kirchlichen Grundsätze verleugnete, so kommt das gewiß daher, weil das Pciesterseminar immer ausgezeichnete, untadelhaste, kirchlich gesinnte Männer an der Spitze sah. Nunmehr die Hälfte des Fuldaer Klerus verdankt dem Herrn Regens Dr. Georg Komp seine Erziehung, der seinen Zöglingen immer ein Muster der Thätigkeit, des Seeleneifers, der Einfachheit und Anspruchslosigkeit, ächt kirchlicher Gesinnung und priesterlichen Wandels gewesen. Am 14. Februar (welcher Tag dem Herrn Jubilar besonders ehrwürdig ist, weil an demselben Tage auch sein sel. Onkel, der 1846 verstorbene Regens Heinrich Komp, zu dem gleichen Amte ernannt war) ließen die Zöglinge des verehrten Herrn eine Ehrengabe überreichen, mit der Bitte, sie zu einem kirchlichen Zwecke zu verwenden; die gegenwärtrg in Würzburg studirenden Theologen sandten durch eine Deputation eine sinnig ausgestattete Adresie; viele Glückwunschschreiben und Telegramme liefen ein; und vor allem ist die schon in diesem Blatte berichtete Auszeichnung seitens des obersten Hirten der Kirche hervorzuheben. Möge es dem verehrten Herrn Jubilar vergönnt sein, in seinen mehrfachen Stellungen noch recht lange und segensreich in seitheriger Rüstigkeit zum Besten der Diözese zu wirken, möge ihm insbesondere die Freude beschieden sein, bald das Priesterseminar in seiner früheren Ver- faffung und Blüthe wiederhergestellt zu sehen!
* Der auf Grund der neuen Kreisordnung gewählte Kreistag ist dem amtlichen ,Krbl/ zufolge seitens des Ausführungskommissars Herrn Landraths v. Trott zur Prüfung der Legitimation der Kreistagsmitglieder und zur Wahl der Mitglieder des Kreisausschuffes auf den 13. März l. I-, Morgens 9 Ugr, in das Landrathsamts- Lokal berufen worden.
* Auch Herrn v. Puttkamer's Reden zur Polenfrage (gedruckt in der Norddeutschen Druckerei und Verlagsanstalt, Wilhelmstraße Nr. 32) werden jetzt in besonderen Beilagen mit den Kreisblättern verbreitet, so beispielsweise mit dem gestrigen .Fuldaer Kreisblatt'. Es wäre intereffant, festzustellen, meint die .Freis. Ztg.', ob diese be
sonderen Beilagen aus dem Fonds jedes einzelnen Kreisblattes bezahlt sind, oder ob die Norddeutsche Druckerei aus bloßer Verehrung für den Minister v. Puttkamer desien Reden unentgeltlich auch den Kreisblättern im Lande zum Beilegen überweist.
* Kramer, Sec.-Lt. von der Landw.-Jnf. des 2. Batt. (Fulda) 1. Hess. Landw.-Reg. Nr. 81, ist der Abschied bewilligt. — Ritter, Wirklicher Geh. Kriegsrath, Militär-Intendant des 11. Armeekorps, ist auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand versetzt.
* Poppenhausen, 18. Febr. Am vorigen Sonnabend verunglückte der Bauer Wilhelm Baier von Huhnrain dadurch, daß er, von Fulda kommend, mit Wagen und 2 Pferden oberhalb der Huhnmühle einen steilen Abhang hinab rutschte, wobei Baier einen Bruch der oberen Kinnlade und sonstige Verletzungen erlitt. Die Pferde waren weniger beschädigt. Aerztliche Hilfe wurde herbeigeholt. (G. K.)
* Am 3. Mai d. I. beginnt in der kgl. Präparandenschule zu Fritzlar ein neuer Cursus und ist die Aufnahme-Prüfung auf den 4. Mai c. an- gesetzt. Anmeldungen hierzu sind bis zum 1. April c. an den Vorsteher der Anstalt, Herrn Pyroth in Fritzlar, einzureichen.
