ienb an dem Tanze in heiter«
Leichtigkeit in der Haltung und elegante Fassung, und was die Hauptsache ist: sie stimmen zur Andacht, Liede und Verehrung des bitteren Leidens, der hl. Herzen Jesu und Mariä in ganz vorzüglicher Weise. Dabei sind die lobenSwerthen Leistungen des Atelier für kirchliche Kunst von Herrn Alexander Kramer in Fulda, wo die Statuen mit prompter Einhaltung der Fertig- stellungsfrist gearbeitet find, um so mehr zu empfehlen, als die gesetzten Preise gegen auswärtige Preis-Courante nicht zu hoch gegriffen find. Am vorigen Sonntage, an welchem die Kirche da» Fest des allerheiligsten Erlösers feiert, erhielten nach diesbezüglicher Festpredigt des Herrn Pfarrers Lammeper die neuen Statuen unter Psalmengesang de» Volkes die kirchliche Weihe und wurden somit als Eigenthum der Kirche erklärt: mit dem ausgesprochenen Wunsche, daß sie bei den gegenwärtigen und künftigen Geschlechtern die Andacht zum bitteren Leiden des Heilandes und die gleichfalls von der hl. Kirche oft empfohlenen Bruderschaften der heiligsten Herzen für ein religiös
gearbeitet, aufgestellt worden. Sämmtliche Statuen
-ichnen sich aus durch plastische Proportion,
»er und geordnetster Wüse belustigt, wurde Schlag ” uhr Die Feier geschlossen, die Lampen ausge- I Mt und die ruhige stille Nacht verrieth nichts : -.1 der fröhlichen Gesellschaft, welche sich hier noch 1 L wenigen Minuten herumgetummelt hatte. — Mae der ganz außerordentlich schöne Verlauf die- . m Festes der Beginn einer neuen Aera des Hün- L[t)cr gesellschaftlichen Tones und Zusammenlebens Zeichnen und fernere frohe Feste des Tages Mühe und Arbeit würzen! (H- K.)
* Aus der Srrafkammerfitzung de« Land- aerichts Hanau vom 8. d. Mts. erwähnen wir nach der ,H. Ztg.' Folgendes-. Ein Handelsmann ' von Flieden hatte von einer Wittwe zu Erlen» j hof eine Kuh gekauft und später erfahren, daß die Frau manifestirt und die gekaufte Kuh an ihren Schwager, einen Bauer zu Erlenhof, abgetreten hatte. Mit einem anderen jüngeren Handelsmann ging er nun zu dem Bauer auf den Erlen» ( hof Hier angekommen forderten sie in der Stube I von demselben die Herausgabe der fraglichen Kuh . oder 136 M. Auf diese Forderung ging der Mann | natürlich nicht ein, worauf der Käufer der Kuh ( sich allerlei Redensarten gegen den Bauer erlaubte, so daß dieser die Thüre aufmachte und die Handelsleute zum Verlassen seiner Wohnung auf- forderte. Anstatt zu gehen setzten sich die Handels- leute gemüthlich hin, der Händler schimpfte ruhig weiter und gaben beide erst Fersengeld als der Bauer nach einem Stock griff. Das Schöffengericht Neuhof verurtheilte den einen der Ange- klagten auf Grund des § 123, 3 zu 1 Monat Gefängniß, den andern, Der sich ziemlich ruhig verhalten und auch zuerst die Stube verließ, wegen gemeinschaftlich verübten Hausfriedensbruchs zu 1 Woche Gefängniß. Gegen Vies Urtheil legten die Angeklagten Berufung ein und stellen heute den Vorfall in Abrede, sie hätten ganz in Güte den Mann nach der Kuh gefragt und sich wieder ruhig entfernt, ohne von dem Bauer, dessen Glaub- Würdigkeit sie anfechten, hierzu aufgefordert worden zu fein. Der Gerichtshof schenkt jedoch den Angaben des als Zeugen vernommenen Bauers vollen Glauben, verurtheilte jedoch die Angeklagten nur wegen einfachen Hausfriedensbruchs, da ein be- wußte» Zusammenwirken nicht ohne Weiteres angenommen werden kann. Unter Aufhebung des ersten Urtheils erhielt der ältere Händler 10 Tage, der jüngere 3 Tage Gefängniß und die Kosten.
