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(Fortsetzung folgt.)

Auf geheimnisvolle« Wege«.

Roman von J. Mrafttt.

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der Kirche keinerlei Schaden leide und das innere Leben derselben keinerlei Störungen preisgegeben werde, genügte dies alles nicht, hätten Wir nicht gleicher Zeit all' Unser Ansehen und all' Unsern Eiser auf Beseitigung der gegenwärtigen Schwierig« leiten verwendet. Deshalb haben Wir keine Sorge gescheut, keine Mittel unterlaffen, um den Wider­ruf jener Gesetze herbeizuführen, welche der Kirche langwierige Bedrängniß und euch eine reiche Saat der Mühen erzeugt haben. Und so stark war und ist noch jetzt Unser Streben, Frieden und Eintracht auf festen Grundlagen wieder herzustellen, daß Wir den obersten Staatslenkern zu erklären nicht ver­säumten, Wir würden ihnen so weit entgegenkom­men, als die göttlichen Gesetze und die Gewissens- pflicht es gestatte. Wir haben sogar kein Bedenken getragen, diese Unsere Absicht durch offenbare Be­weise kund zu thun, und sind fest entschlossen, auch in Zukunft nichts zu unterlaffen, was zur Wieder­herstellung und Befestigung der Eintracht beitragen

„Da» Haus dort drüben ist Ihre neue Heimath, Giralda," rief er aus, „es ist so lange Ihre Heimath, bis Sie mir versprechen, es als meine Braut an meinem Arme zu verlassen, um in mein eigenes Hau» als deren Herrin einzuziehen! lieber- »eugen Sie sich, wie einsam und verlassen er liegt! Hier wird Sie Niemand entdecken!"

Ein Knall mit der Peitsche und die große Pforte vor dem Rasenplatz öffnete sich. Der Graf fuhr, nachdem er dieselbe erreicht hatte, hindurch und hielt gleich darauf vor dem Hause. Er sprang vom Wagen und hob den schlafenden Knaben zu­erst herunter, au» Furcht, Giralda könne, muthig wie sie war, mit ihm davonfahren. Dann schloß er, mit dem Knaben auf dem Arme, die HauSthür aus und kehrte, nachdem er Alfred in Sicherheit gebracht, zu Giralda zurück, um ihr beim Aus­steigen behilflich zu sein. Das junge Mädchen, verschmähte seine Hilfe und sprang aus dem Wagen, während ihn ein wilder Blick au« ihren Augen traf.

„Rühren Sie mich nicht an!" rief sie erregt. "Ich folge Ihnen nur, weil Alfred in Ihrer Ge­walt ist."

Eneyklika Sr. Heiligkeit Papst Leo's XIII. j au die Erzbischöfe und Bischöfe Preußens.

Ehrwürdige Brüder! Gruß und apostolischer Segen.

Schon längst war e» Unser Wunsch, ehrwürdige Brüder, in einer Ansprache über die gegenwärtige Lage der katholischen Religion in Deutschland mit "euch zu reden. Wir wünschen sehr, euch in ganz besonderer Weise die Größe der väterlichen Liebe und der Zuneigung zu bezeugen, mit welcher Wir euch und euere geliebten Söhne umfassen; gleich­zeitig auch euch Glück zu wünschen zu jener echt apostolischen Sorgfalt, mit welcher Wir euch alle, Iehrwürdige Brüder, gegen euere Heerde erfüllt und s entflammt sehen. Insbesondere denken Wir an f die Bemühungen, welche ihr aufgewandt habt, damst die euerm Schutze anvertrauten Katholiken niemals von der Tugend, der Frömmigkeit und ;bem Wege des Heils sich abziehen ließen. Gar . sehr auch lag es Uns am Herzen, euch kund zu thun den Trost und die Freude, welche Wir schöpfen sowohl aus der so großen Bereitwilligkeit, mit welcher sämmtliche Katholiken Deutschlands euch anhängen und euerm Worte gehorsam sind, als auch aus der Disziplin und der Eintracht, welche unter ihnen mehr und mehr fortschreitet.

