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Donnerstag, den 27. Mai
1886.
Fuldaer
eitung
Alexander von Bulgarien.
die am Glauben und Recht ihrer Väter festhaltew
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per, der allerdings nicht sehr schwärmerisch ange-
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nno. Er mutzte dem künftigen Schwiegervater mit
Die gelbe Kravatte.
Novelle von August Butscher.
Als die erste schwere Zeit überstanden war, fand Winfried sich wieder; denn echte Helden finden sich
arbeit wurde unter Anerkennung der Nothwendrg« keit einer, dem Zwecke der Strafrechtspflege entsprechenden Beschäftigung der Gefangenen der Regierung in der Richtung auf eine zweck, mäßige, die freie Gewerbsthätigkeit möglichst wenig schädigende Arbeitsorganisation der Straf, anstalten überwiesen und zugleich anheimgegeben, bei der öffentlichen Verdingung der Gefangenen- arbeit die Innungen vorzugsweise zu berücksichtigen.
zu einem letzten Mittel greifen zu sollen geglaubt, um sich den Dank Rußlands zu verdienen; aber
antrags erfolgte auf Antrag des Abg. Bachem. An der Debatte beseitigten sich zu Gunsten der Petitionen die Abgg. Schreiner (kons.), Metzner (Centr.), von Below-Saleske (kons.) und Meß (Centr.), ferner Abg. Zelle (freif.), der sich gegen den Antrag Bachem wandte und endlich die Geheimräthe Illing und Starke, welche der Behauptung entgegentraten, daß die Gefangenen-
, Berlin, 26. Mai.
Der Reichstag hat sich bis zur Beendigung der Arbeiten der Branntweinsteuer.Kommission ver- tagt. Vor Pfingsten dürfte derselbe nach dem, was in Abgeordnetenkreisen verlautet, nicht wieder zusammentreten.
Es ist wohl selbstverständlich, daß der russischen Regierung keine Schuld an diesem hochverräthe« rischen Unternehmen beigemessen werden darf; be«
„Es liebt die Welt das Strahlende zu schwärzen!" Kühn gemacht durch die Erfolge im .Intelligenz« blatt', gab er sogar eine Sammlung seiner Poesien im Selbstverläge heraus, die den lockenden Titel: „Gold, Weihrauch und Myrrhen" führte und reißenden Absatz fand; verkaufte er doch fast vierzig Exemplare und konnte mit der Zeit sogar auf die Kosten kommen. Das war wieder eine Sprosse weiter an der Himmelsleiter des Ruhms, und die errungenen Lorbeeren ließen ihm keine Ruhe mehr.
Er warf sich jetzt darauf, in Gesellschaften Gelegenheits-Gedichte vorzutragen und kleine dramatische Aufführungen zu leiten, sogar eine ganze Reihe Grabschriften für die verschiedenen Mitglie- b** h,?lt er in Bereitschaft „für unvorhergesehene Fälle , was ihm einen Nimbus von Bewunderung, mit Grauen gemischt, einbrachte.
Im „hölzernen Teller", wo sich die Gesellschaft „Schwärmerei" zu versammeln pflegte, erntete unser Dichter einen immer steigenden Beifall; denn hier besang er Alles, was nur einigermaßen zu besingen war — und hier verlor er auch fein glühendes Herz, das so lange nur für die Musen geschlagen.
einer dem Zwecke der Strafrechtspflege entsprechen-
->« zu setzen „einer produktiven
* Die Beerdigungsfeierlichkeit des Professor Dr. Leopold von Ranke hat heute Nachmittag in
zeigt hat, wie es so viele russische Generäle int letzten Türkenkriege waren, sondern als wirklicher
haucht war, feierte seinen 60. Geburtstag, und Winfried Rabenhorst verfaßte ein Gedicht von 60 Strophen, denen er noch eine Reihe von Sonetten für die Gattin des Jubilars und ein süßes Trio- leit für Rosine, die Tochter des Paares, anhängte.
Das war eine unerhörte Leistung, und der alte Herr sagte entzückt: „Das ist wirklich ein sehr netter junger Mann!"
„Wirklich sehr nett!" stimmte die Gattin bei und trocknete eine Thräne.
Die Tochter schwieg, aber sie nahm diese Worte in ihrem Herzen auf und verarbeitete sie dort wei- ter. Später ließ sie ihre stillen Empfindungen unseren Helden merken, noch später übersetzte fie dieselben in Worte, und so gab ein Wort das an- bere, bis eine jener vollendeten Thatsachen geschah fen war, die zur stillen Glückseligkeit der Jugend und oft auch zum schweren Aerger des Alters ge- reichen.
Was unser Rabenhorst in jener Zeit für Thor- Peiten beging, wollen wir zu schildern unterlassen - benn es liegt uns ob, das Strahlende nicht zu schwärzen.
Daß der junge Poet sich zuerst, natürlich viel vollendeterer Weise als früher, wieder der Lyrik zuwandte ist selbstverständlich; denn in jungen, aufblühenden Herzen keimt diese zarte Pflanze am segensvollsten. Jeder Streifen Papier fand eine eigenartige Verwendung und selbst das Strohpapier mußte sich zu Bleistift-Skizzen hergeben, so daß der sonst durchaus nicht witzige Prinzipal sich nicht enthalten konnte, zu behaupten, daß dies alles leeres Stroh gedroschen sei.