«Erledigte Stellen für Militäranwärter tm Bezirke d es 11. Armeekorps.) Hanau, Amtsgericht, Kanzleigehilfe, auf 4wöchentliche Kündigung, 5—8 Pfg. Vergütung für die Seite Schreibwerk. Battenberg, Amtsgericht, Kanzleigehülfe, auf Imonatl. Kündigung, ca. 55 bis 60 Mk. monatlich. Cassel, Strafanstalt, Aussetzer, auf Zmonatl. Kündigung, jährlich 900 Mk. Gehalt und 210 Mk. Miethsentschädigung oder freie Wohnung. Frankfurt a M., Postamt I, Briefträger, auf Iwöchentl. Kündigung, 800 Mk. Gehalt und 240 Mk. Wohnungsgeldzuschuß; daselbst, Stadtpostbote, auf 4wöchentl. Kündigung, 750 Mk Gehalt und 240 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Frankfurt a. M., Postamt IV, Postschaffner, auf 4wochentlrche Kündigung, 800 Mk. Gehalt und 240 Mk. Wohnungs- qeldzuschuß. Gotha, Postamt, Postschaffner, auf 4wöchentl. Kündigung, 800 Mark Gehalt und 144 Mk. Wohnungs- geldruschuß. Höchst .Bürgermeisterei, Polizeidiener, erst auf Imonatl. Kündigung, später auf Lebenszeit, 1000 Mk. Gehalt und 60 Mk. Kleidergeld. Meinerzhagen. Steuerkaffe Vollziehungsbeamter, Imonatliche Kündigung, jährlich 900 Mk. Besoldung und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß; an Pauschvergütung sür Zehrungs- rc. Kosten jährlich 300 Mk. Rasdorf, Postagentur, Landbriefträger, auf Kündigung, 480 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß Weimar, Großh. Gendarmerie-Kommando, Fuß- qendarm 3. Klaffe, zunächst wideruflich, später event. auf Lebenszeit, 1000 und 180 Mk. Dienstauswandvergütung. Wetter (Reg.-Bez. Caffel), Stadtbehörde, Stadtschrerber aus Kündigung, 288 Mk. jährlich. , .
X Aus der Pfarrei Sch leida im Weimari- fchen Antheil der Diözese wird uns geschrieben: Unsere schöne Pfarrkirche ist durch Aufstellung von fünf neuen Statuen um einen herrlichen Schmuck reicher geworden. Durch die Freigebigkeit einer um das Haus Gottes schon öfters verdienten Familie aus den zur Pfarrei gehörigen Hof-Guts- bezirken ist nach Entfernung der seitherigen weiß übertünchten Altar-Kreuzgruppe eine neue in Holz gearbeitete und in einfacher gediegener Polychroinie gehaltenen Gruppe mit Christus, schmerzhaften Mutter und hl. Johannes, in der Höhe von 135 cm. und 130 cm. auf dem in Form des Fuldaer Dom-Hochaltars gebauten Haupt-Altare errichtet worden. Rechts und links an den Pfellern des Triumphbogens im Presbyterium sind auf stylgerechten Postamenten die Statuen der heil. Herzen Jesu und Mariä in der Höhe von 150 cm., gleichfalls in Holz und in feinster Polychromre
ein m Tcupp'nthffl o ;v. Mari:'.tthr:l bei dem Cioiloorsitzenoen der Ersatzkommiffwn des Aufenthaltsorts (in Berlin der Polizeipräsident) nachzusuchen. Dazu gehören folgende Papiere: 1) Einwilligung des Vaters; 2) obrigkeitliche Bescheinigung, daß der zum freiwilligen Dienst sich Meldende durch Cioilverhältniffe nicht gebunden ist, untadelhast geführt hat. Darauf erhält der Betreffende einen Meldeschein, der dis zum nächsten 1. Apnl Gültigkeit hat (Ecsatz Ordnung § 83). Unter Vorlegung dieses Meldescheins und etwaigen Abgangszeugnisses einer besuchten Unterrichtsanstalt wendet sich der Betreffende an den Kommandeur des Truppentheils (Artillerie-Regiment bezw. Matrosendivision) behufs Annahme bei demselben. Sofortige Einstellung ist bei Freiwilligen, welche auf Besörberung dienen, sowie bei der Marine stet» zulässig.
Vermischtes.
* Das Unglück am Großglockner hat nachträglich noch ein fünftes Opfer gefordert. Aus Lienz wird gemeldet, daß der jüngere Bruder des verunglückten Führers Rubisojer bei den Nachforschungen nach den Leichen von Pallavicini und Genoffen abgestürzt ist; er ist furchtbar verletzt, und ist keine Hoffnung vorhanden, ihn zu retten.