Das, was früher nicht möglich war, möge durch i diesen Brief geschehen, den Wir aus eigenem An- » triebe an euch richten. Wir hegen im Herzen die gute Hoffnung, daß durch gnädige Fügung der göttlichen Vorsehung bald der Tag aufleuchten werde, welcher der Religion und Kirche in Deutsch« ? land die fröhlichen Anfänge besserer Verhältnisse - bringt.

Keinem von euch, ehrwürdige Brüder, ist es verborgen, daß die gegenseitige Eintracht, welche vor nicht langer Zeit zwischen diesem apostolischen Stuhl und dem preußischen Reiche so glücklich be« ■ stand, unerwartet große Störungen erlitten hat, . vor allem durch den Erlaß von Gesetzen, durch welche die katholischen Bürger in schwere Gefahr und Beängstigung gestürzt wurden. Doch dieses Unglück, welches Unfern Vorgänger fei. Andenkens, Pius IX. und auch Uns mit großem Schmerz erfüllt hat, bot mit Gottes Hilfe die Gelegenheit, daß sowohl der Hirten wie der Gläubigen Deutsch­

lands Tugend und Anhänglichkeit an den ererbten Glauben in größ-rm Maße erstrahlte. Diese Tugend und Beständigkeit ist um so größern Lobes würdig, weil beide, Hirten und Gläubige, während sie sich ernste Mühe gaben, die Sache der Kirche zu schütz m, niemals von der Treue gegen den Fürsten und den ihm schuldigen Gehorsam, niemals von der Liebe zum Vaterlande abließ m, und durch die That selbst ihren Verleumdern zeigten, daß sie nicht aus politischen Gründen, sondern einzig aus religiösem Pflichtgefühl, welche das Werk Gottes heilig und unverletzt zu erhalten befiehlt, sich leiten ließen.

Daher ist es gekommen, daß Gott, der höchste Urheber und Vergelter der Verdienste, nicht nur über euch, ehrwürdige Brüder, sondern auch über das ganze Volk euerer Diözesen die Fülle seiner Güte und seiner Gnaden ergossen hat. Obgleich nämlich in Folge der neuen Gesetze von Tag zu Tag die Zahl der Priester unter den Gläubigen Preußens sich verminderte und an sehr vielen Pfarrkirchen die Pfarrer fehlten, welche den Gläu­bigen die Heilsmittel spendeten; obgleich trügerische Menschen unter Annahme des Namens Altkatholiken neue und schlimme Lehren auSstreuten, und Solche, die sich täuschen ließen, als Jünger zu gewinnen sich bemühten: so sahen Wir doch mit Wonne Unsere geliebten katholischen Söhne Deutschlands mit Hilfe der Gnade Gottes den Glauben ihrer Väter unversehrt und treu bewahren, niemals den Nachstellungen der Lehrer des Unrechts sich zu« gäugltch zeigen, fVitbcm mit christlichem Starke muthe die Gesahren überwinden, und mit um so größerm Eifer an die Kirche sich anschließen, je mehr sie diese mit schweren Bedrängnissen heim- gesucht sahen.

Angesichts dieser großen und ruhmreichen Tu­gend besänftigte sich der Schmerz, den die genann­ten Gesetze in Uns hervorgerufen, uns aus frommem Gemüthe haben Wir Gott Lob und Dank gesagt, der den Herzen seiner Kinder jene bewunderungs­würdige Kraft eingab. Und bei sich darbietender Gelegenheit haben Wir nicht umhin gekonnt, diese euere und jener katholischen Völkerschaften Tugend mit verdienter Anerkennung offen zu rühmen.

Aber Unfenn apostolischen Amte, welches Uns verpflichtet, darüber zu wachen, daß der Bestand

Der Gras lächelte höhnisch und ging zu dem schlafenden Knaben. Al» er ihn wieder auf den Arm nahm, erwachte er au» seinem Schlummer und rief ängstlich nach feiner Schwester.

„Ich bin hier, mein theurer Bruver!" versetzte Giralda, sich ihm nähernd, damit er sie sehen konnte. „Ich werde Dich nicht verlassen!"

