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Wetter zu einem ganz befonberen Vergnügen. Wäh­rend die Eisfläche am Rosenbab weniger stark fre» quentirt wurde, bürsten der Schlittschuhläufer am • Bahndamm bei HoraS wohl 3—400 gewesen fein. 1 In Folge dessen machte flch denn auch bald hin- sichtlich ber Eleganz des einzeln unb paarweise Schlittschuhlaufens ein reger Wetteifer geltend, so daß bie ganze Scenerie auch dem bloßen Zuschauer eine recht interessante Unterhaltung bot.

• Am gestrigen Abend gab der Gesangverein Lieberkranz" in ben Sälen der „Harmonie" eine musikalisch-theatralische Abendunterhaltung, bie wir als eine höchst gelungene bezeichnen können. Die Männerchöre würben recht exakt ausgeführt unb war das Pianissimo einigemal von überraschender - Wirkung. Das zahlreich erschienene Publikum spendete infolge dessen auch reichen Beifall, sodaß der schöne Chor „Glaube, Siebe, Hoffnung" (Tenor- solo mit Begleitung von Brummstimmen) wieder» holt werden mußte. Auch bas Sololieb eines Tenoristen, sowie bie zwei» unb vierhändigen Klavier­sätze befriedigten sehr. Die nun folgenden beiden Theaterstückchen boten eine angenehme Abwechslung. Im ersten traten wohl einige Akteure etwas be­fangen auf, unb hätten wir auch etwas mehr „Spiel" gewünscht; das zweite aber ging flott von Statten und erntete reichen Applaus. Möge der Verein „Siederkranz" auf der betretenen Bahn unter Seitung feines strebsamen Dirigenten Herrn Sehrers Fritz weiter schreiten und noch oft mit solchen Leistungen vor die Oeffentlichkeit treten.

* Den Mitgliedern der Gothaer FeuerversicherungS» bank dürfte es angenehm fein zu erfahren, daß die­selbe im laufenden Jahre einen Ueberschuß von 77 Prozent der Jahresprämie als Dividende ver» theilt.

* Von jetzt ab werden bei den Eisenbahnschal' lern Kinder-BilletS für alle Wagenklassen zum hal­ben Preise in Farm von halben Personen-Blllets zur Ausgabe gelangen, entgegen dem früheren Ge­brauche, baß für Kinder sonst ein Billet ber nächst nichtigeren Wagenklasse genommen werden mußte, als mit welcher man fährt.

• Da in neuerer Zeit wiederholt wahrgenommen worden ist, daß in anstößiger Weise vor und neben , den Sier» unb sonstigen Wirthschaftslokalen bie Straßen, Plätze, sowie öffentliche Privatgebäube verunreinigt werben, wirb bas unterm 23. April 1855 erlassene Verbot, wonach berartige unb Überhaupt alle anstößige Verunreinigung ber Straßen unb Plätze ber Stabt unb beten nächste Um­gebung, namentlich ber Ecken von öffentlichen unb Ptivatgebäuben, sowie ber um bie Stabt führenden Wege, bei Strafe bis zu 15 Mark bezw. 3 Tagen Gefängniß untersagt ist, durch das König!. Santi« rathsamt mit dem Bemerken in Erinnerung ge­bracht, daß nach $ 366 Nr. 10 des Reichsstraf­gesetzbuchs jenes Strafmaß bis zu 60 Mark ober Haft bis zu 14 Tagen erhöht worben ist.

* Es iß gerabe zeitgemäß, baren zu erinnern, daß Gesuche um Zurückstellungen von Miltär- pflichtigen, sowie von im stehenden Heere bienen» den ober bem Beurlaubtenstande «»gehörenden Personen auf Grund von Reklamationen jetzt bei den Ortsvorständen anzubtingen sind. In allen Fällen ist stets das für das Reklamationsverfahren vorgeschriebene Formular zu verwenden. — Die­jenigen jungen Seute, welche als Dreijährig-Frei­willige einzutreten gedenken, machen wir darauf aufmerksam, daß die Eintrittszeit nur bis zum 31. März währt, indem vom 1. Oktober Dreijährig- Freiwillige nicht ausgenommen werden.