♦ Wien, 13. Juli. Die Leiche Pallavicini's, bei welcher Uhr und Portemonnai gewesen, wurde gestern Nachmittag 3 Uhr gefunden.
* Die Besichtigung des Schlosses Berg ist bereits sistirt. Dort wurde nicht nur die Bank int Parke auf welcher der König mit Dr. v Gudden gesessen, fast ganz in Stücke zerschnitten zum Andenken für thörichte Raritätensammler, sondern im Schloß selbst wurden die Möbel ruinirt, Holz aus dem Schreibtisch des Königs geschnitten u. s. w. Für die übrigen Schlöffer soll der Zutritt in etwa acht Tagen gestattet sein. Es wird ein Entrse erhoben werden. Ein Schiffer von Chiemsee, also Autorität in Abschätzung des Fremdenverkehrs, der auch beim Bau des Schlosses beschäftigt war, meinte dem Berichterstatter des ,Fränk. Kourr/ gegenüber sogar, 100 Mark wären nicht zu viel für diesen Sommer, da die reichsten Ausländer herbeiströmen würden.
sArabischeMenschenkenntniß.) „Ansechs Stücken erkennt man einen Narren: Er wird zornig ohne Ursach, spricht unnützes Zeug, traut jedermann, verändert seinen Aufenthalt ohne Noth, bekümmert sich um Dinge, die ihn nichts angehen und weiß Freund und Feind nicht zu unterscheiden."
Literarisches.
Unglaublich und doch wahr. Historischer Roman von Lady G. Full ertön. Aut. Übersetzung v. Olga Freifrau v. Leonrod-Schaez- l e r. 492 Seiten 81. Elegant brochirt mit Farbentitel M. 4.—. In Salonband M. 5.50. Bachem, Köln. Der Roman eines gekröntenHaup- t e s! — und zwar der Prinzessin Charlotte von Braun- schweig-Wolfenbüttel, Frau des Großfürsten Alexis ünd Mutter des Czaren Peter von Rußland. Von ihrem rohen Gemahl zum Tode mißhandelt, entging sie demselben nur durch die aufopfernde Energie der befreundeten Gräfin Königsmark. Eine Figur von Holz wurde in den für die Großfürstin hergerichteten prächtigen Sarg gelegt und sie selbst in einer geheimen Kammer des Palastes verborgen, bis sie Kraft genug hatte, aus St. Petersburg zu fliehen. Dies gelang mit Hülfe ihres Kammerherrn und der Gräfin, während alle Höfe Europa's um die verstorbene Gemahlin des Ezarowitsch Trauer anlegten. Charlotte fand Ruhe in der Wildniß der neuen Welt am Miffissippi gerieth dort aber bei einem Jndianeraufstand mit ihrem zweiten Manne, einem französischen Oberst d Auban, in die Gefangenschaft des Natschehs. Durch eine kühne That des Obersten befreit, kehrten sie nach Europa zurück. In Paris wurde die Prinzessin auf Veranlassung des ruffi- schen Gesandten Fürsten Kurakin verhaftet, als Gefangene in die Conciergerie gebracht und nur durch die Verwendung ihres Jugendfreundes, des Feldmarschalls Grafen Moritz von Sachsen befreit, der sie zufällig im Tuilerien- aarten traf und wieder erkannte. Der junge König Ludwig XV. verschaffte dem Obersten d'Auban eine Anstellung auf der fernen Insel Bourbon, wohin die Familie übersiedelte. Dazwischen spielt die Liebe per Tochter der Prinzessin, der Enkelin und Stiefschwester zweier Czaren zu einem jungen Natscheh-Jndianer, der ihr bei der Empörung das Leben gerettet hatte. Nach dem Tode ihres Mannes und ihrer Tochter endete die Großfürstin ihr Leben in Brüssel. — Diese Geschichte von geradezu beispiellosen Schicksalen einer Fürstentochter war während der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Europa sehr verbreitet. Die russische Regierung trat derselben in einer offiziellen Erklärung entgegen.
Der äußerst interessante Roman wird in seiner durchaus neuen schmucken Gestalt in vierter Auflage wieder viele neue Freunde finden.
