hat die vorgeschriebene Fahrgeschwindigkeit um durchschnittlich eine Seemeile in der Stunde übertroffen, indem es durchschnittlich 13 Seemeilen in der Stunde zurücklegte. .
•* Im September findet in Berlin eine sud - amerikanische Ausstellung statt. In erster Reihe soll dieselbe südamerikanische Rohstoffe und Fabrikate zur Schau bringen, gleichzeitig solle n jedoch auch solche deutsche Erzeugnisse, die für die Ausfuhr nach Süd-Amerika von Wichtigkeit sind, zur Ausstellung gelangen, fo daß den zahlreichen südamerikanischen Besuchern wie auch den europäischen Exportinteressenten Gelegenheit geboten wird, sich mit den neueren und neuesten Erfindungen und Einrichtungen, die in Süd-Amerika zu verwerthen find, eingehend bekannt zu machen.
•* Die Stadt Berlin veranstaltet zu Ehren der im September in Berlin statlfindenden Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte im Parke der Jubiläums-Kunstausstellung ein Fest.
•• Der österreichische Minister des Auswärtigen, Graf Kalnoky, ist einer Wiener Meldung zufolge heute zum Besuch des Reichskanzlers nach Kissingen abgereist. Graf Kalnoky wird bis Sonnabend oder Sonntag Vormittag in Krssingen verweilen und sich bald nach seiner Heimkehr nach Ischl begeben, wo sich bekanntlich die kaiserliche Familie von Oesterreich-Ungarn befindet.
* Vor Kurzem wurde mitgetheilt, daß die Finanzminister von Baiern, Baden und Württemberg zu einer Besprechung zusammengetroffen seien. Jetzt wird uns weiter gemeldet, daß dieselbe in Verbindung stände mit dem neuen Branntweinsteuergesetz, dessen Einbringung in der nächsten Session des Reichstages vom Herrn Finanzminister v. Scholz ja bereits feierlich st angekündigt ist. Es fcheint wohl auch der p r e u- ßifche Finanzminister .betheiligt zu sein, denn die Magdeb. Ztg.' schreibt: „Wenn die Bespre-
des Oratoriums singen würden, waren eine fremde junge Sängerin — wie man sagte, die Tochter des Komponisten — und ein berühmter Sanger des Auslandes. In der That: diese Thatsachen in Verbindung mit der ungewohnten Ausschmückung des Saales genügten, um die ganze Hofgesellschaft in einen Zustand fieberhafter Spannung zu ver- setzen, der deutlich charakterisirt wurde durch die flüsternden Gruppen, die sich überall m dem um den Saal herumlaufenden Säulengange drängten und leise ihre Meinungen austauschten.
Es war unmittelbar vor Beginn des Konzertes: Die Fürstin Therese saß bereit» in ihrem purpurnen Sessel unter dem Thronhimmel, umgeben von ihrem Hofstaat, und Aller Augen richteten sich er- wattungsvoll auf die Flügelthür drüben, durch welche die Hauptpersonen de» Abends emtreten "^Endlich wurde sie aufgethan — am Arme de» Fürsten betrat die junge fremde Sängerin die Tribüne. Ein „Ah!" - des Staunen» ging bet ihrem Anblick durch den weiten Saal: war die heilige Cäcilie droben aus ihrem Rahmen Herme- dergestiegen? Wie ein einziger Gedanke erwachte die Ueberzeugung in fämmtlichen Anwesenden, daß das Original des Bilde» vor ihnen stehe, dessen reine Schönheit auf Alle einen so mächtigen Eindruck gemacht.
XU Fuldaer scheint t-'lich, Vo-N» Mid F«i«t°g. Ada 1 M 70 M- auswärts i M. 75 Pfg.
»-»„HM.--- --.„---»-«d"«
Deutsches Reich.
Berlin, 21. Juli.
** Der Kaiser hat dem Schah von Persien das Prachtwerk oeuvres de Frederic le Grand von Tannen und Eichengrün, die sich längs der Marmorwände hinzogen und den ganzenRaum mit erquickendem Waldesdust füllten und statt der Musen blickte fromm und ernst die hl. Cäcilia von der Mittelwand nieder.
Es war ein meisterhaft ausgeführtes Gemälde; das Antlitz der Heiligen, deren Hände auf der Orgel ruhten, war von hinreißender, wahrhaft überirdischer Schöbheit, in seinen kindlich reinen Zügen verschmolzen sich unschuldsvolle Lieblichkeit und heilige Begeisterung zu einem fast übermal» tigenden Ausdruck.
Dieses Bild, von dem Niemand wußte, wer es gemalt, erhöhte die gespannte Erwartung, die über dem auserlesenen Publikum lag, das heute den Marmorsaal füllte; ein Jeder versprach sich etwas ganz Außerordentliche» von dem bevorstehenden Konzert, dessen Programm in so grellem Widerspruch zu denen der früheren musikalischen Feste $ Jephia» Tochter", so hieß da» Werk, da» zur Aufführung gelangen sollte und da» der Komponist, ein unbekannter Künstler, der noch dazu blind war, selber dirigiren würde: „Giulio Goldim'? Des Namens vermochte Niemand sich zu entsinnen, eine unerhörte Thatsache an diesem Hofe, wo man ge- wohnt gewesen, nur der Berühmtheit Weihrauch zu streuen. Die Personen, welche die Hauspartten
Die «ochter des Seigers. 38
Roman von E. Armand.
Zum ersten Male seit Fürst Eberhards Tode waren die Festräume des alten ResidenzfchlosseS zu S. wieder geöffnet. Der sogen, „neue Flügel , den der prachtliebende verstorbene Fürst mit verschwenderischem Luxus hatte ausstatten lassen, und in dem er seine rauschenden Festlichkeiten abzuhalten pflegte, strahlte zur Feier de» Geburtstages der jungen Fürstin in einem blendenden Lichtmeere. In dem großen hallenartigen Marmorsaale, der ungefähr die Mitte der glänzenden Zimmerfluth einnahm, sollte wieder eines jener Hofkonzerte stattfinden, die zu Fürst Eberhards Zeiten eine Art von Berühmtheit erlangt hatten, wenngleich m denselben weniger der Kunst gehuldigt worden, al« dem Amüsement. Das große Bild, das die Mit- telwand früher einnahm und da« die heiteren Musen in leichtgeschürzter Gewandung dargcstellt, kenn- zeichnete 'die Art der Musik, welche hier gepflegt worden.
Da« Gepräge, da« der Saal heute trug, war ein wcsenilich andere«. Statt der exotischen Pflanzen die ihn früher mit schweren betäubenden Wohl- qer'üchen durchzogen, bestand sein Schmuck heute zumeist aus Waldblumen und frischen Gewinden