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Montag, den 15. Februar

1886,

Fuldaer

(Schluß folgt.)

* Das allgemein verbreitete Gerücht, daß die

zu wetteifern schienen.

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ordnungslie- — die ver»

Stäbe in den mit dem gold- in der Farbe

in den Monaten März und April, jedoch während der Schulzeit nur Sonnabends, Vorträge zu halten: 1) Heber E. M. Arndt's vaterländische Wirksamkeit; 2) über Ludwig Uhland, den treuen Baterlandsfreund; 3) über Max v. Schenkendorf und Preußens Fall und Erhebung; 4) über Theodor Körner und Lützow's Freischaar. Alle diese Vorträge sind während der letzten Jahre im hiesigen Bildungsverein gehalten worden, der erste auch im hiesigen Turnverein, der zweite auch im „Museum" zu Fulda. Hersfeld, den 8. Februar 1886. Verlit, Oberlehrer.

Wer waren denn die zwei Verherrlichten?

Alle katholischen Blätter find es der historischen Wahrheit schuldig, ihren Lesern in Stadt und Land

Main ertönen, und da er, heuchelnd und lügend, vorgab, er werbe für Kaiser und Reich, strömten ganze Schaaren von Fußvolk und Rittern zusammen.

Kaiser abtrünnig und lud die Ritterschaft zu einem Konvent nach London ein. In großer Anzahl er­schienen die Ritter und mit Leichtigkeit gelang es der Beredtsamkeit von Sickingen's, einen hochver- rätherischen Bund zu Stande zu bringen, in wel­chem er zum Bundeshauptmann gewählt wurde.

war. Der Sohn war eines solchen Vaters wür- * Das allgemein verbreitete Gerücht, daß die big. Anstatt durch das schreckliche, aber verdiente kirchenpolitische Vorlage heute pulizirt werden Schicksal seines unglücklichen Vaters sich abschrecken ' " ' " ' ’' '

zu lassen, suchte er den Vater noch zu überbieten.

soll, hat sich nicht bestätigt. Es wird sogar im Gegentheil jetzt versichert, daß die Verhandlungen mit Rom noch nicht zum definitiven Abschluß ge­diehen seien.

über Franz aufzuheben, trat dieser zwar in kaiser liche Dienste und übernahm das Kommando von 8000 Mann, welche im Verein mit dem schwäbi­schen Bund gegen den Herzog Ulrich von Württem­berg zogen; aber durch Ulrich von Hutten und Brandschriften aufgestachelt, wurde er 1522 dem

gen, der, weil er sich zahlloser Räubereien und Friedensbrüche schuldig gemacht hatte, vom Kaiser Maximilian zur Enthauptung verurtheilt worden

Deutsches Reich.

Berlin, 14. Februar.

Zum „Hutten-Tickingen-Derrkmal".

* Von Hersfeld ausgehend machen gegenwärtig folgende Nachrichten die Runde durch verschiedene Blätter „nahen und entfernteren Gebietes":

Hersfeld, 8. Febr. Gestern hat sich hier ein Ho mite konstituirt, welches für den Regierungsbezirk Cassel Bei­träge für das auf der Ebernburg zu errichtende Hutten- Sickingen,Denkmal sammeln will. Diesem KomitS gehören an die Herren Gymnasialdirektor Dr. Duden als Vorsitzender, Rektor Dr. Hayner aus Schlüchtern als Stell­vertreter, die Oberlehrer Berlit und Oertel als Schriftfüh­rer, Gymnasiallehrer Hafner als Kassirer, ferner Rechtsan­walt Craß und Oberlehrer Dr. Zuschlag in Caffel. Dr Hayner war früher für ein Hutten-Denkmal auf dem Steckelsberg thätig und deshalb Mitglied des Kreuznacher * Hauptkomits's. Von Oertels Vater, dem verstorbenen Pfarrer und allbekannten Volksschriftsteller ist der Gedanke zu einem Hutten-Sickingen-Denkmal im Anfang der 60er Jahre angeregt worden. (Hersf. Ztg.)