Frankfurt, 12. Juli. Der heutige Viehmarkt war mit 305 Ochsen, 22 Bullen, 339 Kühen, Rindern und Stieren, 262 Kälbern, 43 Hämmeln, 150 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen I. Qual. Mk. 64—66, II. Qual. Mk. 58—66, Bullen I. Qual. Mk. 40-44, II. Qual. Mk. 32—36, Kühe, Rinder und Stiere I. Qual. Mk. 54-56, II. Mk. 40—50, Alles per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Kälber I. Qual. 55—60 Pfg., II. Qual. 45 -50 Pfg., Hammel I. Qual. 58—60 Psa„ II. Qual. 45—50 Pfg., inländische Schweme l. Qual. 52—54 Pfg., II. Qual. 50—52. Alles per Pkd. Schlachtgewicht.
sittliches Lebeu förbern möchten.
* Eschwege, 8. Juli. Wie auch ber schein- «xr überflüssigste Gegenstand durch seine Existenz und Bewegung zum speciellen und allgemeinen Besten im wirthschaftlichen Leben beitragen kann, läßt sich an der heute von hier nach Gotha per Extrazug abgegangenen Scholz'schen Menagerie recht deutlich erkennen. Für Eisenbahn- und localen Transport zahlte der Besitzer vor 8 Tagen von Marburg bis hierher ca. 600 Mk. und heute von hier nach Gotha ca. 700 Mk. Wird die Weiterbeförderung, die meist nur auf ziemlich weite Entfernung nach größeren Städten sich richten muß, nur 50 Mal im Jahr nothwendig, so läßt der Unternehmer die Eisenbahn und Spediteure allein jährlich 32,500 Mk. verdienen, welcher Be- trag für den Staatssäckel namentlich, als Mehreinnahme, schon eine nennenswerthe Bedeutung hat.
»Wiesbaden,12.Juli. Regierungspräsident v. Wurmb ist zxm Rath 1. Classe und Dr. v. Jbell zum Oberbürgermeister von Wiesbaden ernannt worden. (Fr. Z )
• Kissingen, 12. Juli. Um 3'/z UhrNach- mittags trafen Lutz und Crailsheim aus München kommend hier ein und begaben sich sofort zum Fürsten Bismarck.
» Die Feuerwerker-Laufbahn.
Bei den großen Schwierigkeiten, welche Angesichts der Ueberfüllnng aller Berufszweige mit Anwärtern die Wahl eines Lebensberuf» für junge Leute heute bietet, wollen wir auf eine Laufbahn aufmerksam machen, welche nur geringe Geldmittel erfordert und dennoch in verhältnißmäßig jungen Jahren die Erreichung einer auskömmlichen und geachteten Lebensstellung ermöglicht. Es ist dies die Laufbahn als Feuerwerker, Oberfeuerwerker und Feuerwerks-Offiziere der Artillerie oder Marine. Wenn es auch einem ehrgeizigen und gebildeten jungen Manne eine gewisse Entsagung kosten mag, eine Reihe von Jahren dem Unteroffizierstande anzugehören, so ist das Verhältniß bei der besonderen Stellung des Feuerwerkspersonals viel weniger drückend als beim Unteroffizier des Frontdienstes, und bietet sich die Aussicht, entweder in die Offizier- Laufbahn überzugehen, welche erlaubt, bis zum Grade des Feuerwerkshauptmanns zu gelangen, oder nach erlangter Berechtigung zur Civilversor- gung die Antwartfchaft auf eine günstige Staatsbeamtenlaufbahn. In der Telegraphie, in der Verwaltung, in den verschiedenen Ministerien finden ehemalige Mitglieder desFeuerwerkspersonals erfahrungsmäßig sehr willige Aufnahme, nicht minder günstige Gelegenheit zum Unterkommen gewährt solchen auch die Privatindustrie. Viele junge Leute aus besseren Ständen, welche, mit militärischen Neigungen begabt, aus Mangel an Mitteln ober auf Verbindungen auf den Glanz der Offizierlaufbahn haben verzichten müssen, fanden in der Feuerwerkerlaufbahn eine Lösung diese» Zwiespalts, welche sie später nicht zu bereuen hatten. Die Laufbahn als Feuerwerker bezw. Oberfeuerwerker des Heeres oder der Marine bedingt den Eintritt als dreijährig (oder als einjährig) Freiwillige bei einem Feld- oder Fuß- Artillerie-Regiment bezw. als vierjährig Freiwilliger bei einem Marinetheil (Matrosendivision). Es ist zunächst die Erlaubniß zur Meldung bei