übrigens verhindert.
seine Räthe mußten sich dann mit ihrer Rechnung I nach der Decke strecken. Der Reinertrag des Monopols wird nach der eingehend dargelegten Rechnung Richters noch unter 100 Millionen bleiben. Redner fürchtet vom Monopole gerade eine Ver- I mehrung der Trunksucht und führt das näher au«. Wenn von der Durchführung des Monopols so hohe Interessen abhängen, wie der Finanzminister ausgeführt, so wird eine Verminderung des Branntweinkonsums erst recht nicht eintreten. Selbst wenn das Branntweinmonopol 150 Millionen für I Preußen einbrächte, so bliebe dieser Staat noch I tief in der Deficit Calamität stecken und darum würde nach Annahme dieses Monopols das Tabaksmonopol und vielleicht auch das Braumo- nopol kommen. Redner verbreitet sich sodann über die politischen Gründe, die gegen das Branntweinmonopol sprechen. Nach der Erklärung des Frei- Herrn v. Hnene sei ihm nicht zweifelhaft, daß nicht nur das Branntweinmonopol, sondern überhaupt jedes Monopol von diesem Reichstage abgelehnt werde. Er hofft, daß die Kommission schnelle Arbeit mache und baldmöglichst das Monopol aus der Welt schaffe. Nach Richter nimmt der deutsch- konservative Abg. v. W edell-Malchow für die Vorlage das Wort. Während dieser Rede leerte | sich das Haus, und da auch noch der Herr Red- । ner sehr undeutlich sprach, so waren auf der Journalistentribüne nur abgerissene Worte von ihm verständlich. Morgen 1 Uhr wird die heutige Debatte fortgesetzt.
* Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich heute unter schwacher Betheiligung mit der ersten Berathung des Entwurfs einer Kreisordnung für die Provinz Westfalen, sowie des Entwurfs eines Gesetzes über die Einführung der Provinzialordnung vom 29. Juni 1875 in der Provinz West, falen. Bekanntlich war der dem Provinziallandtag zu Münster zur Begutachtung vorgelegte Gesetzentwurf in vielen wichtigen Punkten abgeändert worden. Der Provinziallandtag war bei seinen Abänderungsvorschlägen von dem Grundsatz ausgegangen, daß in erster Linie eine wirkliche Selbstverwaltung in Gemeinde, Kreis und Provinz angebahut und daher der bureaukratische Einfluß möglichst fern gehalten werden müsse. Daher die Forderung der Wahl der Amtmänner, die Nicht- Wählbarkeit aller Personen, welche ein der Aufsicht des Laudrathes unterstelltes und besoldetes Amt bekleiden, zum Kreistage, die Bestimmungen über Macht und Ernennung der Landräthe, die Ausschließung der Landräthe von der Wahl zum Landtage, endlich die Schaffung anderer Wahlkörper für die Wahlen zum Provinziallandtage. Die Vorlage wurde nach längerer Debatte an eine Llgliedrige Kommission überwiesen. — Montag: Kultus-Etat.
»Augsburg, 3. März. Der hochwürdigste Herr Bischof Pankratius hat foeben einen herrlichen Fasten-Hirtenbrief an seine Diözesanen erlassen. Mit wahrhaft ergreifenden Worten werden
rumelischen Zollfrage vertage.
* London, 4. März. Das Unterhaus be- rieth den Antrag Holmes, das Haus wolle das Budget der Civilverwaltung von Irland nicht berathen, bevor es Kenntniß über die Politik der
er für wünschensmerth gehalten -hat. Höchst wahrscheinlich wird diese kuriose Privatklage schon in den nächsten Wochen endgiltig der bereits sehr stattlichen Sammlung von Michelis-Anekdoten einverleibt werden können. Ob der Herr Professor
Keiner Silbe mächtig, stand Antonius einen Augenblick vor dem Regenten. Was dieser von ihm verlangte, war ja unmöglich. Seine Wangen färbte eine dunklere Gluth, und feine Augen sprühten, als er bann in geflügelten Worten den Kurfürsten beschwor, ihn sogleich dem Feinde gegenüber an die Grenze zu senden.
Mit Wohlgefallen ruhte der milde Blick des Herrschers auf dem schönen Jüngling, aus deffen Zügen Hochsinn und Thatkrafr leuchteten.
„Glauben Sie mir, Herr Graf," sagte er ernst, „Ihre edlen Gesinnungen reiften mir zu schätzen, und nicht ohne reifliche Ueberlegung haben wir Ihnen die Vertheidianng jener wichtigen Burgen anvertraut, reo Ihnen leider vielleicht bessere Gelegenheit geboten wird, Ihren Muth und Ihr Geschick zu zeigen, als im gemeinsamen Kampfe an der Grenze. Es bleibt dabei! Gehen Sie mit Gott, junger Mann."