R. Aus dem Freigericht, 19. Febr. In welch' anerkennenswerther Weise der Gesangverein „Cäcilia" zu Somborn das rege Walten und die aufopfernde Thätigkeit seines Dirigenten zu würdigen weiß, gab der am ve,floffenen Sonntag angeregte Festakt glänzendes Zeugniß. Nachdem besagter Verein die Feier eingeleitet und die Strophen des Liede» „Gott grüße Dich" gesungen waren, überreichte der Vereinspräsioent dem Dirigenten das ihm vom Verein gewidmete Ehrengeschenk mit Anfügung eines recht herzlichen und sinnreichen Spruches, der vom Dirigenten in Dankesworten erwidert wurde. Das Geschenk bestand in einer sehr werth- und prachtvollen Lampe. Einsender dieses erlaubt sich die symbolische Bedeutung des Geschenkes in Bezug auf den Verein in kurzen Worten zu schildern. Am Fuße der Lampe steht nämlich ein Adler, der seine Flügel schützend über
den Verein ausbreitet. Unter demselben liegt lauernd der Feind, die Schlange, die ihre giftige Zunge ausstreckt. Der Adler, als Schirmer des Vereins, dieses gewahrend, setzt der Schlange seinen kralligen Fuß auf den Bauch und seinen starken hackigen Schnabel in bereit Zunge, um so jede Schädigung abzuwehren. Möge es dem Verein vergönnt sein, auch fortan sein einiges Wirken in der Pflege der schönen Kunst des Gesanges zu j entfalten, damit wir des Genuffes der schönen
Lieder, welche zeitweise wir zu hören das Glück haben, uns immerhin erfreuen können.
* M e ckbach, 18. Febr. Ein Handelsmann aus Minden macht hier und in der Umgegend eigenthümliche Angebote. Unter dem Vorgeben bankerott zu sein und sein Waarenlager weit unter dem Einkaufspreis loszufchlagen, bietet er Handtücher, Tischtücher und auch Kleiderstoffe an. Die Preise von 20 Pf. für ein gutes Handtuch und M. 1.50 für ein Tischtuch wären nun auch wirklich billig, wenn nicht der Handelsmann an deren Kauf die eigenthümliche Bedingung stellte, daß man für 75 Mark einige Stücke Tuch mitkaufe. Und hierin scheint das eigenthümliche „Geschäft" zu stecken. Ein Einwohner in Mecklar, der vor Jahresfrist sich verleiten ließ, auf den Handel einzugehen, mußte hernach, als die Stoffe aufgerollt wurden, die Entdeckung machen, daß er gründlich betrogen fei. Das Zeug war absolut unbrauchbar. Mögen diese Zeilen zur Vorsicht mahnen.___________________________(Hersf. Z.)
Gottesdienst-Ordnung in Fulda.
Sonntag den 21. Februar.
Domkirche: Um 51/2, 6, 68/4 u. 7V» U. hl. Messen; um 9 Uhr Hochamt mit Predigt; um IM/4 Uhr Christenlehre für die Jünglinge und um 1 Uhr für die Jungfrauen ; um 4 U. Predigt und Abendandacht und um 7 U. Erzbruderschaft zum hl. Herzen Mariä und Stiftungsfest in der Mariakapelle. — Stadtpfarrkirche: 51/« Uhr hl. Messe mit Predigt; 7 U. hl. Messe; 8 U. hl. Messe mit Predigt; 91/2 U. Hochamt mit Predigt; 11 U. hl. Messe; ll>/2 U. Christenlehre für die Jünglinge und um l11» U. für die Jungfrauen; 2 Uhr Nachmittagsandacht. — Michaelsberg: 10 U. hl. Messe. — Hospital- kirche: 8 U. Hochamt, 4 U. Abendandacht.— Frauenberg: 8 U. hl. Messe; 2 Uhr Predigt und Bruderschaft.
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Fulda, den 19. Februar 1886.
Der Oberförster
Hohenfee.
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6*/r CordKbube, Tucluehuh.^ («xer Tuoluohl. M. 11. Bei grO««w At*‘h'*1 ™ <>‘W« lUti« a. Engelhardt Zeih.
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