Alfred blickte lächelnd zu ihr auf, um sie zu trösten. Von diesem Augenblicke an hörte man ihn nie wieder klagen, sondern er versuchte, immer fröhlich zu erscheinen, trotz seiner unfreundlichen Lage, in welcher er sich befand, indeß seine scheinbare Fröhlichkeit war für Giralda fast noch schwerer zu ertragen als seine Thränen. Die Halle, in welche sie momentan eingetreten waren, war mit Fußdielen belegt und nett möblirt. Von der Halle gingen verschiedene Zimmer au», auch eine nach oben führende Treppe.

„Ihre Zimmer befinden sich oben," sagte Graf Eugen nach einer Weile. „Seien Sie so gut und folgen Sie mir." Den Knaben noch immer auf dem Arm tragend, stieg der Graf die Treppe hinauf, während Giralda ihm nachschritt. Sie hatte im ersten Augenblick die Abficht gehabt, umzukehren, aus den Wagen zu springen und nach der nächsten Station zu jagen um Hilfe herbeizu­rufen zu Alfred'« Befreiung; nur die Angst und die Ungwißheil, ob nicht vielleicht in ihrer Ab-

Deutsches Reich.

Berlin, 17. Januar.

• Im Reichstage wurde gestern die Aus­weisungsdebatte zu Ende geführt. Angenommen wurde der Antrag Windlhorst, daß die von der königlich preußischen Regierung verfügten Aus­weisungen russischer und österreichischer Unterthanen nicht gerechtfertigt erscheinen und mit dem Interesse der Reichsangehörigen nicht vereinbar sind. SMUe übrigen Anträge waren nhgt>[f>I)nt mnrhpn Die Abgeordneten Payer, Junggreen, Langwerth von Simmern, Dr. Windthocst, Simonis, Dr. Bamberger und Singer sprachen sich auf das Schärfste gegen die Ausweisungen aus, namentlich der Abgeordnete Dr. Windthorst, der unter dem ununterbrochenen Beifall des Hauses die Insinua­tionen de» nationalliberalen Abgeordneten Dr. Böttcher zurückwies und die Haltlosigkeit seiner schwulstigen Phrasen darlegte. Auch Dr. Bam­berger nahm in eingehender Rede gegen seinen früheren Fraktionsgenossen Dr. Böttcher Stellung, indem er mit großem Humor schilderte, wie die Nationalliberalen dem Reichskanzler blindlings Heeresfolge leisten, ober nun heute das Reichspferd, morgen da» Staatspferd vorführe.

Wesenheit der zu Allem fähige Graf ihrem kleinen Bruder etwas zu Leide thun würde, hielten sie von ihrem Vorhaben zurück. Auch kam ihr der Gedanke noch zur rechten Zeit, daß ihr Feind vielleicht ihre Abwesenheit benützen und mit ihrem Bruder fliehen könnte, was fast noch schlimmer war, weil sie dann abermals seine Spur ver­loren hätte. Oben lagen ebenso wie im Parterre an beiden Seiten des Vorplatzes Zimmer. In jeder Thür steckte ein Schlüssel. Graf Eugen schlug den Weg nach dem Vorderzimmer ein, welches gerade über dem unteren Wohnzimmer lag. Das Zimmer war hübsch eingerichtet und vollkommen für eine junge Dame passend. Es enthielt drei Fenster, welche mit feinen Spitzen­gardinen verhängt waren. Auf dem Fußboden lag ein fchöner Brüsseler Teppich und mehrere Armstühle standen im Zimmer; an den Wänden hingen einige Gemälde und ein Bücherbrett mit den neuesten Bänden der französischen Literatur. In der einen Ecke stand ein Feldbett mit sau­berem, bunten Kattunüberzug. Eine Thür ver­band dieses Zimmer mit einem anderen, kleinen, welches ähnlich eingerichtet und unzweifelhaft als Kinderstube benützt worden war.

„Diese Zimmer stehen zu Ihrer Verfügung, Giralda," sagte Graf Eugen, den kleinen Alfred in einen Armsessel niederlaflend. Wenn Sie

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Montag, den 18. Januar