Antonius versuchte kein Widerstreben mehr. „Ich danke Eurer Durchlaucht für das mich ehrende Vertrauen und bitte unterthänigst um den Erzbischöflichen Segen," sagte er, indem er nieder- kniete und demüthig das Haupt senkte. Nachdem Clemens Wenzeslaus ihm die Benediklion ertheilt hatte, eilte Graf Boos mit einem reild wogenden und brandenden Wirbel von Gedanken dem Keffel« städtischen Hofe zu.
In einem mit weichen Gobelins belegten, hohen, geräumigen Schlafgemach fand er den Freund
Ordnung in Irland habe. Gladstone erklärte, die Frage der sozialen Ordnung, der Bodengesetze sowie der künftigen Verwaltung in Irland seien .... r... , so innig verkettet, daß sie getrennt nicht zu lösen
Welt nicht immer alles den Lauf nimmt, welchen j ^ien. Die Regierung wolle eine Besserung der ->" m>hnlten -bat. fiöthft wahr- I |0.ja[en Ordnung nicht durch Repressivgesetze,
sondern durch Maßregeln herbeiführen, die mit den Bodengesetzen und der Verwaltung Irlands verbunden seien. Das Boycottingunwesen werde
Katholischen Presse besonders Lob, gespendet und ein Telegramm an den Erzbischof gesandt war, die Versammlung mit einem Hoch auf den Erzbischof geschloffen wird. (Fr- Z)
Ausland.
• lieber die Wirkung des serbisch-bulgarischen Friedensschluffes auf Griechenland, berichtet die .Agence Havas' aus Athen: „Die Unterzeichnung des Friedens zwischen Serbien und Bul- garten verändert keineswegs die Sachlage in Griechenland, da zwischen Griechenland und Serbien niemals diesbezüglich ein Einvernehmen bestand. Demnächst findet eine Verschiebung der griechischen Truppen an der Grenze statt, welche eine Annäherung der zweiten Linie gegen die erste und der dritten Linie gegen die zweite bezweckt. Diese Verschiebung wird wahrscheinlich die Einberufung neuer Reserveklaffen zum Einrücken in die dritte Linie erheischen. Diese schon feit längerer Zeck festgestellten Maßnahmen beweisen nur, daß Die bereits eingeschlagene Politik fortgesetzt werden soll. Man glaubt allgemein, daß gegenwärtig kein Grund zur Demiffion des Kabinels vorhanden sei.
* Konstantinopel, 4.März. Frankreich hat erklärt, daß es seine Zustimmung zu dem türkisch- bulgarischen Abkommen bis zur Regelung der
Päpstliches Dekret in der
Selig- und Heiligsprechuugs- Angelegenheit des ehrwürd. Dieners Gottes
Clemens Maria Hofbauer, Profeßpriester der Kongregation des allerheiligsten Erlösers und vorzüglichsten Verbreiters derselben über die Frage: Ob jene Wunder, welche der Diener Gottes gewirkt haben soll, wirkliche und erwiesene Wunder seien.
Gottes treuer und kluger Diener, der ehrw. Clemens Maria, erfüllte gewissenhaft das Amt, welches ihm der himmlische Hausvater übertragen hatte, zu bearbeiten seinen Acker, „wie ein bewährter Arbeiter und em guter Haushälter der mannigfaltigen Gnade Gottes" (II. Tun. 2- i. Petr. 4). Die Genossenschaft, welche der hl. Bischor Alphonsus von Liguori zu Ehren des göttlichen Erlösers und zum Heile der Seelen wie ein schlichtes Reis m den Boden Italiens senkte, verpflanzte er in die nördlichen Gegenden Europas und zog es heran zu einem großen gewaltigen Baume. Wien in Oesterreich war zumal m Ben letzten 12 Jahren seines Lebens der Schauplatz seiner Tha- ten. Dorthin hatte eine glaubenslose Pseudophilosophie
tief gifräntt, zu ihrem Ritter und Vertheibiger zu stempeln! Die Geschichte wird ordentlich ro- mantisch!" Wieder lachte er so herzlich und an- steckend,' daß selbst Antonius ein tiefes Lächeln nicht unterdrücken konnte.
Graf Boos hatte sich unmuthig in einem Ruhesessel geworfen und starrte gleich darauf in brütendem Sinnen vor sich nieder. Nach einer Weile schaute er empor: „Herr Hauptmann Lamberti!"
„Zu Befehl, Herr Major Graf Boos von Walbeck!" antwortete Joseph lächelnd, indem er sich militärisch emporrichtete.
„Herr Hauplmann Lamberti, hiermit Ihnen zur Kenntnißnayme, daß weder Sie, noch einer von der Mannschaft mich, so lange wir uns auf Manderscheioischem Gebiet befinden, anders als gut bürgerlich: „„Major Boos"" zu nennen hat. Den Grafen von Boos-Waldeck darf Niemand dort zu hören bekommen, widrigenfalls die schärfsten Strafen in Anwendung gebracht werden."
„Aber, Antonius —"
„Kein Aber, Joseph! Wenn Du mein Freund bist, so wirst Du dafür sorgen, daß mein Befehl ausgeführt wird. „Ich verlange diesen Dienst | von Deiner Freudschaft." _
„Na, mir kann's recht fein," brummte Joseph.