* Die König!. Eisenbahn-Direktion zu Frankfurt a. M. erläßt folgende Bekanntmachung an die Güter- und Eilgut-Expeditionen: „Es ist vorge- kommen, daß von den Versendern an Stückgut- T Sendungen Plakate mit der Aufschrift: „Bei II Empfang nachzuwiegen" angebracht worden Derartige Plakate sind mit Rücksicht auf Bestimmungen des Betriebs-Reglements unzu- lamg; es sind daher solche nicht zuzulassen und vorkommenden Falles die betreffenden Sendungen zurückzuweisen."

*3" der Zeit vom 1. August 1884 bis dahin 1885 sind im Regierungsbezirk Cassel 3844 Jagd- Icheme ausgegeben worden und zwar 3534 gegen ®elb, 310 unentgeltlich. Die Zahl der in der ganzen Provinz Hessen-Nassau ausgegeben Jaab- scherne betrug 8158.

* Die ,Frkf. Ztg.' brachte in der Nr. 363 vorigen Jahres nach der ,Augsb. Abdztg.' eine J‘oh? aus Unterfranten, in welcher es hieß,

die vom Landrathe Grafen Bismarck in Hanau auSgeroiefene und nach Oesterreich abgeschobene Zigeunerbande Teyko sei von der österreichi­schen Polizei wieder zurückgeschickt worden. Mit Bezug hierauf unb unter Anrufung bes Preßge­setzes sendet Herr Lantirath Graf Bismarck ber ,Frkf. Ztg.' folgenbe Berichtigung:

Ich bin gar nicht in die Sage gekommen, Zigeuner aus­zuweisen. Die Bande, welche etwa Mitte vorigen Monats den Kreis Hanau passtrte, kam aus dem Elsaß mit einem Zwangspaß nach der österreichischen Grenze und war mir von dem Königlichen Polizei-Präsidium in Frankfurt a. M. zum Weiterschube überwiesen worden. Meine Obliegenheit beschränkte sich darauf, den Schub auf der dazu bestimm­ten Straße auszuführen, ohne daß mir eine Prüfung der Richtigkeit der Jnstradirung zugestanden hätte. Ich wünsche umsoweniger meine Verantwortlichkeit mit dieser Auswei­sung verknüpft zu sehen, als der Rücktransport nach dem Orte der Ausweisung bei dem Mangel einer Annahme- Erklärung der österreichischen Regierung vorauszusehen war und von mir nicht bezweifelt worden ist. Graf Bismarck, Königlicher Landrath.

* Hanau, 9. Jan. Die höheren Beamten bes Lanbgräflichen Hof s zu Philippsruhe hielten in ben letzten Tagen ein großes Treibjagen auf ber Lanbgräfl. Jagd zwischen Dörnigheim unb Kessel- stabt ab. Trotz bem geringen Hasenstanbe würben, laut ber ,H. Z/, doch 104 Hasen erlegt.

• Der Schnee auf bem Taunus liegt, wie Leute, bie von dort Herkommen, ausfagten, seit vor­gestern an verschiebenen Stellen 5 unb 6 Fuß hoch.

* Eschwege, 8. Jan. Ein Arbeiterstreik ist in ber Cigarrenfabtik ber Firma Knabe (Hans Schlumberger) ausgebrochen. Es haben fämint- liche Arbeiter aufgehört zu arbeiten, weil ber In­haber gewisse Forderungen nicht hat bewilligen wollen.

* Aus Helsa wird ber ,C. A. Z.' geschrieben: In ber Neujahrsnacht herrschte hier in einem Kreise junger Leute bei einem Glase Grog eine sehr animirte Stimmung. Einer ihrer Kameraben tag krank im Bette, unb in übermütiger Laune bot ihm einer der jungen Männer sein Glas Grog zum Tausch für seine Mebizin an. Der Patient ließ sich bewegen ben Grog zu trinken, währenb sein Freunb Wort hielt unb bie Arznei hinab­stürzte. Der Kranke ist auf dem Weg zur Besse- rung, während der Andere am Tage darauf an den Folgen seines Neujahrtrunkes das Zeitliche segnete.