Ein zweiter dieSbctrcffender Artikel lautet:

Hersfeld, 9. Febr. Die ,Hersf. Ztg.' schreibt: Ueber die Sickingen-Huttengruppe von Karl Sauer wird uns geschrieben: Gruppirung: Zur Linken des Beschauers Sickingen, zur Rechten Hutten, Sickmgen, eine kraftvolle, untersetzte Figur mit stattlicher Leibesfülle, vollständig ge. harnischt, auf dem Kopfe einen breiträndrigen, nach der Seite herabgedrückten Hut mit wallender Feder, der das edle, geistvolle und klare Mannesantlitz frei läßt, ist etwas nach dem zu seiner Rechten stehenden Hutten zugewendet. Hutten, eine schlanke Figur, mit einer Schaube, Weste, Schlitzhose bekleidet, auf dem Kopfe ein Maret, ein Schwert um die Hüfte, wendet sich in lebhafter Bewegung dem ruhig und würdevoll dastehende» Sickingen zu. Der Ober­körper ist nach vorn gebeugt, das linke Sein hat einen Schritt vorwärts gethan. Mit der linken Hand streckt er eine Pergamentrolle vor, die rechte hat er zu Sickingen er­hoben. Der Bewegung des Leibes entspricht die innere • • Erregung, mit welcher er zu seinem Freunde redet, offen­bar um diesen für die Ideen der Reformation und deren gutes Recht zu erwärmen Hochaufgerichtet und die Augen fest auf Hutten's Antlitz geheftet, lawcht Sickingen dessen begeisterten Worten. Was in seinem Innern vorgeht, be­kundet die Bewegung, die er macht. Es ist der Gedanke, daß mit dem Worte und der Schrift allein der so warm verfochtenen Sache nicht gedient sei, sondern daß man ihr mit mannhafter That und gewappneter Hand Raum und Anerkennung schaffen müsse. So greift denn der streitbare Held nach dem Schwerte, das er am Knaufe haltend, be­reits ein wenig aus der Scheide gelüftet hat.

Das .Fuldaer Kreisdlatt', welches die erster­wähnte obige Nachricht in seiner jüngsten Nummer nachdruckte, brachte gleichzeitig im Jnseratentheil das Folgende:

Hutten-Sickingen-Denkmal auf der Ebern - bürg bei Kreuznach. Zum Besten des Hutten- Sickingen-Denkmals ist der Unterzeichnete bereit, in 1 i Vereine der im Regierungsbezirk Caffel gelegenen Städte

Hier waltete sichtlich überat i bende Hand. Und in der Thar wittwete Frau Verwaltungsrath Lehrbach war be­kannt dafür, daß ihre wohlwollend Freundlichkeit, . ihre sanftmüthige Güte und ihre siete Bereitwillig­keit, Anderen nach Kräften mit Rath und Thal zu helfen, wenn möglich nur noch von ihrem Fleiße und von ihrer Liebe zur Ordnung über»

Es war ein trauliches heimliches Stübchen. An den beiden nicht hohen Fenstern hingen blen­dend weiße Gardinen; die einfachen aber guten Möbel, kräftig gearbeitet, wie man sie zu unserer Großelternzeit liebte, zeigten Geschmack in der Aufstellung. Das schärfste Auge hätte vergebens nach einem Stäubchen auf den Stühlen, dem Glaskasten, den Bilderrahmen oder auf dem Sopha gesucht, das mit zierlichen Häckelarbeiten belegt war. Ueber dem Blumentische, auf dem wohlge­pflegte Blattpflanzen eine hübsche Gruppe bildeten, hing ein Käfig, dessen messingene ' ' Strahlen der Sonne erglänzt - und gelben Gefieder des Kanarienvogels

lcu Mein ist die Rache. 1

Original-Erzählung aus unseren Tagen.

--------- (Nachdruck verboten.)

die bcioen Zeitgenossen Luther's zu zeichnen, damit ..... .. „ o

jeher Bürger und Bauer erkennen kann, für welche Nun ließ er seine Werbetrommel am Rhein und Professoren, Oberbürgermeister und selbst ein ge- “ ' ' ' ---

wesener Minister schwärmen und sich begeistern.

