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die Nutzhölzer, wie Gruben- und Schiffshölzer, doch mehr nach Norden ihren Absatz haben, also mehr von Hilders aus über Hünfeld nach Cassel hin und damit nach der Weser transportirt werden würden. Ich glaube also, daß der Güterverkehr nach Fulda ein äußerst geringer sein wird.

Was nun den Bahnbau selbst betrifft, so geht er von Fulda aus durch ein kleines Thal, — das Bieberthal, — und tritt hernach in da§ Gebirge. Es sind außerordentlich schwierige Bauten auszuführen: es ist ein großer Tunnel erforderlich, und die Kosten find dadurch sehr bedeutend. Sie werden ja aus der Vorlage ersehen haben, daß 3,250,000 Mark für den Bau in Aussicht genommen sind, und die Kosten so pro Kilometer auf 89,000 Mark sich berechnen.

Dabei ist weiter zu berücksichtigen, daß von Fulda bis nach dem Ausgangspunkt vielleicht nur 12 Orte von der Bahn berührt werden, während die Zahl der von der Linie Hünfeld-Hilders berührten Ortschaften auf 22 sich beläuft, unter diesen die Stadt Geisa, in der sich eine Korkfabrik befindet. ES dürfte daher der Güter- wie Personenverkehr der neuen Linie gegenüber um mehr als das Doppelte anzunehmen sein.

Weiter dürfte noch in Betracht kommen, daß mit der Ausführung dieses Projektes auch ander« Orte noch der Lahn nahe gerückt würden, wobei ich nur erwähnen will, daß die Stadt Vacha a/W. von Geisa ungefähr 2>/z St. entfernt ist, deren Verkehr ganz nach Hersfeld gerichtet ist, welcher sich dann später unzweifelhaft nach Geisa hinziehen würde.

Wenn man nun noch die Terrainverhältnisse für diese Bahn mit den übrigen schwierigen Bauverhältniffen vergleicht, so ist doch nicht wohl anzunehmen, daß die Kosten pro Kilometer viel höher als vielleicht auf 60 Mk. sich belaufen könnten. Dadurch würde aber die Bausummc, abgesehen von den übrigen Vortheilen, immerhin um 5 bis 700,000 Mark sih vermindern, gewiß aber würde auch eine sicherere Rente in Aussicht stehen, als auf jener Bahn.

Ich habe mir deshalb erlaubt, bei der Wichtigkeit der Sache einen Antrag dahin zu stellen:

Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen, die Vorlage, betreffend den Bau von Eisenbahnen, bezüglich der Nr. 17 Fulda-Tann an die Budget­kommission zur nochmaligen Prüfung zurück­zuweisen,

und bitte Sie, meine Herren, diesem Anträge zuzustimmen.

Vizepräsident v. Benda: Das Wort hat der Abge­ordnete Gößmann.

Ilbgeordneter Gößmann:

Meine Herren, die Königliche Staatsregierung beabsich­tigt, wie die Motive der Vorlage ergeben, durch den Bau einer Sekundärbahn den nördlichen Theil des preußischen Rhöngebirges, welcher zum größten Theil dem Kreise Gersfeld, zu einem kleineren Theile dem Kress Fulda angehört, in seinen Verkehrs- und wirthschaftlichen Ver- hältniffen zu heben und den dort herrschenden Nothstand zu lindern. Diesen Zweck erreicht am vollständigsten die von der Regierung vorgeschlagene Linie Fulda-Hilders- Tann, denn dieselbe durchschneidet nicht allein das Herz des zu erschließenden Gebietes, sondern sie setzt das letz­tere auch mit seinem natürlichen Anziehungspunkte, der nächsten größeren, auch kommerziell und industriell nicht unbedeutenden Stadt Fulda, einem Eisenbahnknotenpunkte mit zahlreichen Fabriken, mit höheren Schulen und son­stigen Anstalten, und namentlich auch dem Sitze der be­sonders für den abgelegenen Rhönbezirk freuten detachirten Strafkammer, in direkte Verbindung und erleichtert dem- selben den Verkehr mit dem zuständigen Landgericht, bei dem auch die Schwurgerichte abgehalten werden, dem südwärts von Fulda in ziemlicher Entfernung gelegenen Hanau ganz bedeutend.