„Aber ich begreife noch immer nicht."
(Fortsetzung folgt.)
auch die übrigen 200 katholischen Zeckungen Deutschlands, die kirchlichen Verkündigungsblätter, und vor allem die Herder'sche Literarische Anstalt, in welcher die authentische Uebersetzung der Encpklika | erschienen ist, mit einer Privatklage beehrt hat, ist uns noch nicht bekannt geworden.
»Heidelberg, 4. März. Die Landesver- fammlung Der katholischen Volkspartei war von I etwa 400 Personen, darunter zahlreichen Geistlichen besuckt. Jakob Lindau (Heidelberg) eröffnet die Versammlung, worauf Dr. Fischer (Heidelberg) zum Präsidenten und Benz, Dekan des Landkapitels Heidelberg, zum Vizepräsidenten gewählt werden. Nach längerer Rede des Reichstagsabgeordneten Marbe-Freiburg spricht Lindau, der ein Hoch auf dm Erzbischof und den Landesfürsten ausbringt. Dekan Benz polemisirt gegen die moderne Schule. Sämmtliche Freiburger Resolutionen werden ein- | stimmig genehmigt, worauf, nachdem Lindau der I feiner harren. An vergoldeter Kette schwebte hier in der Mitte des Raumes eine mattgeschliffene Ampel von rothem Krystall, die einen magischen Schimmer warf über kostbare Gemälde, von der Decke bis auf den Boden reichende Spiegel in verzierten Rococco-Nahmen, sowie über massive, mit Schuitzwerk versehene Wasch- und Toilette- Tische, schwellende Divans und Seffel und ein mit hohem Baldachin überwölbtes, von schweren Purpur-Seidenstoffen umgebenes Bett. Augenscheinlich in angenehme Träumereien gewiegt, — feinen Mund umspielte ein glückliches Lächeln als Antonius eintrat — lehnte Joseph in dein Sammetpolster eines Divans.
„Welche Nachrichten bringst Du?" rief er । fröhlich.
„Ich bringe die Mittheilung," erwiderte Graf I Boos finster, „daß wir als Besatzung der Schlösser I von Manderscheid ausersehen find."
Joseph fuhr empor. „Du scherzest!" rief er aus.
„Sehe ich aus, wie Einer, der Lust zum Scherzen hat?"
Wahrlich, Deine Mienen sind düster genug," versetzte Joseph noch immer zweifelnd. „Aber Mensch," rief er bann plötzlich in Helles Lachen ausbrechend, „welche tolle Laune entfaltet denn das Schicksal! Stachelt Dich erst an, in tollem Uebermuth die Gunst der reizenden Gräfin zu erwerben, um Dich bann, verschmäht von ihr und
den Eltern die Pflichten christlicher Erziehung der Kinder an's Herz gelegt. Es wird hingewie- feit, daß nur in der Wiedererweckung und Belebung des christlichen Geistes die G.währ einer besseren Zukunft, die Rettung vor dräuenden Ge- fahren der gegenwärtigen Zeit erhofft werden kann.
» Rottenburg, 3. März. Der diesjährige Fasten-Hirtenbrief des hochwürdigsten Herrn Bischofs Dr. v. Hefele handelt von der Vorbereitung auf einen guten Tod als der wichtigsten Lebensaufgabe, von der die ganze Ewigkeit abhäugt.
• Karlsruhe, 3. März. Wir lesen im ,Bad. Beob.': Herr Professor Dr. Michelis in Freiburg läßt wieder einmal von sich hören. Der gute Herr fühlt sich nämlich persönlich beleidigt, und zwar durch keinen Geringeren, als den hl. Vater Papst Leo XIII. selbst, welcher in seiner Encyklika vom 6. Januar d. I. an die Erzbischöfe und Bischöfe Preußens die Altkatholiken als „trügerische Menschen" bezeichnet habe, „welche neue und schlimme Lehren ausstreuten, und solche, die sich täuschen ließen, als Jünger zu gewinnen sich be- mühten." Da nun der hl. Vater sowohl als Aus- länber, als auch wegen seiner Exterritorialität und Sonveränetät für eine Privatbeleidigungsklage des I Herrn Proseffors unerreichbar ist, fo hat sich Herr I Michelis mit einer Privatklage gegen den verant- wörtlichen Redakteur des ,Bad. Bevbck begnügt, welcher das Verbrechen wagte, jenes offizielle Aktenstück Sr. Heiligkeit de« Papstes im Wortlaut zur Kenntniß feiner Leser zu bringen. Einen Erfolg v,.r ..........................
hat Herr Michelis mit seiner Klage bei uns jeden- Negierung für die Aufrechterhaltung der sozialen falls erreicht, nämlich einen großen Heiterkeitserfolg. ' - - ■ - - ",r un —
Daß er gerade diesen Erfolg beabsichtigt hat, möchten mir bezweifeln, indessen dürfte die Erfahrung den Herrn Professor lehren, daß in der