Aber der geniale kleine Provisor stellte den grämlichen Alten einfach vor vollendete Thatsachen; denn er veröffentlichte in dem Jntelligenzblatt der Stadt, dem er durch die schwer errungene Bekanntschaft mit dem Redakteur nahe getreten, eine Reihe von lyrischen Ergüssen, die wirklich Hand und Fuß hatten; wenigstens behaupteten das einige schöngeistige ältere Damen in der Kaffeevisite. ' Dabei verletzte es ihn durchaus nicht, daß das ! Blatt wegen der häufigen Anzeigen von Metzel- ’ suppen einfach „Wurstblatt" genannt wurde; denn mit olympischer Ruhe zitirte er den Schiller- I scheu Satz: 1
! daß es Russen waren, die ihren Fürsten, mit dem 1 sie zusammen gekämpft, entthronen wollten, und zwar nur, weil er für die Selbständigkeit seines Volkes entschlossen einstand. So viel Nationalgefühl toimarer^sichtlich. Die Ver- , u«. ^uuuuycu uutjugaroeqe zu oeruaircyllgen.
Mworer haben ihren Anschlag jetzt durchsetzen Die Petitionskommission hatte beantragt statt
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haben alle möglichen Jntriguen versucht, die Bul- garen und Rumelier gegen ihren Fürsten einzu- nehmen oder sie von der Wahl fernzuhalten. Kems von beiden hat Eindruck gemacht, im Gegentheil ist der Fürst überall, wo er sich im Lande zeigte, mit ungeheucheltem Enthusiasmus empfangen war- den. Da haben denn eine Anzahl von Tollköpfen
verurtheilt werden, das in niederträchtiger, heim-
tückischer Weise darauf ausging, den Fürsten von > jpiuijipwii gegenuoer; oer iLzar veneült und ftmem Thron zu stoßen. Die Nachricht von der verlangt blinden Gehorsam, ^ürft a[eranber nm erschwürung gegen ben Fürsten Al« xanber, bie I tritt bie Freiheit unb Selbständigkeit seines Volkes
L gemeldet wurde,,ist sehr Freilich, W beiben laterengriffe“Ä*
bald amtlich bestätigt worden, so daß jetzt kein dem russischen Sprachlexikon gestrichen wie bas Zweifel ^hr darüber obwalten kann, daß die dem Vorgehen gegen Untertanen des Czaren beweist Ämto äÄl’SÄJ”?" W*™-' I °°n R-»k° N h-u,- N-chmüI-, in
durch ein Verbrechen zu erreichen. Der Fürst sollte auck Bulaarien^buloorisA ' m^t roent9et "der der Sophienkirche unter zahlreicher Theilnahme
aufgehoben, sein Ministerpräsident ZZ? Äe^rÄ noch eine Aussicbt ^.^eber Berliner Bevölkerung stattgefun^en.
mordet, die ärgste Verwirrung im Fnnern aestiftet Bnfh> di- ’m. -l etn,e Aussicht Das Abge ordnetenhaus berieth heute
werden und dann war der von Rußland lang er- nichts mebr von seinen Mndltkiot-n«9mM-n K„”9e Petitionen. Eine grosse Anzahl von Petitionen von
sehnte Augenblick gekommen, als Wiederhersteller wieder zum Geboriam aeaen Rnüsond^ Innungen re. auf Neuregelung der Gefangenen«
bOs-?L"Ü"9d 7?ulg°rien °ufzutreten. Und führen, so bürfteT Aussicht durch d^e etzt mt« ' ° Unter 2tnetfennunfl ber N°tbwenbra«
an et ^^derherstellung der Ordnung wäre Fürst deckte Verschwörung gründlich zerstört werden Die
Der Plan, an dessen Sp'tze ein früherer russischer Offizier stand, war sehr fein, er scheiterte
aber im letzten Augenblicke durch den Verrath eines Mitgliedes der Verschwörung, eines Bauern, der es doch nicht übers Herz bringen konnte, seinem Landesherrn Gewalt anzuthun. Alle Verschwörer sind verhaftet. Es sind nur wenige Bulgaren, um so mehr aber Russen, Montenegriner, Griechen.
So ist die Verschwörung glücklich verhindert, wider Willen der Anstifter, also zum Vortheil des Fürsten Alexander ausgeschlagen, denn bie glücklich über» stanbene schwere Gefahr wirb Fürst unb Volk noch enger zusammenketten.
* Die Verschwörung gegen den Fürsten I zeichnenb ist es aber, wohin bie vom Czaren unb
Alexander von Bulgarien. I ha '° 1 —" IVU# utu ^‘uynuius zu oeroienen; aver
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General, ber zur Entflammung bes Mut2 seiner Willkür unterstellen^^sondern ±5 *? er f° leicht wagen, unb nur so
SÄtK 's96"66 ?b-n aufs Spi?setzte, in will. Rußlanb hatte kein Recht, g Aen Bul^E stürzen ^-ttenbergers in Sofia
ganz Deutschland m hohem Maße gestiegen, so fürsten vorzugehen, wie es aeschehenundwenn | ’ ’ ’
M Mnwartlg die Sympathie für ihn allgemein etwas in ganz Europa gebührend gekennzeichne" ” ---------------------------
st' liui fo scharfer wird daher em Unternehmen worden ist, so war es dies. In dem Fürsten I jDcutfd)C5
verurtheilt werden, das in ntebertrnAH^r I Alexanber unb bem Czaren Alexanber stehen sich zwei Prinzipien gegenüber; ber Czar befiehlt und
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Di« einspaltige Zeil, oder deren Raum 15 Pfg.; bei Wiederholungen entsprechender Rabatt