Die augenscheinlich mit dieser Verbindung verknüpften großen Vortheile würden für den zu erschließenden Bezirk Jrößtentheils verloren gehen, wenn die von Herrn Sey- arth befürwortete Linie gebaut werden würde, nämlich von dem nordwärts von Fulda gelegenen kleinen Städt­chen Hünfeld aus auf dem großen Umwege über das sachsen-weimar'sche Geisa um den zu erschließenden Bezirk herum nach Tann und Hilders. Die Vortheile der Bahn würden dann vielmehr hauptsächlich nur einem kleinen Theile des Kreises Hünfeld, welcher bereits von einer

aus den Flammen los und wälzte sich mit Fackeln an der Spitze dem Walde zu, an dessen Eingang Erika stand. Entsetzt wandte sie sich, um zu fliehen. Doch wohin? Zurück durfte sie nicht; um jeden Preis aber mußte sie dem Bereich des verrätherischen Feuerscheines entkommen.

Wie ein Pfeil flog sie von Angst beflügelt, vorwärts; doch von der Seite her drang der wilde lärmende Haufen näher und näher. Es dauerte nicht lange, so hatte man sie bemerkt, und der Ruf: „Halte! qui vive!“ machte ihr Blut erstarren. Sie sah gräßliche Gestalten vom Fackelschein beleuchtet und glaubte wilde Phy­siognomien zu erkennen, die ihr bereits auf Man­derscheid begegnet waren. Philipps Paß und der Brief des Obersten konnten ihr bei diesen wahr­scheinlich wenig nützen. Statt auf den Anruf stehen zu bleiben und ihre Papiere vorzuzeigen, sucht sie die Schnelligkeit, mit der sie dahinflog noch zu verdoppeln. Sie bedurfte auch solcher Eile, bald knallten mehrere Schüsse hinter ihr drein, unmittelbar darauf sausten rechts und links die Kugeln hart an ihr vorüber. Lange noch vernahm sie hinter sich das wilde Geschrei des Feindes; eine Kugel streifte sogar ihre Kleider, jedoch ohne sie selbst zu verletzen.

(Fortsetzung folgt.)

Rollbahn durchschnitten wird, ganz vorzugsweise aber dem sachsen-weimarischen AmtSgerichtsbezirk Geisa zu Gute kommen, also dem Auslande.

Unser Eisenbahnnetz zeigt sodann in der Mitte von Deutschland, da, wo Fulda liegt, eine bedeutende Lücke, indem es an einer direkten Verbindung von Westen nach Osten, zwischen dem oberen Fulda- und dem oberen Werra­thal , zwischen der Frankfurt-Bebraer und der Werra- Eisenbahn fehlt. Diese Verbindung, welche auch in stra­tegischer Beziehung nicht ohne Bedeutung sein dürfte, wird auf dem kürzesten Wege hergestellt durch eine Bahn von Fulda über Hilders nach Meiningen, die fast eine gerade Linie bilvet und die uns von der Regierung hier vorgeschlagene Bahn in ihrer größten Theilstrecke von Fulda nach Hilders mit eitthält. Rich Westen würde sie ihre Fortsetzung hab«i in der bereits bestehenden Linie Fulda-Gießen und »ach Osten in den Linien Ritschen Hausen-Erfurt und nach Koburg. Auf diese Weise wür­den aber nicht allein dem zu erschließenden Gebiete nach allen Seiten hin Berkehrsgebiete eröffnet, sondern auch noch andere weite, dem Verkehre bis jetzt noch nicht er- schloflene Gebiete des mittleren Deutschlands in das Eisenbahnnetz hineingezogen und auch dem allgemeinen Verkehre bedeutender Nutzen geschaffen werden.

Wenn nun auch unsere Regierung dermalen dem alten Projette Fulda-Meiningen ablehnend gegenübersteht, wäh­rend die sachsen-meiningensche demselben zugeneigt sein soll, so dürften doch vielleicht mit der Zeit Umstände eintreten, welche auch der ersteren das alte Projett in einem besseren Lichte und es alsdann als sehr erwünscht erscheinen lassen würden, wenn jetzt die Linie Fulda-Hil­ders und keine andere gewählt und in einer Weise gebaut wäre, daß die Fortsetzung nach Meiningen möglich wäre. Ich möchte deshalb zugleich an den Herrn Minister die Bitte richten, dieses alte Projekt nicht ganz aus dem Auge zu lassen und bei Anlegung der Bahn und des Bahnhofs in der Nähe von Hilders so zu verfahren, daß die Fort­setzung der ersteren nach Meiningen nicht erschwert wird.

Den Schluß der vorstehenden, sowie die Rtde des Regierungskommisiars, Geheimen Oberbauraths Grüttefien mußten wir, da uns der steno­graphische Bericht erst im Laufe des heutigen Vor­mittags zuging, für die nächste Nummer zurück­stellen.