1) Franz von Sickingen, am 1. März

1481 auf der bei Kreuznach gelegenen Ebernburg

geboren, war der Sohn Schweikart's von Sickin-

** Der Reichstag berieth gestern den Antrag Rintelen, wonach ein Arbeitgeber oder Angestellter eines Arbeitgebers, welcher einen als Arbeitnehmer im Lohne desselben stehenden Deutschen wegen Ausübung oder Nichtausübung öffentlicher Wahl­oder Stimmrechte in bestimmter Richtung aus der Arbeit entläßt oder im Arbeitsverdienst verkürzt, oder mit solchen Maßregeln bedroht, mit Ge- fängniß nicht unter drei Monaten und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte bestraft wird. Abg. Dr. Windthorst begründete den Antrag unter Hinweis aufVorkommnisse im rheinisch-westfälischen Industrie« bezirke. Abg. v. Puttkamer-Plauth (kons.) bekämpfte den Antrag, der nur die Wirkung haben könne, die Autorität zu untergraben und dazu juristisch ganz mangelhaft sei. Abg. Träger (freis.) bean­tragte Verweisung des Antrags an eine Kommission, die sich mit der Aufstellung von Cautelen für eine freie und unbeeinflußte Wahl beschäftigen soll. | Abg. Graf Behr (Rerchsp.) wies auf Wahlbeein« I flussungen seitens der Geistlichen und Kapläne hin Hand und schien bald mit gewohnter Emsigkeit in ihre Beschäftigung vertieft zu sein. Doch ihr Blick ruhte nicht auf den üppigen Saaten und den saftigen Wiesen, durch welche der Neckar seine silberglänzenden Wellen dahingleiten ließ, sie sah auch nicht die dichtbewachsenen Berge, welche in mäßiger Höhe das weite, das reizende Thal fast vollständig im Kreise umschlossen und deren dunkle Tannenwaldungen in gefälligem Gegensatz von dem hellen Grün des Thales und dem milden Blau des Himmels abstachen. Wie lange sie so ge­sessen, das mochte die Frau Räthin wohl selbst nicht wissen, als sie jetzt mit einiger Hast, die sonst nicht in ihrem Wesen lag, auffuhr und mit der noch immer hübschen Hand über Stirne und Augen strich.

„Da bin ich schon wieder am Träumen und Grübeln, eine Beschäftigung, die recht nutzlos ist," schalt sie sich selbst. „Was ich nur haben mag?" fuhr sie dann sinnend fort: „Mich drückt etwas. Sind es unbewußte Ahnungen kommen­den Unglückes, oder mache ich mir wirlich Sorgen um Julius? Doch was könnte ihm drohen?"

Die Wutws war aufgestanden und ging einige- male im Zimmer auf und ab. Dann blieb sie wieder stehen und setzte ihr unterbrochenes Selbst­gespräch fort:

Sengend und brennend, plündernd und mordend zog Franz v. Sickmgen durch die fränkisch n, schwä­bischen und rheinischen Gaue — ein Raubritter im vollsten Sinne des Wortes. Natürlich wurde dafür über ihn die Reichsacht ausgesprochen; aber einerseits v.rtrauend auf die Machtlosigkeit der kaiserlichen Reichsgewalt in damaliger Zeit und anderseits auf die große Zahl der Landesknechte, die sich freudig um die Fahne des kühnen Aden- teurers sammelten, bot Franz von Sickmgen der ausgesprochenen Reichsacht Trotz und fuhr fort zu sengen und zu brennen, zu morden und zu plün­dern. Er war kein Schatten eines ehrenhaften, freien Ritters früherer Jahrhunderte, der für Gott und Vaterland, für Freiheit und Sittlichkeit in den Kampf zog, sondern was ihn antrieb, war unbän­diger Ehrgeiz und wilde Rauflust. Nicht die hohe, erhabene Idee des mittelalterlichen Ritterthums, welche so viele Tausende zu Kreuzfahrern machte, beseelte Franz von Sickmgen, sondern Förderung seiner persönlichen Interessen und schnöder Geld- gewinn waren es, wofür er das Schwert ergriff.

Als die Noth den Kaiser zwang, die Reichsacht troffen wurde. — Das Zimmer war leer; eine Handarbeit auf dem Nähtische zeigte jedoch, daß die Frau Räthin, wie sie kurzweg von Jedermann genannt wurde, nur auf wenige Augenblicke das Zimmer verlassen habe; denn die Nadel steckte noch in der Arbeit und der Fingerhut mit her Scheere lagen daneben, Umstände, welche bewiesen, daß die Wittwe nicht ferne sei.

Die Thür öffnete sich jetzt und eine Frau von etwa 60 Jahren trat ein. Die Frau Räthin Lehrbach war eine einnehmende Erscheinung, und man konnte auf den ersten Blick sofort begreifen, daß die würdige Matrone von den Frauen der kleinen Prooinzialstadt verehrt, von den Männern hochgeachtet, von allen geschätzt, ja geliebt, und von Niemanden gehaßt werde.

Von Niemanden? Wenn der Haß nur unwür­dige Menschen verfolgt — wer hätte dann die Frau Räthin hassen sollen?

Der milde Ausdruck des intelligenten, wohlge­formten Gesichtes wurde noch gehoben durch das stark ergraute Haar, das sich in, bei diesem Alter ungewöhnlicher Fülle unter der zierlichen Haube zeigte und zu beiden Seiten in zwei mit Sorgfalt gepflegten Locken hervorquoll.

Frau Lehrbach setzte sich auf den Stuhl vor ihrem Nähtischen nieder, nahm ihre Arbeit zur '

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