• Bebra, 9. Jan. Arn 14. b-. M., Nach­mittags 41/» Uhr, findet hier im Hotel Schlüter eine Vorstandssitzung des hessischen Vereins für wirthfchaftliche Interessen statt. Die Tagesordnung lautet: Soll gemäß dem Antrag der Herren Aha und Genossen demnächst eine Vereinsversammlung abgehalten werden, behufs nochmaliger Stellung­nahme zur Rhönbahnfrage und empfiehlt es sich bann eventuell auch bie z. Z. im Vorbergrunb stehenben wirthschastlichen Fragen (Bimetallismus, Branntweinmonopol u. f. w.) zu erörtern?

• WieSbaben, 9. Jan. Der Kreistag in Schmalbach hat in feiner heutigen Sitzung bie f. Z. von ihm abgelehnten 30,000 M. Zuschuß zu ben Grunberwerbskosten ber Bahn Wiesbaden« Schmalbach und die Uebernahme ber General-Bürg­schaft zu 6/i« ber Gesammtkosten endlich bewilligt. Damit ist das letzte Hinderniß beseitigt und der Bahnbau gesichert.

* Köln, 10. Jan. Um die Ober-Bürger­meisterstelle haben sich, dem Vernehmen der .Köln. Vztg.' nach, bis jetzt erst zwei Herren gemeldet.

• Remagen, 8. Jan. Am Dienstag fand hier das Begräbniß des plötzlich verstorbenen Gasthofbesitzers Herrn Otto Caracciola sen. statt. Der Verstorbene war Altkatholik unb er­folgte bie Beerbigung daher durch einen altkatho­lischen Pastor. Die Schützen, Turner und die Feuerwehr waren mit Musikkorps und umflorten Fahnen erschienen. Der Verstorbene hatte außer seinem weitverzweigten Geschäft einen sehr großen Bekanntenkreis als Präsident des internationalen Vereins der Gasthof-Besitzer sowie als Ehren-Prä- sident der letzten Kochkunst-Ausstellung zu Köln.

Vermischtes.

* Aachen, 9. San. Die Spinnerei Kayser und Bie­sing ist abgebrannt. Sie beschäftigte hundert Arbeüer. Acht Arbeiter werden vermißt; es wird befürchtet, daß dieselben beim Brande umgekommen sind.

* Landau (Pfalz), 9. Jan. Unter dem hiesigen Militär herrscht eine Typhus-Epidemie: es befinden sich etwa 60 Typhuskranke in ärztlicher Behandlung.

* Kaiserslautern, 8. Jan. Der Bankerott des Bankhauses Möser bildet hier und in weiten Kreisen der Pfalz das Tagesgespräch Eine Menge von Leuten hatte diesem Hause ihre Spar-Anlagen anoertraut und sich dabei

vielfach von dem hohen Zins verleiten lassen, welcher dem Vernehmen nach für solch- Gelder bezahlt wurde. Es sollen selbst Leute betroffen sein, von denen man doch so viel wirthschaftliches Verständniß erwarten durfte, um zu wissen, daß hohe Zinsen im umgekehrten Verhältnisse zur Sicherheit der Kapitalanlage stehen.