* In der vorgestrigen Sitzung des Herren­hauses wurde der Gesetzentwurf betreff.nd die Landeskreditbank zu Cassel ohne Diskussion einstimmig genehmigt.

* Heute Abend trifft der Kommandeur der 42. Infanterie-Brigade, Herr General Stockmar, zur Besichtigung des Bezirkskommandos hier ein.

* Auf gesellschaftlichem Wege gelangten wir gestern in den Besitz eines Frankfurter Mattes, welches unter'm 9. vor. Mts. aus der damals „zu Ende gegangenen Schwurgerichtssession" einige „komische Jntermezzo's" verzeichnete, von denen wir das folgende noch nachträglich der stürmischen Heiterkeit unserer Leser überliefern wollen:

„Den guten Schluß machte ein junger Rechtsanwalt, in­dem er sich über die Fulder im Allgemeinen und feinen Mandanten Schäfer, der in so roher Weise einen Menschen niedergeschlagen hatte, im Besonderen ausließ. Aus seiner Rede ging hervor, daß er die Fulder für die uncioilifirteften, aber die wahrheitsliebendsten Menschen der Welt halte und b i er gar keine Milderungsgründe für die Brutalität seines Clienten finden konnte, so bat er gewissermassen um ein milderes Verbiet, weil biefer Fulder fei. Glück­licherweise argumentirten die Herren Geschworenen nicht in derselben Weise, sonst würde sich eine Aendernng des Strafgesetzbuches nothwendig machen. Der Gesetzgeber müßte alsdann einfügen: S So und so viel: „Ist der Angeklagte ein Fulder, so ist ihm diese Eigenschaft als mildernder Umstand anzurechnen." Wie wird der junge Herr Rechtsanwalt — fügt das betr. Blatt bei — wohl in Wirklichkeit über die ungemein sparsamen, genügsamen, allerdings etwas derben, aber arbeitsamen Fulder denken?

fPersonal-Chronik.s Ernannt: der Rechtsanwalt Vollert in Gelnhausen zum Notar für den Bezirk des Oberlandesgericht zu Eafsel, mit Anweisung seines Wohn- sitzes in Gelnhausen, der Gerichtsvollzieheramtsanwärter Schneider zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht in Steinau. — Entlassen: der etatsmäßige Gerichts- schreibergehülfe, Assistent Hirnpler in Folge seiner Ueber- nahme in den Bezirk des Oberlandesgericht zu Köln. — Ausgeschieden: der Oberlandesgerichtssecretair mit der Funktion als Kassirer bei der Justiz-Hauptkaffe Egger in Cassel in Folge seiner Ernennung zum Dberfecretair bei dem Reichsgericht in Leipzig.

* Cassel, 1. April. Gestern Abend von 8 Uhr ab sand die jährliche Generalversammlung des Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Ge­tränke im Saale des Palais-Restaurants statt, über deren Verlauf die ,C. A. Z.' folgendes be­richtet: Eröffnet wurde die Versammlung durch den derzeitigen Vorsitzenden, Herrn Bürgermeister Klöffler, der auch den Bericht über die Thätigkeit des Hauptvereins von 1885 erstattete, der eine immer gedeihlichere Entwickelung nimmt. Herr Dr. jur. Rudolf Osius berichtete über die Thätig­keit des hiesigen Bezirksvereins. Ein Haupterfolg desselben ist die Errichtung der „Volksküche", die sich des lebhaftesten Zuspruchs zu erfreuen hat. Ferner tritt mit dem morgigen Tage die : „Volkskaffeestube" ins Leben. Cassel ist ein fester Stützpunkt für die Mäßigkeitsbestrebungen