§ Eine Tel ler-Wasch maschine arbeitet mit großem Erfolge in der Küche des Pariser Restaurateurs Marquery. Dieselbe reinigt 8 Teller mit einem Male gründlich. Der von dem Arbeiter in die Maschine gesteckte unreine Teller wird sofort am Rande von einem dreizackigen Greifer ge» pactt und in kochendes Wasser getaucht, worin er eine Weile verbleibt und dabei ziemlich gerüttelt wird, damit sich die Fetttheile ablösen. Der Teller geräth alsdann von selbst unter Bürsten, die ihn energisch bearbeiten, und ge­langt alsdann in fortwährend erneuertes kaltes Wasser, wo er von allen Unreinigkeiten vollends befreit wird. Der­selbe Arbeiter ergreift ihn endlich mit der linken Hand und steckt rhn in die Abtropf-Vorrichtung. Die Maschine wäscht an 4000 Teller täglich ab und bietet den großen Vortheil, daß das Geschirr stets von frischem Wasser bespült wird, niemals mit einem bereits gebrauchten Spülwasser in Be­rührung kommt. Auch zerbricht sie im Gegensatz zu den meisten Dienstmädchen nichts.

fv lüthenlese aus dem lateinischen Uebersetzungshefte eines Sextaners.] 1. Boni erant, non mali. Die Bohnen waren nicht schlecht. 2. Homo est animal sociale. Der Mensch ist Sozialdemokrat. 3. Cäsar in portum rupit, quem Galli obsederant Cäsar brach sich in den Hafen, auf dem die Gallier gesessen waren. 4. Malo insoriptum erat: „Ea est puloherrima, cui de Pari pramium tri- buetur!“ Durch einen Maler war darauf geschrieben: „DaS ist der schönste Cu de Paris! er wird eine Prämie erhalten!

* Vor hundert Jahren wurde der Platz vor der Rikolai- kirche in Berlin noch zum Wäschetrocknen benutzt. Eines Tages kam ein alter, etwas gebückter Herr mit einem Krückstock dieses Weges und als er die schneeweiße Lein­wand lustig im Winde flattern sah, blieb er stehen, um dieselbe Stück für Stück sorgfältig zu mustern. „Wem gehört die Wäsche?" fragt- er ein dabei beschäftiges Dienst­mädchen. „Der Frau Geheim- Räthin N. N." „So, vermelde Sie ihr meinen Respekt. Die Wäsche ist schön geflickt, daß es eine Lust ist. Muß eine vorzügliche Haus­frau sein! Ich bin der alte Fritz."

-4- Au die Reptilien.

Heureka, ich hab's gefunden. Endlich hab' ich seine Spur, Wer uns schlägt die tiefen Wunden, — Windthorst Du, Du bist es nur!

O wie hat man sich getäuschet In dem bied'ren Ehrenmann! Uns're Priester er ausweiset: — Wer hat es wohl sonst gethan?

Die famosen Maigesetze

Hat der Windthorst nur gemacht;

Und die tolle Priesterhetze, Wer hat sie zu Stand' gebracht?

Wer hat den Gehalt gesperret?

Wer hält jetzt das Geld zurück? Wer die Priester eingesperret? Windthorst! Windthorst! Denk' zurück! —

Seminare sind geschloffen, Biele Kirchen stehen leer; Wie viel' Thränen sind geflossen? Windthorst thut noch immer mehr.

Alles athmet Lieb' und Frieden, Bismarck, Leo kosen sich;

Einer nur will es verhüten, Windthorst nur, ber duldet'S nicht.

Achtzehn hundert sechs und achtzig! — Wird es uns wohl besser geh'n?

Willst Du, Windthorst? — Alles macht sich! Aber Du mußt in Dich geh'»! —

Wünsch' Dir auch viel Glück und Segen Zum Ersatz für's neue Jahr, Brauchst die Hand nur zu bewegen. Alles wird, wie früher war.

Run hab' ich noch eine Bitte: Willst Du immer noch nicht ruhn? Vor dem Schlimmsten uns behüte: Schick' uns nicht nach Kamerun!

Zahres-Aeder-cht »es Standesamts Faid».

Name der G e m e i n b e.

§

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ES kamen im Jahre 1885 zur Anmeldung

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Stadt Fulda.....

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Auswärtige u.irn Landkrankenhs.

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davon entfallen auf:

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Dem hiesigen Schweinemarkt vom 9. Januar waren ca. 100 Läufer und ca. 75 Ferkel zugetrieben. Für Läufer wurden 30-36 Mk. und für Ferkel 14—18 Mk. bezahlt.