geworden und bezüglich der Mitglieder^! steht der hiesige Verein hoch oben in der bezüglichen Statistik der deutschen Städte. Am Ende des vorigen Jahres zähste der Bezirksverein 459 ordentliche und 88 außerordentliche Mitglieder, die sich seitdem noch wesentlich vermehrt haben. Im Bisthum Fulda ist das Interesse für die Ziele des Vereins ein ganz besonders rege«. Es ist da die Bildung besonderer Mäßigkeitsvereine in Angriff genommen worden, die Hand in Hand mit dem unserigen gehen werden. Der Herr Bischof hat nicht« versäumt, diese Bestrebungen noch zu fö-dern. In Marburg hat sich nur eine Ver­treterschaft gebildet. In Frankenberg dagegen ist ein Bezirks-V.rein erstanden. Hanau ist leider auch noch ohne einen solchen. — Herr G. Knetsch machte Mitteilungen über die Volksküche, deren Vorstand er angehört. Ein abschließendes Urtheil über diese Einrichtung ist jetzt noch nicht möglich, doch wird sie schon lebhaft frequentirt. Im Ganzen wurden bis jetzt in der Volksküche 57821 kleine und 4626 große Speise-Portionen und 4856 Brodportionen abgegeben. Der finanzielle Ueber- schuß beträgt 90 Mark. — Herr Bankier Fiorino erstattete den Rechnungsbericht. Derselbe war von den Revisoren für richtig befunden worden und erfolgte daher die Decharge. Dem Loose nach hatten au« dem Vorstand die Herren Dr. med. Schotten, Dechant Müller, O. Vogt, Pfr. Wolff, und Kaufmann Trost auszuscheiden. Dieselben wurden sämmtlich mit Ausnahme de« Herrn Trost, der Wiederwahl abgelehnt hatte, per Akklamation wiedergewählt. An Stelle de« Herrn Trost tritt Herr Justizrath Rieß in den Vorstand ein. Die Versammlung ermächtigte noch den Vorstanz, sich bei Bedarf aus der Mitgliederzahl zu vergrößern. Den letzen Punkt der Tag «ordnung bildete ein sehr interessanter Vortrag de« Herrn Dr. E. Schotten „Ueber gute und billige Ernährmtg de« Arbeiters". Eine ausschließliche Kartoffelnahrung ist ebenso für Hi Gesundheit des Menschen un- thunlich, wie eine bloße Pflanzennahrung. Viel­mehr darf wohl die Nahrung zum großen Thell vegetabilischer Natur, muß aber mit Fleisch in einer Weise gemischt sein, daß eine rationelle Er­nährung des Körpers stattfinden kann. Besonders empfehlenswerth und noch lange nicht genug ge­würdigt ist Fischnahrung, die auch nicht theuer ist, man denke nur an S ellfisch und Häring. Dem Redner wurde für seine Ausführungen am Ende lebhafter Beifall zu Theil.

* Rothenburg a. d. Tbr., 31.März. Die Aufführungen de« histori-chen Festspieles „Meister- trunk" der alten Tauberstadt wird wieder, wie seit 5 Jahren, an den bisher üblichen Tagen Pfingst- montag (14. Juni) und Kirchweihmontag (28. Juni) statlsinden.

• Aus Thüringen, 31. März. Wie man der .Kreuzztg.' telegraphirt, sind in Friemar bei Gotha 38 Wohnhäuser sammt Hintergebäuden ni-dergebrannt. Es ist Brandsttftung festgestellt.

Kirchliches.

Dem Hochwürbigen Kuratklerus ber Diözese wirb hier­mit bie zu Gunsten ber Rettungs-Anstalten zu Sannerz unb Maberzell in ber Fastenzeit vorzunehrnenbe unb vorher zu »erfünbigenbe Kollekte in Erinnerung gebracht unb angelegentlichst empfohlen.

Auszug

aus de« «egiftern des Staudesamt« Fulda, vorn 26. März bis 1. April 1886.

Geburten: Den 24. März: Christine FrieberikeAloyfia, T. bei Schuhmachers Nikolaus Heim. Karl FriebrichStefan, S. bei Schreiners unb Kleinhänblers Ambrosius Müller. Den 28.: Anna Maria Elisabeth, T. des Schuhmachers Johann Thomas Köck. Josef, S. bei Seifensiebers Heinrich Josef Knips. Den 30.: Hermine Bertha, T. bes Ziegelei- Werkmeisters Heinrich Friebrich Anton Finke. Den 31.: Friebrich Bernharb, unehel. S. einer Auswärtigen. Anbreas, S. bes Schlossers a. B. Karl Schüßler.

Sterbefälle. Den 26. März: Thekla Philippine, T. be« Taglöhners Johann Franz Fink, 1 I 3 M. 26. T. Den 27. r Anna Katharina Ney, Privatin, leb. St., 70 I. 17 T. De 28.: Justina geb. Ritz, Ehefrau bes Lanb- wirths Johann Abam Müller, 43 I. 9 M. 4 T. Den 29. : unehel. tobtgeborenes fiinb, männl. Geschlechts einer Ein­heimischen. Den 31.: Anna Margretha geb. Kreß, Wittwe des Schneibers Heinrich Josef Kreß zu Opperz, 74 I. 3 M. 26 T. Den 1. April: Katharina Margretha geb. Rübsam, Ehefrau bes Maurers Johann König zu Horas, 42 I. 7 M. 6 T.

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